Drachenvolk Preisaktion

Das Drachenvolk von Leotrim
C. M. Hafen – Das Drachenvolk von Leotrim

Mein Fantasy-Roman „Das Drachenvolk von Leotrim: Die komplette Trilogie“ ist Kindle Deal des Monats und das heißt, der Sammelband ist hier um 50% günstiger zu haben. Und Nutzer von Prime Reading haben jetzt sogar die Möglichkeit, es gratis zu lesen. Na, ist das was für dich?

Worum geht´s?

Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband!

Diese E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.

Leserstimmen:
»Ich habe gelitten, gelacht, mitgefiebert und wurde verzaubert von dem tollen Buch.«
»Flüssig zu lesen, spannend. Für alle Altersgruppen geeignet.«
»Toll geschriebene Fantasy, die mich auf den ersten Seiten schon nicht mehr losgelassen hat.«
»Die Drachen sind hier nicht furchterregend, sondern die Freunde der Menschen, diese Vorstellung gefällt mir sehr.«


Die Einzelbände der Reihe sind auch als Taschenbuch erhältlich.

Band 1: Drachenbrüder

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. 
Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. 
Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. 
Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

Band 2: Drachensichel

»Alles Leben beginnt im Wasser…«, flüsterte Dakota. 
Der Drache ergänzte: »…und endet im Feuer.«
Dakota lebt wohlbehütet bei der Chronistin als ihr Mündel. Dies ändert sich an dem Tag ihres sechzehnten Geburtstags. Sie muss losziehen, um endlich hinter die Geheimnisse ihrer eigenen Herkunft zu kommen und spielt dabei manches Mal mit dem Feuer. 
Gleichzeitig finden auch Ambro und sein Drache Norwin immer mehr Antworten auf die Fragen ihres Lebens – nicht alle davon sind leicht zu ertragen. Und doch ergeben sie – einem Puzzle gleich – nach und nach einen tieferen Sinn. 
Im zweiten Band der Trilogie laufen bereits mehrere Fäden der aus »Drachenbrüder« bekannten Geschehnisse zusammen, die Protagonisten befinden sich weiter auf dem Weg, sich selbst und Leotrim mit all seinen Bewohnern besser kennenzulernen. Manch eine überraschende Wendung lässt den Leser klopfenden Herzens weiterblättern.

Band 3: Drachenfrieden

›Nicht alle Leben sind gleich viel wert.‹
Kann der Drachenfrieden trotzdem gewahrt werden?
Um das herauszufinden, folgt der junge Ambro dem Ruf der Mutter aller Wasser. Zusammen mit seinem Drachenbruder macht er sich auf den Weg zu ihr und wird in den Himmelsbergen mit der folgenschwersten Überraschung seines Lebens konfrontiert.
Ambro wird klar, wie blind er bislang war. Nun muss er stark sein. Ist er all dem gewachsen?
Im dritten Band der Trilogie kommt auch Dakota hinter so manches Geheimnis ihrer Andersartigkeit und erkennt letztlich, wer sie wirklich ist. Und selbst die Chronistin erfährt die größte Kehrtwende ihres Lebens. 
Vieles verbindet sich, anderes trennt sich, einiges wird heil – das Leben in Leotrim gerät zwischen die Fugen des Schicksals.

Lese-Monat Mai

Mein Lese-Monat Mai

Brian Bagnall – Zeichnen und Malen ★ ★ ★ ★

Dieses Buch besitze ich schon seit 30 Jahren. Mindestens. Als Kind kniete ich gern auf dem Boden, das Buch lag aufgeschlagen vor mir und ich blätterte vor und zurück, beeindruckt von den Motiven und Farben. Über die Jahre habe ich einiges ausprobiert, vor allem Buntstift-Motive und Aquarell. Aber so richtig gelesen habe ich es nie. Also von vorne, ein Mal konsequent durch, so wie man einen Roman lesen würde. Neulich habe ich mein Bücherregal entmistet. Mir geht regelmässig der Platz aus, und Sachen die ich nicht mag, die ich definitiv nicht noch mal lese, oder die halt nicht so wichtig sind, können weg. Sie sparken keinen Joy, wie man neuerdings sagt. Bei der Gelegenheit habe ich einiges aussortiert und gleichzeitig festgestellt, dass in meinem Regal Bücher stehen, die ich nicht gelesen habe. Also legte ich, konsequent wie ich bin, die ungelesenen Sachen auf den SUB. Ordnung muss sein.

