Zwei Fragezeichen an Silke Porath

Zwei Fragezeichen
Zwei Fragezeichen

_______________________________________________________________________________

silke-porathSilke Porath ist Autorin und Redakteurin. Sie lebt mit ihrem französischen Mann, einem reinrassigen italienischen Straßenköter, einem waschechten rumänischen Findelhund, einer griechischen Landschildkröte und neuerdings einem altdeutschen Mops in ihrer schwäbischen Heimat multikulti mit allerlei Kindern. Sie schreibt über kriminalistische Mönche, fröhliche WG-Kumpane und über alles, was ihr unter die Tastatur gerät.

www.silke-porath.de

_______________________________________________________________________________

 

Silke, was treibt dich an?

Meine Figuren. Die tauchen eines Tages auf wie Fremde, die um ein Glas Wasser bitten. Wir haben ein offenes Haus – also lasse ich sie hinein. Buchstäblich. Wir wachsen zusammen. Erleben so viel gemeinsam. Wir lachen. Wir leiden. Wir lieben und entlieben uns. Wir morden. Wir suchen das Böse. Finden das Gute. Aus dem Glas Wasser wird irgendwann eine Tasse Kaffee. Dann ein Glas Rotwein. Die meisten meiner Figuren begleiten mich schon seit Jahren.

Mit der Zeit sind sie sowas wie gute Freunde geworden. Die man ungern ziehen lässt. Als es zum Beispiel vom Ursprungsverlag hieß, dass aus den Mopsbüchern nur eine Trilogie werden soll, habe ich geheult. Weil ich noch so viel mit den Jungs erleben wollte. Ich war ein halbes Jahr lang wie deprimiert. Dann kam die Frage eines anderen Verlages, ob ich nicht einen vierten Band schreiben wolle. Klar wollte ich das und bin sofort wieder in meine Lieblings-WG eingezogen. Dass ich jetzt Outtakes aus den Romanen schreiben darf, macht mich hammerhappy.

Und natürlich sind da die Leser. Wenn mir jemand schreibt, dass er wegen eines Lachkollers beim Lesen eines meiner Bücher aus dem Wartezimmer des Arztes komplimentiert wurde – hey, das ist es, was zählt!

 

Und was macht für dich einen guten Text aus?

Sauschwere Frage. Trotzdem im Prinzip ganz einfach. Ein guter Text packt mich. Egal welches Thema, wenn die Sprache stimmt und der Autor es versteht, mich in seine Welt mitzunehmen, dann passt das. Ich liebe es, wenn ich beim Lesen atemlos werde, weil da ein Gerüst aus Worten entsteht, welches eine ganze Geschichte trägt. Dabei ist es egal, ob das ein Krimi, ein historischer Roman oder eine Kurzgeschichte ist. Ein guter Text ist dicht erzählt, hat Feinheiten. Und ist trotzdem so fluffig wie ein Schaumbad.

 

Vielen Dank für deine Zeit.

_______________________________________________________________________________

PS: Möchtest du an der Interview-Reihe „Zwei Fragezeichen“ teilnehmen?

Dann schreib mir.

C.

 

Klosterbräu – Silke Porath

Ich finde das Buch mehr witzig den spannend. Das stört mich allerdings nicht, ich lese nur wenige Krimis, und mag es nicht besonders, wenn man vor Aufregung mit klopfendem Herzen da sitzt und meint, sein Lieblingsermittler geht gleich Hops. Wer sowas möchte, ist hier ganz falsch und wird mit dem Buch wenig Freude haben. Hier gibt es keine Grausamkeiten oder viel Blutvergießen. In der schwäbischen Pampa geht es gemächlich zu. Beim Morden, wie beim Ermitteln.

Ich kann mit der gemächlicheren Form, hier, sehr viel mehr anfangen. Ich mag die Figuren, allen Voran Pater Pius und seine naive & liebenswürdige Art. Ich mag die Details, das Menschliche. Da wird noch vor dem Zahnarzt-Termin gebetet, da hat der Fischkopf „Männerschnupfen“, und da wird geschwäbelt. Es ist herrlich. Silke Porath schaut den Leuten aufs Maul, und ich finde es sehr amüsant und unterhaltend, das zu lesen.

Kurzbeschreibung

„Und jetzt ein kühles Spöttinger Bräu!“ Die Leute lieben das Spaichinger Bier, den Inhaber der Brauerei aber offensichtlich nicht: Er wird erwürgt. Mitten in der Klosterkirche. Pater Pius detektivischer Verstand arbeitet auf Hochtouren und als Kommissarin Verena Hälble einen Undercover-Mann braucht, schickt sie kurzerhand den Ordensmann nach Berlin. Und der gerät mitten hinein in einen Strudel aus Bier, Bonzentum und bitteren Wahrheiten.

