DUDEN: Kreatives Schreiben

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Ich mag Listen. Und ich mag Buchreihen, ganz besonders wenn ich sie vollständig habe. Hier im Blog führe ich mehrere Listen bzw. Projekte, jetzt kommt eine weitere dazu: Projekt Duden. Letzte Woche stöberte ich durch meine Schreibratgeber, die gelesenen und die ungelesenen. (Was sich noch auf dem SUB befindet, kannst du hier nachlesen: Lese-Challenge 2022) Dabei stieß ich dann auf die Reihe „Kreatives Schreiben“ aus dem DUDEN Verlag. Die gebundenen Bücher sind alle sehr hübsch und soweit ich mich erinnere auch hilfreich. Allerdings ist das zehn Jahre her. Jedenfalls. Nun habe ich Lust die Reihe noch mal zu lesen und auch zu renzeniseren. Ich habe mit Schreiben unter Strom angefangen, als nächstes lese ich „Schreiben dicht am Leben“. Den Fortschritt meines Projekts dokumentiere ich hier, mit Links und Fotos und Anmerkungen. Mir fehlt allerdings das Notizbuch zur Reihe, das habe ich damals nicht dazu gekauft. Jetzt fände ich es aber hübsch, der Vollstänigkeit halber, es auch noch zu erwerben. Allerdings ist das gute Stück nicht mehr erhältlich. Falls du mir einen Tipp hast, wo ich es noch kaufen könnte, gern auch gebraucht, dann sag Bescheid, ja? Hier ist die Liste.

Mai 2022 Nachtrag: Ich habe die Reihe voll. Samt Notizbuch. Yay.

Duden – Kreatives Schreiben

Liste: Duden Kreatives Schreiben + Blank Book

Stand: Mai 2022

Termine im März

get shorties Lesebühne

Termine, jawohl. Plural. Der gute Ingo hat wieder im Hintergrund gezaubert. In den Jahren vor der Pandemie habe ich mir deswegen gar nicht so viele Gedanken gemacht. Ich hatte Termine im Kalender, ich fuhr hier hin und dorthin, da stellte sich nur die Frage „Wer kommt, wer hat Zeit?“ und so gruppierten wir uns dann.

Jetzt ist es nicht mehr selbstverständlich. Mir fehlt mein Shorties-Freundeskreis, meine AutorInnen-Kollegen, das Lesen, das Publikum, essen gehen, die Reihenfolge ausdiskutieren und die Gespräche, die sich darum drehen wer einen neuen Text dabei hat und deswegen Nervös ist. Und dann höre ich den anderen zu, ja über den „Rodderich“ kann ich auch zum zweihundertsten Mal lachen. Kein Problem.

Die letzte Lesung liegt nun auch schon wieder Monate zurück. Ich glaube ich war zuletzt im Oktober 2021 im Einsatz. Ich müsste nach schauen, ich bin zu faul. Ingo hat immer Termine für uns gemacht, Gespräche geführt, nachgefragt, Infomaterial geschickt, die Presse eingeladen. Und dann, als alles anders wurde, da hat er Termine hoffnungsvoll verschoben, er ist dran geblieben, hat sich weiter gekümmert. All diese Dinge, die im Hintergrund passieren, als wären fleißige Wichtel am Werk, geschehen ja immer noch. Nur noch unsichtbarer als vorher. Falls das überhaupt möglich ist. Nein, das ist ganz und gar nicht selbstverständlich. Ich versuche meine Dankbarkeit zu zeigen, in dem ich was Neues schreibe. Klar, fürs Publikum, aber im Moment und in der Hauptsache für Ingo, der uns zusammenhält oder es zumindest versucht, so weit das in dieser Distanz möglich ist.

Ein neuer Text, das ist schwierig, ich habe nicht Ingos Ausdauer, ich hätte an seiner Stelle wahrscheinlich schon lange alle hingeschmissen. Wie ein trotziges Kind alles vom Tisch gefegt und gebrüllt: Dann halt nicht. Keine Termine, keine Lesungen, keine Kultur. Das Kreativ-sein ist mir schwer gefallen, das tut es noch. Irgendwie habe ich es geschafft ein neues Drachenbuch zu schreiben. Wenn das geht, dann kann ich auch eine neue Kurzgeschichte schreiben, das weiß ich.

