Hamburg Impressionen #1

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.

Ich saß im Zug Richtung Heimat. Wie immer im öffentlichen Raum war mir alles zu laut. Mein Blickwinkel ist da oft auf die negativen Dinge fixiert. Der Typ, der stundenlang und laut telefoniert. Der andere Typ der ohne Kopfhörer ein Video nach dem anderen schaut und den ganzen Wagon daran teilhaben lässt und auf die Bitten, sein Handy leiser zu stellen, nicht reagiert. Ich höre also, dass der Typ im Sekundentakt WhatsApp-Nachrichten bekommt – wim wim wim – er hat die Tastentöne eingestellt, er witscht durch TikTok, er nervt mich. Dazu das Gerumpel des Zuges, die allgemeinen Gespräche als Hintergrundrauschen und die ständigen Durchsagen der Deutschen Bahn. Es dauert also nicht lange, da habe ich Kopfweh, bin völlig reizüberflutet, müde und mordlüstig. In dieser Stimmung schiele ich nach links, da sitzen zwei Jungs und eine alte Dame in einer Vierergruppe mit Tisch. Die Jungs schätze ich auf 16 oder 17, ihren Gesprächen nach sind sie definitiv noch Schüler. Beide haben weite Jeans an, ich kann ihre Knöchel sehen, sie tragen eine Bauchtasche schräg über der Brust wie eine Schärpe, als hätten sie einen Schönheitswettbewerb gewonnen. Die Gesichter sind glatt und arglos, wie man eben aussieht, wenn man erst 17 ist. Die Frisuren sind auch ganz ähnlich. Seitlich rasiert, über der Stirn ein gelocktes Geraffel, das ganz knapp in die Augen hängt.

Die alte Dame hat ganz weißes Haar, ein Pilzkopf, aber noch kräftig und dick. Sie ist zart geschminkt, hält ihre Handtasche auf dem Schoß fest und wirkt aufgeregt. Ich höre also mit. Die Dame, gerüscht und geblümt, fragt die Jungs wo sie hinfahren. Heim, sie haben Freunde besucht. Und die alte Dame? Ich schätze sie auf 65, vielleicht auch schon 70. Wo war sie, wo will sie hin? Und da wird es interessant, ich blende all die nervigen Dinge plötzlich aus. Sie hat ein Date. Sie trifft Otto in H. Sie haben sich schon ein paar mal getroffen, sie meint, das könnte was werden, sie ist schon eine Weile Witwe, in ihrem Alter, da ist das alles nicht mehr so leicht, aber Alleinsein ist auch nicht leicht, doch der Otto, der macht ihr ein warmes Gefühl in der Brust. Das ist schön.

Die Jungs fragen ganz interessiert, sie fragen empathisch und offen und ich wundere mich nur kurz, dass sich die Jugend für das Liebesleben einer alten Frau interessiert. Aber die Aufregung und die Schmetterlinge im Bauch, das ist ganz ähnlich. Ob 17 oder 70 – das ist doch ganz egal. Jonas erzählt von Ariane, vom ersten Treffen und wie das war. Aufregung und Zweifel: Mag sie mich? Also richtig? Da drüben am Tisch, wo sich die drei gegenübersitzen wird viel gelacht. Ich hab meine Kopfhörer nicht auf, ich schließe die Augen und höre heimlich zu. Ich habe den Eindruck, ich bin nicht die Einzige.

Die alte Dame ist aufgeregt, sie schaut auf die Uhr, noch 6 Minuten, aber wir haben Verspätung. Die Jungs versichern ihr: „Der Otto wartet, ganz bestimmt.“

Es kommt eine weitere Durchsage, wir erreichen demnächst den Bahnhof H, Ausstieg in Fahrtrichtung links. Die Dame säufzt. Hier wurden Informationen ausgetauscht, die man zwei fremden Teenagern mit Leichtigkeit erzählen kann. Vielleicht geht das bei einer guten Freundin nicht, die hat zu viele Bedenken und gut gemeinte Ratschläge und Warungen; „Pass bloß auf.“ Manchmal ist zu viel Lebenserfahrung auch Fehl am Platz. Da braucht es einen frischen, neugierigen Blick. Könnte ja gut werden.

