Miss Hokusai

Kennst du das? Deine Neugier treibt dich in ganz verschiedene Themengebiete!?

Wenn ich an einem neuen Manuskript arbeite, mache ich die Recherche-Arbeit immer parallel. Die meiste Zeit suche ich nach dem richtigen Ausdruck, nach einem Synonym oder schlicht: Wie zum Geier schreibt man dieses oder jenes Wort? Ich habe also immer mehrere Taps offen: Duden, Woxikon, ein klassisches Wörterbuch: Etymologie und Herkunft. Die letzten Wochen und Monate habe ich wieder in Leotrim verbracht (Save the Date: Band 4 kommt am 16. Januar 2023) und für diese Fortsetzung brauchte ich ein paar bestimmte Begriffe und dank des Internets wurde ich im Japanischen fündig. Ich habe mich aber nicht nur bei der Sprache bedient, sondern auch in der Architektur.

Graphic Novel: Hokusai

So ergibt ein Klick den nächsten und ich falle ganz in die Thematik hinein: Monatelang galt meine Hyperfixation also Japan und co. Ich landete dann relativ schnell bei dem Künstler Hokusai. Ich habe alles inhaliert, was ich finden konnte: Die Graphic Novel „Die Entdeckung von Hokusai“ hat mich sehr begeistert, das ganze wurde durch eine Doku auf YouTube ergänzt und dann entdeckte ich gleich mehrere Spielfilme. Es gibt einen Film aus dem Jahr 2020, ich habe noch nicht raus gefunden, wo man den streamen/kaufen/gucken kann, aber ich bleibe dran. (Hokusai)

Meine Suche führte mich dann zu diesem Film hier: Miss Hokusai (2015) Den kann man bei Amazon streamen und die Geschichte beleuchtet das Leben von Katsushika Ōi, der Tochter von Hokusai. Wenn ich das richtig verstehe, hat Hokusai kräftig an seinem eigenen Mythos gearbeitet und dafür gesorgt, dass es nicht EINE Geschichte über sein Leben gibt, sondern viele. Das heißt nicht, dass die alle wahr sind im Sinne von „genau so gewesen“! Aber es könnte so gewesen sein: Hokusai ist inzwischen ein anerkannter und berühter Künstler. Seine Tochter hat seine Talente geerbt, den Rest erlernt, sie arbeitet ihm zu, doch er erntet die Lorbeeren und sie als Frau… tja. Sie halt nicht. Ob sie genausogut wie er, genauso kreativ und talentiert war wie er… darüber kannst du dir selbst ein Urteil bilden. Vielleicht war es so, vielleicht auch nicht. Seine Sachen sind überliefert, an denen erfreuen wir uns heute noch. Jedenfalls. Es ist ein schöner Film, sehr atmosphärisch. Es zeigt den Künstler, den Mann, den Vater. Aber auch das Leben in Japan um 1814 aus Frauensicht. Ich habe das gern geschaut und möchte es herzlich weiter empfehlen. ★★★★★

Im Linden-Museum, Stuttgart

Ich bin zurück von meinem kleinen Recherche-Ausflug. Das war ein voller, toller Tag. Anstrengend auch. 🙂

[Zur Erklärung: Für die Drachenfortsetzung brauchte ich ein bestimmtes Wort. Im Deutschen wurde ich nicht fündig. Im Japanischen gibt es dieses Wort, und wenn ich nach langer Suche so ein Schätzchen finde, macht mich das sehr glücklich. Und wie das so ist, man gelangt von einem Klick zum nächsten, irgendwann war ich dann bei der Bauweise von japanischen Bauernhäusern und auch davon wird etwas ins neue Buch einfließen. Die Museumsführerin erzählte viel über Essen & Trinken in Japan, über die Teezeremonie im Besonderen. Sie erzählte aber auch über Apnoe-Taucherinnnen, was ich extrem spannend fand. Ich werde mich in der Richtung noch weiter einlesen. Jedenfalls.]

Bahnhof Spaichingen

Ich war auf einer Japan-Exkursion, organisiert von der VHS. Wir haben uns eine typische japanische Straße in der Museums-Variante angeschaut. Dazu gab es eine kleine Führung und anschließend sogar eine Tee-Zeremonie. Wir haben von einer richtigen Teelehrerin alles erklärt bekommen und wurden dann sogar verköstigt. Ich habe noch nie Matcha-Tee getrunken, fand es sehr lecker. Das werde ich wiederholen. Ich finde ja, so eine Tee-Zeremonie wirkt wie eine Meditations-Übung. Ich war hinterher total entspannt und zufrieden. Dazu gab es noch ein Gebäck, ich glaube es war rote-Bohnen-Kuchen. Auch sehr fein. Das Küchlein half aber nur wenig über den Bärenhunger hinweg, denn wir hatten. So viel Input macht hunrig. Wir sind zum Koreaner marschiert und haben dort die Schalen leer gefuttert, als ob wir drei Tage nichts zu essen bekommen hätten. Am Schluß bin ich noch in einem Bastelladen gelandet und dort ein bisschen eskaliert. Neue Stifte, neue Zeichnen-lernen-Bücher, als hätte ich noch nicht genug. Also Schreibwaren kaufen und Schreibwaren benutzen, das sind zwei verschiedene Hobbys. Ich hoffe, da sind wir uns einig. 😉

Der Tag endete, mit einer zweistündigen Zugfahrt und einem schreienden, unzufriedenen Baby. Armes Ding.

Hokusai (2020)

Hokusai – Graphic Novel

Neue Woche, neues Buch. 

Aktuell recherchiere ich viel für das neue Manuskript. Andere AutorInnen werden wissen was ich meine, LeserInnen vielleicht nicht. Man fängt mit einer Sache an, folgt dann den Brotkrumen und verliert sich dann völlig in all diesen neuen, interessanten Informationen. Ich habe mit einem Schreibpult für Ambro begonnen, und landete schnell bei klösterlichen Schreibstuben, da ich ihn aber nicht in ein Kloster stecken wollte, die Lokalität sollte naturverbunden sein und zu meinem Protagonisten passen, landete ich unweigerlich in Japan und recherchierte zum Thema #Minka

Das sind typische, japanische Häuser, die sehr minimalistisch und praktisch gebaut sind und oft einen kleinen Garten in der Mitte haben. Thematisch in Japan angekommen, stieß ich natürlich auf #Hokusai und ab da verließ ich meinen Protagonisten, jetzt war meine Neugier ganz allgemein geweckt: Wie spannend ist das denn bitte? #GraphicNovels interessieren mich ja eh, nun fand ich eine Graphic-Novel-Biografie zum Leben von Katsushika Hokusai, mit der ich heute Abend los lege, wenn ich nach getaner (Schreib)Arbeit aufs Sofa liegen darf. Ab hier ist es ganz offiziell  um mich geschehen. Bei Youtube gibt es eine Doku „Besuch bei Hokusai“, bei Prime einen Film über die Tochter „Miss Hokusai“ und den Trailer zur Filmbiografie des Künstlers habe ich gleich zwei Mal angeschaut. 2020 hätte der in die Kinos kommen sollen. Ich hab noch nicht raus gekriegt wo man den Film streamen/kaufen kann, aber das finde ich auch noch raus. 

Jetzt widme ich mich noch mal Ambro bzw. Hangameh, ich muss eine entscheidende Szene fertig schreiben. Und dann schmökere ich in mein neues Schätzchen hinein. Das wird super.