Buddenbrooks – Zweiter Versuch

Buddenbrooks – Buch und Hörspiel

Ich werde heute mal wieder über die Autobahn brausen, das bedeutet ich brauche ein neues Hörbuch. Vor vielen, vielen Jahren habe ich versucht „Die Buddenbrooks“ zu lesen. Irgendwo um Seite 100 habe ich aufgegeben. „Thomas Mann und ich werden keine Freunde“, dachte ich betrübt. Dabei fand ich „Tristan“ und auch „Tod in Venedig“ gut. Aber diesen dicken Wälzer hier, obwohl er so hübsch aussieht, denn habe ich beiseite gelegt.

Dann, eine ganze Weile später habe ich in unserer örtlichen Bücherei das Hörspiel zu „Der Zauberberg“ entdeckt und das spontan mitgenommen. Damals entdeckte ich gerade das Medium Hörbuch für mich, ich hatte einige Schwierigkeiten. Alles steht und fällt mit dem Sprecher und der Sprecherin. Wenn die Person, die mir da vorliest, ihre Sache gut macht, DANN ist das plötzlich ein herrliches Vergnügen. David Nathan und Hannelore Hoger, Sandra Hüller und Elke Heidenreich begeistern mich sehr. Aber vor all diesen SprecherInnen hat Harry Rowohlt diese Tür für mich aufgestoßen. Jedenfalls. Hörspiel, ui. Ich erinnerte mich vage an meine Kindheit. Da war was.

Überraschung; mit verschiedenen Stimmen, mit Geräuschen zur Geschichte, bekam ich endlich einen Zugang zu Thomas Mann, zum Zauberberg, und überhaupt. Hörspiele, toll. Voller Zuversicht habe ich also noch die Buddenbrooks als Hörspiel gekauft, in der Hoffnung, dass dieser Trick noch mal funktioniert. Heute Abend geht´s los. Ich freu mich.

Wie stehst du zu Thomas Mann? Was hast du gelesen? Was abgebrochen, hm?

Blick auf Morgen

Diese Woche steht einiges in meinem Kalender:


Heute: Die stille Stunde
Morgen: BvjA-Stammtisch in Tübingen
Samstag: Get Shorties Shreibbude in Stuttgart
Sonntag: Get Shorties Lesebühne in Marbach

Und: es gibt gleich drei neue Bücher im Get Shorties Shop. Bei uns am Büchertisch natürlich signiert, mit allem drum und dran.

Die neuen get shorties Bücher

Aber der Reihe nach. Am Sonntag brauche ich einen neuen Text, das Thema lautet: „Blick auf morgen“. Was würde dir dazu einfallen? Mein Entwurf steht, in groben Zügen auf fünf Seiten. Ich werde heute Abend die „stille Stunde“ nutzen um diesen Entwurf zu überarbeiten und aufzuhübschen. Ich finde das Thema ja schwierig, so ganz aktuell. Der Blick in die Zukunft… uff. Ich dachte dann eher in die Richtung… Erfindungen, die noch fehlen. Wenn es nach mir ginge, ich würde die Mute-Funktion im Netz ja ausweiten. Der Browser wird mit einem Feauture ausgestattet, dass es mir erlaubt auf allen Kanälen, ob eingeloggt oder nicht, alles was mich nervt auszublenden. Stell dir vor, du surfst so durch die Gegend und Heidi Klum muss alles im Dunklen machen, weil ich da nicht hingucke. Keine Informationen gegen meinen Willen mehr. Fänd ich gut. 😉

Wir lesen uns!

Miss Hokusai

Kennst du das? Deine Neugier treibt dich in ganz verschiedene Themengebiete!?

Wenn ich an einem neuen Manuskript arbeite, mache ich die Recherche-Arbeit immer parallel. Die meiste Zeit suche ich nach dem richtigen Ausdruck, nach einem Synonym oder schlicht: Wie zum Geier schreibt man dieses oder jenes Wort? Ich habe also immer mehrere Taps offen: Duden, Woxikon, ein klassisches Wörterbuch: Etymologie und Herkunft. Die letzten Wochen und Monate habe ich wieder in Leotrim verbracht (Save the Date: Band 4 kommt am 16. Januar 2023) und für diese Fortsetzung brauchte ich ein paar bestimmte Begriffe und dank des Internets wurde ich im Japanischen fündig. Ich habe mich aber nicht nur bei der Sprache bedient, sondern auch in der Architektur.