Zwischen den Jahren, also nach Weihnachten und vor Silvester hatte ich eine Woche frei. Ich habe geschrieben. Der Fernseher blieb aus, das Internet nutzte ich nur für Recherchen, Synonyme und Rechtschreibung. Ich hatte keine Termine und keine Verpflichtungen. Das war quasi die beste Woche des Jahres. Ich, mein Manuskript und das Gefühl von Zeit. Ich habe mich reich gefühlt. Weil ich das alles machen konnte. Die Welt aussperren und in meine eigene eintauchen. Das funktioniert im Alltag leider kaum. Es muss so gehen. Es wird so gehen. Ich hab Termine im Kalender. Ingo hat sich gekümmert. Lesungen, Schreibbuden, die KollegInnen und ich. Wir werden all das wieder machen. Nervös sein, über den neuen Text reden beim essen, noch mal irgendwo den „Rodderich“ hören. Das wird super. (Man, das habe ich verdammt lang nicht mehr gesagt.)

19. März 2022 / Café Provinz / Marbach a. N. / 20 Uhr

25. März 2022 / Stadtbibliothek Göppingen / 20 Uhr

Es gelten die üblichen Spielregeln, Karten gibt es beim Veranstalter. Wir lesen uns!

~Caro

Mehr Infos unter www.getshorties.de

Lese-Monat Februar

Lese-Monat Februar

Ich habe jetzt ein paar Tage nichts gepostet, weil ich für mich noch keine Antwort gefunden habe, wie ich mit all der Angst, dem Mitgefühl und meinem Alltag umgehen soll. Aber sich-totstellen hilft ja auch keinem. Also bemühe ich mich um ein vorsichtiges auftauchen. Mein Manuskript befindet sich gerade im Lektorat, das bedeutet ich hatte diesen Monat wieder mehr Zeit zum lesen. Lotte Römer macht das manchmal mit mir, dass sie fragt „Was war dein glücklichster Moment diese Woche?“ Oder auch „Was hat dich gefreut?“


Ich weiß nicht mehr, in welchem Buch ich das gelesen habe, wenn man wie ich viel liest, vermischen sich die Dinge manchmal. Es ging um „Intimität mit der Welt“ und auch um akzeptieren wie sie ist. Das bedeutet für mich, übersetzt, hinschauen. Ich glaube, es ist diese Gleichzeitigkeit, die mich manchmal so fertig macht. Ich kann mich hier über etwas freuen und dort etwas ganz schrecklich und falsch finden. Gleichzeitig. 

Der Februar ist um, hier ist mein Lese-Monat Februar. Da liegt Jossel Rakover auf dem Tisch, gleich neben Calvin und Hobbes. Gleichzeitig. Ereignisse eines vergangenen, schrecklichen Krieges. Und was zu Schmunzeln, was Spaß macht und ablenkt von den schlechten Dingen. 

Hinschauen. Trotzdem. Deswegen.

R. M. Rilke Gesamtausgabe / Insel Verlag

R. M. Rilke Gesamtausgabe (Band 1 von 6) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Rilke ist mein Lieblings-Lyriker und nachdem ich verschiedene Taschenbücher und eBooks gekauft und gelesen habe, wurde ich unzufrieden. So tolle Texte, aber wie sieht das denn aus? Also habe ich im Internet nach einer Gesamtausgabe geschaut, die auch was im Regal hermacht. Schließlich habe ich diese tolle Gesamtausgabe aus dem Jahr 1982 gebraucht gekauft und sie ist hübsch und sie freut mich und hach. Es sind die kleinen Dinge manchmal. Schon in Band 1 ist mein Lieblingsgedicht drin. Ich habe aber auch viele andere neu entdeckt und mit Bleistift angestrichen. Bleiben noch fünf Bände. Ja, das freut mich.

