Das Damengambit

Walter Tevis – Das Damengambit

Ich hab die Serie auf Netflix gesehen und nun das Buch auf Deutsch gelesen. Ich kann das gut, Geschichten in allen Formen genießen, auch doppelt und dreifach. Als Buch und Hörbuch und dazu dann Film bzw. Serie. Gut, ich maule auch regelmäßig den Fernseher an: „Das war im Buch aber ganz anders!“ Aber das gehört zur Performance dazu, sonst weiß doch keiner, dass man ein Klugscheißer ist. 😉

Jedenfalls.

Beth Harmon kommt, nach dem Tod ihrer Mutter ins Waisenhaus. Dort werden die Kinder mit Beruhigungspillen vollgestopft. Nicht auszudenken, die Kinder würden in ihrem elternlosen Dasein auch noch übermütig spielen. Durch Zufall landet die 8-jährige Beth im Keller, beim Hausmeister Mr. Shaibel. Der spielt dort Schach. Beth ist sofort fasziniert, aber Mr. Shaibel ist nicht der einzige Mann der meint, Schach sei nichts für Mädchen. In Beths Leben ist er einfach nur der Erste. Sie lernt schnell, bleibt hartnäckig und auch wenn sich da keine innige Freundschaft entwickelt, so immerhin eine Art Zuneigung und Respekt. Das Mädchen kann ja doch was. Beth lernt also zwei Süchte kennen: Die Beruhigungspillen ohne die sie nicht Schlafen kann, und Schach. Ein Ausweg aus der Tristesse. Ihr Leben ist bald davon geprägt darüber nachzudenken, wie sie an mehr Tabletten heran kommt und wie sie die Figuren über 64 Felder schiebt. Später wird sie adoptiert, sie bleibt den Pillen und dem Schach treu und legt eine Karriere hin. Mit Höhen und Tiefen.

Der Roman ist 1983 erschienen und Walter Tevis konnte nicht ahnen, dass sein Stoff mal zu einer Netflix-Serie werden würde. Man könnte aber meinen, er hätte den Roman genau dafür geschrieben. Ich bin selten mit einer Verfilmung 100-prozentig zufrieden. Hier schon. Die Sprache von Walter Tevis ist bildhaft und schlicht. Seine Figuren entstehen nicht durch lange, ausführliche Beschreibung, sondern durch Handlung. Was sie tun, lässt sie lebendig werden. Das ist schön, das hat Tempo.

Nur weil ich als Kind gelernt habe, welche Figur wie über das Brett marschieren darf, bedeutet das nicht, dass ich irgendeine Ahnung vom Schach spielen hätte. Das macht aber nichts. Die Partien die Beth spielt, ihre Siege und ihre Niederlagen sind im Buch sowie in der Serie so anschaulich dargestellt, dass es wie ein Krimi wirkt. Spannend. Schach, das klingt ja eigentlich erst Mal langweilig. Ich denke an die Zeit zurück, als ich meinem Vater, mit baumelnden Beinen, gegenübersaß und genervt darauf wartete, dass er endlich den nächsten Zug macht. Beth lässt mich nicht warten.

Es geht aber natürlich nicht nur ums Schach spielen. Beth, die wahnsinnig viel Talent hat und intuitiv spielt, hat mehrere Probleme. Zum einen ihre Sucht, ihre eigenen Dämonen in Form vorn Selbstzweifel und Einsamkeit. Mrs. Wheatley, also die Frau, die Beth adoptiert, unterstützt ihre Stieftochter. Allerdings nicht aus Überzeugung, sondern weil ihre Lebensumstände es erfordern. Sie müssen sich beide durchkämpfen. Und schließlich trifft Beth auf einen Gegner, den sie nicht bezwingen kann. Borgov.

Ich habe die Serie mit Begeisterung geschaut, und auch das Buch in vollen Zügen genoßen. Beth ist kein gefälliges, hübsches Mädchen. Schach ist kein Metier, das „Herzlich Willkommen“ ruft. Anya-Taylor Joy hat Beth ein ausdrucksstarkes Gesicht gegeben. Walter Tevis hat eine faszinierende Frau in eine Männerwelt geschubst. Ich hab das herzlich gerne gelesen/geguckt. Und möchte es hiermit weiter empfehlen. Beides. In Bild und Text.

★ ★ ★ ★ ★

Walter Tevis – Das Damengambit

Roman / Diogenes Verlag

Übersetzer: Gerhard Meier

ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3257071610

Immer noch wach

Immer noch wach – Fabian Neidhardt

Alex bekommt die Diagnose Krebs. Noch nicht mal 30, gerade im Leben angekommen. Er ist mit seiner Freundin zusammen gezogen, hat mit seinem besten Freund ein Café eröffnet und jetzt das.

Fabian Neidhardt erzählt diese Geschichte lakonisch, mit leichten Andeutungen und sehr wenig schmückendem Beiwerk. Ich mag diesen Stil und weiß es zu schätzen. Für Geplänkel habe ich keine Zeit, ich bin eine ungeduldige Leserin. Alex hat auch keine Zeit (mehr). Die einzelnen Szenen kommen daher wie ein Film, mit harten Schnitten. Es gibt keine Übergänge, keine ausschweifenden Beschreibungen, die bildhafte Sprache untermalt das noch. Alex hat also Magenkrebs, genau wie sein Vater. In seiner Reaktion schwingt ein gewisser Todeswunsch mit. Als der Vater nach langem Leiden stirbt, ist Alex gerade mal 7 Jahre alt und er weiß zwei Dinge:

  1. Auch ihn wird der Krebs eimal erwischen.
  2. Er will nicht, dass seine Angehörigen seinen letzen Kampf mitansehen müssen, in einem Krankenzimmer, dass nach Scheiße stinkt.

Nach der Diagnose will er keine Behandlung, keine weiteren Untersuchungen, es schwingt ein unterschwelliges „Endlich“ mit. Als hätte er schon lang darauf gewartet, dass es ihm wie seinem Vater ergeht, und er sich in diese Situation hineinfallen lassen kann. Er erinnert sich an das Sterben und auch an das danach. Wie seine Mutter in ihrer Trauer beinahe verschwand. Nur sein Freund Bene war ihm Halt und Trost. Jetzt, Jahre später hat Alex Mühe, seiner Freundin Lisa und seinem besten Freund Bene begreiflich zu machen, was ihn umtreibt. Warum er egoistisch sein, in ein Hospiz gehen und ohne „Zeugen“ im Sinne von Leidtragenden sterben möchte.