Graphic Novel: Hokusai

So ergibt ein Klick den nächsten und ich falle ganz in die Thematik hinein: Monatelang galt meine Hyperfixation also Japan und co. Ich landete dann relativ schnell bei dem Künstler Hokusai. Ich habe alles inhaliert, was ich finden konnte: Die Graphic Novel „Die Entdeckung von Hokusai“ hat mich sehr begeistert, das ganze wurde durch eine Doku auf YouTube ergänzt und dann entdeckte ich gleich mehrere Spielfilme. Es gibt einen Film aus dem Jahr 2020, ich habe noch nicht raus gefunden, wo man den streamen/kaufen/gucken kann, aber ich bleibe dran. (Hokusai)

Meine Suche führte mich dann zu diesem Film hier: Miss Hokusai (2015) Den kann man bei Amazon streamen und die Geschichte beleuchtet das Leben von Katsushika Ōi, der Tochter von Hokusai. Wenn ich das richtig verstehe, hat Hokusai kräftig an seinem eigenen Mythos gearbeitet und dafür gesorgt, dass es nicht EINE Geschichte über sein Leben gibt, sondern viele. Das heißt nicht, dass die alle wahr sind im Sinne von „genau so gewesen“! Aber es könnte so gewesen sein: Hokusai ist inzwischen ein anerkannter und berühter Künstler. Seine Tochter hat seine Talente geerbt, den Rest erlernt, sie arbeitet ihm zu, doch er erntet die Lorbeeren und sie als Frau… tja. Sie halt nicht. Ob sie genausogut wie er, genauso kreativ und talentiert war wie er… darüber kannst du dir selbst ein Urteil bilden. Vielleicht war es so, vielleicht auch nicht. Seine Sachen sind überliefert, an denen erfreuen wir uns heute noch. Jedenfalls. Es ist ein schöner Film, sehr atmosphärisch. Es zeigt den Künstler, den Mann, den Vater. Aber auch das Leben in Japan um 1814 aus Frauensicht. Ich habe das gern geschaut und möchte es herzlich weiter empfehlen. ★★★★★

Jim Dodge – Fup

Fup. Fup Duck. Fucked up.

Jim Dodge – Fup

Ist das der Inhalt des Buches? Ja. Und Nein. Tiny, der natürlich gar nicht klein ist, landet nach dem Tod seiner Mutter bei seinem Großvater. Granddaddy Jake ist schon weit über 80 Jahre alt und besitzt DAS Rezept für Whisky. Ol´ Death Wisper macht unsterblich – sofern man den Genuß dieser Plörre überlebt. Und diese Zwei finden eine Ente, die nicht fliegen kann. Das ist alles ziemlich fucked up. Am Schluß ergibt das dann eine allgemeingütlige Folklore – ein Lehrstück über das Leben. Und den Tod auch.

Ich weiß nicht mehr, wer mir das Buch empfohlen hat, ich würde mich ja artig bedanken, aber ich erinnere mich nicht, wer mir dieses Buch ans Herz gelegt hat. Vermutlich ist es auch egal, denn es wurde von Harry Rowohlt übersetzt und wenn irgendwo HR draufsteht, dann muss ich es haben. Alte Regel. Dieser Roman wäre also über kurz oder lang eh bei mir gelandet.

Ich glaube, ich muss das Geschichtchen noch mal lesen, beim ersten Druchgang bin ich so durchgehuscht, ich wollte wissen wie es weiter geht, wie das ausgeht mit Tinys Zäunen, mit der Jagd auf das Wildschwein, und die Aufzucht von Fup. Vielleicht muss ich es auch noch als Hörbuch kaufen, auch wenn ich den ollen Harry-Bär beim Lesen brummeln und maucheln höre. Besser, ich lasse mir noch mal Zeit, genieße das alles, wie ein Glas Whisky. Schön auf der Zunge hin und her schieben, jedes Wort, jede Nuance. Es sind ja immer die Details. Und die Details finde ich sehr großartig.

Tiny und Jake sind sehr unterschiedlich, aber in jeder Handlung, in jedem Satz wird die Zuneigung deutlich: Man muss den jeweils anderen nicht zusammen klopfen, bis er irgendwo rein passt. Die beiden passen nirgends hin, vermutlich fügt sich Fup deshalb so gut in diesen Haushalt ein. Der eine ist klein und ein bisschen grattlig und der andere ist groß und ganz zart und wenn man ein Enten-Ei findet, dann rettet man das, ganz klar.

