Hier ist was los

Diese Woche ist ganz schön was los. Am Freitag sind wir Shorties endlich mal wieder im Merlin zu Gast. So richtig mit Lesung und allem drum und dran. Am Samstag geht es dann gleich weiter: Schreibbude in Heilbronn, in der Kaffeebucht. Und am Sonntag, da bin dann auch ich mit von der Partie: Schreibbude in Stuttgart, vor der Staatsgalerie. Und wenn das alles nicht sehr super ist, dann weiß ich auch nicht. Sehen wir uns, hm?

Gruppenbild get shorties Lesebühne 2019
Gruppenbild get shorties Lesebühne

Mehr Infos unter www.getshorties.de

Termine im Juli

Jab, richtig gelesen. Termine. Ich habe Termine, wahnsinn. Natürlich draussen, also open air. Mit Abstand und allem drum und dran. Aber, es gilt trotzdem. Wir dürfen wieder, der gute Ingo hat organisiert und gezaubert und uns Shorties den Kalender gefüllt. Ich freu mich. Früher sagte ich an so einer Stelle „Das wird super“. In den letzten Monaten habe ich das nicht mehr gesagt, aus Gründen. Es gab keine Gelegenheit. Ich trau mich noch nicht, es wieder zu sagen. Vielleicht nächste Woche…

Und; ich brauche einen neuen Text. Manche Dinge ändern sich nie. Ohne diesen Last-Minute-Druck funktioniere ich nicht. Ich jongliere mit vier Entwürfen. Das Schwierigste an der Sache ist, wie immer, die Entscheidung für EINEN Text. Der soll es sein, in diesen stecke ich meine Zeit, meine Gedanken und Kreativität. Ich bin ein bisschen eingerostet. Aber Schreiben ist wohl wie Fahrrad fahren. Das verlernt man nicht.

Wir lesen uns.

Lesungen:

  • 10. Juli – Böblingen, Blaues Haus
  • 16. Juli – Heilbronn, Deutschhof
  • 23. Juli – Stuttgart, Merlin

Schreibbuden:

  • 11. Juli – Stuttgart, Staatsgalerie
  • 24. Juli- Heilbronn, Kaffeebucht
  • 25. Juli – Stuttgart, Staatsgalerie

Mehr Infos unter: www.getshorties.de

Photo by Pixabay on Pexels.com

Der erfundene Mozart

Schreibbude in Heilbronn

Heilbronn, 4. Juli 2020 / Nachlese

Ein Junge kommt zu mir an den Tisch. Er trägt ein Hiphop-Outfit, zumindest halte ich es dafür. Aber ich bin inzwischen alt und out und uncool. Was weiß ich schon. Der Junge hadert mit Worten, kämpft sichtlich. Nicht, weil er der deutschen Sprache nicht mächtig wäre, sondern weil der Gedanke so komplex ist, dass er das nicht einfach mal einer Fremden in der Fußgängerzone vermitteln kann. „Mozart“ sagt er schließlich. Ich schaue ihn an; Capi, T-Shirt, Jeans. Er ist noch in dem Alter, in dem Kinder das hören, was die Eltern mögen. Ich kriege den Wunsch und das Outfit nicht zusammen. 

„Michael Jackson“ sagt er, als ich ihn frage, welche Musik er hört. Aber das war später. Ganze Sätze sind nicht so sein Ding. Die kleine Schwester, ganz in rosa, dolmetscht uns. Sie sieht, selbstbewußt und klar, was hier passiert. Sie kennt ihren Bruder gut. Ich betrachte, kurz abgelenkt, ihre Haare. Die gehören gebürstet. Wild sieht sie aus, lange braune Haare schwirren ihr um den Kopf, wie elektrisch aufgeladen. Ob er ihr einen Luftballon über den Kopf gerieben hat? Assoziationsketten, das ist mein Ding, in meinem Kopf passieren viele Dinge, sehr schnell. Aber das ist manchmal auch hinderlich. Wenn zum Beispiel ein Kind vor mir steht, und nur langsam artikuliert bekommt, was es möchte. Wir klären also die Grundlagen. Ich sitze hier mit meiner Schreibmaschine und erledige Auftragsarbeiten. Gedichte, Kurzgeschichten, Briefe. Was eben gewünscht wird. 

„Schreibmaschinen“, sagt er, die kennt er. Der Papa hat eine. Er benutzt die auch. Die kleine Schwester ergänzt und erklärt mir, was der Papa beruflich macht, wie schwer es ist, auf einer Schreibmaschine zu tippen. Sie rubbelt, beim reden am Reißverschluss ihrer Jacke herum. Rubb rubb, rauf, runter. Ich mag sie, ich erkenne sie. Ich war auch mal eine kleine Schwester, die meinte, die Welt besser zu verstehen als die Großen. Die immer was dazu erklärte. Ich erkläre gern Dinge. 