Ich verstehe Alex in seinem Wunsch; wenn man beim Sterben nicht egoistisch sein darf, wann denn bitte dann? Aber auch die Position der Freunde ist verständlich, die ihn anschreien: „Kämpfe. Wehr dich gegen den Krebs. Lass das nicht so geschehen.“ Sie möchten für ihn da sein, ihn begleiten.

Doch Alex setzt sich durch. Er hat eine Löffelliste, gut, die ist sehr kurz, aber immerhin. Er regelt seine Angelegenheiten, verabschiedet sich, feiert eine letzte Party, wohnt seiner eigenen Beerdigung bei. Eine Beerdigung ist für die Angehörigen, nicht für den Verstorbenen. Sind wir nicht alle neugierig, wie sich unsere Lieben von uns verabschieden? Was sie am Grab sagen?

Alex steigt in einen Zug, fährt kilometerweit, um in einem Hospiz, allein und ohne Trost oder Beistand seiner Freunde zu sterben. Aber wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Hier nimmt die Geschichte nochmal eine Wendung, Alex geht in eine Richtung, die ich vermutet habe, gleichzeitig überrascht er mich. Spoilerfrei kann ich sagen, dass er eine ganze Menge lernt. Über sich, über Abschiede, über das Leben und das Für-jemanden-dasein-wollen. Im Hospiz lernt er Kasper kennen, der ist auch allein. Allerdings unfreiwillig. Die beiden freunden sich an, während sie auf ihr Ende warten. Sterben, das geht nicht so schnell. Alex ist für Kasper da, aber nicht nur das. Alex erweitert seine Löffelliste. Kurz dachte ich, ach das wird jetzt wieder so eine Das-Beste-kommt-zum-Schluß-Geschichte. Ja und Nein. Es ist eine Geschichte über Zeit. Über geschenkte Zeit und darüber, was man damit anfangen kann und will und mit wem.

Ich hab das Buch gern gelesen und mit einem Seufzen und einem guten Gefühl in der Magengegend zugemacht. Ein bisschen Zeit ist noch.

★★★★★

Lese-Monat März

Mein Lese-Monat März 2021

Für meine Verhältnisse habe ich nicht viel gelesen. Aus Gründen. Ich arbeite viel, stressbedingt ist mir konstant schwindelig und die Gesamtsituation setzt mir zu. Ich will keine Nachrichten mehr gucken, ich habe den Eindruck, dass alle Informationen nur noch ein paar Stunden gültig sind. Dann spielen unsere PolitikerInnen Maßnahmen-Roulette und plagen mich (uns) mit neuen Beschlüssen ohne Sinn und Verstand. Jedenfalls.

Ich höre immer noch „ES“ gelesen von David Nathan. Wenn es die Kombination aus Stephen King und David Nathan nicht gäbe, man müsste sie erfinden. Ganz dringend. Das Buch ist großartig. Selbst, wenn King jetzt auf der Schlußgeraden noch das Ende verkackt, kann ich sagen, dass „ES“ das Potenzial zum Lieblingsbuch hat. Bisher sind auf dieser Pole-Position alle Romane von John Irving, aber dieses Podest wackelt gerade gehörig. Ich hab jetzt einige Sachen von King gelesen bzw. gehört und die ganze Sache wurde besser und besser. Ich meine die Bill-Hodges-Trilogie, als Beispiel. Oder „Das Institut“. Und „Der dunkle Turm“ sowieso. Und meine aktuelle Lektüre ist spannend und vielschichtig. Sie ist komplex und authentisch. Ich staune und bin völlig begeistert wie King diese sieben Persprektiven der Hauptfiguren aufeinander aufbaut und die Geschichte in zwei Handlungssträngen nebeneinander herlaufen lässt: 1958 und 1985 und alles ist verbunden. Und dann noch David Nathan, der Pennywise seine Stimme verleiht. Es ist kein Hörbuch, viel mehr ein Hörspiel. Jeder Charakter hat seine eigene Stimme. Und wenn ich mit dem Buch durch bin, fange ich einfach noch mal von vorne an. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Jedenfalls.

Ich habe nicht viel gemalt oder gedoodelt in letzter Zeit. Der Schwindel, der meine Rübe beherrscht, hat das verhindert. „Wenn mir der Helm kreiselt“, wie wir in meiner Familie dazu sagen, weil von 5 Personen 3 daran leiden, dann dreht sich das Zimmer und auch mein Hirn um die eigene Achse. Allerdings in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Deshalb bin ich auch mit den Draw-with-Rob-Videos nicht auf dem Laufenden. Aufs Handy oder nach unten auf ein Buch zu gucken, macht die Sache schlimmer. Aber ich habe das Activity-Book fertig ausgefüllt. Das Buch ist noch letztes Jahr erschienen, ich glaube, es gibt inzwischen drei oder vier Nachfolge-Bände. Allerdings habe ich hier noch zwei Malen-lernen-Bücher von Kritzelpixel und ein Kreativ-Buch von Sinah Birkner hier. Und ich werde erst die ausmalen, bevor ich wieder was Neues kaufe. Wer meinen Instagram-Feed verfolgt, weiß wie gern ich die kleinen Motive von Rob nach doodle. Ich hatte und habe immer noch viel Spaß mit seinen Videos und fand auch das Buch gelungen. Das Papier ist dick genug um die Übungen im Buch mitzumachen. Da es für Kinder gedacht ist, die ihre fertigen Werke gern an die Kühlschranktür hängen wollen, ist das Papier auch perforiert, damit sich die Seiten leicht heraus trennen lassen. Die Anleitungen sind, wie auch in den Videos schlicht und leicht nachzuvollziehen.

Ich werde ja regelmäßig gefragt, was denn meine Bilde sollen und ob ich anstrebe, meine Bücher irgendwann selbst zu illustrieren, ob ich damit Geld verdienen will. Letzteres Frage klingt immer etwas mitleidvoll, so als ob ich ganz schlechte Chancen hätte, das zu verwirklichen mit meinen Talenten. Ich sehe das so (und das gilt für alle meine Hobbys): Ich mache Sachen. Lesen, malen, puzzeln, Origami falten. Was auch immer. Ich mache sie, weil sie mir Spaß machen. Ich kann nicht genau erklären, warum es mich in bestimmte Richtungen zieht, warum ich mich für Japan interessiere, für Vulkane, für Bonsai-Bäume und Kampfkunst. Ich weiß, dass es so ist, und gebe dem nach. Häkeln finde ich total fad. Kann ich nichts mit anfangen, interessiert mich nicht, daher werde ich es auch nicht lernen. Ich bin wohl nicht zu doof dafür, nur zu wenig interessiert. Unter allen Sportarten, die ich schon ausprobiert habe, und allen Dingen, die ich regelmäßig mache, ist mir Joggen die liebste Bewegungsform. Das bin ich, das kann ich gut. Ich bewege mich, bin an der frischen Luft, gebe meinem Drang mich zu bewegen und meiner inneren Unruhe nach. Aber ich muss an keinem Wettbewerb teilnehmen, ich muss mich nicht mit jemandem messen, ich brauche keine Medaille, ich muss nicht die Beste sein. Weder beim Origami falten, noch beim Joggen und auch nicht beim malen. Ich habe keinen Leistungsdruck, ich mache ihn mir auch nicht. Meine einzige Motivation ist der Spaß an der Sache. Ich muss keine Profession daraus machen, kein Geld verdienen. Wenn ich ein Puzzle zusammen gelegt habe, kommt es am Schluß, wenn ich fertig bin, wieder in die Schachtel. That´s it. Falls es dir ähnlich geht, und du einfach aus Spaß an der Freude malen möchtest, dann empfehle ich herzlich die Videos und Bücher von Rob Biddulph. Einfach so.