Richard Yates – Elf Arten der Einsamkeit (Short Stories) ⭐️⭐️⭐️⭐️

Bill Watterson – Calvin und Hobbes Band 2 und 3 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Es sind insgesamt 11 Bände und ich will sie alle lesen. Ich liebe diesen kleinen Kerl und seinen Tiger. Meine Kindheit war keinen Tag so, ich war weder so klug, noch so witzig oder fantasievoll. Aber ich bin überzeugt: Sie hätte so sein sollen. Wenn ich die Comics lese habe ich ein ganz warmes Gefühl im Bauch, so behaglich wie eine Decke, Kakao und ein Kaminfeuer.  

Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann (Hörbuch gelesen von Sandra Hüller) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Aktuell mein Lieblingsbuch. Über die Jahre ändern sich solche Dinge ja manchmal. Ich habe es nun zum fünften Mal gelesen und ich werde nicht müde, es weiter zu empfehlen. 

Zvi Kolitz – Jossel Rakowers Wendung zu Gott ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Das Buch lässt sich in einem starken Wort zusammenfassen: Trotzdem. Jossel spricht mit Gott auf Augenhöhe, sagt ihm „Jetzt erst Recht“ und er kämpft. Ich empfinde mich nicht als religiös und wenn ich doch mal ein Stoßgebet spreche, richte ich es nicht an einen alten Mann mit Rauschebart, irgendwo im Himmel. Ich adressiere meine … ja was? Ich adressiere meine Mitteilungen ans Universum. Ich glaube an Energie, an Verbindung, an eine positive Kraft. Aber hier kann ich Jossel Rakovers Gedankengang spüren und nachvollziehen. Es ist ein kurzer, aber großer Text. Meine Ausgabe ist illustriert, auf Deutsch und auf Jiddisch. Im zweiten Teil, nach dem „Testament“ von Jossel Rakover geht es noch seitenweise um den Umstand, dass dieser Text vehement versucht hat seinen Autor abzuschütteln. Die starken Worte haben sich verbreitet, Menschen wollten diese Geschichte glauben, sie wollten sie wahr haben. Mir ist das herzlich egal, ob die Geschichte fiktiv ist oder nicht. Ich sag es nochmal. Trotzdem. Wenn du das Buch nicht kennst, dann hol es nach. Vielleicht gerade jetzt besonders. Trotzdem. Egal wie du zu Gott stehst. Jossel Rakovers Wendung zu Gott tröstet.

L. M. Montgomery – Anne auf Green Gables Folge 1 bis 4 (Hörspiel) ⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich mochte die Serie auf Netflix sehr, habe auch diverse Verfilmungen gesehen. Und jetzt staune ich, wie akkurat das in Bilder umgesetzt wurde. Sehr hübsch. 

Mariana Leki – Erste Hilfe ⭐️⭐️⭐️⭐️ Nicht ganz so gut wie „Was man von hier aus sehen kann“, aber eindeutig die Erzählstimme von Mariana Leky. Wunderbar schrullig. Liebe, Freundschaft, Verbundenheit. Alles drin, was ich auch in den anderen Büchern der Autorin so mag. Ein eckiger Blick auf die Welt. 

Ulrike Becks-Malony – Kandinsky ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Ich habe mehrere Wochen gebraucht um das Buch zu lesen. Sachbücher dauern bei mir immer etwas länger. Ich finde, nur als Beispiel, Fotorealismus in der Kunst langweilig. Mich zieht es immer zu den abstrakten Bildern, zu den farbgewaltigen Motiven, in die ich mich hinein fallen lassen kann und keine Worte brauche. Vor vielen Jahren war ich in München in der Kandinsky-Ausstellung, saß ewig vor manch einem Gemälde – schauend, nicht denkend. Nun habe ich, dank den Buches Hintergrundinfos, Erklärungen, was und wie und wo. Die Entwicklung seiner Kunst, seiner Einflüsse, seine Gedanken zu seinen Werken. Das war schön zu lesen, aber wirklich gebraucht hätte ich es nicht. Ich würde viel lieber noch mal in eine Ausstellung gehen, auf eine Bank sitzen und die Farben fühlen. Manchmal sind Infos und Erklärungen völlig überbewertet. 

