Leotrim: Leseprobe #1

#ThrowbackThursday

Der Band 4 meiner Reihe „Das Drachenvolk von Leotrim“ ist vor einer Woche erschienen und deshhalb sind die Vorgänger-Bücher unfassbar günstig und wenn das keine super Gelegenheit für eine Leseprobe aus „Drachenbrüder“ ist, dann weiß ich auch nicht. 😉 Das Schnäppchen und der Throwback Thursday machen es möglich. Hier kannst du mal rein schnuppern, ich wünsche dir eine gute Zeit in Leotrim.

~Caro

Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte!

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim.
Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen.
Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

Leserstimmen:
»Ein absolut lesenswertes Debüt auf dem Jugendbuchsektor, aber auch Erwachsene …«
»Ich habe gelitten, gelacht mitgefiebert und wurde verzaubert von dem tollen Buch.«

Bände der Buchreihe »Das Drachenvolk von Leotrim«:
Band 1: Drachenbrüder
Band 2: Drachensichel
Band 3: Drachenfrieden
Band 4: Drachenwandel

Textschnipsel #2

Textschnipsel #2 aus Drachenbrüder

Band 1 – Drachenbrüder

Der dunkle Drache erwachte. Plötzlich, wie man aus einem Albtraum hochschreckt. Er hatte nicht geträumt. Die Dunkelheit um ihn herum ängstigte ihn nicht. Seine gelben Augen blickten langsam umher. Seine Höhle war finster wie eine mondlose Nacht, sein Schlaflager nur harter Stein. Seine Gelenke taten weh, sein Körper war steif und kalt, er probte einen Gedanken. Rücken. Flügel. Füße. Alles reagierte, wenn auch träge. Seine Schwingen raschelten wie sehr, sehr dünnes Papier. Er erhob sich; es knackte, als würde er aus einem Ei schlüpfen. Doch keine Schalen gaben Nerina frei, sondern kleine Steine, als hätte es in seiner Höhle Kiesel geregnet, vor langer Zeit. 

Trockene Blätter, totes Getier und Staub fielen von ihm ab. Jemand musste ihn zugedeckt, versteckt haben. Er schüttelte Spinnweben von seiner rauen Haut wie eine Bettdecke aus Zeit. Er machte einen vorsichtigen Schritt, dann noch einen. Leise, als wollte er versuchen kein Geräusch zu machen. Er wusste, wo der Ausgang seiner Höhle war, auch wenn er ihn nicht sehen konnte. Er roch das saure Meer. Er hatte Durst. 

Lange geschlafen?, fragte er sich. Er schüttelte den Kopf. Eine unsinnige Frage, Zeit spielte keine Rolle. 

Als Nerina ans Ende seiner Höhle gelangte, tobte unter ihm das grüne Meer und über ihm schrie der schwarze Himmel »Tot«. Keines der Lichter summte, keines zeigte sich. Nerina wurde nie freundlich begrüßt. Er breitete seine Schwingen aus, erst die Deckflügel, um den letzten Staub abzuschütteln und mit einem Schlag wie Donner, die gesamte Spannweite. Der Wind huschte unter seine Flügel wie ein verschollen geglaubtes Kind, das endlich heimkehrt. Nerina genoss die Seeluft, die seine Schwingen streichelte, mit geschlossenen Augen und hieß die Bö willkommen. Dann erhob er sich lautlos.

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband! Die E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.

Textschnipsel #1

Ich arbeite aktuell an der Fortsetzung zu „Leotrim“ und das bedeutet, ich lese meine eigenen Bücher immer mal wieder, zumindest Abschnittsweise. Um die Stimmung einzufangen oder um bestimmte Details aufzugreifen bzw. sie fortzuführen. Und dann stoße ich auf Passagen, die ich einfach lieber mag als andere. Und deshalb teile ich heute einer meiner Lieblingsstellen aus dem ersten Band mit dir.

#throwbackthursday

Textschnipsel #1 aus Drachenbrüder

Band 1 – Drachenbrüder

Ambro hüllte sich in seinen Mantel, bettete den Kopf auf seinen Beutel und starrte zurück; die Lichter sahen ihn neugierig an.

Norwin legte sich zu ihm, sehr nah, und wärmte seinen Broder mehr als es das Feuer tat. Der Wind zerrte an ihnen beiden, Norwin breitete zum Schutz seinen guten Flügel aus, legte ihn über Ambro wie eine Decke. Da hörte der Junge zu frieren auf und schlief endlich ein. 

Norwin schlief nicht. Er vermisste Soems und dachte an die erste Nacht zurück, nachdem er gefallen war. Norwin hatte in seinem Nest gelegen, die Nacht war schon alt gewesen, Ambro hatte in seinem Bett geschlafen, selbst die Lichter schienen sich bald zurückziehen zu wollen. Auch Aidar hatte sich entfernt. 