Rob Biddulph – Draw with Rob ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Erich Kästner hatte Geburtstag. Im Februar. Da habe ich festgestellt, dass mir „Das fliegende Klassenzimmer“ im Regal fehlt. Kästner mag ich seit meiner Kindheit, jetzt habe ich das wieder aufgefrischt. Ich bin überrascht wie akkurat das Buch verfilmt würde, aber das nur am Rande. Kästner hat in seinen Büchern das (für mich) richtige Maß an kindlicher Magie. Eine Welt, in der die Kinder zusammen halten, alles noch eine Art Zauber innehat und ich meine jetzt nicht das Genre Fantasy oder magischen Realismus. Ich meine die Art Geschichte, in der das Gute am Schluss siegt. In diesem Fall, beim fliegenden Klassenzimmer wird es am Schluß kurz kitschig. Das verzeihe ich ihm aber, weil es so gehört. Eine zeitlose, schöne Geschichte über kluge und mutige Freundschaften. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Erfindung der Sprache“ erinnert mich ein bisschen an „Was man von hier aus sehen kann.“ Letzteres hat auch Lieblingsbuch-Potenzial. Ich liebe es sehr, habe es mehrfach gelesen (und gehört), kann man auch nachlesen, hier nämlich. Die Geschichte um Adam, der seinen verschwunden Vater sucht, und dessen schrullige Familie hat viel Schönes. Anja Baumheier erklärt ihren LeserInnen, Achtung, das hier ist die Heldenreise und so läuft das ab. Wenn man mit dieser Erzählform vertraut ist, weiß man, was auf einen zukommt. Ich fand die Schrullen von Adam liebenswürdig, als Figur kriegt er und seine Familie mein ganzes Herz. Ich bin selber im Asperger Apektrum, seine Listen und seine Liebe zu bestimmten Zahlen kann ich nachfühlen, vielleicht sogar besser als gut für mich ist. 😉 Mit den Wortkreationen, mit den sehr langen Erfindungen und Neuschöpfungen hatte ich ein bisschen Kummer, aber das ist Geschmackssache, das ist kein wirklich objektiver Kritikpunkt. Einzig das Ende kam mir etwas zu wohlgefällig daher. Das kann ich aber nicht spoilerfrei erklären. Ich hab es gern gelesen, kann es auch herzlich weiter empfehlen, gebe aber aus Gründen nur vier ⭐️⭐️⭐️⭐️.

Lese-Monat Februar

Lese Monat Februar 2021

Ich bin schon wieder spät dran, der März ist fast um und ich komme hier noch mit meinem Lese-Monat Februar angelatscht. Interessiert es dich noch? Ich hoffe doch. Jedenfalls. Dieses Jahr, samt Pandemie und Gesamtsituation ist eine Zeit der Extreme. Aktuell arbeite ich viel, aus Gründen, und die Zeit rast dahin. Ich mit ihr, in meinem Hamsterrad. Ich komme überall zu spät, nicht nur in meinem eigenen Blog. Also, hier ist meine Februar-Lektüre.

Stephen King – Band 3 / Verrat (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Stephen King – Band 4 / Der Untergang Gileads (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Graphic Novels begeistern mich sehr, überhaupt bin ich im King-Fieber. Man kriegt noch mal einen ganz anderen Einblick in das Turm-Universum. Ich kann das nicht spoilerfrei erklären, weiß aber jetzt, warum das Horn des Arthur Eld so wichtig war. Vermutlich wusste ich das früher schon, als ich die Romane gelesen habe, allerdings ist diese Info irgendwo auf dem Weg hier her verschütt gegangen und jetzt weiß ich es wieder, und das freut mich. Aktuell höre ich noch „Es“, das Buch ist umfangreich, gefühlt lausche ich schon vier Wochen, und es dauert wohl nochmal so lange, bis ich das Abenteuer bestanden habe. Ich finde es großartig wie Stephen King die Geschichte aufbaut und aufdröselt, schließlich sind es sieben Hauptfiguren, und eine Ansicht nach der anderen bzw. ein Ereignis baut auf das andere auf, es ist ganz logisch und schlüßig und spannend und detailreich. Da ist nichts unnötig, nichts zu viel, eins führt zum anderen, wie ein rauschender Fluß. 

Jenny Colgan – Die kleine Sommerküche am Meer ⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich kenne Jenny Colgan als Kinderbuch-Autorin, ich liebe ihre „Polly and the Puffin“ Reihe sehr. Ganz wunderbare Geschichten für Kleine und Große; die vier Bücher kann ich herzlich empfehlen.

Jenny Colgan schreibt offensichtlich in mehreren Genre, warum auch nicht? Ich weiß nicht, warum man AutorInnen da so festnagelt, nach dem Motto, wenn du spannend Leute abmurksen kannst, dann kannst du keinen Humor haben oder wenn du für Kinder schreibst, sind deine Themen zu banal für richtige LeserInnen. Alles Blödsinn, IMAO. Wenn jemand richtig gut Pizza bäckt, trau ich demjenigen auch einen lecker Nachtisch zu. Jedenfalls. 

Ich bin regelrecht durch das Buch geflogen, fand die Figuren und den Schauplatz toll, ich musste auch ein paar Mal herzlich lachen, weil das Ganze noch mit einer Prise schwarzem Humor gewürzt war, und damit kriegt man mich eben. Schön und lustig. Dieses Buch lag nun schon ewig auf meinem SUB und hat mich im Februar besonders angelacht. Aus Gründen. Verreisen, zumindest auf Papier, geht ja immer.