„Zeichnen und Malen“ habe ich jetzt nachgeholt. Ich war ziemlich überrascht, wie viele Techniken und Materialien es gibt, wie viel Abwechslung. Das Buch bietet eine gute Übersicht, samt Beispielen und Anregungen für Übungen und Experimente. Das Buch ist jetzt ausgestattet mit kleinen Klebenotizen, überall wo meine Neugier geweckt wurde, bappt einer. Es gibt viel zu tun.

Vor jeder Maltechnik, beispielsweise Aquarell, gibt es eine Übersicht mit Dingen, die man dazu braucht, oder eben auch nicht. Zum Beispiel erklärt Brian Bagnall die unterschiedlichen Papiersorten, also was wofür geeignet ist, macht dann weiter mit den Pinsel-Unterschieden und führt durch die Farbenlehre zu den Mischtechniken. Manche Sachen überschneiden sich, aber Öl-Farben reagieren ganz anders als Acryl. Endlich konnte mir jemand Gouache erklären, so dass ich das kapiere. Ich kam zu dem Schluß, dass ich mit Materialien gut ausgestattet bin. Ich gehöre zu den Menschen, die meinen, wenn sie nur genug Kram daheim haben, ergibt sich das mit der Kunst von ganz allein. Das man auch ein klein bisschen Ahnung haben sollte, von dem was man da tut, weiß ich theoretisch. Im Buch lautet das Credo von Brian Bagnall: Üben und ausprobieren, noch mehr üben, rausfinden, was einem liegt, und weiter üben. Das weiß ich eigentlich auch. 😉 Ich gelobe hiermit mehr zu üben. Was mir liegt und wo meine Interessen liegen, weiß ich. Was ich bräuchte, ist ein ein eigener Brian, der mir im Nacken sitzt und ganz nett fragt: „Hast du heute schon was ausprobiert? Hm?“

Katharina Hartwell – Die Silbermeer Saga Band 2 ★ ★ ★ ★ ★

Trilogien; das ist ja schön und gut. Aber man sollte erst mit lesen anfangen, wenn alle Teile erschienen sind. Meine Meinung. Es ist ätzend, dass ich jetzt, vermutlich ein ganzes Jahr, auf den dritten Teil der Reihe warten muss. Ich will wissen wie es mit Edda weiter geht. Bis hier hin bin ich begeistert von Katharina Hartwells schöner, poetischer Sprache und ihrem Ideenreichtum. Das liest sich sehr angenehm. Das Buch ist kein typischer Pageturner, man jagt als LeserIn nicht von einem Höhepunkt zum nächsten – und das sage ich als Lob und Pluspunkt für die Geschichte. Manchmal, gerade bei Fantasy, ärgere ich mich, dass die innere Logik einer Geschichte der Spannung zum Opfer fällt, weil die AutorInnen meinen immer noch eins und noch eins drauf setzen zu müssen. Ich folge Edda und ihren Weggefährten, ahne und vermute wohin die Reise geht, dann läuft die Sache doch ganz anders, hier sind Brotkrumen für jenes Geheimnis und da ist noch ein Fährte in eine andere Richtung und ich hab Zeit die Schönheit der Sprache und Beschreibungen zu genießen und muss mich nicht hetzen lassen. So mag ich das. Nur net hudeln.

