Klosterbräu – Silke Porath

Ich finde das Buch mehr witzig den spannend. Das stört mich allerdings nicht, ich lese nur wenige Krimis, und mag es nicht besonders, wenn man vor Aufregung mit klopfendem Herzen da sitzt und meint, sein Lieblingsermittler geht gleich Hops. Wer sowas möchte, ist hier ganz falsch und wird mit dem Buch wenig Freude haben. Hier gibt es keine Grausamkeiten oder viel Blutvergießen. In der schwäbischen Pampa geht es gemächlich zu. Beim Morden, wie beim Ermitteln.

Ich kann mit der gemächlicheren Form, hier, sehr viel mehr anfangen. Ich mag die Figuren, allen Voran Pater Pius und seine naive & liebenswürdige Art. Ich mag die Details, das Menschliche. Da wird noch vor dem Zahnarzt-Termin gebetet, da hat der Fischkopf „Männerschnupfen“, und da wird geschwäbelt. Es ist herrlich. Silke Porath schaut den Leuten aufs Maul, und ich finde es sehr amüsant und unterhaltend, das zu lesen.

Kurzbeschreibung

„Und jetzt ein kühles Spöttinger Bräu!“ Die Leute lieben das Spaichinger Bier, den Inhaber der Brauerei aber offensichtlich nicht: Er wird erwürgt. Mitten in der Klosterkirche. Pater Pius detektivischer Verstand arbeitet auf Hochtouren und als Kommissarin Verena Hälble einen Undercover-Mann braucht, schickt sie kurzerhand den Ordensmann nach Berlin. Und der gerät mitten hinein in einen Strudel aus Bier, Bonzentum und bitteren Wahrheiten.

Gedanken zu Klosterbräu – Silke Porath

Pater Pius erinnert mich immer an Don Camillo. (Als Kind habe ich gern alte Schwarzweiß-Schinken am Sonntag Mittag geschaut, mit meinem Vater, und wir haben uns zusammen beömmelt.)
Pius spricht auch immer mit dem lieben Herrgott, bekommt aber nicht so lustige Antworten wie Don Camillo. Ich mag den Pater Pius, einmal wegen diesem Mit-Gott-Sprechen. Solches Gottvertrauen empfinde ich immer als eine Verbindung zum Universum. Ich glaube, dass Leute die an nichts Glauben, weniger mit ihrer Umwelt in Berührung kommen, weniger sehen, was um sie herum passiert. Aber das ist jetzt so subjektiv wie nur was. Irgendwann, vor ein paar Jahren, als ich in mich hinein gehört habe, und kein „Lieber Gott“ über die Lippen brachte, und „Liebes Tagebuch“ doof fand, entschied ich mich für „Liebes Universum“. Das fühlt sich ganz gut an. (Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich auch ein bisschen dran, dass ich nach meinem Tod erfahre, dass mein ganzes Leben im Terry Pratchett Universum statt gefunden hat. Wir reiten auf einer Schildkröte durchs Universum.)
Ich schweife ab. Jedenfalls.
Pater Pius ist schlau, gleichzeitig aber schelmisch wie ein kleiner Bub. Er glaubt an die Wege des Herrn und handelt doch nach seinem Bauchgefühl, und dadurch wirkt er sehr sympathisch-menschlich. Und das macht Spaß zu lesen…
Jetzt muss ich noch raus finden wer der Mörder ist, wer den Baumann in der Kirche erwürgt hat.
Das Universum zum Gruße.