Auf dem Bahnsteig steht ein Herr, ebenfalls mit schlohweißem Haar. Das blaue Hemd, das er trägt hat diesen verräterischen Streifen auf Bauchhöhe. Das hing heute morgen noch auf der Leine, es ist nicht gebügelt. Aber er trägt eine Fliege und schaut dem Zug so erwartungsvoll entgegen, als wäre es das erste Mal. Wirklich, das allererste Mal.

Die Dame verabschiedet sich von den Jungs, eilt zum Ausgang. Sie trägt blitzblanke, weiße Gesundheitsschuhe mit flachem Absatz. Sie ist flott unterwegs. Fast leichtfüßig.

Die zwei sehen ihr nach, lugen dann durchs Fenster zu ihm hin und stellen freudig fest:

„Oha, er hat Blumen dabei, siehst du das?“

Ich sehe es, andere auch. Der eine steht auf, der andere kniet sogar auf dem Sitz und lehnt mit Armen und Stirn gegen das Fenster. Auf dem Bahnsteig umarmen sich zwei, so türmisch, dass der Blumenstrauß ein paar Blütenblätter verliert. Da wird heftig und innig umarmt und lang.

„Sie mag ihn wirklich“, sagt Jonas. Die Jungs buffen sich gegenseitig gegen den Oberarm, als hätten sie die zwei persönlich verkuppelt und freuten sich jetzt über ihren Erfolg.

Der Zug fährt wieder an. Die Frau lässt Otto kurz los und winkt den Jungs. Die heben beide Daumen. Otto weiß zwar nicht, worum es geht, aber er strahlt und winkt auch.

Die Jungs setzen sich wieder hin, auf dem Bahnsteig wird weiter umarmt und ich setze meine Noise-Cancelling-Kopfhörer wieder auf. Lächelnd. Ich bin froh, dass ich das nicht verpasst habe.

Photo by Daniel Frese on Pexels.com

* Die Namen wurden von der Redaktion geändert. 🙂

Schreiben dicht am Leben

Rezension:

Ich konnte inzwischen das dazugehörige Notizbuch – gebraucht – kaufen und habe somit die Reihe voll. Das bedeutet, ich kann nun all meine Schreibübungen ins Duden Blank Book hineinschreiben, alles hübsch ordentlich und am richtigen Platz. Mein innerer Monk ist sehr zufrieden. Jedenfalls.

Aus dieser Schreibratgeber-Reihe gefällt mir „Schreiben dicht am Leben“ bisher am besten, das spricht mich am meisten an. 19 verschiedene Übungen laden zum Schreiben ein und dieses Mal gefallen mir durchweg auch alle Impulse. Das ist nicht oft so. Üblicherweise picke ich mir ein paar Aufgaben heraus und lasse alles andere links liegen. Jede Übung greift einen Aspekt auf, wie man die Welt betrachten und in Worte fassen könnte. Das geht über den üblichen Tipp „Setze dich in die Fußgängerzone und beobachte Leute“ hinaus. Diese Schreibanregung ist ja nicht neu und findet sich in vielen Ratgebern.

Wie schon in den anderen Büchern der Reihe sind alle Schreibanregungen mit Text-Beispielen untermalt, meine Wunschliste ist schon wieder um 4 weitere Bücher angewachsen, weil mir die Beispiele so gut gefallen haben. Ich habe gestaunt und gedacht: „Was man alles machen kann. Toll.“ Wenn ich also mit meinem Notizbuch in der Fußgängerzone sitze, kann ich alles ganz minimalistisch einfangen, Dialoge mithören, überspitzt darstellen oder ganz anders, den Blick nach innen richten: „Wie geht es mir hier eigentlich?“