Claudia Haessy – Tagsüber Zirkus, abends Theater ★ ★ ★ ★

QWERTZ 1/2021 – Das Mitgliedermagazin des BvjA

Ray Bradbury – Der Tod ist ein einsames Geschäft ★ ★ ★ ★ ★

Ich mag keine Krimis. Eigentlich. Das ist mir oft zu viel Mord und Totschlag und unglaubwürdiger Unsinn. Ein Buch, mit einem Ermittler, der natürlich allein unterwegs ist, dem Mörder geradewegs in die Arme rennt und am Schluß mit einem Hase-aus-dem-Hut-Trick im letzten Augenblick gerettet wird, machen mich wütend. Da werd´ ich voll aggro. Das will ich nicht lesen, das ist Zeitverschwendung. Nun kenne ich, dank meines Autorenstammtisches, Raymond Chandlers „Der lange Abschied“ und musste meine Meinung revidieren. Solche Krimis mag ich sehr wohl. Das ist Literatur und spannend, das kann ich sehr gut lesen. Von Chandler zu Bradbury ist der Weg nicht weit, zumindest erscheint es mir so. Dieses Buch habe ich vor Jahren schon geschenkt bekommen, es ewig liegen lassen aus den oben genannten Gründen. Nach Chandler dachte ich, versuchste es halt mal. Und Überraschung, ich finde es großartig. In diesem Roman muss der „Ermittler“ quasi beweisen, dass überhaupt ein Mord geschehen ist. Weil, ist es ein Verbrechen, wenn jemand zu Tode kommt, ohne das der Täter einen Finger krümmt? Ich glaube, dass die Hauptfigur Bradbury selbst ist. Oder halt ein schrulliger Alter Ego. Und der sieht Dinge, die schwer zu erklären oder gar zu Bewiesen sind. Mitten drin zweifelt er an sich; ob er überall wo er hingeht, den Tod mitbringt und ich zweifle an ihm, ob da wirklich ein Mörder ist oder er sich alles nur einbildet. Die Sprache ist gewaltig und bildhaft, die Figuren liebenswürdig und schrullig und echt. Der Tod geht um, aber wer glaubt ihm, dem Schriftsteller denn, dass da etwas nicht mit Rechten Dingen zugeht? Das war subtil und spannend und mal ne ganz andere Geschichte. Vielleicht werde ich doch noch eine Krimi-Leserin.

Euripides – Medea ★ ★ ★ ★ ★

Das Buch bzw. das Theaterstück habe ich an einer anderen Stelle schon rezensiert. Link

Harry Rowohlt liest Flann O’Brien (Hörbuch) ★ ★ ★

Der gute alte Harry-Bär. Der kann mir das Telefonbuch vorlesen, und ich hör mir das trotzdem an. Allerdings, Flann O’Obien und ich werden wohl keine Freunde. Das Hörbuch besteht aus mehreren seiner Kolumnen und ich finde es ist absurd bis hin zu langweilig. Ich weiß, Langeweile ist kein richtiges Kriterium. Die Texte sind nicht schlecht. Weder schlecht geschrieben, noch schlecht gemacht. es interessiert mich nur nicht bzw. ich teile diesen Humor nicht. Mea culpa.

Stephen King – Später (Hörbuch) ★ ★ ★ ★

Das ist nicht sein bestes Buch. Und das sage ich mit folgendem Hintergrund: Das letzte Hörbuch, dass ich von King gehört habe, war „ES“ und das ist streng genommen 30 Jahre alt, allerdings habe ich es erst letzten Monat für mich entdeckt. Und nun kommt da „Später“ daher. Zeitlich wirklich später, inhaltlich aber wieder „ES“. Da ist ein Junge, der kann tote Menschen sehen und trifft dabei auf ein Wesen wie „ES“. Allerdings kommt die Geschichte dieses Mal, und das liegt eindeutig an mir, ich bin nicht objektiv, blass und kurz und banal daher. Es hat nicht wie epische Weite, es hat nicht diese Spannung, nicht dieses gewisse Etwas. Ich hab das gern gehört, versteh mich nicht falsch. Ich fand die Story gut, der alte Mann hat mich wieder gekriegt. Aber es war halt nicht ganz so fulminant.

