Haul im März

Eigentlich hatte ich, wie viele andere, den Vorsatz meine Buch-Käufe einzuschränken, weil mein SUB nicht nur ein Stapel ist, sondern eher ein Berg. Egal wie zackig ich lese, es ist unmöglich diesen Berg innerhalb eines Jahres erkennbar abzubauen. Daher versuche ich, den Berg nicht zu einem Gebirge anwachsen zu lassen. Ich weiß, was Gebirge mit mir machen. Die bloße Vorstellung schüchtert mich so ein, dass ich es ganz bleiben lasse und fern gucke. Schrecklich.
Jedenfalls.
Diesen Monat habe ich drei Sachen gekauft, einfach weil ich musste, und ich will dir davon erzählen. Bei Tumblr habe ich #Zentangles entdeckt. Farben, Strukturen und Muster faszinieren mich, ganz grundsätzlich. Ich weiß nicht genau warum, ich merke nur, das spricht mich an, das ist logisch und auf ganz eigene Weise schön. Nun tappte ich neulich in die Buchhandlung meines Vertrauens und fand das hier:

2014-03-30 14.24.33
Zentangle

Dazu sage ich nur: Meins. 🙂

Ich bin gespannt, ob ich jetzt unter die Miniaturkünstler gehe. Das wird super. Demnächst also mehr von meinen Versuchen Zentangles zu zeichnen.

Und dann habe ich noch das neue Buch von Martin von Arndt vorbestellt, das war heute in der Post. Ich habe schon einiges von ihm gelesen, „Der Tod ist ein Postmann mit Hut“ beispielsweise, zuletzt „Oktoberplatz“. Der Mann hat eine sehr poetische Sprache, da gerate ich ganz ins Schwärmen, also musste ich zu den Ersten gehören, die das Buch bekommen – damit ich es dir auch alsbald empfehlen kann.

 

Tage der Nemesis
Tage der Nemesis

 

Der Tod ist ein Postmann mit Hut – Martin von Arndt

Irgendein schlauer Autor, ich glaube es war Arno Geiger, aber sicher bin ich mir nicht, hat einmal gesagt: Jede Geschichte sollte von der Einsamkeit des Einzelnen handeln. Ganz spontan brachte ich dem Mann all meine Sympathie und all mein Ja entgegen.

Mit diesem Satz im Hinterkopf bekam ich „Der Tod ist ein Postmann mit Hut“ in die Hände. Jetzt bin ich ein ganz klein wenig in Julio verliebt, obwohl er ein tapsiger, unbeholfener Pandabär ist, der gerade feststeckt, in seinem Leben.

Julio ist, um es nett zu formulieren, ein Verlierertyp, der diesen Umstand auch noch irgendwie gut findet. Er trauert seiner geschiedenen Frau nach, er lebt mit einem Stoff-Pandabären (!) und all den Fotos seiner vergangenen Ehe in seiner Wohnung, verdient sein Geld mit Musik, ohne je groß Karriere zu machen. Er denkt über seine tote Mutter nach, an die Vorwürfe, und an den Selbstmörder-Vater. Das einzig Interessante in seinem Leben ist immer der erste Mittwoch im Monat, wenn er Post bekommt. Ein leeres Einschreiben ohne Absender. Monat für Monat.

Julio beginnt zu forschen, wer schickt ihm die leeren Seiten, was soll das bedeuten? Im Zuge seiner Nachforschungen freundet er sich mit einem Nachbarn an, dem sympathischsten Grantler den ich je kennen gelernt habe. Der Mann hat mir mehrfach ein herzhaftes Lachen entlockt. Koloman, der Grantler und Julio wollen dem Rätsel gemeinsam auf die Spur kommen. Der Grantler ein bisschen mehr, als Julio. Und während sie suchen und forschen, verändert sich Julio. Nicht im großen Stil, das hier ist kein MTV Make over. Im Kleinen, ganz langsam.  Es wäre an dieser Stelle zu viel verraten, wenn ich schriebe, ob Julio es schafft, diesen einen Schritt zu tun, auf das Leben zu, auf sich  – es ist auch unerheblich. Ich mag Julio, ich mag den Grantler und seinen Hund Tadzio. Mir kommt es so vor, als würden mich die Figuren an der Hand nehmen, und an der Suche beteiligen. Ich mag die Details der Geschichte, die Echtheit der Figuren, ihre Sprechweise, ihre Art – ganz, als würde ich sie kennen. Ich mag die Bedeutung der ungesagten Worte.