Monatsrückblick November 2018

Tops und Flops im November

[Achtung, ganz viel unbezahlte Werbung. Hui.]

© cmh_gedoodel

Jeden Monat möchte ich ein „Tops und Flops“ schreiben, und immer kommt mir was dazwischen. Heute klappt es endlich mal. Das bedeutet aber noch nicht, dass ich hier jetzt eine schöne Regelmäßigkeit rein kriege. 

Aber der Reihe nach.

Ich nutze diverse Kanäle: Twitter, Instagram, Pinterest. Twitter nervt mich zunehmend. Immer wenn ich in meine Filterblase hinein schaue, habe ich den Eindruck permanenter Empörung. Viele Themen nehme ich nur dort wahr, in meinem Alltag findet dieser #Aufschrei nicht statt. Es sei jetzt dahin gestellt, ob das gut oder schlecht ist. Grundsätzlich habe ich auch meine Themen, die mir wichtig sind, für oder gegen die ich mich einsetze. Was ich nicht mag ist der Vorwurf, wenn man sich nicht aufregt, ist einem automatisch alles egal. Ich glaube, dass zwischen Gleichgültigkeit und Kampfgebrüll sehr viel Raum ist. Ich möchte mich lieber dort aufhalten, Lösungen suchen, diskutieren (anständig!) und handeln (wo es eben geht). Nehmen wir als Beispiel den Black Friday. Ohne Twitter hätte ich nicht mal mitgekriegt, dass der statt findet. (Weil es mir tatsächlich egal ist). Bei Twitter fand wieder ein Geschrei statt, das in keinem Verhältnis steht. Konsum-Huren vs. Weltverbesserer. Leute, die 1000 Euro für Unsinn ausgeben gegen Leute, die ausgerechnet an dem Tag kein Geld ausgeben. (An allen anderen natürlich schon, da ist es auch nicht verwerflich. Scheiß Doppelmoral.) 

Ich sehe das so: Wer sich fair gehandelte Klamotten für teuer Geld leisten kann und es auch tut: Schön für dich. 

Und wer seine Wäsche vier Monate zur Schwiegermutter bringt, weil die Waschmaschine kaputt ist, und abwarten muss, bis eine solche Aktion genug Rabatt anbietet um eine neue zu kaufen, und dann noch ein paar Weihnachtsgeschenke für die Kinder raus springen: Nicht so schön für dich. 

Ich persönlich verstehe Menschen nicht, die vor dem Apple Store übernachten für ein Handy. Muss ich auch nicht. Und wenn Freunde von mir Lebensmittel bei der Tafel kaufen (aus Gründen), dann tut es mir nicht weh, Milch und Eier und Obst zu kaufen und dann zu sagen: „Hör mal, ich habe die Sachen gekauft, kann sie aber nicht schnell genug aufbrauchen. Die werden mir schlecht – nimmst du die bitte?“ 

Und was andere, fremde Leute im Internet machen, ist mir dann tatsächlich egal. 

Aus dem Grund, weil ich nicht dauernd empört sein will, habe ich mir Instagram zugelegt. (Harborlight82) Ein bisschen Bildchen herzen, das ist nicht anstrengend, und trotzdem Internet-Kram mit Menschen. Ich teste das jetzt. Ich habe auch Pinterest, allerdings bin ich dafür zu doof. Ich verstehe es nicht. Ist das in Sachen Urheberecht nicht der Super-Gau?

Ein Beispiel. Ich habe neulich Melissa Dinwiddie entdeckt. Die doodelt. Das bedeutet, sie malt einfach drauf los, das ist hübsch und entspannend, sieht auch noch nett aus, spricht mich sehr an, und hat eben nicht den Anspruch die hohe Kunst zu sein. Ich habe also ein Notizbuch genommen und in meiner Mittagspause fröhlich nachgedoodelt. Wenn ich dir das jetzt zeigen wollen würde, und ein Flip-Through-Video mache, dann verletze ich doch ihr Urheberrecht, oder etwa nicht? Ich habe ihre Vorlagen benutzt. Und bei Pinterest läuft das aber so ab. Leute stellen ihre Bilder ein (Clarissa Hagenmeyer, zum Beispiel. Sehr toll, das alles) andere malen das nach, stellen es ebenfalls rein – und das ist ok? Die Frage ist ernst gemeint. Kann ich meine Bildchen hier teilen? Ohne Schwierigkeiten zu kriegen?  

Jedenfalls. Hier habe ich mich in letzter Zeit rumgetrieben und inspirieren lassen:

Gesehen

Bei Arte gibt es gerade jede Menge Beiträge zum Thema Menschenrechte. Da habe ich in der Mediathek nun vier Dokumentationen gesehen. 

