Aquarell-Clown

Der Vater wünscht sich einen Clown von mir. Er gehört zu diesen merkwürdigen Menschen, die Clowns gut finden. Er hat aber auch nie Stephen King gelesen oder gesehen. Als ich noch eine 1 vor der Anzahl meiner Jahresringe hatte, also damals als Teenager, da malte ich ihm einen Clown, der bist heute in seinem Arbeitszimmer an der Wand hängt. Jetzt ist er Rentner, das Zimmer heißt immer noch Arbeitszimmer, auch wenn er dort nur noch malt. Wie ich – Aquarell. Die ganze bucklige Verwandtschaft hat er mit Bildern versorgt, bei mir hängen zwei seiner Werke, in anderen Haushalten fünf oder mehr. Jedenfalls. Nun meinte er, ich sei ja inzwischen besser geworden, zu damals, als ich noch ein Teenager war und mit Holzstiften gearbeitet habe. Die letzten Wochen und Monate kam er immer wieder auf das Thema zurück und meinte, es wäre Zeit für einen neuen Clown. Also habe ich mich auf Motiv-Suche gemacht. Ich brauche eine Referenz, wenn ich was malen soll. Andere können das, aus dem Nichts was neues zaubern. Ich nicht. Ich habe dann im Übungsblock herum probiert, mich schließlich für dieses Motiv entschieden, und das ist jetzt ein Clown, mit Aquarellfarben und Fineliner angefertigt, auf DIN A3. Was meinst du, kann ich das herschenken?

Zeichnen mit Watercolor-Effekt

Ich hab das Buch letztes Jahr im Sommer, also Juni oder Juli gekauft. Mich haben die schlichten Motive sofort angesprochen, das wollte ich ausprobieren. Vor der Pandemie (damals!) war ich in zwei VHS-Aquarell-Kursen und eins der ersten Dinge, die mir Herr K. dort erklärte, war: Weißflächen lassen. In der Theorie habe ich das auch alles eingesehen und verstanden. Man arbeitet von hell nach dunkel, und was auf einem Aquarell-Bild weiß sein soll, lässt man weiß. Im Sinne von, auf diese Stelle pinsele ich nichts drauf. Als Beispiel brachte Herr K. uns SchülerInnen ein Wintermotiv mit. Zaun, Bäume, Bänkle, alles war angedeutet und zart und wunderschön. Der Schnee, ja weiß. Also nüscht aus dem Farbkasten. Und ich dachte: „Uff, das schaffst du nie.“

Keine Ahnung woher meine Anwandlungen kommen, ein Blatt Papier von einem Eck bis ins andere komplett mit Farbe vollklecksen zu müssen. Schön ist das ja selten. Es gibt Ausnahmen, aber darum soll es hier nicht gehen. Das Buch „Zeichnen mit Watercolor Effekt“ ist also kein Buch, das anleitet WIE man zeichnet, also Form und Perspektive und all diese Dinge, damit es nach was aussieht. Ich habe es so verstanden: Lernen wie man weiße Flächen lässt. Die Motive sind alle einfach gehalten, was mir sehr entgegen kommt. Ich bezeichne das als „doodeln“. Mit ein paar Strichen etwas andeuten, damit man erkennt, was es ist, aber ohne Detailwut. Ich persönlich mag Fotorealismus nicht. Je schlichter, je besser. Das ist meine Devise. Mit dieser Ansicht lande ich unweigerlich bei Urban Sketching, aber diese Thematik und die dazugehörigen Lernbücher sind noch mal anders als das hier, darüber schreibe ich ein andermal. Jedenfalls. Ich habe nun kontinuierlich an dem Buch und mit dem Buch geübt. Anfangs noch mit viel und reichlich Farbe. Man sieht gleich: zu viel. Nicht, dass das schlecht wäre. Aber ich wollte das erreichen, was Katharina Konte vormacht: Mit ein, zwei, maximal drei Farben etwas leichtes, Zartes schaffen. Mein Feuer-Fuchs ist noch sehr… puh. Dominant.

Zeichnen mit Watercolor Effekt: Fuchs

Ich habe tatsächlich alle Motive ausprobiert. Das ist selten. Bei anderen Mitmach-Büchern lasse ich schon mal ein Motiv aus Faulheit oder Desinteresse aus. Hier habe ich kein Bild ausgelassen, ich mochte sie alle. Selbst die etwas langweiligen Blumen-Motive. (Aber das ist ja Geschmackssache, was langweilig ist, ne?)