Soems war gekommen, um nach ihm, Norwin, zu sehen. Er traute sich nicht in die Kammer hinein und saß auf einem Ast im Baumwipfel und spähte durch die offene Dachluke herein. Norwin, der nicht schlafen konnte, spürte den anderen mehr, als dass er ihn sah. Und trotz des Schmerzes jeder Bewegung kletterte er leise aus dem Nest und durch die Luke. Er vergewisserte sich noch, ob Ambro nichts bemerkt hatte und weiterhin fest schlief. 

So setzte er sich neben Soems, zwischen die Blätter, die im Wind raschelten, eingelullt in die Geräusche der Nacht. Sie beide hörten Olafur schnarchen und doch waren sie weit weg von der Welt unter sich. 

Der eine fragte den anderen, wie es ihm ginge und der andere sagte, es ginge schon und der eine drückte seinen Kopf an die Brust des anderen, wie um zu horchen, ob darin alles schlug wie es sollte. Und einer roch am anderen und erinnerte sich an zu Hause und den Geruch der Mutter und die Geräusche der Nestlinge und das Wuseln der Ammen und zusammen waren sie einen Augenblick nicht allein, weil sie dasselbe dachten und sich erinnerten und die Lichter hörten nur ein tiefes Brummeln, das aus Drachenkehlen drang, doch sie kannten die Worte nicht, die leise gesprochen wurden und nicht für fremde Ohren bestimmt waren. Der eine schlief ein bisschen und der andere auch und bevor die Sonne aufging, trennten sie sich. 

Inmitten einer taunassen Wiese im Nirgendwo von Leotrim, nicht hier und nicht dort, vermisste der eine den anderen und den Trost, der nicht mit Worten beigebracht werden kann. 

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • C. M. Hafen
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  • Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband! Die E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.

tbt – Der Trick

2016-03-22 19.45.11Ich habe an anderer Stelle schon erzählt, wie toll ich die Lesung von Emanuel Bergmann fand. Nun habe ich das Buch endlich ausgelesen und bin sehr glücklich, dass mein anfänglicher Eindruck rundherum bis zum Schluss anhält. Ich möchte „Hach“ sagen und „Es ist so schön“. 🙂

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, da ist einmal der alte Zauberer Zabbatini, desillusioniert und grantig, dann der 10-jährige Max, der unter der Scheidung seiner Eltern leidet.

Zabbatini hat nichts mehr zu erwarten, er ist im Altenheim, und niemand mag den alten Grantler. Max wird unsanft in die harte Welt der Erwachsenen geschubst und kommt dort überhaupt nicht zurecht. Er findet eine alte Schallplatte vom großen Zauberer Zabbatini und verspricht sich davon einen Liebeszauber, ein Happy End für seine Eltern. Also sucht er den Zauberer und bittet ihn um Hilfe.

Nebenbei wird der Werdegang von Zabbatini aufgedröselt, ich als Leser folge dem roten Faden hinein in die Kindheit von Zabbatini, der als Mosche Goldenhirsch geboren wurde und als Sohn eines Rabbis aufwuchs. Mosche läuft seinem strengen Vater davon und schließt sich dem Zauber-Zirkus an um sich dort neu zu erfinden. Doch mit jedem Trick, den er lernt, schwindet die Magie aus seinem Leben. Der Krieg und diverse Wirrungen machen aus dem kleinen Mosche Goldenhirsch, der mit leuchtenden Augen zum ersten Mal eine Vorführung gesehen hat, einen verbitterten alten Zauberer, der nicht mehr an Magie glaubt.

Und da kommt Max, platzt in sein Leben und bitten ihn genau darum: Einen letzten Trick. Mehr noch, um etwas Zeit. Max´ Eltern sowie der Zauberer sind sich einig, Max braucht noch etwas Zeit um Kind zu sein. Es geht also gar nicht so sehr um ein Happy End. Für wen auch immer.

Vielleicht sind es nur die leuchtenden Augen der Zuschauer, die glauben wollen.

Ein tolles Buch, eine wirklich schöne Geschichte mit ganz feinem Humor. Ich mag die bildhafte Sprache, das spricht mich sehr an. Man merkt, der Autor kommt vom Film. Vielleicht verfilmt ja jemand irgendwann diese Geschichte. Wundern würde es mich nicht.

Klare Empfehlung.

  • Autor: Emanuel Bergmann
  • Taschenbuch : 400 Seiten
  • ISBN-13 : 978-325724400
  • ISBN-10 : 3257244002
  • Herausgeber : Diogenes
  • Sprache: : Deutsch

#tbt – Unsere Seelen bei Nacht

„Unsere Seelen bei Nacht“ ist eine echte Perle. Aber, ich muss kurz meckern, bevor ich zur Lobeshymne ansetze.