  • London Underground und Scotland Yard Dokumentation
  • Bodyguard (Netflix)
  • The Good Doctor (Die Serie nervt mich. Ist das tatsächlich ein Symptom von Autismus, dass die Stimme am Ende immer nach oben geht? Alles, was Shaun sagt  klingt übertrieben fröhlich. „Du stirbst!“)

  • Avengers Infinity War (Boah. Wo soll ich nur anfangen?)
  • Making a Murderer Staffel 2

Die zweite Staffel hat mich mindestens so sehr aufgewühlt wie die erste Staffel. Meine Güte. Was wurde aus „Im Zweifel für den Angeklagten“? Ich weiß nicht, was mit Teresa passiert ist, aber ich glaube nicht, dass Steven Avery sie umgebracht hat. Da sind so viele Ungereimtheiten, so viele Zweifel. Ich habe den Eindruck, da ist Murphys Gesetz am Werk, weil anders kann ich mir nicht erklären, dass so viele Umstände ineinander greifen um diesen Mann und seinen Neffen in den Knast zu bringen. In der zweiten Staffel ging es ja mehr um Brendan. Der arme Junge sitzt im Gefängnis, weil er dumm ist, nicht weil er erwiesenermaßen schuldig ist. Ich finde es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Ich habe sein Geständnis gesehen. Da sitzt, meiner Meinung nach, ein Kind, dass keinen blassen Schimmer hat, worum es eigentlich geht. Und was in der zweiten Staffel vernachlässigt wird, ist der Umstand, dass sein Anwalt ihn noch mehr in die Scheiße geritten hat – später. 

Nachdem die Polizei ihm vorgeplappert hat, was er sagen soll, und Brendan wie bei einer Schulaufgabe versucht hat, die richtigen Antworten zu erraten, wollte sein Anwalt, bei der Verhandlung, dass er Teresas Leid schildert. Er gibt ihm ein Blatt Papier, einen Bleistift und sagt ihm: „Mal eine Frau, die auf einem Bett liegt. Mal sie ans Bett gefesselt.“ Und Brendan tut, was man von ihm verlangt. Weil er einen IQ von 86 hat, weil er kein Selbstbewusstsein, kein Selbstvertrauen hat, weil er nicht versteht, was das bedeutet: Das er sich selbst belastet. Jeder andere Anwalt hätte ihm gesagt: „Brendan, halt den Mund. Du musst nichts sagen, was dich belastet.“ Mit einem guten Anwalt wäre das so nie und nimmer gelaufen.

Und alle Anwälte der Anklage stürzt sich auf diese Schilderung. Die arme Teresa, die arme Familie. Das nenne ich emotionale Erpressung. Die Frau wurde also vergewaltigt. Mit einem Messer in den Bauch gestochen, dann in den Hals, dann noch erschossen. Ah ja.

Ich verstehe so viel: Im Auto war ihr Blut. An der Feuerstelle wurden menschliche Knochen gefunden. Keiner sagt: Es sind Teresas Knochen. Es sind menschliche Knochen. Im Schlafzimmer von Steven war kein Blut, kein Haar, keine Kampfspuren. Diese zwei Männer sollen also eine Frau so brutal umgebracht, aber mit ihrem minderen Verstand alle Beweise so gut beseitig haben, dass niemand, trotz wiederholter Durchsuchungen ein Fitzelchen von der Frau findet (und dieser Wohnwagen von Steven sieht aus wie Sau – so, als ob da ein lediger Mann wohnt, der in seinem Leben noch nie den Boden gewischt oder das Bad geputzt hat!) Und dann gehen sie hinter das Haus um mit zwei Autoreifen und ein paar Holzbrettern einen menschlichen Körper bis zur Unkenntlichkeit zu verbrennen?

Ich weiß soviel: Wenn in Indien ein Angehöriger stirbt, dann kauft die Familie 250 Kilo Holz für die Verbrennung. Das dauert. Und selbst da bleibt mehr übrig als ein Stück vom Hüftknochen. Also. Ich glaube diese Geschichte nicht.  

Ich frage mich auch die ganze Zeit: Was, wenn Teresa keinen Bock mehr auf ihr Leben hatte? Ein bisschen Blut ins Auto, das gute Stück abgestellt und ab in ein neues Leben!? Soll es ja geben. Auch das glaube ich nicht. Es steht aber auch nicht zur Debatte. Ich bin überzeugt, die Frau ist tot. Vielleicht ein Unfall; angefahren und dann vertuscht. Und Steven Avery ist der Sündenbock. Vielleicht ist wirklich jemand gekommen, hat sie vergewaltigt, ermordet, irgendwo verscharrt. 

Aber, da es keine Leiche gibt, gibt es auch keinen einzigen Beweis dafür, dass Steven und Brendan sie vergewaltigt haben, erstochen und erschossen. Es ist nicht mal klar, ob sie vollständig verbrannt wurde, weil nicht klar ist, ob die gefundenen Knochen ihre sind. 