Mit dem Krebs hatte ich am meisten Spaß. Auch weil das ein Motiv ist, dass ich ohne Inspiration nie angegangen wäre. Ich musste in paar Mal aus meiner Komfort-Zone. Und das ist ja immer gut, ganz grundsätzlich. Sonst lernt man ja nichts und wird auch nicht besser, IMAO.

Und zum Schluß dann: Gesichter. Auch etwas, dass ich mich (bis jetzt) nicht getraut habe. Aber ich bin wirklich zufrieden mit dem Ergebnis. Zum einen habe ich eine gewisse Scheu vor manchen Motiven verloren, zum anderen habe ich dieses „weniger ist mehr“ besser verstanden. Ich habe noch jede Menge anderer Kreativ-Bücher hier, die ich dir gerne peu a peu vorstellen möchte. Hier und jetzt kann ich aber sagen: Meine herzliche Empfehlung.

Noch ein paar Eckdaten: Ich habe den Wasserpinsel von FaberCastell verwendet, sowie die wasservermalbaren Color Grip Buntstifte. Und falls das irgendwie wichtig wäre: Nein, ich habe nicht dem großen A mein Geld in den Rachen geworfen. Und wenn das hier als Werbung gilt, dann unbezahlt. FYI.

  • Zeichnen mit Watercolor Effekt ★★★★★
  • Katharina Konte
  • EMF Verlag
  • 128 Seiten
  • 17,99 €

Aquarell: Rapsfeld

Am Samstag ging mein VHS-Aquarell-Kurs los. Insgesamt sind es vier Termine, und ich kann jetzt schon sagen, da passiert was in meinem Hirn. Das Begreifen geht nur langsam vonstatten, aber es arbeitet in mir. Ich lerne sehen. Das Ziel ist, das Farben mischen zu lernen und Tiefe in die Bilder zu bekommen. Mein Werk ist noch nicht fertig… die Häuser und ein paar Details fehlen noch. Insgesamt bin ich aber zufrieden. Als ich die Vorlage sah, dachte ich noch „Puh, ganz schön anspruchsvoll für einen Anfänger-Kurs.“ Aber wenn man sich dann Stück für Stück heran tastet, geht es eigentlich. Ich habe für den Kurs einen neuen Pinsel und neues Papier gekauft.

Was machen deine Aquarell-Versuche, hm?

Malen mit Wasserfarben

Malen mit Wasserfarben
Prof. Kurt Wehlte 


Eine Freundin hat mir dieses Buch ausgeliehen. Es ist 1972 im Otto Maier Verlag Ravensburg erschienen. Mit 18 farbigen Bildern und zwei Mischtabellen. 


Der Verfasser spricht von sich in der dritten Person und redet den Leser in Form von Das-Schweigen-der-Lämmer an.

„Der junge Anfänger soll jetzt ein dünnes Transparentpapier verwenden.“ 😳

Ich finde es lustig und gruselig zugleich. Ich trau mich nicht irgendeine Aufgabe auszulassen. 😉 Jedenfalls, ich beschäftige mich mit Farbenlehre und übe das Mischen. Und mein VHS-Aquarell-Kurs geht bald los.

Liest du Sachbücher wie dieses? Hilft dir die Lektüre? Oder gehst du lieber in Kurse?

~Caro

Empfehlung: Coco Bee Art

Ich glaube, dass mein Leben von aussen betrachtet sehr statisch wirkt. Meine Umstände verändern sich kaum. Innen drin tobt aber ständig ein Sturm. Da wohnen nicht nur zwei Seelen, sondern gleich mehrere, wie eine Katze habe ich mehrere Leben, viele Welten, diverse Stimmen und sehr viel Unordnung. Das zu erklären oder zu begründen, wäre eine ganz andere Geschichte… darauf will ich heute nicht hinaus. Ich beschäftige mich schon einige Zeit mit Methoden um mal Ruhe ins Seelenhaus zu kriegen. Yoga, Meditation und Aquarell-malen. Je mehr ich mich mit Letzterem beschäftige, um so mehr drängt sich mir der Eindruck von „Maltherapie“ auf. Das kann man sicher auch unter professioneller Leitung machen. Ich treibe mich aber auf YouTube herum. Und eine Künstlerin möchte ich im besonderen erwähnen, auch wenn ich inzwischen diversen Kanälen folge, die tolle Themen und Tutorials anbieten.