Taschen Verlag / Kandinsky / Ulrike Becks-Malorny

Was hat dir in der letzten Woche Freude gemacht?

Gegen den Hass

(Da ich diese Meinung im Juli 2020 geschrieben und im Entwürfe-Ordner vergessen habe, liefere ich diese Buchbesprechung jetzt als #ThrowbackThursday ab. I hope you don´t mind.)

Um mich herum passieren Dinge. Mir gefällt nicht, was ich sehe. Die meiste Zeit verstehe ich auch nicht warum das passiert, was eben geschieht. Nun habe ich diverse Texte gelesen um mich dem anzunähern. „Gegen den Hass“ beschreibt das Problem. Soweit war ich schon. Meiner Meinung nach müsste das Buch „Über den Hass“ heißen und dann hätte ich wohl nicht viel zu maulen.

Carolin Emcke beschreibt den Ist-Zustand. Als Beispiel führt sie einen Fall von 2014 auf. Ein Polizist verhaftet einen Mann, drückt ihn zu Boden. Der eine ist weiß, der andere nicht. Der am Boden liegende sagt elf Mal, dass er nicht atmen könne. Am Schluß ist Eric Garner tot und der Polizist geht straffrei aus. Offensichtlich hat der Typ, der die schreckliche Szene gefilmt hat, es nicht für nötig gehalten, sein Handy für etwas offensichtliches zu benutzen: Hilfe rufen. Auch die umstehenden Passanten taten nichts. Der Polizist leitete keine Wiederbelebungsmaßnahmen ein, keiner half.

Das ganze Buch ist intellektuelles Geschwurbel – tut mir leid, aber ich empfinde es so. Das ist nicht mein Vokabular. Offensichtlich bin ich nicht in der Zielgruppe, das ist mein Problem, nicht Frau Emckes.

Jedenfalls. Meine persönliche Überzeugung lautet: Handeln besiegt die Angst. Allerdings will ich das nicht kopflos tun, und auch nicht in gewalttätiger Weise. Meine Waffen sind und waren immer Wörter. Da wo ich eine Erklärung suche in einfachen Worten (nein, nicht einfache Lösungen!), da finde ich nur noch mehr Verwirrungen. Die ganze Szene hatte Publikum. Menschen sahen zu, einer hat es gefilmt. Was genau soll ich nun machen, wenn ich Unrecht sehe? Mit der Kamera drauf halten und bekunden: „Das hier ist falsch!“? Oder soll ich den Polizisten von seinem Opfer herunter schubsen?

Was ich weiß ist: Gewalt erzeugt Gegengewalt. Uns als Menschen muss etwas besseres einfallen. Doch wie, und was? Das konnte mir die letzten Wochen und Monate keiner beantworten. Ich dachte und hatte gehofft, dass mir ein Buch wie dieses den Hass erklärt und vielleicht sogar einen Weg zeigt, wie ich dagegen handeln kann. Zumindest ließ mich der Titel das hoffen. ich habe es also gelesen, aber es lässt mich unzufrieden zurück. Schlauer bin ich jetzt auch nicht. Ich will nicht, dass Menschen im Würgegriff eines Polizisten ums Leben kommen. Ich will sehr viele Dinge nicht, diese Liste ist lang.

Schon seit einigen Jahren höre und sehe ich Dinge in meinem Dunstkreis, die mich ängstigen. Und dann wünsche ich mir die rhetorischen Mittel und gute Argumente um dagegen zu halten. Im Kleinen, hier mit meinen Mitmenschen. Was in anderen Teilen der Welt geschieht kann ich nicht beeinflußen oder ändern. Aber muss es denn wirklich sein, dass ich mir in Gesprächen mit Bekannten, geführt irgendwo zwischen der Post und dem Blumenladen, kleingeistige Fremdenfeindlichkeit anhören muss? Dieses Gerede von „Wir“ gegen „Die“. Ich weiß nicht, wer dieses Wir sein soll, ich identifiziere mich nicht damit. Das „Die“ ist mir zu grob umrissen. Und dann: Was tun?