  1. Satzzeichen

Was ist an Satzzeichen verkehrt? Derartige Spielereien verstehe ich nicht. Kent Haruf verzichtet völlig auf Anführungszeichen, was bei mir dazu führt, dass ich nie weiß, wann gesprochen wird und wann nicht. Es gibt im Buch direkte Rede, auch wenn sie nicht so gekennzeichnet ist. Ja, jeder gesprochene Satz ist eingerückt. Ja, man kann unterscheiden, wann welche Person spricht (wenn man penibel darauf achtet), aber ich finde es unnötig mühsam. Vor allem, wenn die direkte Rede mitten in der Zeile aufhört und der nächste Satz schon wieder Erzählstimme ist und ich es nicht sofort bemerke. Das bedeutet für mich (Nenn mich Doofling, wenn du willst), zurück springen, noch mal lesen. Mein Lesetempo, mein Lesefluß holpern, ich falle jedes Mal, wenn das passiert regelrecht aus dem Buch.

  1. Telling

Wenn man sich mit dem Schreiben beschäftigt, hört man unweigerlich irgendwann den Satz „Show, don´t tell.“ Das bedeutet, Telling ist böse. Ich persönlich habe nichts gegen Telling, ganz grundsätzlich. Aber hier ist die Geschichte zu 80 % im Telling erzählt und das ist der Grund, warum ich einen Stern abziehe. Kent Harufs Schreibstil wirkt auf mich, als würde er mich eine Armlänge von seinen Figuren fern halten. Auch das ist mühsam, unnötig. Schade. Weil, es sind tolle Figuren, zum Gernhaben und näher hinsehen. Das Buch ist trotz meiner Einwände eine Perle, ein Glücksgriff.

Addie und Louis sind beide um die 70, verwitwet und einsam. Sie ist die Mutigere von beiden und klingelt bei Louis um ihm ein Angebot zu machen. „Willst du bei mir übernachten?“ Damit beginnt die Geschichte, Addie geht es explizit um die Nachtstunden, wenn sie das Licht schon ausgeschaltet hat, aber noch nicht eingeschlafen ist. Diese Zeit ist die Schlimmste. Sie will Nähe, jemanden zum reden, einfach nicht allein sein. Louis muss nicht lange überredet werden. Wen müsste man bitte dazu überreden? Ich erinnere mich gern an die Schulzeit; Landschulheim, Stockbetten, geflüsterte Geheimnisse und viel albernes Gekicher. Jedenfalls.

Louis willigt ein, duscht, packt Pyjama und Zahnbürste ein und macht sich auf den Weg zu Addie. Da sie keine Heimlichkeiten will, geht er zur Vordertür hinein. (Warum auch nicht? Sie sind beide erwachsen undsoweiter) Sie teilen sich ein Bett, die Nacht, ihre Erinnerungen. (Vielleicht ist die Distanz, die ich beim Lesen empfinde, Absicht. Schließlich habe ich in dem Schlafzimmer nichts verloren.) Addie und Louis halten Händchen, erzählen sich ihr Leben: Die Ehe mit ihren Höhen und Tiefen, die Kinder, der Alltag. Eben alles. Und dann: Addies Sohn Gene trennt sich von seiner Frau und parkt den 6-jährigen Sohn bei ihr. Der Junge ist fix und fertig, die Streitereien seiner Eltern haben ihn mürbe gemacht, er ist verängstigt, verloren. Louis und Addie erhalten eine zweite Chance. Nachdem ihr Leben, ihre Ehen, ihre Kinder Vergangenheit sind, spielen sie jetzt noch mal Vater-Mutter-Kind. Entspannter, empathischer, geduldiger. Jamie blüht auf.

Aber. Während sich die beiden gegenseitig aus der Einsamkeit helfen, haben diverse Leute Probleme damit. Wie sollte es auch anders sein. Die zwei leben in einem kleinen Dorf und schließlich hat ja jeder Mensch eine eigene Meinung, ein eigenes Urteil und das Bedürfnis all das kund zu tun. Jaja. Ich habe auch eine Meinung, ein Urteil: Wenn sich zwei gefunden haben und einander gut tun, sollte sich da keiner einmischen. Liebe für alle. 🙂

Eine feine, kleine, leise Geschichte, die ich gern gelesen habe. Trotz der Umstände.


Eckdaten

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (22. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257069863
  • ISBN-13: 978-3257069860

Klappentext

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis, der seit dem Tod seiner Frau ebenfalls allein lebt. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst.