15. Dezember

Der Weihnachtsmann oder das Christkind? Hast du damals als Kind auch an ihn oder sie geglaubt? 

Ich glaube fest daran, dass es völlig egal ist, ob das Christkind, der Weihnachtsmann oder das Spaghetti-Monster kommt. Viele Menschen finden die Weihnachtszeit anstrengend, unter dem Weihnachtsbaum streitet man plötzlich über Dinge, die das ganze restliche Jahr unwichtig sind. Wer sich ein bisschen mit Ayurveda beschäftigt, weiß, dass ist der Jahreszeit geschuldet und nicht unbedingt Weihnachten selbst. Die Tage sind kurz und kalt, das schlägt aufs Gemüt. Da ist es doch völlig vernünftig, viele Lichter anzuzünden, groß zu kochen und sich mit der Familie und Freunden an einen Tisch zu setzen – und, wenn es sein muss, zu streiten. Auch das ist Wertschätzung.
Wenn ich heute von Freunden über die Weihnachtsfeiertage eingeladen werde, dann mache ich alles mit: Ich bete, ich singe ihre Lieder mit und sage den Segen am Tisch, den meine Gastgeber möchten. Wenn mich jemand darum bittet mich als Weihnachtsfrau zu verkleiden und die Kinder zu loben wie gut sie sich in der Schule machen, dann tue ich auch das. Die Kinder wissen, dass ich nicht „echt“ bin und freuen sich dennoch über die Worte und die Geschenke. Damit das Fest der Liebe liebevoll wird, müssen halt alle ein bisschen mithelfen.

(Nachtrag: Ich werde dieses Jahr in keinem Haushalt Weihnachtsfrau spielen oder mitessen oder auf dem Boden rum krabbeln und neue Spiele ausprobieren. Ich lasse mich also ein, auf neue und alte Ideen. Dieses Jahr habe ich viele Briefe geschrieben. Von Hand. Ich habe Weihnachtsgrüße und Backwaren verschickt. Video-Telefonie ist der neue, geile Scheiß. Habe ich mir zumindest sagen lassen. Es muss so gehen. Es wird auch so gehen.)

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

14. Dezember

Was wäre dein größter Wunsch an Weihnachten? 

Grundsätzlich wünsche ich uns allen etwas mehr Mut und Mitgefühl.

An Weihnachten Geld zu spenden und Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie einem selbst, ist im Dezember sehr einfach. Im März oder im August ist das aber genauso nötig. Und da muss ich mir an die eigene Nase fassen… ich vergesse das auch gern im Laufe des Jahres. Es würde schon viel ausmachen, in der eigenen Nachbarschaft anzufangen.

Letztes Jahr erzählte mir ein Mann, wir kennen uns, sind jetzt aber nicht dick befreundet, dass er am Weihnachtsabend joggen geht. Er sagte es lächelnd, so als wäre das eine normale Beschäftigung am 24. Dezember. Ich habe das so verstanden: Er hat niemanden. Keine Eltern, keine Geschwister, keine Partnerin, keine Kinder. Er hat ein Dach über dem Kopf, genügend zu Essen, ein schickes Auto. All die Dinge, die in unserer Konsum-Gesellschaft wichtig sind. Aber am Heiligabend geht er joggen. Die Hauptstraße entlang. Ich habe ihn gefragt, ob er bei uns mit essen will. Das ist für mich der „Geist der Weihnacht“ – Selbstverständlich einen Teller hin zu stellen und zu sagen „Iss mit uns“. Er sagte Nein, er wolle joggen gehen. Er klang nicht mal trotzig dabei. Und ich habe das akzeptiert.


Ich werde dieses Jahr wieder fragen. Vermutlich wird er Nein sagen, aber ich will gefragt haben. Vielleicht überrascht er mich ja. Das passiert manchmal an Weihnachten.

(Nachtrag: Vermutlich wird auch diese Szene, 2020, anders verlaufen. Manches, das letztes Jahr noch selbstverständlich war, gilt jetzt nicht mehr. Daher wünsche ich mir, für uns alle, dass wir endlich diese Pandemie überstehen und hinterher noch in der Lage sind, zivilisiert und liebevoll miteinander umzugehen.)

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

13. Dezember

Was ist dir lieber? Schlitten fahren, Schi fahren oder Eis laufen? 

Ski laufen und Schlitten fahren. Ganz klar. Wenn es ans Eislaufen geht muss ich immer sagen: „Hallo, mein Name ist Caro, bringen sie mir mal so einen Pinguin, damit ich mir hier nicht die Zähne ausschlage, vielen Dank… Was? Mir ist egal, ob das Hilfsmittel nur für Kinder ist. Ich bin halt groß für mein Alter.“

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

12. Dezember

Weihnachtsfilme! Welcher Weihnachtsfilm ist dein absoluter Liebling? 

Boah, darf ich wirklich nur einen nennen? Ich habe ein Pensum, dass ich jedes Jahr abarbeiten muss. Zum Glück geht das Spektakel drei Tage, sonst würde ich gar nicht alles schaffen. Es fängt mittags an: Michel aus Lönneberga, alle Folgen. Dann „Der kleine Lord.“ Danach dann „“Kevin allein zuhaus“ und wenn der ganze Trubel vorbei ist, ein schöner Familienfilm: „Stirb langsam.“ Ja, in der Reihenfolge.

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

11. Dezember

Besitzt du klassische Weihnachtspullis? 

Caro mit Weihnachtsmütze

Nein. Ich habe eine rote Weihnachtsmann-Mütze und auf dem weißen Saum sind Sterne, die ich batteriebetrieben Blinken lassen kann. Es könnte aber sein, dass dieses Geblinke spätestens am zweiten Weihnachtsfeiertag ähnliche Reaktionen wie die CD auslöst. 😉

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

10. Dezember

Welches Weihnachtslied ist dein Ohrwurm, den du jedes Jahr aufs Neue hasst?

Es ist viel zu einfach, jetzt „Last Christmas“ zu nennen. Ich persönlich finde das gar nicht sooo schlimm. Vor vielen, vielen Jahren, als man noch CDs gekauft und noch nicht mal was von Streamingdiensten gehört hat, da habe ich oder irgendjemand meiner buckligen Verwandtschaft eine Weihnachts-CD gekauft. Die wurde herum gereicht, digitalisiert, bis sie in allen Haushalten meiner Familie vertreten war. Da sind ganz klassische, schöne Dinge drauf. „Little Drummer Boy“ von Bing Crosby zum Beispiel. „Driving home for Christmas“. Dolly Parton, Doris Day, Elvis Presley und viele mehr. Ich persönlich mag „Litte Christmas Tree“ von den Jackson 5 sehr gerne.
Wenn man diese verdammte CD aber in jedem Haushalt der Verwandtschaft und Jahr für Jahr in der Dauerschleife hört, und ich meine wirklich drei Tage lang, dann kann man schon mal unverhältnismäßig reagieren und brüllen: „Wenn ich diese Scheiße noch ein mal anhören muss, dann zünde ich hier alles an!“
Also, das kommt bei uns natürlich nicht vor. Ich habe mir sagen lassen, dass es bei anderen so war. Wir sind ja ganz friedliche, besinnliche Leute.

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

9. Dezember

Hast du schon mal überlegt ein Buch zu schreiben, das in der Weihnachtszeit spielt?

In meinem Roman „From Spring to Winter – London in Love“ verbringt meine Figur ein Jahr lang in der tollsten Stadt, die ich kenne. Und so erlebt sie auch die Weihnachtszeit in der großen Metropole mit Schlittenfahren, Eis laufen und Glühwein trinken. Aber wenn die Frage darauf abzielt, ein Buch zu schreiben, dass „nur“ in der Weihnachtszeit spielt, also eine richtige Weihnachtsgeschichte, dann lautet die Antwort Nein. Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Wird hiermit aber nachgeholt.