Dieses Buch jedenfalls, hat mir mit meinem Problem nicht geholfen. Vielleicht war das zu viel verlangt. Mea culpa. Frau Emcke stellt viele Fragen bzw. strukturiert und beschreibt diverse Probleme, zeigt Beispiele und verortet sich selbst darin bzw. hinterfragt ihre Glaubenssätze und Meinungen. Das ist toll und klug geschrieben, ich kann mich damit identifizieren und mit vielem d’accord gehen. All diesen Punkten kann man 5 Sterne geben, wenn man es denn will und muss bei einem Sachbuch. Ich höre ihren Vorträgen gerne zu, lese ihre Bücher… nur in diesem Fall hab ich mir mehr versprochen bzw. erhofft. Aus Gründen.

Ich habe schon geahnt, dass ich mir selbst etwas ausdenken muss. Alles, was ich aktuell habe ist der Wunsch „Be kind“.

Mit irgendwas muss man ja anfangen.

Pärchenkacke

Heute Abend findet wieder „Die stille Stunde“ bei Pia Helfferich statt. Wir schreiben, jeder für sich und doch über Zoom gemeinsam. Co-Working in Neusprech. Vielleicht lässt diese bescheuerte Pandemie ja irgendwann wieder Kultur und Lesungen zu. Vielleicht darf ich dann auch wieder auf eine Bühne, vielleicht gibt es neue Termine mit der get shorties Lesebühne und vielleicht brauche ich dann auch wieder eine neue Kurzgeschichte. Puh, das ist eindeutig nicht genug Druck um in die Puschen zu kommen. Uff. Und dann soll es ja bitte-danke auch noch ein anderes Thema sein, als dieses vermaledeite, große C. Uff. Ich dachte, ich schreibe eine Fortsetzung zu „Pärchenkacke“.

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Der Gute holt mich von der Arbeit ab. Wie nett. Als er die Hände aus den Jackentaschen zieht, knistert es verdächtig. Ich kenne das Geräusch. 

„Was hast du da?“

Er zieht ein Biskuit-Röllchen in lila Verpackung aus der Tasche. 

„Ist das für mich?“

Er grinst. 

„Ist das wirklich für mich?“

Er guckt verwirrt. 

„Ist das für mich oder ist das Pärchenkacke? Muss ich das teilen, und wir knabbern von zwei Seiten an dem Biskiut-Röllchen wie Susi und Strolch, weil das so scheiße romantisch ist?“ 

„Es ist deins“, sagt er, küsst mich und übergibt mir endlich das Teil. 

„Meins also. Du Guter!“

Da hör ich wieder was knistern. 

„Was ist das?“

Er holt ein weiteres Röllchen aus einer weiteren Jackentasche. 

„Ist das auch meins?“

„Ja“, sagt er, „vorausgesetzt ich darf heute Abend den Film aussuchen.“ 

Ich schnappe die zweite Süßigkeit und sage: „Na gut.“ 

Und dann: „Moooment. Die gibt es nur im 5er Pack. Wo ist der Rest?“

Ist das der Anfang von einer neuen Geschichte? Ja. Schreibe ich heute Abend weiter? Ja. Hab ich jetzt ne Packung Biskuit-Rollchen inhaliert? Vielleicht. 😉

~Caro

Lese-Monat Januar

Lese-Monat Januar
  • Mister Maikel – Sketchnotes ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich habe das Buch gelesen, aber noch nicht alle Übungen des Workshops gemacht. Wenn ich damit durch bin, schreibe ich auch einen Beitrag dazu und zeige ein paar meiner „grafischen Notizen“. 🙂

  • Bill Watterson – Calvin und Hobbes #1 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Eine Kollegin vom BvjA-Autorenstammtisch hat mir letztes Jahr „There´s Treasures everywhere“ ausgeliehenund es ist fast tragisch, dass ich es zurück geben musste. Weil Calvin und ich, das ist Liebe auf den ersten Blick. Ich habe meinen Weihnachts-Bücher-Gutschein in drei Bände „Calvin und Hobbes“ umgesetzt und ich kann nichts anderes, als völlig begeistert zu sein. Dieser 6-jährige ist liebenswert und verrückt, einfallsreich und ein kleiner Teufel. Genau die richtige Mischung.