Und jeder Anwalt, bei jeder Anhörung so: „Brendan hat gesagt, sie hätte geschrien. Sie hat gelitten. Er hat ein Bild gemalt, auf dem eine Frau an ein Bett gefesselt ist.“ 

Und das reicht. Das reicht für Lebenslang. Meine Fresse. Ausser dieser Aussage, genötigt von Polizei und vom Anwalt, gibt es keinen Beweis, dass Brendan jemals Teresa begegnet ist. 

Und dann habe ich noch kein Wort zu Ken Kratz gesagt. Man mag mir jetzt vorwerfen: „Caro, du magst den Kerl nicht.“ Stimmt. Er hat die Stimme eines Bübchens, dass die Pubertät noch nicht ganz durchgemacht hat. Ich kann den Kerl nicht ausstehen. Er ist mir unsympathisch. Er hat meiner Meinung nach einen persönlichen Feldzug gegen Steven Avery geführt und ist mit allem durchgekommen. Er hat öffentlich für Stevens Verurteilung gesorgt, lange bevor sich irgendein Gericht mit dem Fall befassen konnte. Das ist moralisch und ethisch eine riesen Sauerei. 

Ziehen wir mal kurz die Möglichkeit in Betracht, wie Wahrscheinlich es ist, zwei Mal im Knast zu landen, für etwas, dass man nicht begangen hat. Die Familie müsste ja katastrophenerprobt sein. Mir tun alle Beteiligten leid. ich würde gerne wissen, was wirklich passiert ist. Aber selbst, wenn die Wahrheit noch ans Licht kommt, bedeutet das nicht, dass Steven und Brendan noch mal frei kommen. Und ich bin nicht überzeugt, dass diese beiden einen Mord begangen haben. Mich wundert und ärgert, dass so viele Richter, im Laufe der Zeit zu dem Urteil kommen: Doch, doch.  

Im Zweifel für den Angeklagten für den Arsch.

  • Der große Trip

Warum müssen sich Menschen , die sich selbst suchen und dann finden, so sehr quälen? Nachdenken, das geht auch zuhause. Gut, da wär die Aussicht nicht so schön.

 

  • Kino: Grindelwalds Verbrechen

Als erstes: Seit dem dritten Harry Potter Band/Film, ist das keine Kindergeschichte mehr. Warum gehen Menschen mit Kindern unter 10 Jahren in diesen Film? 

Die ganze Sache ist sehr voll, sehr komplex, fast überladen. Ich sehe die Bezüge, die Verbindungen in alle Richtungen, ich freue mich auch darüber, schließlich bin ich im Harry Potter Universum zuhause. I´m a Gryffindor, you know? Schön wäre gewesen, das ganze etwas besser zu durchdenken – ich habe auch die Logikfehler gesehen. Auch wenn ich da viel verzeihen kann. Objektiv bin ich da schon lange nicht mehr. Ich mag Newt. Ich mag den jungen Dumbledore. Ich mag Grindelwald als Bösewicht. Ich werde mir den Film noch mal anschauen, in Ruhe. Ohne atemlos durch die Gegend zu rennen, kopflos, um ja nichts zu verpassen.  

  • Bildschöne Welt (Staffel 1 & 2)
  • Christmas Chronicles (Brauchst du nicht gucken. Hab ich schon für dich getan. Das beste am Film ist der Trailer. )
  • Nappily ever after
  • Die Frau des Zeitreisenden
  • Geniale Innenarchitektur 

Gelesen

  • Die Malerin (Ich hätte das Buch nicht lesen sollen. Ich mag Kandinskys Kunst. Als Mensch war er nicht herausragend, und nicht schön anzusehen. Wirklich nicht.)
  • Der Clan der Wölfe (Es ist unheimlich süß; der Lieblingsneffe empfiehlt inzwischen mir Bücher, statt ich ihm. Das ist sehr toll.)
  • BvjA-Anthologie: 30 

Veranstaltungen

  • Vortrag zum Thema Gelassenheit + Buch „Nimm´s leicht“ von Andreas Rieck

Da sind wir schon wieder beim Thema. Es kostet wahnsinnig viel Energie, wenn man sich dauernd über alles aufregt. Die hier vorgestellte Methode spricht mich sehr an, ich habe das Buch gekauft. Mal sehen, ob ich es umgesetzt bringe. Der Vortrag war jedenfalls sehr inspirierend. 

  • Lesung „Das Nachtfräuleinspiel“ 
  • Kenner trinken Württemberger

Musik:

  • Simon & Garfunkel: Greatest Hits (Ich armer Mensch habe bisher keine Greatest Hits CD besessen, das habe ich nun geändert!)
  • Immer noch Meat Loaf: Paradies by the dashboard Light in der Dauerschleife
  • Mumford and sons: Delta (Immer noch meine Lieblingsband, und ich glaube die einzige, von der ich alle Alben besitze.)
  • Hayden – Die Schöpfung (Gänsehaut. Singt dem Herrn alle Stimmen)

Apps

  • 7 Mind
  • Rayman Adventures
  • Love Book App