Ich schenk mir noch mal ein. Willst du auch ein Gläschen Ol´ Death Wisper? Das bringt die Pumpe in Schwung.

  • Jim Dodge – Fup
  • Roman, Pieper Verlag
  • Illustrationen: Atak
  • Übersetzung: Harry Rowohlt
  • 128 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492044929

Da kannst du was erzählen!

Ich war mit der buckligen Verwandtschaft auf Schloß Weitenburg um meinen Geburtstag zu feiern. Wer Geschwister hat, der kennt´s. Da herrschen gewachsene Strukturen, die sind unveränderlich, egal wie alt man wird. Brudi 1 ist der Anführer. Der sagt wo es lang geht. Brudi 2, das Sandwich-Kind hat es besonders schwer und lechzt nach Aufmerksamkeit. Ich, das Nesthäkchen, bin es gewohnt umsorgt zu werden. Sachen, die sich oben im Regal befinden, werden mir herunter gereicht, überhaupt werden mir oft Dinge gereicht. In der Eisdiele taucht immer, wie durch Zauberhand, eine Waffel mit meinen Lieblingssorten auf. Ich kann mich nicht erinnern, je ein Eis selber bezahlt zu haben. Aber ich schweife ab. 

Schloss Weitenburg ist oben. Das Neckartal ist unten. Völlig logisch, dass man diese Höhendifferenz zu Fuß überwinden muss. Zuhause rennen wir auf den Berg rauf, dann wieder runter. Die Prim ist wenig spektakulär. Hier rennen wir den Berg runter, dann wieder rauf, das Neckartal ist von oben schöner. Das hab ich als Klugscheißer der Familie schon vorher gewusst.

Brudi 1 befragt seine Freunde von Google, die sagen „Da lang“ und der Brudi 1 sagt „Hier ist ein Weg“ und wir schlagen uns durch. Dornengestrüpp, Brennnesseln, Wildschweine, freilaufende Golfer, uns schreckt nichts ab. Wir maulen nur mäßig, jedenfalls Bergab. Rauf sieht die Sache anders aus. Brudi 1 wird zum Schofseggel, für mich wird eine Trage gebaut, ich bin schon ganz verschwitzt und ermattet. Brudi 2 singt und erzählt Witze um die Truppenmoral aufrechtzuerhalten. Das war schon immer so, das bleibt. 

Mit Brudi 1 kommt man zu spät. Nein, wir haben uns nicht verlaufen, das war ein Abenteuer, das war Absicht. Wenn man zu seinem eigenen Fest zu spät kommt, kriegt man auch richtig viel Aufmerksamkeit, wenn man dann doch endlich auftaucht. Die Kratzer im Gesicht, die zerrissene Hose, die ausgekugelte Schulter – diese Lappalien waren das super Foto doch allemal wert. 

„Da kannst du was erzählen“, sagt Brudi 1. Ah ja, so bin ich also Schriftstellerin geworden. Es ist ein Wochenende voller Erkenntnisse. 

Schließlich sitzen wir dann doch endlich im Restaurant, zur „Tea Time“ wie ich es mir gewünscht habe. Sandwiches, Scones, Eclairs und Kuchen. Wir essen alles ratzeputz auf. Zahlt isch zahlt, gell. Es ist kaum peinlich, die Bedienung schaut nicht mal in ihrem Auftragsbuch nach unserem Namen um uns auf eine schwarze Liste zu setzen:

„Diese Sauplagen, nie wieder!“ Wir lassen tatsächlich nach. Ist wohl das Alter. Schlümm. 

In einem Monat feiern wir den nächsten runden Geburtstag. Das wird bestimmt toll. Dochdoch. 