  • Stephen King – Der dunkle Turm Band #15 (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Der dunkle Turm Band #16 (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich habe alle Graphic-Novel-Ausgaben gelesen und bin nach wie vor völlig hin und weg, von dem Medium Bild und Text. Was mich betrübt: Nach band 16 ist Schluß. Aber inhaltlich fängt es hier ja erst an, die ersten Bände widmeten sich der Vorgeschichte von Roland. Jetzt sind seine drei Gefährten da, aber es gibt keine weiteren GN-Ausgaben. Ich werde also noch Mal die Romane lesen bzw. hören. Ich werde mir die Hörbücher einverleiben. Auch hier betrübt mich eine Sache: Die Romane der Reihe „Der dunkle Turm“ werden nicht von David Nathan gelesen. Und das ist nicht richtig, ich prangere das an. Seufz.

  • Terry Pratchett – Die Farben der Magie (Hörbuch gelesen von Volker Niederfahrenhorst) ⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich starte ein neues Projekt: Wikipedia sagt, es gibt 41 Scheibenwelt-Romane. Und ich habe nicht mal ansatzweise alle gelesen. Daher wird daraus ein Projekt, genau wie mein #ProjektDarkTower. Ich mache eine Liste und dokumentiere die Sache. Später mehr. Volker Niederfahrenhorst macht seine Sache gut, das will ich gar nicht schmälern. Allerdings hat er ein paar Eigenheiten in seiner Sprechweise, die mich triggern. Uff.

  • Kris Brynn – Born ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Hier geht´s zur Rezension)
  • Elke Heidenreich – Der Welt den Rücken (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Andy Stanton – Mr. Gum und der sprechende Kirschbaum (Hörbuch gelesen von Harry Rowohlt) ⭐️⭐️⭐️
  • Andy Stanton – Mr. Gum und das geheime Geheimversteck (Hörbuch gelesen von Harry Rowohlt) ⭐️⭐️⭐️

Puh, ja. Großer Pluspunkt der Mr. Gum Reihe: Harry Rowohlt liest das. Und er macht das gut. Ich habe vor Jahren mit dem ersten Hörbuch der Reihe angefangen (Ich glaube es sind 8 Geschichten) und mit jeder Fortsetzung wurde die Sache absurder. Beim ersten Buch habe ich mich noch scheckig gelacht, jetzt zum Schluß reichte es kaum noch zu einem Schmunzeln. Schade. Es liegt vermutlich an mir. Absurde Geschichten bzw. Handlungsstänge holen mich einfach nicht ab.

Kris Brynn – Born

Born von Kris Brynn

Eine künstliche Intelligenz, also eine KI, ist ja erst mal eine gruselige Sache. Nüchtern betrachtet. Ausser, sie ist im richtigen Team, dann ist es cool. Nalani ist Taxifahrerin und will eigentlich nur ihre Ruhe. Sie hat ein Kind und unterstützt ihren Bruder und seine Familie wo sie kann. Dann gerät sie zwischen die Fronten. Lebensmittelknappheit führt zu Schwarzmarkthandel und plötzlich wird sie beschossen und verfolgt.

Aber sie hat Fergus. Eigentlich soll der nur bei einer Panne kurz auftauchen, alles regeln und dann wieder in der Versenkung verschwinden. Doch das tut er nicht. Was zuerst wie ein nerviger Fehler aussieht, erweist sich als Glück. Eine KI, die menschlicher handelt, als manch ein Fleischbrocken aus Haut und Blut.

