Buch-Handtasche

Hier ist also, wie angekündigt, ein Bild meiner John-Irving-Handtasche. Die ist gestern, bei meiner Aufräum-Aktion auch aufgetaucht. Das Ding habe ich schon ewig. Eine Bekannte hatte damals einen Dawanda-Shop, ich glaube Etsy gab es da noch gar nicht, und dort habe ich die Tasche in Auftrag gegeben.

Bevor du dich jetzt empörst, was ich mit einem Buch so anstelle: Upcycling war damals schon Thema, und ich rede hier von 2007 oder so. Ich habe also ein gebrauchtes, kaputtes Exemplar von meinem Lieblingsbuch gekauft, für 1 Euro auf´m Flohmarkt, und das Ding meiner Bekannten geschickt. Sie hat den Buchblock dann raus getrennt und die Tasche gedingst. Wie auch immer man so eine Handtasche herstellt. Den Buchblock habe ich auch noch, theoretisch könnte ich auch den verwenden und noch irgendwas falten oder ausschneiden oder sonstwas damit anstellen. Jedenfalls. Es ist fast tragisch, dass ich kein Handtaschen-Mädchen bin, und nur selten mit einer rumlaufe. Gerade jetzt habe ich aber große Lust dazu, das gute Stück auszuführen. 🙂

Jetzt mal unter uns, das Teil ist doch super!? 

Meine erste Handtasche

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Ich habe vor ca. drei Jahren das Nähen für mich entdeckt. Eine Freundin meinte zu mir:

„Hast du Lust vorbei zu kommen, dann machen wir ein T-Shirt für dich.“ Und so kam das. Inzwischen habe ich diverse T-Shirts im Schrank, war ein paar mal Stoffe einkaufen und habe gestaunt, was es so alles gibt. Ich habe zwei Kleider genäht und sogar eine Halskette ge-dingst.*

*Ich habe keine Ahnung, ob man eine Kette bastelt, näht, stickt oder fädelt. Am Schluss hatte ich einen hübschen Anhänger aus Swarovski-Steinen und kann jetzt behaupten:

Habe ich selber gemacht! 

Jedenfalls. Die Freundin meinte letztens zu mir: „Hättest du gerne eine Handtasche?“

Jetzt muss ich dazu sagen, ich bin keine von diesen Frauen, die mit Täschchen herumlaufen. Es gibt zwei Sorten Frauen: Die mit Handtasche und die anderen.

Ich habe für gewöhnlich einen Rucksack dabei. Weil, ich schleppe für gewöhnlich mehrere Bücher mit, und das iPad, ein Mäppchen, ein Notizbuch, was zu trinken, Schokolade, ein Abschleppseil für Notfälle, ein Regencape, einen Regenschirm, einen Duden und mein aktuelles Schreibprojekt natürlich, mit mir herum. Das alles passt nicht in eine Handtasche. Zudem will ich das Gewicht nicht an meinem Arm hängen haben. Das ist unbequem und unschön.

Daher antwortete ich: „Das muss aber eine große Handtasche sein und praktisch und hübsch und robust.“

Und bevor ich noch ein UND dran hängen konnte, drückte sie mir diesen Stoff in die Hand und eine Nähanleitung dazu. Und ich sagte: „Oh, okay.“

Ich bin immer noch ein Beuteltier mit Rucksack, muss aber gestehen, so eine hübsche Handtasche hat schon was. Vor allem, weil ich sie selber gemacht habe. Meine Näh-Fähigkeiten sind noch nicht so fortgeschritten, dass die Arbeit leicht, mühelos und ohne Unfälle vonstatten gegangen wäre. Manche Naht musste ich wieder auftrennen, manch eine Falte, die ich mit der Nähmaschine nicht sauer erwischt habe, musste ich von Hand nachbessern. Aber all das macht mir die Tasche noch besonderer, weil ich sie nicht einfach gekauft und in Besitz genommen, sondern tagelang dafür geschufftet habe. Sie ist nicht perfekt. Das bin ich auch nicht. Deshalb passen wir so gut zusammen. Ich bezweifle, dass Handtaschen-Mädchen sich so fühlen.

 

cmh