Es hindert mich ja keiner daran, mir ein paar Anregungen auszuwählen und miteinander zu vermischen. Ich finde es aber gut, dass hier im Buch die Übungen getrennt voneinander dargestellt sind mit dem Augenmerk auf einer einzige Sache. Ich würde es als „Sehen lernen“ zusammen fassen. Es geht ums beobachten, erfassen und komprimieren: Das Gesehene/Gefühlte in Worte zu fassen. Und da gibt es wirklich sehr viele Möglichkeiten. Ich habe herzlich gerne alles ausprobiert und damit gespielt und auch noch ein paar neue Dinge für mich mitgenommen. Dieser Ratgeber ist, meiner Meinung nach fürs kreative Schreiben, also für SchriftstellerInnen geeignet, Anfänger wie Fortgeschrittene, aber genauso fürs Tagebuchschreiben, für den ganz persönlichen, eigenen Gebrauch. Eine Universalanleitung, quasi.

  • Schreiben dicht am Leben ★★★★★
  • DUDEN – Kreatives Schreiben
  • Hanns-Josef Ortheil

Van Gogh – Sämtliche Gemälde

Van Gogh / Sämtliche Gemälde / Taschen Verlag

Die Gemälde von Van Gogh machen irgendetwas mit mir. Die Strichführung, die Farben, die Motive. Das berührt mich. Das kann ich nicht rational erklären, es ist wohl auch nicht nötig, man muss nicht alles ergründen. Ich habe jetzt mehrere Wochen mit diesem Wälzer verbracht. Van Gogh auf über 744 Seiten. Ich bin mit Neugier, aber ohne große Erwartungen eingestiegen, einfach mit dem Bedürnis etwas mehr über Vincent van Gogh zu erfahren. Nun weiß ich, dass er etwa 870 Bilder gemalt hat und ich staune über diese Zahl. Mit welcher Arbeitswut muss man sich in seine Kunst stürzen um das in wenigen Jahren zu schaffen? Ich fand das Buch sehr spannend, auch wenn der Begriff vielleicht nicht ganz richtig ist. Ich versuche es zu erklären:

Die beiden Autoren, Ingo F. Walther und Rainer Metzger haben hier das Leben von Van Gogh mit der Entstehung seiner Kunstwerke verwoben. Also was er wann und wo gemalt und gezeichnet hat und auch warum. Mit Erklärungen zu seinem Werdegang und seiner künstlerischen Entwicklung. Alle seine Werke haben Symbolkraft, das war von Van Gogh so gewollt und in seinen Briefen an den Bruder oder andere Künstler auch erklärt. Und das meine ich mit spannend: ich fand es total interessant, wie er an seine Arbeit herangegangen ist. Wenn er meinte, er müsste Gesichter und Kopfstudien machen um besser zu werden, dann hat sich Van Gogh vorgenommen 50 Bilder zu malen. Und dann hat er genau das getan. Konsequent, fast wahnhaft. Ich bewundere diese Arbeitseinstellung – und die Bilder natürlich. Das Buch habe ich inzwischen ausgelesen, aber ich will es noch nicht ins Regal räumen. Ich blättere immer noch vor und zurück und schaue mir die Bilder an. Damit kann man viel Zeit verbringen und immer noch etwas entdecken. Auch das finde ich spannend.

Die Kombination aus Kunstkatalog, Biografie und Auszüge aus den vielen, vielen Briefen, die Vincent Van Gogh sein Leben lang geschrieben hat, macht diese Lektüre richtig lebendig. Herzliche Empfehlung. ★★★★★

Ich habe inzwischen einige Dinge über Van Gogh gelesen und tolle Verfilmungen gesehen, die Meinungen gehen da ausseinander, ob es Selbstmord war, oder ob Van Gogh angeschossen wurde und die Täter mit seinem Schweigen schützte. Ich maße mir da kein Urteil an. Hier im Buch wird sein Ende als Selbstmord dargestellt und mit seinem „Abschiedsbrief“ an den Bruder belegt. Wie sein Leben wohl verlaufen wäre, wenn seine Sterne etwas gütiger auf ihn herabgeblickt hätten?