PS: Ich bin nun schon einige Male, privat, auf mein Lese-Pensum angesprochen worden. Das ist von der Pandemie bestimmt. Da ich nirgends hin kann und keine sozialen Verpflichtungen, kein Ausgehen, keine Lesungen habe, kann ich jeden Abend lesen. Täglich zu lesen gehört zwar grundsätzlich zu meiner täglichen Routine, allerdings ist es im Lockdown mit Ausgangssperre einfacher mehr als eine Stunde Zeit am Tag dafür zu finden. Sobald ich wieder unter Leute darf und auch wieder für die get shorties Lesebühne durch die Lande tingele, ändert sich das wieder.

YouTube und Co.

Der gute Nick hat der get shorties Lesebühne nun auch einen YouTube Kanal erstellt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch TikTok. 😉 Jedenfalls. Das bedeutet, du kannst dir unsere Kurzgeschichten auch dort anhören/angucken. Aber was noch wichtiger ist: Wir können nun auch Online-Lesungen anbieten. Die erste get shorties Online-Lesung findet am 5. Februar 2021 statt, um 18 Uhr geht´s los. Jetzt kannst du dir einen Termin in den Kalender schreiben, so wir früher. Toll, oder? 🙂 Klick doch gleich mal rüber, abonniere unseren Kanal und schalte die Benachrichtigungen ein. Dann verpasst du nichts mehr, weil: Wär doch schade, oder?

Bei der Veranstaltung am 5. Februar sind Ingo Klopfer, Rainer Bauck, Regine Bott und Karin Wiemer im Einsatz. Musik macht Jörg Kaier alias Rock ’n‘ Roll Dikatator. Das wird super, versprochen. [Zur Facebook-Veranstaltung]

Und ich habe mal eine Liste zusammen gestellt, wo unser Podcast überall erhältlich ist. Es nutzt ja nicht jeder Spotify. #getshortiespodcast

Get shorties Links

tbt – Steffi sing

#ThrowbackThursday

Eine Kurzgeschichte von Carolin M. Hafen

„Steffi, du bist ein bisschen anders als die Anderen“, sagt Horst, „aber das ist nicht schlimm“. 

Ich finde es schon schlimm. Ich wär gern wie die anderen. Aber das sage ich Horst nicht. Genau genommen bin nicht ich anders, sondern nur mein Rüssel. Horst hat versucht es mir zu erklären. Rüssellähme nennt man das was sich habe. Er hat seinen Arm ausgestreckt und gesagt, mein Rüssel und sein Arm wären gleich. 

„Schau Steffi“, hat er gesagt, „deine beiden Fingerchen am Ende deines Rüssels, die sind wie meine Hand. Damit kannst du greifen, die kannst du bewegen.“

Stimmt, da hat er Recht, ich kann kleine Stöckchen aufheben, auch eine Erdnuss, obwohl die so winzig sind, aber das schaffe ich. 

„Und hier, meine Schulter, die ist wie dein Rüssel oben am Ansatz, das Stück ist auch beweglich“, sagte er und streichelte mich zwischen den Augen und ein Stück darunter. Ich mag das, das weiß Horst auch. Ich mach dann die Augen zu und hoffe, dass er nicht so schnell wieder aufhört.

„Nur das Stück dazwischen, zwischen Hand und Schulter, mein Ellenbogen, der ist gelähmt.“ Nicht Horsts Ellenbogen ist gelähmt, sondern mein Rüssel. Rüssellähme eben.

„Er hat gesagt, da sind ganz viele Muskeln und die würden nicht funktionieren, nicht auf mich hören, wenn ich sie bewegen will. Daher ist mein Rüssel länger als der meiner Geschwister. Er hängt nutzlos herunter, rollt sich auf dem Boden ein Stück zusammen und ich muss verflixt aufpassen, dass ich nicht drauf trete, aus Versehen. Horst kann das nicht, aus Versehen auf seine Hand tappen.

Mit Rüssellähme sind viele Sachen schwierig. Meine Geschwister, die saugen mit dem Rüssel Wasser auf, wenn sie Durst haben und spritzen sich das dann einfach ins Maul. Ich kann das nicht. Horst hat einen Schlauch, der ist grün und da kommt Wasser raus, wenn er so ein winziges, silbernes Dingelchen aufdreht. Er spritzt mir dann ins Maul, weil ich es nicht selber kann. Wenn ich Durst habe und Horst ist nicht da, dann knie´ ich mich ans Wasserbecken und trinke dort. Meine Geschwister lachen mich aus, wenn sie mich so sehen.