Und so entwickelt der Roman ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel. Nalani versucht herauszufinden was eigentlich los ist und wer da ihre Familie bedroht, während Fergus, die Pannenhilfe, alte Filme schaut und menschliches Verhalten studiert. Die Verwicklungen spitzen sich zu, das Intrigengeflecht verknotet sich, Nalani riskiert alles und Fergus ist eben Fergus. Das macht viel Spaß den beiden hinterher zu fahren, ein paar Sachen aus Fergus Playlist musste ich googeln, dafür bin ich noch nicht alt genug. 😄

Spannende Zukunfts-Dystopie in der religiöses Geschwurbel auf neue Technologie trifft. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Hab ich gern gelesen.

Klappentext:

Düster, hochspannend – und beklemmend realistisch:
Der Noir-Thriller »Born« spielt in einer nahen Zukunft, in der Europa den Krieg um wesentliche Ressourcen verloren hat.

Deutschland in der nahen Zukunft: Der Große Sandkrieg hat das Land fast unbewohnbar gemacht, die Bevölkerung drängt sich in gigantischen Mega-Citys. Riesige Farmen außerhalb sichern die Versorgung mit dem Nötigsten – oder dem, was die Regierung für nötig hält.
Nalani hält sich als Taxifahrerin in der Mega-City Born über Wasser, stets begleitet von Fergus, ihrem KFZ-Notfall-Hologramm, das sich nicht mehr deaktivieren lässt und so ziemlich alles besser weiß. Ihr Leben gerät gründlich aus den Fugen, als ihr Bruder Tomas sie verzweifelt kontaktiert: Auf den Farmen, die von sogenannten Brüdern und Schwestern nach einem alttestamentarischen Kodex geleitet werden, läuft etwas gründlich schief, und Nalani, die Tag für Tag mit dem übelsten Abschaum zurechtkommen muss, ist seine letzte Rettung …

In ihrem Noir-Thriller »Born« lässt Kris Brynn, die Autorin von »The Shelter – Zukunft ohne Hoffnung« und »Out of Balance«, eine beklemmend realistische Vision der Zukunft entstehen. Die richtige Dosis Action, spritzige Dialoge und viel Atmosphäre machen den Thriller zu einem echten Lese-Highlight.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Knaur TB; 1. Edition (1. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 352 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426526484
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426526484

Termine im Januar

Geimpft, geboostert, genesen, genial drauf und grandios groß auf Kurzgeschichten aus?

Wir wissen, es ist nicht einfach. Wir probieren es trotzdem, euch auch in diesen zeiten aus dem Haus zu locken. Es gilt 2G+ und die Plätze sind begrenzt. Bitte wende dich an den Veranstalter für eine Reservierung.

So, jetzt aber: Seit über zehn Jahren existiert die kabarettistische Lesebühne Get Shorties. Insgesamt acht Autorinnen und Autoren schreiben in wechselnder Besetzung Texte zum Lachen, Schmunzeln und Nachdenken. Immer abwechslungsreich, immer unterhaltsam. Dazu gibt´s Live-Musik vom Rock ’n‘ Roll Diktator.

Leuchtturm Haul

Ich war auf der Webseite von Leuchtturm1917 und wollte eigentlich nur die Buch Box kaufen. (Schade, dass es die nicht in gelb gibt. Und DIN A5 wär auch ein praktisches Format, aber man kann nicht alles haben, gell?) Jedenfalls. Es blieb nicht bei der Buch Box, mein Haul wurde etwas umfangreicher. Den Drehgriffel und Bleistift musste ich auch noch haben, und wenn ich eh grad dran bin, warum nicht noch das Visitenkartenetui und den Reporterblock? Eben, so lohnt es sich wenigstens. Mit der Box kann ich jetzt den Krimskrams auf dem Schreibtisch aufräumen, der Rest kommt in meinen Rucksack. Das ist mein Unterwegs-Equipment.