Diesen Monat fahre ich noch nach Hambrug und sehe mir, unter anderem die Ausstelung „Van Gogh alive“ an und bin sehr gespannt.

  • Van Gogh. Sämtliche Gemälde
  • Ingo F. Walther, Rainer Metzger
  • Herausgeber: ‎ TASCHEN
  • Gebundene Ausgabe: ‎ 744 Seiten
  • ISBN-10: ‎ 9783836557122
  • ISBN-13 : ‎ 978-3836557122

Bester Van Gogh Film, also meiner Meinung nach:

Und meine Lieblingsversion von „Starry Starry Night“:

Termine im Mai

Carolin Hafen auf der get shorties Lesebühne

Nach dem tollen Auftakt in Böblingen letzten Monat freue ich mich auf neue Termine. Das hat so gut getan endlich wieder mal auf eine Bühne zu dürfen, mit einem Publikum, das genauso begeistert bei der Sache war wie wir. Der gute Ingo hat uns den Kalender mit Lesungen und Schreibbuden gefüllt, wir wollen dieses Jahr auch einen neuen Shorties-Band herausbringen, es stehen großartige Dinge an.

13. Mai – Lesung im Merlin Kulturzentrum, Stuttgart / 20 Uhr

14. Mai – Schreibbude in Ebersbach / 10 bis 13 Uhr

15. Mai – Schreibbude in Stuttgart, vor der Staatsgalerie / 13.30 bis 16.30 Uhr

22. Mai – Schreibbude in Öhringen / In der Altstadt / 13 bis 16 Uhr

get shorties Schreibbude Plakat
get shorties Schreibbude Plakat

Mehr Infos unter www.getshorties.de

Mein Lese-Monat April

Lese-Monat April: Schreibratgeber, Der dunkle Turm, Horst Evers und der Hobbit

  • Hanns-Josef Ortheil – Schreiben dicht am Leben ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Horst Evers – Wer alles weiß, hat keine Ahnung (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • J. R. R. Tolkien – Der Hobbit (Hörbuch gelesen von Gert Heidenreich) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Schwarz (Der dunkle Turm Band 1) Hörbuch gelesen von Vittorio Alfieri ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich war die letzten Wochen so mit dem neuen Manuskript beschäftigt, dass ich kaum zum Lesen gekommen bin. Daher sind in meiner Liste eigentlich nur Hörbücher, die ich auf der Autobahn konsumiert habe. Ich hoffe, ich komme diese Woche noch dazu im Blog jeweils eine vernünftige Rezension zu schreiben. Den Schreibratgeber möchte ich herzlich empfehlen und „Schwarz“ habe ich in einer überarbeiteten, erweiterten Fassung gehört. Ich las den Roman vor… puh 15 Jahren? Vielleicht ist es sogar länger her. Dennoch glaube ich, dass die Überarbeitung dem Buch gut getan hat. Ich hatte die Story unter „experimentell“ abgespeichert und dachte damals: „Krass, der gute Herr King hat selber keine Ahnung wo das hinführt. Spannend. Dass er das so schreibt und dass ein Verlag dieses Experiment mitmacht. Da bleibe ich dran.“

Mache ich tatsächlich, ich trete die Reise mit Roland noch mal an – in der Hörbuch-Fassung. Yay.

Was hast du gelesen, hm?

Crime Scene Investigation

Es gibt eine neue Staffel von CSI: Vegas

Ich weiß gar nicht wie das gezählt wird. Staffel 1 ganz neu oder Staffel 16 von CSI: Vegas 