Sie wissen, dass ich Rüssellähme habe, aber sie lachen trotzdem. Beim Fressen ist es genauso. Meine Geschwister heben einfach alles auf und stopfen sich ins Maul was ihnen schmeckt. Heu und Äpfel und Möhren und Salat. Manchmal auch hartes Brot, je nach dem, was die Pfleger uns bringen. Horst muss mir alles mit seiner Hand geben, weil ich mit meinen Fingerchen nicht an mein Maul komme. Ich kann die Sachen greifen, aber nicht aufheben.

Ganz schlimm finde ich es, wenn die Sonne scheint und Horst mich raus schickt. Ich muss dann spielen gehen im Gehege, mit den anderen. Weil ich aber so eine empfindliche Haut habe, cremt er mich mit Sonnenmilch ein. Meine Ohren sind dann ganz weiß von dem Zeug und jeder sieht, dass mit mir was nicht stimmt. Ich kann den Leuten schlecht erklären, dass es am Rüssel liegt. Horst erklärt es den Besuchern, manchmal, wenn er Zeit hat. 

Meine Geschwister saugen einfach ein bisschen Wasser auf und spritzen es sich wie eine Dusche über den Rücken. Mit Sand machen sie es genauso. Das ist wie Sonnencreme, nur dass es nicht blöd aussieht. Mit der Wasser-Sand-Mischung kriegen sie keinen Sonnenbrand und die Insekten und Mücken können ihnen auch nichts anhaben. Durch die Dreckkruste kommt keine Schnacke durch.

Horst ist mein bester Freund, das weiß ich. Weil er nämlich weiß, dass ich die Sonnenmilch ganz scheußlich finde. Wenn er ein bisschen Zeit hat, nimmt er den grünen Schlauch und spritzt mich von oben bis unten ab. Oder ich darf ins Badebecken, ganz allein. Hinterher schüttet er mehrere Eimer Sand über mich drüber, der ist irgendwie gelb, aber dann sehe ich genauso aus wie alle anderen. Dann geh ich gern raus.

Horst meint, ich soll den Kopf nicht hängen lassen, einfach nicht hinhören, wenn die anderen lachen. Der hat leicht reden. Der Rüssel hängt ja eh, da ist es leicht, den Kopf hinterher zu hängen. Aber das mit dem weghören, das klappt ganz gut. Manchmal, da hab ich einfach die Nase voll. Nicht mit Wasser, so wie die anderen und genau genommen ist es gar nicht die Nase sondern der Rüssel. Horst sagt, wenn er sich ärgert, er hätte die Nase voll. Horst hat eine ganz winzige Nase, klar dass die schnell voll ist. Ich hab das schon kapiert. Wenn Horst die Nase voll hat und nicht mehr mag, dann geht er nach Hause. Aber wo das ist weiß ich nicht. 

Wenn ich den Rüssel voll hab, so wie Horst die Nase, dann mach ich einfach meine Ohren zu. Das ist dann so, als würde ich auch heim gehen. Horst kann dann quatschen so viel er will und die anderen können Lachen bis sie Bauchweh davon haben, ich hör´ nichts. Horst will nämlich immer üben, diese Geschichte mit seinem Ellenbogen und meinen Muskeln, die nicht auf mich hören. Das ist anstrengend. Er macht irgendwas vor, ich schaffe es nicht es nachzumachen und die anderen lachen. 

Erst seit er mir das besser erklärt hat, mit der gesunden Hand und der Schulter, klappt es ein wenig. Seither üben wir auch im Elefantenhaus, wenn die anderen draußen sind. Das war ein komischer Tag. Horst sagte, er hätte die Nase voll, aber er ist nicht heim gegangen, sondern hat alle anderen raus gescheucht. „Blöde Geschwister seid ihr“, hat er gesagt. Ich hätte mich das nicht getraut.