Pilcher – Stürmische Begegung ⭐️⭐️⭐️

Auf meinem SUB lag auch ein Pilcher-Roman, den ich gleich nach dem Colgan-Buch zur Hand genommen habe. Wenn schon Liebesschwüre und Kitsch, dann gleich richtig, oder? Ich habe zwei Liebesgeschichten geschrieben (London und Nina) und hatte einen ganz pragmatischen Gedanken: Wenn man in diesem Genre schreibt, sollte man wissen, was die anderen machen. Und Rosamunde Pilcher ist so ein Name, an dem kommt man nicht vorbei. Bei Liebe und co. denkt man unweigerlich an Pilcher. Ob man die Bücher nun gelesen hat, oder die Filme lieber mag. Sie ist wohl die Mutter aller… ja, was eigentlich? Ich habe Cornwall und Kitsch und ein Happy End erwartet. Jetzt ist dieser Roman aber kaum eine Liebesgeschichte. Bis zwanzig Seiten vor Schluß wartete ich darauf, dass da noch was kommt. Sie und er und das „glücklich bis an ihr Lebensende“. Das Buch ist solide geschrieben, aber mir fehlt so manches. Die Figuren blieben blaß, ich bin nicht so wirklich abgetaucht. Es trifft nicht ganz meinen Geschmack, aber das ist ja nur Meinung, kein Qualitätsmerkmal. Aber wenn mich eine*r nach Liebesglück in Buchstabenform fragen würde, dann würde meine Empfehlung einen anderen Namen tragen. 

Frank Berzbach – Die Schönheit der Begegnung Seite – abgebrochen 

Ich kenne Frank Berzbach sonst nur als Sachbuchautor und kann, als Beispiel „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ herzlich empfehlen. Ich störe mich nicht an Leuten, die in verschiedenen Genre schreiben. Dachte ich zumindest. Das Buch lag jetzt ewig auf meinem SUB, und nun schnappte ich es mir und legte los. Im Untertitel heißt es „32 Variationen über die Liebe“. Schön und gut, dachte ich, klingt ja nett. Liebe – nach Colgan und Pilcher; da steck´ ich thematisch ja grad voll drin.

Bei der vierten Variation war ich genervt. Da entwickelt sich nichts. Mir war nicht explizit klar, dass ich eine Entwicklung brauche. Aber mit jedem Kapitel zurück an den Anfang zu müssen ist wie Mensch-ärgere-dich-nicht spielen. Ich gehöre normalerweise nicht zu den Menschen, die Brett und Figuren durch die Gegend werfen. Aber ich bin auch noch nie so oft raus geworfen worden. Während des Lesens wurde ich zornig, dann hab ich das Buch abgebrochen und in eine Ecke gepfeffert. Das geschieht selten. 

Es geht inhaltlich darum, dass er eine Frau kennen gelernt hat und erzählen will, wie sie sich begegnet sind. Und diese Story gibt´s dann in verschiedenen Variationen. Wäre ja eine hübsche Idee, eigentlich. Sie lernen sich kennen, steigen nach 5 Minuten miteinander ins Bett (was in meinen Augen sexuelle Anziehungskraft ist und noch keine Liebe, aber sei´s drum) und verkaufen mir dieses Verhalten dann also großes Liebes-Glück. Kann er ja meinen. Dann kommt eine Variation, sie sind beide für eine Woche in einem Religions-Seminar, irgendwas Katholisches. Statt hübsch keusch zu sein und zu beten, ficken sie. Auch das wäre für mich völlig okay. Aber dann werden Wörter wie Schwanz und Arsch schamhaft mit **** ausgeblendet. Ich verstehe sowas nicht. Was denken sich Verlag und Autor dabei? 

Wenn du Schwanz meinst, dann schreib das doch hin. Und wenn du dich für das Wort schämst, dann verwende was anderes. Ich habe also beim Lesen das Gefühl, dass der Autor beim Schreiben rote Ohren gekriegt hat, weil er im nächsten Satz schon wieder alles relativiert im Sinne: Alles ausgedacht. Ich bin so ein cleveres Kerlchen und ach so einfallsreich.

Echt jetzt? Dann spar dir das doch. 

Jede Variation endet damit: So begann es mit uns. Genau so. Nur diese eine, die ist ausgedacht, is klar, ne?

Also wenn man ein Buch in der Ich-Form schreibt, muss man dem Leser auch zutrauen, dass er das einordnen kann, also ob das biografisch ist oder nicht. Mir persönlich ist der Wahrheitsgehalt völlig schnuppe. Darüber denke ich nicht nach. Aber wenn der Autor hergeht und wie ein schlechter Taschenspieler alle seine Tricks verrät, sich sogar outet: Ich lüge dich an! Dann falle ich komplett aus dem Buch raus. 

In jedem Kapitel freuen sie sich, dass der jeweils andere das richtige Shirt anhat und den richtigen Musik-Geschmack. Das sie Christen sind, keine Drogen nehmen, und bumsen können bis zur Erschöpfung. Das muss ich nicht 32 Mal lesen. Wirklich nicht. 

Lese-Monat Januar

Mein Lese-Monat Januar war sehr Stephen-King-lastig. Ich denke, ich habe schon ein paar Mal erwähnt, das John Irving mein Lieblingsautor und geistiger Mentor ist. Stephen King macht ihm diesen Platz gerade streitig. Noch gewinnt Irving, aber insgesamt bin ich von King schwer beeindruckt. Ich kann noch so viel von ihm lesen, ich habe nie den Eindruck, dass er sich wiederholt. Seine Geschichten gleichen sich nicht, er hat seine Details im Griff, und ich tauche immer wieder völlig in seine Welt(en) ab. Ich glaube King ist ein großer Menschenversteher mit sehr viel Mitgefühl. Anders kann ich mir seine glaubhaften und tollen Charaktere nicht erklären.

Gut, David Nathan als Hörbuchsprecher (der Beste männliche Hörbuchsprecher, meiner Meinung nach) tut da sein Übriges. Ich war gleich heute in der Bücherei und habe mir das nächste Hörbuch ausgeliehen. Ich will ja nicht auf kalten Entzug gesetzt werden, mitten in einer Pandemie. Ich glaube, das ist doof. 😉 Jedenfalls.