CSI

So oder so, ich fangirle wie verrückt, ich muss das sehen als Fan der ersten Stunde. Daher dachte ich, es ist ja schon eine ganze Weile her, ich fange noch mal ganz von vorne an, bevor ich die neuen Folgen schaue. Inzwischen bin ich bei Staffel 9 angekommen und staune. Die Serie lief im Fernsehen, 2000 irgendwas. Jahrelang. Ich habe damals noch jede Woche eine Folge gesehen, mit Werbung und RTL ausgeliefert – auf Gedeih und Verderb. Irgendwo bei Staffel 9 oder 10 haben die Planer den bekifften Praktikanten ran gelassen: Eine Woche lief eine neue Folge, die nächste Woche eine alte Folge, manchmal beides, an einem Abend, dann war Sommerloch von Mai bist Oktober, dann kam irgendein anderer Unsinn und meinereiner, als Serienjunkie und Möchtegern-Monk ist fast ausgeflippt. Ich muss das doch, in der richtigen Reihenfolge und am Stück gucken. Jedenfalls. Ich kann ganze Dialoge mitsprechen. Bei manchen Szenen weiß ich genau, welcher Song gleich im Hintergrund läuft. Und die Liebesgeschichte von Gil und Sara hat mich nachhaltig geprägt. Ich habe jetzt also großen Spaß daran, die Serie noch mal zu gucken, und wenns mir einfällt, dann auch 5 Folgen am Stück. Leider kann man die nirgends streamen, deshalb muss ich so vorsintflutliche Dinge tun wie DVD kaufen. Aber irgendwas ist ja immer.

Welches ist deine Lieblings-Serie – im Sinne von All-Time-Favorite? Hm?

Übersicht: DVD Boxen Crime Scene Investigartion Las Vegas

Termine im April

Carolin Hafen im Blauen Haus in Böblingen

Wir dürfen´s und wir tun´s. Lesen. Yay. Es gelten die üblichen Spielregeln.

Die get shorties Lesebühne ist endlich mal wieder in Böblingen, im Blauen Haus zu Gast.

09. April 2022 / 20 Uhr

Schreibbude

Der gute Ingo hat uns auch neue Schreibbuden-Termine organisiert. Wir hauen diesen Sommer wieder in die Tasten. Ich freu mich!

Ebersbach: Supermarkt-Schreibbude

Samstag, 14. Mai 2022 im REWE Markt, Hauptstraße 83
10-13 Uhr

Öhringen: Messe-Schreibbude

Samstag, 22. Mai 2022 in der Altstadt
13-16 Uhr

Eppingen: Schreibbude

Samstag, 30. Juli 2022

12-15 Uhr

Staatsgalerie Stuttgart: Schreibbude

 Sonntag, 15. Mai  
 Sonntag, 12. Juni
 Sonntag, 10. Juli
 Sonntag, 14. August
 Sonntag, 11. September

Immer von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Stadtbibliothek Stuttgart: Schreibbude

Samstag, 24. September 2022 im Rahmen des Familientages der Stadtbibliothek Stuttgart 

11-17 Uhr

Lese-Monat März

Mein Lese-Monat März

Stephen King – Brennen muss Salem (Hörbuch gelesen von Jürgen Kluckert) ⭐️⭐️⭐️

Das Buch gehört definitiv nicht in meine Favoriten-Liste. Die Story ist nicht schlecht, aber mir war es teilweise zu langatmig, und dieses Mal hatte ich auch Schwierigkeiten die Figuren auseinander zu halten. Auf der einen Seite gab es also (zu) lange Passagen, warum Barlow kein Vampir sein kann bzw. es keine gibt, wir sind hier ja alles ganz vernünftige, rationale Menschen, jaja. Und auf der anderen Seite waren mir die Charaktere nicht genug ausgearbeitet. Und Jürgen Kluckert und ich werden keine Freunde.

Diana Hillebrand – Heute schon geschrieben? Band 6 (eBook) ⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich mag die Reihe und werde auch gleich mit Band 7 weiter machen. Aber ich habe inzwischen schon einige Schreibratgeber gelesen, deshalb war bei Band 6 – für mich – nichts Neues dabei.

Christine Spindler – Mein Ideengarten (eBook) ⭐️⭐️⭐️⭐️

Hübsche Idee, ich habe mir auch ein paar Notizen gemacht, aber bis jetzt hat die Idee allein mich noch nicht in die Handlung gebracht. Ich weiß noch nicht, ob ich die Methode ausprobiere, auch wenn sie mich (in der Theorie) anspricht.