Er hatte M&M´s dabei, an dem Tag. „Das sind Nüsse, nur bunt“, hat Horst gesagt. Ich hab Erdnüsse bekommen, die sind nicht bunt, mir aber lieber. 

Bunte Nüsse, manchmal spinnt Horst ein bisschen. 

Er hat´s also vorgemacht, das Nüsse werfen. Er hat seinen Arm ausgestreckt und gesagt, seine Schulter ist gesund, und die Hand auch, nur der Ellenbogen ist steif. Und dann hat er ein M&M nach dem anderen genommen und sich selbst, im hohen Bogen, einfach in den Mund geworfen. Aus dem Handgelenk, hat er gesagt. Das hat geklappt. Na ja, er hat nicht alle aufgefangen, mit dem Mund, aber fast.

Ich hab es nachgemacht. Nachdem alle anderen weg waren, hab ich mich auch getraut. Ich griff mir mit meinen beiden Fingerchen eine Erdnuss aus Horst´s Eimer und warf, zack, eine nach der anderen in mein Maul. Na ja, ich hab nicht alle aufgefangen, mit dem Maul. Aber fast.

Als das geklappt hat, hab ich mich so gefreut, dass ich plötzlich so ein Tuut von mir gegeben habe. Ein helles Tuut, ganz kurz, das kam aus meinem Hals. Wie das plötzlich ging weiß ich gar nicht. Horst war genauso erstaunt wie ich.

„Ich wusste gar nicht, dass du das kannst, Steffi“, sagte er zu mir. Ich hätte ihm das ja gern erklärt, aber ich wusste ja selber nicht wie ich das gemacht habe.

Mit dem Fuß schob er den Eimer näher zu mir. „Kannst du das noch mal?“

Ich hab eine Nuss genommen, geworfen, getroffen und Tuut gemacht. Ganz kurz. Horst schien sehr zufrieden.

„Steffi kann singen!“, lachte er. Ich und singen? Ich sagte ja schon, manchmal spinnt Horst ein bisschen. Doch dann sagte er was, das hat mich neugierig gemacht.

„Deine Geschwister können das nicht!“ Horst flüsterte, doch ich hab´s genau gehört. Vor lauter Aufregung hab ich wieder Tuut gemacht.

Horst hat mir auch das erklärt. „Woher sollst du denn wissen, dass du singen kannst, wenn dir keiner sagt, dass du singen sollst? Deine Mama ist hier im Zoo geboren, sie kann es nicht, niemand hat es ihr beigebracht. Daher können deine Geschwister auch nicht tuten. Nur du.“ 

Nur ich.

Horst sagt, mein tuuten klingt wie eine kaputte Trompete. Was eine Trompete ist weiß ich nicht, aber kaputt klingen will ich nicht. Daher üben wir, zum Werfen auch noch Tuuten. Er meint, ich soll versuchen den Ton zu halten, es also länger machen.

*

Ich hab mir das selber beigebracht. Ich habe keine Ahnung, wie ich das angestellt habe, es ist mir auch egal. Denn jetzt ist alles ein bisschen anders, nicht nur mein Rüssel, sondern alles. Wenn meine Geschwister jetzt lachen, wenn ich mich zum trinken hinknie´, dann tuute ich ein bisschen. Dann sind sie gleich still.

Horst sagt, sie sind neidisch, weil sie es nicht können. Sie versuchen es wohl, wenn ich nicht da bin. Die Besucher freut mein Tuuten auch. Die stehen jeden Tag um das Gehege. Früher hab ich mich nicht raus getraut. Ich dachte die lachen und dann tappe ich versehentlich noch auf meine Fingerchen und falle hin. 

Nun geh ich gern raus, Horst füttert alle, auch mich, und ich werfe meine Nüsse. Inzwischen kann ich das sogar mit Äpfeln. Nur mit halben, aber immerhin. Und wenn ich getroffen habe, tuute ich. Einfach so. 

Und wisst ihr, was noch passiert ist? Ich hab Stoßzähne bekommen. Eines Tages lugten die einfach so raus, links und rechts neben meiner Nase äh… neben dem Rüssel natürlich. 