Coco Bee Art

Die gute Frau hat nicht Kunst studiert, alles, was sie macht, hat sie sich selbst beigebracht. (Im Augenblick passiert gerade viel bei ihr, ich glaube sie fängt gerade ein Studium an) Jedenfalls. Ich mag Autodidakten, aber das nur am Rande. Sie malt abstrakt. Nicht nur, aber das ist der Grund, warum ich auf sie aufmerksam geworden bin. Ich kann ihr stundenlang dabei zusehen, wie sie Farbe aufs Papier kleckst, und irgendwie sieht das am Schluss ganz fantastisch aus. Keine Ahnung wie sie das anstellt, wenn ich das versuche, sieht das aus, als hätte ein Huhn auf LSD aufs Papier gekotzt. Bei Coco verlaufen die Farben, alles passt zusammen, gibt irgendwie Form und Stuktur, und es gibt nichts, wirklich gar nichts, was mich nach einem anstrengenden Tag so gut runter holt, mich so entspannt wie ein Video von ihr. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich nur Farbe beim trocknen zusehen muss, damit es mir besser geht, ich hätte demjenigen einen guten Arzt empfohlen. Aber hier passt einfach alles. Die Musik, sowie die Anregung es selbst auszuprobieren.

Meine Lieblingsfarben sind gelb und orange und rot. Das ist ne gute Mischung. Herbst auf dem Papier, quasi. Ein Video wie das hier ist Meditation mit Farben, Pinsel, die die Seele berühren. Und das Schöne: Es ist völlig egal ob man malen kann oder nicht. Meine Bilder, die wie Hühnerkotze aussehen, die zeige ich nicht her. Die sind wie Tagebucheintragungen. Aber sie helfen. Ich kann, glaube ich, gar nicht mit Worten erklären, wie dankbar ich dafür bin.

[Ich nehme an, meine Empfehlung fällt unter unbezahlte Werbung]

Links:

Aquarellversuche #11

Also eigentlich wollte ich im Urlaub ganz viele Sachen machen. Was als Grundgedanke schon mal bescheuert ist. Im Alltag macht man viel. Urlaub bedeutet ja, im besten Fall, mal eine Pause einzulegen. Und genau das ist dann passiert. Ich habe Pause gemacht, gelesen, Netflix geguckt, viel geschlafen und gelegentlich war ich sogar vor der Tür. Kurz.

Jetzt ist der Urlaub vorbei und ich mache wieder unheimlich viele Sachen. Malen üben, zum Beispiel. Voilà. Im November wollte ich einen weiteren Anfänger-Kurs besuchen, der ist aber leider ausgefallen. Nun hoffe ich, dass der Kurs im Frühjahr noch mal angeboten wird. Ich brauch den Tritt in den Popo in Form eines festen Termins um dran zu bleiben.


Wie motivierst du dich zum üben? Ich schaue regelmäßig bei Pinterest vorbei, und Motive, die mich anlachen, versuche ich dann, wie hier geschehen, nachzupinseln.

© Carolin Hafen

Aquarellversuche #10

cmh Aquarell Bodensee
© Carolin Hafen

Bodensee / Bodman

Hier ist ein weiteres Bild, dass in meinem Aquarell-Kurs entstanden ist. Ich wusste erst gar nicht, wie ich anfangen soll und habe mich dann vom Himmel über das Wasser ans Ufer gearbeitet. Vor dem Fachwerkhaus ist ein Strauch und wie üblich, weil ich es nicht besser weiß, habe ich selbigen mit harten Kannten gemalt. Das sieht dann aus wie ein Kartoffel-Stempel-Druck. Aquarell ist aber leicht und fließend und ohne scharfe Konturen. Mein Kursleiter kam dann gleich gelaufen, und versuchte mich von weiteren harten Kanten abzuhalten.

Ein Satz, den er oft zu mir sagt, lautet: „Von hell nach dunkel. Nicht umgekehrt“. Das klingt auch logisch und vernünftig, das bedeutet aber nicht, dass ich das auch umgesetzt kriege. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich von dunkel nach hell malen will. Und dann bin ich ganz überrascht, dass es nicht klappt. Menno.

Insgesamt gefällt mir mein Werk aber sehr gut und ich finde das Ufer und die Bäume gelungen. Man sieht, dass ich besser werde, oder? Oder?