Das Buch von Daniel Schreiber habe ich mal aus irgendeiner Bücher-Kiste mitgenommen und auch nur deshalb, weil ich den Namen kannte: Er hat eine Biografie über Susan Sonntag geschrieben. Die habe ich (Asche auf mein Haupt) noch nicht gelesen, kenne aber Texte von Daniel Schreiber und dann dachte ich: Wird schon nicht verkehrt sein, dass Buch mitzunehmen. Nun ist es so: Ich habe mir für 2021 vorgenommen meinen Stapel ungelesener Bücher (kurz SuB) endlich Herr zu werden. das bedeutet, ich muss, statt dauernd neue Bücher zu kaufen, endlich mal die lesen, die ich Zuhause habe. Allerdings habe ich keine Lust mehr Bücher zu lesen, die mich langweilen. Ich möchte ganz klar sagen: Langeweile ist kein Kriterium. Das macht ein Buch nicht schlecht. Es bedeutet nur, dass ich nicht in der Zielgruppe dafür bin. Ich bin wahnsinnig ungeduldig, leide dauernd an Zeitmangel. Früher habe ich mich durch Bücher hindurchgequält, wenn ich dachte, dieses oder jenes sei „Bildung“, das müsse man… bla bla bla. Einen Scheiß muss ich. Im letzten Jahr habe ich sehr viel Stephen King gelesen bzw. gehört, und dabei festgestellt, dass mich kein Einziges seiner Bücher langweilt oder mühevoll zu lesen ist. Da war ich von Seite 1 an mit Begeisterung dabei. Und das hat dazu geführt, dass meine Ungeduld die Oberhand gewonnen hat. Wenn du dir meine Lese-Challenge anschaust, wirst du feststellen, dass die Liste mit den abgebrochenen Büchern (aus welchen Gründen auch immer) schon ziemlich lang ist. Ich lese 10% eines Buches, und wenn es mich dann nicht packt, lege ich es weg. Wie gesagt, das macht das Buch nicht schlecht. Ich habe keine Zeit und auch keine Lust mehr mich abzumühen. Lesen soll Spaß machen. Einen Zugewinn bringen. Ob nun Weltflucht, Input, Spannung oder Trost ist dabei egal. Nur anstrengend darf es nicht sein. Bzw. darf es schon, aber ich will das aktuell halt nicht mehr. Ich habe auch schon „schwere“ Bücher gelesen, die mich herausgefordert haben, die mich aus meiner Komfortzone geschubst haben, das ist alles ok. Aber wenn nichts in mir anklingt auf das geschriebene Wort, nein… dann hab ich keine Geduld mehr. Das war ein langer Prozess und er ist auch noch nicht abgeschlossen. Bei dem Buch von Daniel Schreiber habe ich mehrfach mit mir gehadert. Es ist nicht schlecht geschrieben, und mit seinen Ansichten über Alkoholismus hat er sicher Recht. Ich brauche auch keine Nabelschau oder den schonungslosen Seelen-Striptease eines Ex-Trinkers. Und dennoch, irgendwas fehlte hier. Es war seltsam distanziert, teilweise belehrend und ja sorry… langweilig.

Jedenfalls. Die Bücher, die mich begeistert haben, habe ich auch rezensiert.

In der Wortreich-Anthologie bin ich mit einer Kurzgeschichte vertreten, es wäre seltsam, das Buch zu rezensieren. Ich wollte wissen, was die KollegInnen des BvjA-Stammtisches abgeliefert haben und einige Texte kannte ich schon. Auch wenn ich befangen bin, kann ich das Buch gut weiter empfehlen: Abwechslungsreiche Kurzgeschichten von AutorInnen aus der Region. Support your local writer, gell.

„Der Anschlag“ war sehr, sehr spannend und eine komplexe Zeitreise-Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Jake Epping kann (aus Gründen) in der Zeit zurück reisen und versucht das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Er landet im Jahr 1958 und muss die Zeit „absitzen“ bis 1963 und wie das Leben so spielt: Es wollen noch mehr Leute gerettet werden. Wer weiß schon auf wen man welchen Einfluß hat? Die Vergangenheit ist aber ziemlich bockig und will sich nicht ändern lassen. Großartig gelesen von David Nathan. 

  • Stephen King – Der Anschlag (Hörbuch, gelesen von David Nathan) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Der dunkle Turm Band 2: Der lange Heimweg (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • J. D. Salinger – Der Fänger im Roggen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Daniel Schreiber – Nüchtern ⭐️⭐️⭐️
  • Marc Bensch / Joachim Speidel – Wortreich Anthologie ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Katharina Konte – Zeichnen mit Watercolor Effekt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Der Fänger im Roggen

Ich habe das Buch in meinen Zwanzigern zum ersten Mal gelesen. Damals habe ich Holden nicht verstanden. In meiner Erinnerung ist er ein unsympathischer Jammerlappen. Nun, mit über dreißig Jahresringen am Leib (man wächst ja, nech?) sehe ich das anders. Und bleibe dabei: Bei manchen Büchern lohnt sich das wieder-lesen. Holden Caulfield als unreifes Bübchen zu bezeichnen greift zu kurz, es ist zu leicht. 

Allein der Name. Holden – to hold – festhalten. 

Caulfield – der Netzfänger. 

Der Name spricht, er sagt mir viel über die Figur. Und über die Gründe, warum „Der Fänger im Roggen“ eine zeitlose Geschichte ist. 

Holden ist von der Schule geflogen. Er ist nicht dumm, daran liegt es nicht. Er weiß, was von ihm erwartet wird. Er weiß es genau. Aber er hat keine Lust diesen Erwartungen zu entsprechen. Er hat den (wiederholten) Rausschmiß provoziert. Es ist Freitag Abend, seine Eltern erwarten seine Rückkehr vom Internat erst am Mittwoch. Und so treibt er wie ein Blatt im Wind durch New York. Verzeih mir das kitschige Bild, aber Holden würde es wohl gefallen. 

Ihm ist alles verhaßt, seine Gejammer und seine Klagen haben alle eine Adresse: Die verlogene, unechte Erwachsenen-Welt. Er ist 17 Jahre alt und in einer Zwischenebene. Zu alt, für die Kinderwelt, an der er noch fest hält, noch nicht alt genug um sich zu beugen und einzufügen. Unreif? Hm… er klingt wie ein zynischer alter Mann, aber er ist im Grunde noch ein kleines Kind. Nicht unreif, eher… schockiert. Ihm gefällt nicht was er sieht, wie die Welt funktioniert. Und er fühlt sich ihr nicht verbunden. 

Am Mittwoch werden seine Eltern erfahren, dass er wieder geflogen ist. Er erwartet ein Donnerwetter, einen neuen Lösungsversuch aus ihm einen anständigen Menschen zu machen. Er weiß was auf ihn zukommt. Und anständig meint im Sinne von: wie die anderen produktiven Menschen, die tun, was von ihnen erwartet wird. Holden hat ein bisschen Geld in der Tasche und macht sich davon. Er hat eine Gnadenfrist bis Mittwoch. 

Er versucht Anschluß zu finden, eine Seele, die ihn versteht. Statt dessen: Dumme Gänse, die nicht zuhören, ein Hotelpage, der ihm eine Prostituierte aufzwingt. Und ihn übers Ohr haut. Holden verweigert sich dem Mädchen. Sex? Nein, so nicht.