Horst hängt meinen Rüssel nun einfach über einen meiner Stoßzähne, jetzt kann ich auch nicht mehr drauf treten. Horst und ich laufen jeden Tag einmal durch den Park, ich hab meinen Rüssel über dem Stoßzahn hängen, Horst futtert bunte Erdnüsse und jedes Mal, wenn ein Besucher ruft „Steffi sing´“…  

Na, was denkt ihr wohl?

Horst hatte Recht. Ich bin ein bisschen anders als die Anderen. Aber das ist nicht schlimm.

© Carolin M. Hafen

Mein Beitrag zur Aktion #Buchpassion

logo-buchpassion[#Buchpassion ist eine Aktion von Janine | www.kapri-zioes.de ]

 

Be-kennt-nis. Definition. Substativ.

1. Der Vorgang, dass man öffentlich etwas zugibt.

2. Öffentliches Eintreten für etwas.

 

Mein Bekenntnis: 

 

I am addicted to books.

Ich bin kein Wurm und auch keine Ratte. Ich lese. Das ist schon alles. Bibliophil ist mir fast zu intellektuell ausgedrückt. So, als würde ich nur schöne, alte Bücher besitzen. Ich habe aber keine Bibliothek, ich steige keine Leiter hinauf um meine Schätze zu erreichen. Ich lese, was mir in die Finger kommt, ich bin hungrig und probiere, was mir schmeckt. Dann lasse ich sie ein, die Wörter, in meine Denkkammer, in meine Gefühlswelt und mein Seelenhaus. Manche bleiben, manche nicht. Lesen ist einatmen und schreiben ist ausatmen. Ich bin der Liebe zu Büchern ergeben, verfallen und süchtig. Ich bin es gern. 

 

Lass uns einen kleinen Rundgang machen durch mein literarisches Leben, ein Puzzleteil fügt sich ans andere und am Ende ergibt sich ein Bild. Wie ich die Welt gesehen habe. Wie sie sich mir dargestellt hat. Im Alter von sieben Jahren habe ich mein erstes Buch selbst gelesen, ohne Hilfe, ohne darauf angewiesen zu sein, dass mir jemand vorliest, Zeit hat, meinen Wunsch erfüllt. Ich war frei zu lesen was ich wollte. Die Welt war groß und schön.

Mit 13 bekam ich einen Büchereiausweis. Ich konnte Bücher auswählen und ausleihen, ohne Hilfe, ohne darauf angewiesen zu sein, ob mein Taschengeld reicht. Ich entdeckte die Bücher, die nicht für Kinderaugen sind. Meine Augen hatten nicht mehr diesen Blick. Ich lernte Anne Frank kennen und Scout Finch. Die Welt war groß und voller Schrecken. Zwischen den Zeilen versteckte sich die Hoffnung. Ich begab mich auf Spurensuche.

Kaum 16 geworden, schrieb ich mein erstes Theaterstück, in der Schule, ohne je von Karl Valentin eine Zeile gelesen zu haben:  „Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“ Aber manche Dinge spürt man eben.

Mit 20 las ich zum ersten Mal einen Roman von John Irving. Gottes Werk und Teufels Beitrag. Da war ich mir sicher: Ich werde Schriftstellerin. Ich schreibe, das ist, was ich bin. Die Welt ist so groß oder klein wie mein Wortschatz, es gilt Wörter zu finden, die Schönheit zu erkennen, die Schrecken in Worte zu fassen und von der Hoffnung zu erzählen. Geschichten sind Wunder.

Drei Jahre später veröffentlichte ich meine erste Kurzgeschichte. Und nun sind wir hier.

 

Carolin M. Hafen

*it´s the write thing to do.

 

Bücherliste

  • Peter Pan – J. M. Barrie
  • Das Tagebuch der Anne Frank
  • Wer die Nachtigall stört – Harper Lee
  • Gottes Werk und Teufels Beitrag – John Irving

 

 

[PS: Falls du an dieser Aktion teilnimmst, hinterlass´ mir doch bitte den Link zu deinem Beitrag. Ich will von deiner Buchpassion wissen!]