Herbstlese

Herbstlese

Die Buchhandlung vor Ort ermöglicht es, Dinge zu finden, die man nicht gesucht hat, von denen man nicht wusste, dass man sie braucht oder will. Es bedeutet auch, überrascht zu werden, Neues zu entdecken, neugierig zu bleiben und mal unverbindlich seine Nase in Sachen zu stecken, die man sonst nur skeptisch beäugen würde. Und mit „man“ meine ich mich. Ich hab nämlich festgefahrene Gewohnheiten, ich gehe nicht gern abseits meiner gefestigten Pfade, und Neues, ach, das sollen mal andere. Ich weiß doch was ich mag.

Herbstlese, das bedeutet, dass Lena und Bianka und Ursula ihre Lektüre der letzten Wochen vorstellen, zehn Bücher insgesamt, und ich dann fünf davon auf meine Will-ich-haben-muss-ich-lesen-Liste setze. Bücher, die ich ohne diese Empfehlung vermutlich nicht in die Hand genommen hätte.

(Ich habe ja die Devise, dass ich alle Bücher, die ich geschenkt bekomme, auch lese. Einfach aus Respekt vor dem Schenker. Schließlich hat sich der- oder diejenige die Mühe gemacht ein Buch für mich auszusuchen, das vielleicht sogar einzupacken und dann zu mir zu tragen. Da kann ich das ja gefälligst lesen. Einmal war´s ein Buch über das Fliegenfischen, ich gebe zu, das war ein bisschen trocken, das war zäh und meine Dankbarkeit kennt seither Grenzen. Aber es geht ums Prinzip. Jedenfalls. Durch die Schenkerei habe ich schon manche Perle entdeckt, die mir sonst verborgen geblieben wäre. Und das ist sehr schön.)

Schön war´s und interessant und inspirierend. Ich hätte „Kummer aller Art“ beinahe noch mal gekauft, weil Lena das so herzlich empfohlen hat. Dabei hab ich das ja schon zwei Mal durch. 🙂

Spaceship Report #1

Ein neuer Lockdown. Puh. Beim letzten Mal bin ich völlig verstummt, hatte keine Worte für den Irrsinn. Denken, schreiben oder sprechen… alles war irgendwie minder. Mein Vater sagte treffend: „In diesen komischen Zeiten, da willst du doch kein Mensch mehr sein“. Ich fragte ihn, was er lieber wäre angesichts dieses Jahres. Er meinte trocken: „Ein Eichhörnle“. Wir sind Schwaben, da heißt das so. 

Nun ist es so. Ich habe keine Ahnung ob das alles gut oder sinnvoll ist, was da beschlossen wird. Vieles erscheint mir unlogisch, inkonsequent. Was mich am meisten schlaucht: Die Polarisierung. Jeder gegen Jeden. Ein irrsinniges Gebrüll. Ich will da nicht mitmachen, zudem: Ein Aluhut steht mir einfach nicht. Ich will auch gar nicht über das große C reden oder diskutieren. Ich würde gern einen Weg finden, geistig gesund zu bleiben. Das heißt, niemanden anzublaffen, fähig sein zuzuhören, auch eine andere Meinung gelten zu lassen, ruhig und besonnen zu handeln. Seit ich „Die drei Leben der Hannah Arendt“ gelesen habe, begleitet mich ihre Maxime: Denken, handeln, lieben.

Mein Vater wär gern ein Eichhörnchen. Ich bin ein Alien. Immer gewesen, das ändert sich auch nicht mehr. Das bedeutet, auch jetzt schaue ich mich auf diesem Planeten, auf dem ich durch Zufall gelandet bin, staunend um. Was passiert hier? Neugier ist wohl eine der besten Eigenschaften, die man haben kann. Den Wunsch, zu entdecken. Wörter, Welten. Alles.

Von Wittgenstein stammen die Worte; „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ In diesem Sinne probiere ich etwas Neues.

Der Commander Caro M. Harbor Spaceship Report

Die Idee dazu stammt von Elisabeth Rank. Ich mag ihren Blog sehr (hiermit herzliche Empfehlung) und eben ihre Beitrage bei Instagram mit dem Commander Lisi Spaceship Report. Sie erlaubt mir liebenswürdigerweise, dass ich ihre Idee verwenden darf. Ich mag an ihren Beiträgen, dass sie Sachen des Alltags, meist gute Sachen aufzählt, statt dem Trend hinterher zu rennen, Hässlichkeiten ins Netz zu schreiben.

Commander Caro M. Harbor Spaceship Report

29th October 2020 

  • Gute Gespräche geführt: 1x
  • Kopfschmerzen aus der Hölle 
  • Schokolade, sehr viel Schokolade gegessen
  • Bei mir wohnt ein Viech, dass sich Nachts an mir labt. Ich lass es gewähren, die Natur regelt das schon. Mückenstiche: 4x
  • Gelesen: Der Hexer Band 4
  • Menschen, die ohne Grund freundlich waren: 3x 
  • Dankbarkeitslevel vs. Angst: 3 zu 2
  • Gut gegessen. 
  • Spaziergang im Regen
  • Geschrieben: Neues aus Leotrim 

I hope you´re all well.

Commander Caro