Der Junge möchte also einen Schreibmaschinen-Text haben. „Mozart“, sagt er. Ich frage nach, und weiter und mehr. Es macht ja einen Unterschied ob es ein Krimi werden soll oder doch eine Geschichte über Elfen und Hausgeister. In meinem Kopf passiert schon wieder diese Sache. Ich krame im Erinnerungslager nach Sachen die ich von Mozart kenne oder über ihn weiß. Viel ist das nicht, muss ich beschämt feststellen. Die Schublade im Erinnerungslager ist praktisch leer. Im realen Leben geht aber das Gespräch weiter. „Nur das“, sagt der Junge. „Nein, keine weiteren Wörter“. 

Mehr braucht er nicht, aber ich schon um loslegen zu können. Also frage ich ihn, welche Musik er hört. Natürlich nicht Mozart. 

Michael Jackson zählt er auf. Und weitere Namen, von denen ich noch nie gehört habe. Weil ich bin ja inzwischen alt und out und uncool. Nicht, dass ich je jung, in und cool gewesen wäre. Als ich so alt war wie der Bub, habe ich Roy Black gehört, weil meine Mutter… ach lassen wir das. Eine unschöne Assoziationskette. Der Junge trägt mir einen Songtext vor. Ich kenne weder Interpret, noch Titel, und sein Englisch klingt so, als hätte er das noch nicht in der Schule. Wann fängt das an? In der fünften Klasse? 

Wieder kommt die Kleine zu Hilfe. Der Bruder hat ein Referat gehalten, in der Schule. 

Über Mozart, jetzt fällt der Groschen. Zumindest denke ich das. Aber ich habe natürlich keine Ahnung. Er will eine Geschichte über Mozart haben. So einfach, so schwer.

„Aber keine erfundene!“, ermahnt mich das wilde Mädchen.  Ich glaube, sie geht noch nicht mal zur Schule, durchschaut aber mich, den Bruder und alles. Rubb, rubb. 

Keine erfundene also, wär ja noch schöner. Einfach was dazuzudichten. Ich versteh das. Wenn man noch so jung ist, dann helfen nur Fakten und Tatsachen. Alles andere ist ja schon verworren genug. Mozart, tippe ich, war ein Wunderkind. Vermutlich hat er ganz viele Dinge gewußt und erklärt. So wie eine kleine Schwester das manchmal macht. Angeblich sollen Kinder ja ganz schlau werden, wenn sie Mozart hören. Also empfehle ich dem Buben Mozart zu hören, nicht nur Michael Jackson. Und die anderen.

Und manchmal ist es auch klug auf seine kleine Schwester zu hören. 

Schreibbude im Juni

Samstag sind die Kollegen und ich im Schreibbuden-Einsatz. Endlich, endlich darf ich mal wieder raus, vor die Tür. Was soll ich nur anziehen? Und muss ich dann lauter Corona-Texte tippen? Fragen, über Fragen. Sehen wir uns vor der Stadtbibliothek, hm?

  • Get Shorties Schreibbude
  • 20. Juni 2020
  • 14 bis 17 Uhr
  • Vor der Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänderplatz 1
  • Facebook

Die Schreibbude ist der Traum jeder Autorin und jedes Autors: Menschen, die man vorher nicht kennt, bestellen kleine Geschichten und Gedichte und haben sogar eine Vorstellung davon, worum es darin gehen soll. Und dann geht’s los.


Im Auftrag von Kulturämtern und Stadtbibliotheken werden wir tätig und hauen in die Tasten unserer alten mechanischen Schreibmaschinen. Heraus kommen kleine literarische Unikate zum Mitnehmen. 


(Grafik von Natalis Lorenz)

Termine im Juni

Mikro

Diesen Monat stehen zwei tolle Ausflüge an, aber die gehören eigentlich nicht in meine Termin-Liste. Ich will sie aber erwähnt haben, weil wenn das Wetter mitmacht und ich Fotos knipse, als gäbe es keine anderen schönen Orte auf der Welt, dann will ich die herzeigen und so kriegst du es dann doch mit. 🙂 Das wird super. Ansonsten bin ich wieder viel für die ge shorties Lesebühne bzw. für die Schreibbude unterwegs. Und mein VHS-Aquarell-Kurs fängt endlich an. Ich bin sehr gespannt.

07. Juni – Die get shorties Lesebühne zu Gast im Lapidarium!

Open Air! 19.30 Uhr gehts los.

15. Juni – Schreibbude in Stuttgart

Wir sitzen mit unseren Schreibmaschinen von 14 bis 17 Uhr vor der Stadtbücherei Stuttgart und nehmen Aufträge entgegen. Ein paar Stichworte, eine halbe Stunde Zeit und du bekommst deinen Wunschtext.

Link-Liste:

Lapidarium, Stuttgart
Ingo Klopfer im Einsatz. Lapidarium Stuttgart

Schreibbude im Mai

Wenn ich „Schreibbude“ sage, muss ich immer an die Peanuts denken. An Lucy, die in ihrer Bude sitzt und auf einem kleinen Schild steht „Doctor is IN“ und Charlie Brown kommt zu ihr, um ihr seinen Kummer zu schildern. Gut, er bekommt selten einen hilfreichen Tipp, aber irgendwas ist ja immer. Dieses Bild habe ich also immer vor Augen. „Writers are IN“.