Gedanken zu Klosterbräu – Silke Porath

Pater Pius erinnert mich immer an Don Camillo. (Als Kind habe ich gern alte Schwarzweiß-Schinken am Sonntag Mittag geschaut, mit meinem Vater, und wir haben uns zusammen beömmelt.)
Pius spricht auch immer mit dem lieben Herrgott, bekommt aber nicht so lustige Antworten wie Don Camillo. Ich mag den Pater Pius, einmal wegen diesem Mit-Gott-Sprechen. Solches Gottvertrauen empfinde ich immer als eine Verbindung zum Universum. Ich glaube, dass Leute die an nichts Glauben, weniger mit ihrer Umwelt in Berührung kommen, weniger sehen, was um sie herum passiert. Aber das ist jetzt so subjektiv wie nur was. Irgendwann, vor ein paar Jahren, als ich in mich hinein gehört habe, und kein „Lieber Gott“ über die Lippen brachte, und „Liebes Tagebuch“ doof fand, entschied ich mich für „Liebes Universum“. Das fühlt sich ganz gut an. (Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich auch ein bisschen dran, dass ich nach meinem Tod erfahre, dass mein ganzes Leben im Terry Pratchett Universum statt gefunden hat. Wir reiten auf einer Schildkröte durchs Universum.)
Ich schweife ab. Jedenfalls.
Pater Pius ist schlau, gleichzeitig aber schelmisch wie ein kleiner Bub. Er glaubt an die Wege des Herrn und handelt doch nach seinem Bauchgefühl, und dadurch wirkt er sehr sympathisch-menschlich. Und das macht Spaß zu lesen…
Jetzt muss ich noch raus finden wer der Mörder ist, wer den Baumann in der Kirche erwürgt hat.
Das Universum zum Gruße.

Klostergeist: Pater Pius ermittelt

Klostergeist: Pater Pius ermittelt [Broschiert]

Silke Porath (Autor), Andreas Braun (Autor)

 

Kurzbeschreibung

Pater Pius‘ Mörderjagd in der schwäbischen Provinz überzeugt auf ganzer Linie! Beste Krimiunterhaltung, bei der auch der Humor nicht zu kurz kommt. Lachen und Schaudern garantiert! Pater Pius, Superior des Spaichinger Konvents, feiert mit seinen Brüdern die Morgenmesse auf dem Dreifaltigkeitsberg. Als die Mönche in den kühlen Novembermorgen hinaustreten, fällt ein Mensch vom Klosterturm, direkt vor Pius‘ Füße: Es ist Manfred Engel, der Bürgermeister der kleinen Stadt.
Kommissarin Verena Hälble aus Rottweil und ihr Kollege Thorben Fischer leiten die Ermittlungen. Als dem neugierigen Pater Pius beim Trauergespräch mit der Witwe „zufällig“ ein Kontoauszug in die Tasche seiner Kutte flattert, mischt auch er sich ein …

 

Fazit;

Der Spaichinger an sich hält ja sein Prim-Städtle für den Mittelpunkt der Welt – nun ist das sogar literarisch dokumentiert. Mich freut es sehr, dass ich die Schauplätze kenne, der Dialekt wohlbekannt heimelig klingt, und die Eigenheiten der Schwaben bzw. die Beschreibung selbiger voll ins Schwarze treffen. Deshalb fühle ich mich zwischen all den Figuren des Romans sehr zuhause.

Letzte Woche war ich bei der offiziellen Buchpremiere in der Spaichinger Bücherei mit dabei – der echte Spaichinger Bürgermeister, Hans Georg Schuhmacher, der wohlauf ist und das Buch schon vorab lesen durfte, beglückwünschte Silke Porath zu ihrem Krimi. Dem schließe ich mich gerne an, ich hatte einen tollen Nachmittag mit dem Buch. Einige Male habe ich herzhaft gelacht, dann wieder mit gerätselt, wer es wohl gewesen sein könnte, und ein bisschen wird auch geflirtet, für alle ist was dabei.

Alle Figuren, Pater Pius und seine Brüder, die Ermittler Verena Hälble und Thorben Fischer, die Spaichinger Bürger, alle sind so detailgetreu gezeichnet, mir kommt es fast vor, als würde ich sie kennen. Nein, ich widerstehe der Versuchung Vergleiche mit echten Spaichingern anzustellen, und freue mich an den genauen Betrachtungen/Beschreibungen des Lebens in der süddeutschen Provinz. Es menschelt halt überall, da fällt dann auch mal jemand vom Kirchturm. Motive und Verdächtige gibt es genügend, klar, dass da Pater Pius die Polizei ein bisschen unterstützen muss. Logisch!

Das Buch schreit nach einer Fortsetzung! Ich hoffe der sympathische Pater Pius ermittelt weiter.

 

Broschiert: 227 Seiten

Sprache: Deutsch

ISBN-13: 978-3839211243