Und vielleicht kann mir noch irgendwer vernünftig erklären, warum Kisten und Aufbewahrungsboxen so eine Anziehungskraft auf mich haben. In jedem Laden, wo es leere Boxen und Kisten gibt, könnte ich völlig eskalieren. Ich hab wohl mehr Ordnungs-Kisten als Kram zum rein räumen. 🤷‍♀️ Geht‘s dir auch so?

Wie wir töten, wie wir sterben

Martin von Arndt; Politthriller

Spannend erzählter Politthriller, der vierte Fall. Man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, die Fälle sind in sich abgeschlossen. Es hilft zwar für´s Verständnis, es ist aber nicht zwingend notwendig die Vorgänger zu kennen. Ich habe Tage der Nemesis, Rattenlinien und Sojus gelesen, und kann alle drei Bücher herzlich empfehlen. Andreas Eckard hat es mir sehr angetan, ein spannender und ambivalenter Charakter.  

Da ich ein Rückwärtsblätterer bin, weiß ich, dass am Ende ein Glossar kommt mit den wichtigsten Abkürzungen und Erklärungen. Da rein zu schauen finde tatsächlich ich notwendig, fürs Verständnis.

Ich lese selten Krimis oder Thriller, weil es mir oft zu blutrünstig und kompliziert zugeht. Hier verschwimmen zwar auch die Grenzen zwischen Wer-ist-der-Gute? und Wer-ist-der-Böse? Die Antwort liegt wie immer verborgen im allumfassenden Grau. Aber die klare Sprache und der flotte Erzählstil ziehen mich in die Story hinein und halten mich auch da, ohne dass ich mir wie ein Idiot vorkomme, weil ich nicht durchblicke. Die Geschichte entwickelt sich, ich renne den Ermittlern hinterher und stelle meine Vermutungen an.

Vanuzzi und auch Rosenberg kenne ich schon, aus den Vorgänger-Büchern, daher weiß ich ungefähr, (oder meine es zu wissen) wer auf welcher Seite steht und was mich erwartet. Ich folge ihnen also bei ihren Ermittlungen und Beschattungen, ahne wie die Sache zusammenlaufen könnte. Es kommt natürlich anders, aber das ist ja der Reiz: Spannend erzählt, gut recherchiert, klar ausgedrückt. Ich will jetzt nicht behaupten, das sei vergnügliche Lektüre, weil es geht um die Jagd nach einem Kriegsverbrecher und die beiden Ermittler wissen gar nicht in was für eine Intrige sie hinein geraten. Ich habe dann im Hinterkopf: „Könnte tatsächlich so gewesen sein“ oder gar „Das ist so passiert.“ Kriegsverbrechen, Folter und Mord. Ich muss mich dann seelisch-moralisch vorbereiten in diese dunklen Kapitel einzutauchen. Aber wenn ich das mache, dann will ich wissen wie es ausgeht und kann das Buch einfach nicht weg legen. Deshalb: ★★★★★

  • Martin von Arndt
  • Wie wir töten, wie wir sterben
  • Politthriller, 302 Seiten
  • ars vivendi
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3747203293

Klappentext:

Bonn, 1961: Agent Dan Vanuzzi wird vom französischen Auslandsnachrichtendienst angeheuert, zwei in der BRD untergetauchte Mitglieder der algerischen Befreiungsarmee aufzuspüren. Der Algerienkrieg tobt mittlerweile seit sieben Jahren, und den beiden werden Kriegsverbrechen an französischen Soldaten zur Last gelegt. Um sie zu fangen, muss Vanuzzi seine ganze Kraft und Erfahrung aus zwanzig Jahren Geheimdienst aufbieten. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass niemand der ist, der er zu sein scheint. Vanuzzi kontaktiert seinen alten Gefährten Rosenberg, der als Mossad-Agent in der BRD den ehemaligen KZ-Kommandanten Arthur Florstedt aufspüren und nach Israel entführen soll. Rosenberg wird dabei mit seinem eigenen Trauma konfrontiert, der Ermordung seiner Familie im KZ und seinem eigenen Überleben. Vanuzzi und Rosenberg versuchen sich gegenseitig zu helfen und begeben sich in die Abgründe der Geschichte …