Am Samstag war es wieder soweit. Unsere Schreibbuden-Saison ist offiziell eröffnet.

Ingo Klopfer guckt nach rechts. Was da wohl ist?

Ingo, Rainer und ich hauten in die Tasten. Irgendwie landen alle Drachen-Anfragen bei mir, aber das ist sehr okay. 😉 Wir haben noch gescherzt, ob es wohl zum regnen kommt oder nicht. Ingo meinte dauernd, dass es nur über Spaichingen, „da hinten, siehst du?“ schifft, aber hier in Stuttgart doch nicht. Als wäre Stuttgart regenbefreit. Ts.

Zwischendurch habe ich mir tatsächlich einen Sonnenbrand geholt, zum Schluss musste ich aber doch mit meiner Silver Reed nach drinnen flüchten. Was tragisch ist, weil unsere… nein, meine Aussichten waren sehr gut: Ein junger Mann vom Shuttle Service (früher sagte man „Rikscha“, heute eben „Fahrrad-Shuttle“) radelte immer sehr attraktiv und in Schritttempo an unserem Tisch vorbei… ich war dezent abgelenkt. Aber ich schwöre, ich habe alle Schreib-Aufträge fertig gekriegt.

Einer meiner Aufträge.

Das Prinzip der Schreibbude müssen wir immer wieder erklären, aber ich mache das auch gern: Die Kundschaft kann sich bei uns Texte wünschen. Je nach dem, wer da ist, eben Gedichte, Limericks, Briefe und Kurzgeschichten. Wir brauchen nur ein paar Stichwörter und eine halbe Stunde Zeit. Dann entsteht an der Schreibmaschine ein neuer Text, ohne Copy & Paste. Jeder Text ist ein Original, ein Unikat. Ohne Durchschlag, mit Tippfehlern, meiner Meinung nach die Schönheit des Umperfekten. Aber persönlich.

Skeptisch in die Sonne blinzeln

Ich schreibe auf einer Silver Reed Schreibmaschine mit lila Farbband. Ich sag’s nur.

Weiter geht’s am 15. Juni. (Achtung, vorher ist noch die Lapidarium Lesung!)

Grüßerei,

Carolin

Link-Liste:

Hashtag-Lexikon

#getshorties #Lesebuehne #Schreibbude #Shortietogo #CMHafen #ShortStory #Typewriter #Schreibmaschine

Neue Schreibbuden-Termine

Am Samstag geht es wieder los. Wir Shorties sitzen mit unseren analogen Schreibmaschinen vor der Stadtbibliothek Stuttgart und schreiben Texte auf Zuruf. Komm vorbei, gib mir drei Stichwörter und ich schreibe dir, in einer halben Stunde, eine kleine Geschichte. Nur für dich. Ein Unikat, ein Original, ohne ‚Copy & Paste‘.

Unsere Termine dieses Jahr:

Samstag, 25. Mai 2019 / Stadtbibliothek Stuttgart / 14 bis 17 Uhr

Samstag, 15. Juni 2019 / Stadtbibliothek Stuttgart / 14 bis 17 Uhr

Samstag, 13. Juli 2019 / Stadtbibliothek Stuttgart / 14 bis 17 Uhr

Samstag, 17. August 2019 / Stadtbibliothek Stuttgart / 14 bis 17 Uhr

Samstag, 21. September 2019 / Stadtbibliothek Stuttgart / 14 bis 17 Uhr

Weitere:

Mittwoch, 19. Juni 2019 / Bundesgartenschau Heilbronn / 14 bis 17 Uhr

Samstag, 20. Juli 2019 / Kulturfest Crailsheim / 14 bis 17 Uhr

Mittwoch, 18. September / Bundesgartenschau Heilbronn / 14 bis 17 Uhr

Sonntag, 06. Oktober 2019 / Stadtfest Asperg / 14 bis 17 Uhr

Sonntag, 20. Oktober 2019 / Ludwigsburg / 12 bis 16 Uhr

Samstag, 26. Oktober / Literaturtage Öhringen / 10 bis 13 Uhr

www.getshorties.de

Termine im Februar

Stuttgart

Die get shorties Lesebühne auf Tour:

Gruppenbild im Merlin Kulturzentrum

Spaichingen

Carolin Hafen liest aus ihrem Roman „From Spring to Winter: London in Love“

Marbach am Neckar

Die get shorties Lesebühne auf Tour

Asperg

Die get shorties Lesebühne auf Tour

Stuttgart: Kinder- und Jugenbuchwoche

© Ingo Klopfer


Kauzige Grüße

Letzte Woche habe ich dir meine neue Schreibmaschine vorgestellt. Die Brother Deluxe 220. Inzwischen weiß ich, dass Brudi ein sehr lustiges Schriftbild hat, die Buchstaben hüpfen wie übermütige Kinder durch die Gegend. Wer einen kauzigen Gruß wollte, hat auch einen bekommen. Doch Simone wollte lieber einen Text gegen schlechte Erinnerungen. Irgendwie habe ich mich total auf diese Kauz-Sache eingeschossen. Das ist jedenfalls dabei heraus gekommen. Voilà.