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

8. Dezember

Weihnachten im Schnee oder Sonne, Strand und Meer?

Es gibt ein Foto von mir, darauf bin ich ca. 3 Jahre alt und stehe zum ersten Mal auf Ski. Ich grinse wie ein Honigkuchenpferd, es ist aber noch nötig, dass der Vater mich fest hält. Ich glaube, diese Phase hielt nicht lange an. Mit den älteren Brüdern stürzte ich mich bald jeden Hang hinunter und ernährte mich den Tag über von Germknödel mit Vanillesoße. Es würde mir also nicht einfallen, im Winter ans Meer zu fahren. Also im Sommer schon. Aber Winter, Schnee und Ski fahren gehört für mich zusammen. Ich jauchze nicht oft. Aber wenn ich einen Berg hinunter wedele, dann kann man dieses Phänomen an mir beobachten. Juhui.

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

7. Dezember

Heute müssen deine Protas ran. Also nach dem Motto. Egal, ob deine Charaktere wollen oder nicht, heute gehts auf den Weihnachtsmarkt. Was erleben sie dort?

Ich könnte das jetzt alles ausführlich schildern, was meine Figuren in London zur Weihnachtszeit treiben, aber nicht spoilerfrei. Sagen wir es so: London Rosenberger, meine Hauptfigur aus dem Roman „From Spring to Winter – London in Love“ ist ein Weihnachtsmuffel. Sie hat keine so tollen Erfahrungen mit dem Fest der Liebe gemacht. Aber das ändert sich im Verlauf der Geschichte natürlich. Aber die Kulisse ist auch atemberaubend. Winterwonderland im Hyde Park, eine Kutschfahrt, Eis laufen, der richtige Soundtrack – aber das wichtigste zu all den Lichtern, Geschenken und lecker Essen: Der richtige Mensch dazu. Hab ich jetzt zu viel verraten?

From Spring to Winter: London in Love

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)

6. Dezember

Wie wird Nikolaus bei euch zu Hause gefeiert?

Mein Bruder hat am 6. Dezember Namenstag. Ich gratuliere ihm an diesem Tag natürlich, wie sich das gehört. Aber es ist nicht das gleiche – früher rief unsere Oma immer an, gratulierte, weil Namenstag wichtiger war als Geburtstag und dann mussten wir zu ihr, den „Kreuzer“ und das Geschenk abholen. „Müssen“ ist natürlich falsch ausgedrückt – wir sind immer gern zu ihr gegangen. Das Geld war Willkommen, das Geschenk schokoladig und der Handschlag ihr Segen. Heute ist der 6. Dezember „nur“ noch Nikolaus-Tag, weil von uns niemand mehr Namenstag feiert wie sie das tat. Für Schelte von Knecht Ruprecht und einen Stiefel vor der Tür sind wir inzwischen alle zu alt. Schade eigentlich. Schokolade gibt es aber noch. 😉


In der Ski-Gymnastik (ein Angebot des örtlichen Schneeschuhvereins) wird die Tradition aber noch gelebt. Nikolaus und Knecht Ruprecht besuchen uns Sportler*Innen in der Halle, nach dem Training. Wir werden vom Nikolaus für unsere Mühen gelobt, dann wird gesungen und am Schluss bekommen alle eine Weckenmann mit Zuckerbauch. Köstlich!

(Ich hoffe sehr, dass iwr uns nächstes Jahr in einer Nach-Corona-Zeit befinden, und Dinge wie Ski-Gymnastik und gemeinsames Singen wieder möglich sind. Dieses Jahr findet das alles nämlich nicht statt. Aus Gründen.)

(Auszug aus der Weihnachtsaktion von DiaBooks78, 2019)