Termine im September

Unsere Termine im September

Lesungen: 

  • Marbach a. N. – Sonntag, 25. September 2022
  • Open-Air – In Kooperation mit dem Kulturamt Marbach

  • Ebersbach – Dienstag, 27. September 2022
  • 19 Uhr
  • Musikschule, Fritz-Kauffmann-Straße 4, 73061 Ebersbach 
  • Eine Veranstaltung von „Bücher tun Gutes“

Schreibbuden: 

  • Sonntag, 11. September 2022
  • 13.30 bis 16.30 Uhr
  • Vor der Staatsgalerie Stuttgart

  • Samstag, 24. September 2022
  • Im Rahmen des Familientages der Stadtbibliothek Stuttgart 
  • 11-17 Uhr

Mehr Infos unter: www.getshorties.de / Instagram / Facebook

Lese-Monat August

Mein Lese-Monat August

Das war mein Lese-Monat. Ich habe ja schon ein paar der Bücher rezensiert. Ich würde gern noch was zu „Quiet Girl“ schreiben, aber dafür brauche ich mehr Zeit. Nur soviel: Ich fühle mich gesehen, verstanden.


Das Reportagen-Heft wäre soweit in Ordnung, rein inhaltlich. Aber das Layout der Zeitschrift ist so schlimm, dass es mir nicht möglich ist, dass bequem und mit Genuss zu lesen. Meine Legasthenie kickt da voll rein. Ich muss alles über und unter meiner aktuellen Lese-Zeile mit einem Blatt Papier abdecken, damit ich überhaupt lesen kann, was da steht. Ansonsten sehe ich da nur hüpfenden Buchstabensalat, das ist anstrengend und sehr, sehr unschön. Schade, wir werden keine Freunde. 

  • Hanns-Josef Ortheil – Schreiben über mich selbst ⭐️⭐️⭐️ [Link: Rezension]
  • Dr. Anne Fleck – Energy! ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Michael Morpurgo – Der Leuchtturmwärter und ich ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ [Link: Rezension]
  • Charlotte Blum – Das Fräulein vom Amt (eBook) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ [Link: Rezension]
  • Alexandra Stross – Natürliche Darmsanierung ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Debbie Tung – Quiet Girl ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Reportagen 62/2022 
  • QWERTZ 2/2022

Was hast du gelesen? Erzähl´s der Caro. 🙂

Das Fräulein vom Amt

Buchcover: Das Fräulein vom Amt

Ich lese selten Krimis und Thriller, weil ich es wenig unterhaltsam finde, wenn ein Täter sein Opfer jagt, blutrünstig ermordet und am Schluß ausweidet. In solchen Fällen reicht der Mord allein ja nicht aus, nein der Täter muss dem Opfer noch ein Schleifchen in seinen Darm binden und anschließend das Ohr abschneiden, um es zu panieren und sich schließlich zusammen mit einem Gläschen Rotwein einzuverleiben. Bäh bäh bäh. Selten bedeutet, hin und wieder versuche ich es dann doch. Wenn der Klappentext spannend klingt, ohne dass ich Alpträume davon kriege.

„Das Fräulein vom Amt“ ist so ein seltener Fall. Das Setting ist das Baden-Baden von 1922. Ich war erst kürzlich in dieser wunderschönen Stadt, erklomm auch den Michaelsberg und war ganz hingerissen von der Aussicht. Beim Lesen dachte ich also dauernd: „Da war ich schon!“ Jedenfalls. Eine Frau wird ermordet, die Polizei hält die Dame für eine Prostituierte und ermittelt nur mit mäßigem Interesse. Alma Täuber, das Fräulein vom Amt, hört bei ihrer Arbeit ein Gespräch mit, dass sie stutzen lässt: Hängt der Mord mit dieser schnarrenden Stimme zusammen?

Die Worte des Mannes lassen sie nicht mehr los, zudem meint Alma die Ermordete zu kennen. Sie beginnt eigenmächtig zu ermitteln, sie will etwas tun. Und ich begleite Alma überall hin: Zur Polizei, die sich für ihre Aussage nicht interessiert, zur Arbeit, nach Hause.

Alma lebt mit ihrer besten Freundin Emmi in einer kleinen Dachkammer, immer argwöhnisch beäugt von der Witwe Meier. Die Frauen gleichen sich aus, während Alma ruhig und besonnen ist, wirbelt Emmi lebensfroh durch die Gegend. Ich mochte diesen Kontrast, beide Frauen sind mir sehr sympatisch. Alma lässt dieser Mord keine Ruhe, sie ist auch in ihrem Ehrgeiz angefixt, sich selbst als Sherlock Holmes zu versuchen. Die Polizei verdient sicher keine Lorbeeren mit ihren Bemühungen.