Das Mädchen, das er wirklich mag, erreicht er nicht. Und das ist gut so. Auf die Distanz enttäuscht sie ihn ja auch nicht. Jane geht mit Holdens Zimmergenossen aus, und Holden weiß, dass dieser Bursche nicht aufhört, wenn ein Mädchen sagt „Nein, bitte nicht.“ 

Er findet alles unerträglich. Es gibt nur eine Person, die ihm nicht verhasst ist: Phoebe, seine kleine Schwester. (Wieder ein sprechender Name: Mondgöttin). Sie ist zehn Jahre alt und durchschaut ihren Bruder ziemlich genau. Nach einer Odyssee durch New York, einem Streifzug wie ein Gedankenstrom, hier hin und dort hin, belanglos und doch gewichtig, aufschlußreich und völlig sinnfrei, landet er mit Phoebe im Park. Er kauft ihr Karten fürs Kinderkarussell. Sie ist noch nicht zu alt dafür. Und er sieht ihr zu. Er hat noch eine Gnadenfrist, bis Mittwoch. 

Es ist (mir) völlig klar, dass er heim gehen wird, sich die Standpauke anhören, fügen, eine neue Schule besuchen und irgendwann ein gräßlicher, verlogener Erwachsener werden wird. Aber heute noch nicht. Ich würde mich gern ein Weilchen zu ihm setzen. 

★★★★★

Rebel in the Rye

Hello!

Lass uns über Schriftstellerfilme reden. Ich liebe sie, ich muss alle gucken. Und diesen hier kann ich herzlich empfehlen! 

Es geht um die Lebensgeschichte von J. D. Salinger, du weißt schon, der Autor von „Der Fänger im Roggen“. Die Geschichte wie das Buch entstanden ist, ist fast interessanter als das Buch selbst. Vor vielen, vielen Jahren habe ich „Der Fänger im Roggen“ gelesen und fand es so mittelmäßig. Ich fand Holden ist ein Klugscheißer und er war mir nicht sonderlich sympathisch. Vielleicht lag es aber auch an mir und meinen jugendlichen Jahren. Vielleicht hab ich die Story auch nicht ganz kapiert. Das räume ich jetzt ein, nachdem ich den Film gesehen habe.

Während der Film noch lief, bin ich ans Bücherregal marschiert, habe den Roman aus der Papier-Masse heraus gezogen und auf meinen lese-ich-gerade-Stapel gelegt. Ganz nach oben. Ich will aber kurz dazu sagen, dass ich auch „Franny und Zooey“ gelesen habe und von dem Buch hellauf begeistert war. (Das kannst du hier nachlesen, wenn du willst). Jedenfalls. Ich war im Internet, es gibt noch zwei Bücher von J. D. Salinger, mit Kurzgeschichten, und ich habe einen Gutschein zu Weihnachten bekommen und ich werde ihn benutzen. Aber zurück zum Film. 

J.D. heißt im Film Jerry, hat ein großes Ego, viele Ambitionen und Eltern, die viel für ihn wollen, aber doch bitte keine Ausbildung zum Schriftsteller. Wenn du das Buch gelesen hast, wirst du dich nicht darüber wundern, dass Jerry ein Früchtchen war, das von diversen Schulen geflogen ist. Überraschung, Überraschung. Er schafft es, seine Eltern zu überreden, er geht studieren und trifft dort seinen Lehrer und Mentor Whit Burnett, der ihn fördert und fordert. Das Leben passiert dann auch noch. Die Liebe, die Enttäuschung und der Krieg. J. D. Salinger kämpft im Zweiten Weltkrieg, in der Normandie mit sechs Kapitel seines Romans im Marschgepäck. Traumatisierte kehrt er zurück. Natürlich hat sich sein Schreiben durch all diese Erfahrungen verändert. Seine Geschichte um Holden Caufield nicht. Der Bursche ist noch da.

Ich habe also gespannt verfolgt wie er mit dem Schreiben kämpft, dann um seine geistige Gesundheit nach dem Krieg, dann mit dem Erfolg. Und ich habe große Lust bekommen den Roman noch mal zu lesen, mit all dem Hintergrundwissen. Ich bin ja auch älter geworden. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich gucke manchmal nachsichtig, manchmal kopfschüttelnd auf mein zwanzigjähriges Ich zurück und frage ich: Was hast du dir dabei nur gedacht? 

Und ja, ich lese Bücher mehrfach. Ein Beispiel: Ich habe „Wer die Nachtigall stört“ mit 13 zum ersten Mal gelesen. Dann mit 23 und mit 33 noch Mal. Und ich werde den Roman mit 43 wieder lesen und so weiter. Die Zeit macht Sachen mit meinen Ansichten und Eindrücken. Und bei manchen Büchern lohnt sich einfach ein zweiter Blick, ein dritter. Ich glaube hier ist das auch so. Wenn ich den „Fänger“ gelesen habe, sag ich Bescheid. Dann können wir darüber reden. OK? OK!

Caro

Projekt; The Dark Tower

Stephen King
Stephen King – Der dunkle Turm

Ich habe drüben bei Instagram die Hashtags #ProjektStephenKing und #ProjektDarkTower entdeckt. Das passt super, da ich im letzten Jahr das Medium Graphic Novel für mich entdeckt habe und wieder sehr für Stephen King brenne. Vor vielen Jahren habe ich die Reihe „Der dunkle Turm“ gelesen, war schwer beeindruckt davon und die Geschichte hat mich auch sehr geprägt. Nun habe ich Lust die Reise mit Roland noch mal anzutreten. Dabei habe ich festgestellt, dass es zu den Romanen von Stephen King auch 16 Graphic Novels gibt und da ist es doch nur logisch, dass ich die auch lese. Ich empfinde die GNs als Ergänzung. Die bebilderte Geschichte ist toll, aber sie hat nicht die Tiefe, die ein Roman mit all seinen Details hat. Und wir sind uns hoffentlich einig, dass Stephen King seine Details im Griff hat. Also falls du jetzt noch nie von der Reihe gehört hast: Es sind 7 Romane, die ich dir herzlich ans empfehlen möchte, und leider nicht abgeschloßen, 16 Graphic Novels. Wie gesagt, eine schöne Ergänzung, meiner Meinung nach, kein Ersatz, kein statt dessen. Den ersten Band der GNs habe ich schon gelesen, inhaltlich steigt er bei den Romanen etwa Band 4 ein. Soweit ich das also überschaue, sind die GNs chronologisch erzählt und fangen am Anfang von Rolands Geschichte an: als er 16 ist und zum Revolvermann wird.