Caro

Aquarellversuche #9

cmh_Venedig

Venedig

Jedes Jahr schreibe ich zum 1. Januar eine Liste mit Dingen, die ich schaffen will. Ein neues Buch zu schreiben (Done that – Erscheinungstermin: 22. November 2018) oder jeden Tag ein Gedicht zu lesen, um mehr schöne Worte in meinen Alltag zu bekommen. (Done that too. Ich habe die Gesamtausgabe von Ringelnatz/Diognes Verlag gelesen, aktuell begleitet mich ein Gedichtband von Heine durch den Alltag.)

Auf dieser Liste stand ebenfalls: Malen. Explizit Aquarell malen, weil ich das gerne können würde. Im Frühjahr habe ich das in der Form umgesetzt, dass ich in der Volkshochschule einen Kurs besucht habe. Schon eeewig wollte ich die Bilder, die da entstanden sind, hier zeigen. Aber ich musste/wollte/durfte zwischendurch einen neuen Roman schreiben, daher habe ich meinen Blog schändlich vernachlässigt. Ein Tag hat einfach nicht genug Stunden, und dann muss man Prioritäten setzen. Die Herausforderung einen Liebesroman zu schreiben stand dann weiter oben, als zu bloggen.

Und jetzt habe ich endlich Zeit zu zeigen, was ich im Kurs gemacht und gelernt habe. Ich muss dazu sagen, dass ich immer gern gemalt habe. Mit Bleistift und Holzstiften, hin und wieder auch mit Finelinern aller Art. Wasserfarben habe ich zuletzt in der Grundschule benutzt, und meine ersten Aquarell-Farben habe ich letztes Jahr im Herbst gekauft.

Im VHS Kurs bekamen wir ein Foto ausgehändigt und sollten einfach los legen. Wenn ich wir sage, meine ich acht Frauen im Alter von 18 bis redenwirnichtdarüber.

Ich musste einen anfänglichen Schock überwinden: „DAS soll ich zeichnen/malen? Ohne jede Vorbereitung?“ Im Nachhinein finde ich meine Reaktion bescheuert – welche Vorbereitung soll das sein? Anfangen, ohne groß nachzudenken, ist wohl die beste Methode. Also habe ich begonnen das Motiv zu skizzieren, zögerlich Farbe aufs Papier zu bringen und zu mischen um dieses Venedig-Motiv mit seinen Pastelltönen einzufangen. Mischen ist eine spannende Sache, vor allem, wenn man keine Erfahrung hat und einfach mal fröhlich zusammen panscht, was der Farbkasten hergibt. Ich bin insgesamt sehr erstaunt, über mehrere Dinge.

Einfach los legen. Das geht gut. Farben mischen macht Spaß. Das Ergebnis. Hui. Und: Der Kursleiter ging immer wieder durch den Raum, mit seinem Pinsel in der Hand, gab Tipps, beantwortete Fragen, doch das beste Ergebnis zeigte sich immer dann, wenn er mit seinem Pinsel drei Mal über mein Papier wischte und sagte: „So geht das.“

Ah ja.

Das kann man mit Worten gar nicht erklären. Um es kurz zu machen: Der nächste Kurs beginnt im November und ich bin wieder dabei.

Sag, wie findest du mein Werk, hm?

Caro

Freitagsfoto: Happy Bird

Der komische Vogel hier gehört noch in meine Reihe „Aquarellversuche“. Bei YouTube gibt es ja Haufenwiese Tutorials zu jedem Thema und ich bin sehr dankbar und angetan davon, wie viele Aquarell-Erklär-Videos ich finde. Es wird auch nicht langweilig. Ich weiß nicht genau woher mein Bedürfnis irgendwas mit Farbe zu machen, herkommt und ich hinterfrage das auch nicht. Es muss raus. Irgendwie. Wenn ich fertig bin, dann sieht es halt so aus.

Tadaaa.

 

~Caro

 

 

Aquarellversuche #9

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Aquarellversuche #8

Ich dachte ja an Silván, der schmutzig weiß ist und seine blaue Farbe verloren hat. Nun ist schmutzigweiß, wenn ich es NICHT will, überhaupt kein Problem. Wenn ich aber absichtlich schmutzigweiß will, wird es eben so. Ich finde, er sieht ziemlich bedrohlich aus, was besser zu Nerina passen würde. Seht es mir nach, ich bin Anfängerin. Ich übe noch.
~Caro

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