Charlotte Blum hat mich schon auf der ersten Seite in ihrem Bann gezogen, es war spannend und atmosphärisch, eine gute Mischung. Alma wendet sich an Ludwig Schiller, einen Kriminalkommisarsanwärter, der einzige bei der Polizei, der ihren Aussagen Glauben schenkt. Almas Magen macht in seiner Gegenwart immer so einen kleinen Hüpfer. Das ist auch sehr süß. Es geschieht noch ein weiterer Mord, es ist kompliziert mit mehreren Wenunden, wer kann denn ahnen, dass.. also ich nicht. 😉 Alma begibt sich tief in die Unterwelt und lässt nicht locker.

Im Januar erscheint Band 2 der Reihe „Alma Täuber ermittelt“ und ich hab das Buch schon vorbestellt. So lasse ich mich sehr gerne unterhalten. ★★★★★

  • Das Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
  • Band 1 – Alma Täuber ermittelt
  • Charlotte Blum
  • Fischer Scherz
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3651001114

Der Leuchtturmwärter und ich

Cover: Der Leuchtturmwärter und ich

Ein Leuchtturm, ein bruttliger Wärter und ein verletzter Puffin – dieses Buch hat meiner Meinung nach alles, was eine schöne Geschichte braucht. Steffi, von „Nur Lesen ist schöner“ hat dieses Büchlein in ihrem Blog vorgestellt und eigentlich hatte sie mich schon am Haken, als das Wörtchen „Leuchtturm“ fiel. Denn, wenn ein Leuchtturm auf einem Buch drauf oder drin ist, dann muss ich es haben. Alte Regel. 

Titelseite: Der Leuchtturmwärter und ich

Nun ist dieses hier obendrein noch ganz zauberhaft illustriert, mein kleines Leuchtturmwärterinnen-Herzle ist sehr zufrieden. Als ich nach dem Buch bzw dem Auto suchte, stellte ich erstaunt fest, dass Werke wie „Gefährten“ aus seiner Feder stammen und ich damit vertraut bin. Das bedeutet, ich kenne und schätze den Autor schon lange, ohne es zu wissen. Das muss man auch erst mal hinkriegen. 😉 Ich habe überprüft, was ich schon gesehen und/oder gelesen habe, und nach dieser kleinen Recherche musste „Elefantenwinter“ auch noch auf meine Lese-Liste. Ganz klar. 

Inhalt:

Ein kleiner Junge erleidet mit seiner Mutter Schiffbruch. Direkt vor den Scilly-Inseln. Benjamin Postlethwaite, der Leuchtturmwärter wagt sich mit einem kleinen Boot hinaus und rettet 30 Männern, Frauen und Kindern das Leben. Der Junge erzählt seine Lebensgeschichte, er beginnt mit diesem Ereignis, im Präsenz, schnörkellos und schlicht. Nachdem er diese prägende Nacht überlebt hat, muss er immer wieder an den Leuchtturmwärter auf Puffin Island. Egal, wo es ihn hin verschlägt – er befindet sich im übertragenen Sinn immer noch auf hoher See, wird immer noch von den Wellen hin und her geworfen und sehnt sich nach der Ruhe und Geborgenheit zurück, die er im Leuchtturm von Benjamin Postlethwaite gefunden hat. Seine Briefe bleiben unbeantwortet, seine Gedanken wandern immer wieder zu Benjamin. Viele Jahre später kehrt er zurück und dann braucht ein anders, armes Geschöpf Hilfe und Obhut. Ein Papageientaucher hat sich das Füßchen gebrochen. Ben und der Junge, der inzwischen erwachsen ist, pflegen ihn gesund. Die drei helfen sich gegenseitig, der kleine Puffin will fliegen, Ben will Gesellschaft und der Junge, will Künstler werden. Das Leben tost, die Wellen schlagen hoch, das ist alles gar nicht so einfach. 

Puffin mit gebrochenem Fuß

„Der Leuchtturmwärter und ich“ ist eine zeitlose Geschichte, die zum mehrfachen wieder-lesen einläd, weil die emotionale Wahrheit darin ganz einfach ist: Wir brauchen alle hin und wieder einen Ort, wo wir ausruhen und gesunden können. ★★★★★

  • Michael Morpurgo
  • Der Leuchtturmwärter und ich
  • Illustriert von Benji Davies
  • Aus dem Englischen von Hennig Ahrens
  • Magellan
  • 120 Seiten
  • Ab 8 Jahren
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734841095

Doppelseite aus dem Buch. Ben, der Junge und der verletzte Papageientaucher