Jedenfalls. Dieser Beitrag enthält nur zwei Listen. 1. Das Gesamtwerk von Stephen King. Die Liste (und ich liebe Listen!) habe ich von Wikipedia. Die fett markierten Romane habe ich schon gelesen bzw. die Verfilmung gesehen. Mein Ziel lautet: Alle lesen. Eh klar, oder? Die zweite Liste beinhaltet die 16 Graphic Novels zum #ProjektDarkTower. Mein Status lautet: 10/16

Ich werde die Listen regelmäßig aktualisieren und meine Eindrücke dazu festhalten. Wenn du Lust hast mitzumachen, weil´s zusammen schöner ist, dann laß mir einen Kommentar da.

Caro

Stephen Kings Romane:

  • Carrie ⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmCarrie
  • Brennen muss Salem ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Shining ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmThe Shining
  • The Stand. Das letzte Gefecht / Film „The Stand: Das letzte Gefecht“ (1994)
  • Nachtschicht
  • Dead Zone – Das Attentat
  • Feuerkind ⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmFeuerteufel
  • Cujo
  • Danse Macabre
  • Schwarz ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmDer dunkle Turm
  • Frühling, Sommer, Herbst und Tod ⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmDie Verurteilten“ (1994) / FilmStand by me“ (1986)
  • Christine
  • Friedhof der Kuscheltiere ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmFriedhof der Kuscheltiere“ (1989) / „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019)
  • Der Talisman
  • Das Jahr des Werwolfs
  • Im Morgengrauen
  • Der Gesang der Toten
  • Der Fornit
  • Blut
  • ES / FilmEs“ (1990) / „Es – Teil 1“ (2017) / „Es -Teil 2“ (2019) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Die Augen des Drachen
  • Sie / FilmMisery“ (1990)
  • Drei ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Das Monstrum
  • Stark – The Dark Half
  • Langoliers / SerieLangoliers“ (1995)
  • Nachts
  • Tot ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • In einer kleinen Stadt
  • Das Spiel
  • Dolores ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmDolores“ (1995)
  • Alpträume
  • Schlaflos
  • Das Bild
  • Desperation
  • The Green Mile / FilmThe green Mile“ (1999)
  • Glas ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Sara
  • Das Mädchen
  • Atlantis ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmHearts of Atlantis“ (2001)
  • Das Leben und das Schreiben ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Achterbahn
  • Duddits ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmDreamcatcher“ (2003)
  • Friedhof des Grauens
  • Das schwarze Haus
  • Im Kabinett des Todes
  • Der Buick
  • Wolfsmond ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Susannah ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Der Turm ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Colorado Kid
  • Puls
  • Love / Serie „Lisey´s Story“⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Wahn
  • Sunset
  • Die Arena / SerieUnter the dome“ (2013)
  • Zwischen Nacht und Dunkel
  • American Vampire
  • Raststätte Mile 81
  • Der Anschlag ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / Serie11.22.63 – Der Anschlag“ (2016)
  • Wind ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Joyland
  • Doctor Sleep ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / FilmDoctor Sleep“ (2019)
  • Ein Gesicht in der Menge
  • Mr. Mercedes ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / Serie
  • Revival
  • Finderlohn ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Basar der bösen Träume ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mind Control ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Gwendys Wunschkasten
  • Sleeping Beauties
  • Der Outsider ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ / Serie
  • Erhebung
  • Das Institut ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Blutige Nachrichten ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Später

The Dark Tower (Graphic Novel)

  • Band 1: Der dunkle Turm ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 2: Der dunkle Turm – Der lange Heimweg ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 3: Der dunkle Turm – Verrat ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 4: Der dunkle Turm – Der Untergang Gileads ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 5: Der dunkle Turm – Die Schlacht am Jericho Hill ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 6: Der dunkle Turm – Die Reise beginnt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 7: Der dunkle Turm – Die kleinen Schwestern von Eluria ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 8: Der dunkle Turm – Die Schlacht von Tull ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 9: Der dunkle Turm – Die Zwischenstation ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Band 10: Der dunkle Turm – Der Mann in Schwarz
  • Band 11: Der dunkle Turm – Last Shots
  • Band 12: Der dunkle Turm – Drei – Der Gefangene
  • Band 13: Der dunkle Turm – Drei – Das Kartenhaus
  • Band 14: Der dunkle Turm – Drei – Die Herrin der Schatten
  • Band 15: Der dunkle Turm – Drei – Bittere Medizin
  • Band 16: Der dunkle Turm – Drei – Der Seefahrer

Lese-Challenge 2021

Neues Jahr, neues Glück. Ich will meinen Stapel ungelesener Bücher (kurz SUB) abbauen. Ich kaufe aber ständig neue Bücher und boykottiere mein Vorhaben selbst. Wie jedes Jahr, nehme ich mir vor 52 Bücher zu lesen. Also eins pro Woche. Das ist mein persönlicher, literarischer Marathon. Und das hier ist mein aktueller SUB:

  1. Lendle – Mein letzter Versuch die Welt zu retten
  2. Oliver Sacks – Der einarmige Pianist
  3. Arno Geiger – Anna nicht vergessen
  4. Koeppen – Das Treibhaus
  5. Wells – Die Zeitmaschine
  6. Nabokov – Lolita
  7. Fromm – Haben und Sein
  8. Mailer – Die Nackten und die Toten
  9. Keane – Drehbuch
  10. Wörter machen Leute
  11. Der afrikanische Elefant
  12. Lexikon der Charakterkunde
  13. Frömberg – Etwas besseres als die Freiheit
  14. Scholl-Latour- Afrikanische Totenklage
  15. Davies – Der fünfte im Spiel
  16. Brontë – Sturmhöhe
  17. Porath – Mops und Möhren
  18. Lehane – Shutter Island
  19. McCourt – Der Junge aus Limerick
  20. Sachau – Linksaufsteher
  21. Schneider – Schlafes Bruder
  22. Precht – Die Kunst, kein Egoist zu sein
  23. Porath – Klosterkeller
  24. John Galsworthy – Die Forsyte Saga
  25. Bodo Kirchhoff – Die Liebe in groben Zügen
  26. J. K. Rowling – Harry Potter und das verwunschene Kind (Teil 1 und 2)
  27. Siri Hustvedt – Was ich liebte
  28. Christopher Vogler – Die Odyssee des Drehbuchschreibers
  29. Johannes Mario Simmel – Und Jimmy ging zum Regenbogen
  30. Doris Dörrie – Leben Schreiben Atmen
  31. Johann Hari – Der Welt nicht mehr verbunden
  32. Martin Oversohl – Marco Polo Reiseführer Stuttgart
  33. Stefanie Stahl – Das Kind in dir muss Heimat finden + Arbeitsbuch
  34. Otfried Preußler – Krabat
  35. Die Kunst des Zeichnens: Übungsbuch Natur
  36. Peter Härtling – Hölderlin
  37. Christa Wolf – Medea
  38. Brigitte Kronauer – Berittener Bogenschütze
  39. Johanna Schließer – Drachenfeuerjagd (eBook)