Svenja Hold – ADHS bei Erwachsenen (eBook) ⭐️⭐️⭐️

Das Buch ist ADHS-freundlich geschrieben, das liest sich ratzfatz weg, bleibt meiner Meinung nach aber theamtisch an der Oberfläche. Ich finde es ist ein guter Einstieg, viel mehr aber auch nicht. Die Tipps sind ganz nett. Wenn man sich aber mit Achtsamkeit beschäftigt, dann sind die auch nicht neu. Es gibt noch ein paar weiterführende Links, die ich mir noch anschauen werde. Dieser 5-Wochen-Plan ist putzig, den habe ich in einer halben Stunde gelesen und gedacht, jaja, süß. Als wenn ich mit ADHS fünf Wochen an dem Büchlein dran bleiben würde… Manches davon habe ich schon ausprobiert, manches mache ich tatsächlich. Zumindest manchmal. Dieses Buch ist das erste, dass ich zu dieser Thematik gelesen habe, aber es bleibt wohl nicht das letzte. Aus Gründen.

Stephan Porombka – Schreiben unter Strom ⭐️⭐️⭐️⭐️

Diesen Schreibratgeber aus der Reihe „DUDEN – Kreatives Schreiben“ habe ich schon an anderer Stelle rezensiert: HIER Ich mag die Reihe sehr, ich bleibe dran. Im Moment bin ich mit „Schreiben dicht am Leben“ beschäftigt. Später mehr.

Bill Watterson – Calvin und Hobbes Band 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Hach. Die Zwei. ❤

J. K. Rowling – Harry Potter und das verwunschene Kind ⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich habe das Screenplay endlich gelesen, weil ich besitze nämlich Karten für das Theater in Hamburg, und da will ich ja vorher wissen, was auf mich zu kommt. Natürlich ist so ein Theater zeitlich und örtlich begrenzt, die Geschichte muss quasi in vier Stunden (und an zwei Abenden) erzählt sein, daher ist das schon Recht, alles. Aber nicht ansatzweise so raffiniert und komplex wie die Bücher. Das geht ja auch gar nicht, is klar. Ich habe die Geschichte gern gelesen und bin nun sehr gespannt, WIE diese ganze Geschichte umgesetzt wird. Auf der Bühne. Das wird aufregend und ich freu mich drauf.

Shirley Jackson – Spuk in Hill House (Hörbuch gelesen von Richard Barenberg) ⭐️⭐️⭐️

Uff, naja. Wenn ich bei einem Buch daneben greife, maule ich nicht, ich sage folgenden Satz: „Ich bin nicht in der Zielgruppe.“ Andere finden das sicher gruselig. Ich fand’s langweilig.Vermutlich war das 1959 bahnbrechend und herausragend. Aber jetzt kann ich nur müde mit den Schultern zucken. Von den 7 Figuren gingen mir 5 auf die Nerven.

Harry Potter und das verwunschene Kind

Harry Potter und das verwunschene Kind
  • Currently Reading:
  • Harry Potter und das verwunschene Kind
  • Bühnenfassung
  • J. K. Rowling, John Tiffany und Jack Thorne
  • Carlsen Verlag

Ich habe Karten für das Theaterstück in Hamburg. Die Karten habe ich schon seit zwei Jahren, das Buch auch. Aus Gründen, du weißt ja bescheid, war ich nicht in Hamburg. Ich will nichts verschreien, ich bin da inzwischen vorsichtig und ebenfalls aus Gründen plane ich nicht mal mehr eine Woche voraus, aber… Jahahah! Aber. Ich bin gerne vorbereitet. Sollte es dieses Jahr doch noch was werden, also gehen wir das durch: Sollte es klappen, dass ich das Haus verlasse und sogar das Ortsschild hinter mir lasse, mit dem Zug nach Hamburg brause und dann noch das Theater anschauen kann, ja dann würde ich gern sagen: „Das war im Buch ja ganz anders.“ – Gut, das klappt dieses Mal nicht, weil die Darsteller GENAU das machen, was im Buch steht, aber es geht ums Prinzip. 😉

