Doku-Liebe

Ich habe mir auf Netflix die Reihe „Wildes Skandinavien“ angeschaut. Aus Gründen. Die letzten Wochen waren anstrengend. Ich hatte mehr Zeit als sonst. Zeit um mir Sorgen zu machen. Zu viel Zeit zum Grübeln. Und dann betäube ich mit Netflix. Da ich aber keinen Mord & Totschlag ertrage, gucke ich mir Dokus an. Wildes Dies und gebautes Das. Kleine Häuser, Umgestaltung der Wohnung und/oder der Garderobe. Wie andere Leute unnützen Kram weg werfen. Tierbabys. Ja, das beruhigt mich und holt mich aus dem Gedankenkarussel. „Wildes Skandinavien“ war quasi Yoga fürs Gehirn. Es kamen Papageientaucher darin vor, was an sich schon großartig ist. Aber auch, unter anderem, Bären. Die Serie bietet wunderschöne Bilder von Flora und Fauna und und der Tierwelt, die da noch frei herum stapfen darf. Moschusochsen, Pferde, Wölfe. Kleines Getier und Großes. Ich habe ganz viel Liebe für die Szene, in der ein Braunbär in einem See taucht und eine rosafarbene Seerose pflückt. Er vespert das Ding, ich wusste nicht, dass Bären das machen. 

Und in einer anderen Szene, da begattet er sie. Bär und Bärin. Heißt das begatten? Bei Bären? Oder gibt es ein anderes Wort dafür? Jedenfalls. Dreihundert Kilogramm Reproduktionswille kommen da zutage. Es gilt Nachkommen zu zeugen und das ist anstrengend. Klar, dass da mitten drin dem Bär die Kraft ausgeht. Nein, Ähnlichkeiten zu anderen Spezies kommen mir da nicht in den Sinn. Dem Bär sacken die Knie weg, die Bärin macht sich davon, es gibt ja noch andere Dinge zu tun. Den Nachwuchs versorgen, den Haushalt schmeißen. So Zeug halt. 

Und der Bär? Dieses Krafttier? Er liegt auf der Seite, in dieser wunderschönen Natur. Keine Ahnung wie die Blümle, Sträucher und Moose um ihn herum alle heißen. Es ist mir egal. Alles ist grün und rot und braun, über der Erde liegt dieser feuchte Dunst, der alles in magisches Licht taucht. Der Bär pennt. Und schnarcht. Sein Atem ist als kleine, dumpfe Wolke zu sehen. Das ist #DokuLiebe