Ich lese gerade:

  • Kritzelpixel – Zeichnen lernen in 5 Wochen
  • Kritzelpixel – Zeichnen lernen Tag für Tag
  • Stephen King – Schwarz (1)
  • Stephen King – Drei (2)
  • Sinah Birkner – Täglich kreativer
  • Richard Yates – Elf Arten der Einsamkeit
  • Joseph Heller – Catch 22
  • Leigh Bardugo- Goldene Flammen / Legenden der Grisha / Band 1
  • Emily Falk – Plötzlich Brautzilla (eBook)
  • Stephen King – Der dunkle Turm / Band 10 / Der Mann in Schwarz / Graphic Novel
  • Stephen King – Der dunkle Turm / Band 11 / Last Shots / Graphic Novel
  • Susann Rehlein – Die erstaunliche Wirkung von Glück
  • Roberta Bergmann – Kopf frei für den kreativen Flow
  • Stephen King – Joyland (Hörbuch, gelesen von David Nathan)

Stand: Juli 2021 / GoodReads / Lovelybooks

Gelesen, endlich.

  1. Stephen King – Der dunkle Turm Band 2 / Der lange Heimweg / Graphic Novel ★★★★★
  2. J. D. Salinger – Der Fänger im Roggen ★★★★★
  3. Daniel Schreiber – Nüchtern (Essay) ★★★
  4. Stephen King – Der Anschlag (Hörbuch) ★★★★★
  5. Wortreich-Anthologie 2021 ★★★★★
  6. Jenny Colgan – Die kleine Sommerküche am Meer ★★★★★
  7. Stephen King – Der dunkle Turm Band 3 / Verrat / Graphic Novel ★★★★★
  8. Stephen King – Der dunkle Turm Band 4 / Der Untergang Gileads / Graphic Novel ★★★★★
  9. Rosamunde Pilcher – Stürmische Begegnungen ★★★
  10. Erich Kästner – Das fliegende Klassenzimmer ★★★★★
  11. Anja Baumheier – Die Erfindung der Sprache ★★★★
  12. Stephen King – ES (Hörbuch gelesen von David Nathan) ★★★★★
  13. Stephen King – Der dunkle Turm Band 5 / Die Schlacht am Jericho Hill / Graphic Novel ★★★★★
  14. Stephen King – Der dunkle Turm Band 6 / Die Reise beginnt / Graphic Novel ★★★★★
  15. Walt Whitman – Grashalme ★
  16. Rilke – Das Stunden-Buch (eBook) ★★★★★
  17. Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege (Hörbuch) ★★★★★
  18. Katharina Hartwell – Silbermeer Saga Band 1 / Der König der Krähen ★★★★★
  19. C. S. Lewis – Über die Trauer ★★★★
  20. Harry Rowohlt und Christian Maintz – Wie seine eigene Spucke schmeckt weiß man nicht (Hörbuch) ★★★★
  21. Melissa Dinwiddie – The Creative Sandbox Way ★★★★★
  22. Brian Bagnall – Zeichnen und Malen ★★★★★
  23. Euripides – Medea (Reclam) ★★★★★
  24. Ray Bradbury – Der Tod ist ein einsames Geschäft ★★★★★
  25. Harry Rowohlt liest Fall O’Brien (Hörbuch) ★★★
  26. Katharina Hartwell – Silbermeer Saga Band 2 / Die fließende Karte ★★★★
  27. Stephen King – Später (Hörbuch) ★★★★
  28. Claudia Haessy – Tagsüber Zirkus, abends Theater ★★★★
  29. Alice Miller – Bilder einer Kindheit ★★★★★
  30. Christa Wolf – Kein Ort. Nirgends ★★★★
  31. Fabian Neidhardt – Immer noch wach ★★★★★
  32. Walter Tevis – Das Damengambit ★★★★★
  33. John von Düffel – Der brennende See ★★★
  34. Peter Engel – Der Tag, an dem Herr Fritz auf Seite 23 sehr nahe zum Mond flog, dort eine bemerkenswerte Entdeckung machte und erst spät abends nach Hause kam ★★★★★
  35. Stephen King – Der dunkle Turm / Band 7 / Die kleinen Schwestern von Eluria / Graphic Novel ★★★★★
  36. Stephen King – Der dunkle Turm / Band 8 / Die Schlacht von Tull / Graphic Novel ★★★★★
  37. Elke Heidenreich – Männer in Kamelhaar Mänteln (Hörbuch) ★★★★
  38. Harry Rowohlt und Rudi Hurzelmeier – Lord Brummel: Ein Bärchenbuch ★★★★★
  39. Stephen King – Der dunkle Turm / Band 9 / Zwischenstation / Graphic Novel ★★★★★
  40. Stephen King – Basar der bösen Träume (Hörbuch) ★★★★
  41. Kris Brynn – Out of Balance – Kollision: Fallen Universe / Folge 1 von 6 (Hörbuch, gelesen von Uve Teschner) ★★★★★
  42. Kris Brynn – Out of Balance – Verrat: Fallen Universe / Folge 2 von 6 (Hörbuch, gelesen von Uve Teschner) ★★★★★
  43. Kris Brynn – Out of Balance – Zusammenbruch: Fallen Universe / Folge 3 von 6 (Hörbuch, gelesen von Uve Teschner) ★★★★★
  44. Mona Frick – Küss mich in Rom (eBook)
  45. Franz Kafka – Briefe an den Vater (eBook)
  46. Matt Haig – Die Mitternachtsbibliothek (Hörbuch, gelesen von Annette Frier) ★★★★

Sonstiges: Zeitschriften und Co.

  1. Trott-war 10/2019
  2. QWERTZ 1/2021 (Mitgliedermagazin des BvjA)
  3. Marianne Zunner – One Pot Pasta
  4. QWERTZ 2/2021 (Mitgliedermagazin des BvjA)

Abgebrochen: 7

  • Thomas Bernhard – Der Untergeher
  • Astrid Lindgren – Das entschwundene Land
  • Thomas Bernhard – Der Untergeher
  • Vargas Llosa – Lob der Stiefmutter
  • Fitzner – Willkommen im Meer
  • Max Frisch – Mein Name sei Gantenbein
  • Frank Berzbach – Die Schönheit der Begegnung