Ich habe gestern meine Nase ins Buch gesteckt, und gleich mal 100 Seiten weg gelesen. Und wenn ich nicht so strunzdoofe Dinge wie Nachtschlaf nötig hätte, dann wäre ich inzwischen wohl durch mit dem Buch. Und so eine Bühnenfassung zu lesen, das ist ideal für Leute wie mich. Das heißt, mein ADHS-Hirn erzeugt die richtigen Bilder, das Lesen geht flott, aber ohne das ganze schmückende Beiwerk. Also unnötige Beschreibungen und langweilige Passagen. 😉 Ich habe mir von anderen sagen lassen, die Bühnenfassung zu lesen sei doof. Das kann ich nicht bestätigen. Es ist wie für mich gemacht. Und jetzt freue ich mich: Über die Geschichte, über meine Theaterkarten und über mein Handy, dass die Taschenlampe einschält, wenn ich „Lumos“ sage. Es sind die kleinen Dinge, nä? Und was gibt es schöneres, als mit einem Buch und der Taschenlampe unter der Bettdecke zu liegen und zu lesen? Eben. Nix. Es ermahnt mich zwar keiner mehr, endlich das Licht auszumachen,, aber ich krieg meine alte Mutter sicher noch dazu, wegen irgendwas zu schimpfen. Ich ruf sie kurz mal an. Wär doch gelacht. 

Schreiben unter Strom

Rezension:

  • Schreiben unter Strom ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • DUDEN – kreatives Schreiben
  • Stephan Porombka

Ein Buch über das Schreiben im Internet ist ja quasi am Veröffentlichungstag schon alt. Das weiß Stephan Porombka auch, das schreibt er sinngemäß selbst in seinem Text. Nun ist dieses Buch schon zehn Jahre alt. Ich hab das damals gekauft, als die Reihe „Kreatives Schreiben“ im DUDEN Verlag erschienen ist. Insgesamt sind in der Reihe, herausgegeben von Hanns-Josef-Ortheil sieben Bücher zu verschiedenen Themen. Es gibt noch ein achtes Buch, das sieht aber wie ein Stiefkind aus. Jedenfalls. Neulich fiel mir dieses Buch in die Hände, ich staune manchmal was ich alles habe, im Regal und vergessen auf dem SUB.

„Schreiben unter Strom“ habe ich vor zehn Jahren schon mal gelesen, jetzt wollte ich eigentlich nur kurz rein schmöckern, und hab es dann fast versehentlich, an zwei Abenden komplett gelesen. Der Ton ist ein bisschen schulmeisterlich und die Beschreibungen wie man einen Tweet bei Twitter absetzt muten heute putzig an. Aber es liest sich flott, die Möglichkeiten im Internet zu veröffentlichen sind heute ja noch umfangreicher, noch einfacher als vor zehn Jahren. Von den Schreibaufgaben habe ich vier ausprobiert, diese dienen aber eher dazu meine Ideen zu bündeln und eine Übersicht in meine Möglichkeiten zu bekommen. Die Ergebnisse dieser Aufgaben landen vermutlich nicht im Netz. Aber wenn ein Buch, obwohl es zehn Jahre alt ist, mir noch mal mehrere Impulse schenkt, dann nann ich es auch noch mal empfehlen.

Mein Plan ist, die ganze Reihe, also sieben Bände und das Stiefkind noch mal zu lesen und hier vorzustellen.

  • Projekt DUDEN – Kreatives Schreiben (Später mehr)

Hast du da Lust drauf? Ich hab Lust! Und, ich habe noch eine handvoll anderer Schreibratgeber auf dem SUB liegen. Vielleicht schaffe ich es tatsächlich jeden Monat einen davon zu rezensieren. Wünsch mit Zeit. 😉

Caro