Monatsrückblick Mai

Gefühlt war dieser Monat sehr, sehr lang. Entsprechend sieht meine Liste aus.

Gedoodle nach der Methode von Melissa Dinwiddie

Tops und Flops im Mai

Bücher:

  • Mascha Kaléko – Das lyrische Stenogrammheft ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Eva Christina Zeller – Liebe und andere Reisen ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Matthew Johnstone – Der schwarze Hund  ⭐️⭐️⭐️⭐️

Filme:

  • Best Exotic Marigold Hotel 2 ⭐️⭐️⭐️
  • Wonderwoman ⭐️⭐️⭐️
  • Ich bin Maris ⭐️⭐️
  • Highwayman ⭐️⭐️ (langweilig)
  • Anne auf Green Gables Teil 1, 2 und 3 (2016/Prime) ⭐️⭐️ ⭐️⭐️

Serien:

  • The Five ⭐️⭐️⭐️
  • Bosch Staffel 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Game of Thrones Staffel 8 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ + Dokumentation

Uff. Ich habe mich irrsinnig, wie viele andere auch, auf die letzte Staffel gefreut und mich dann durch die sechs Folgen hetzen lassen. Zum einen, weil die Staffel so ein Tempo vorgelegt hat, aber auch wegen der Reaktionen im Netz. (Ja, alle Figuren, die ausgedient haben, wurden gekillt. Das ist ja kein neues GoT-Phänomen!) 

Ich wollte auf keinen Fall gespoilert werden. Doch wenn ich mich montags bei Facebook eingeloggt habe, hatten diverse Leute nichts besseres zu tun, als zu schreiben bzw. in ihren Stories zu erzählen, was genau passiert ist, und wie Scheiße sie es finden. Das hat mir viel von dem Vergnügen genommen. Ich kann jetzt natürlich auch darauf schimpfen, dass David Benioff und D. B. Weiss nicht so schreiben, wie es George R. R. Martin es tut. Wie auch? Ein Drehbuch ist keine Belletristik und umgekehrt. Aber darum geht es mir gar nicht. Die Serie und die Bücher weichen ja schon eine Weile voneinander ab. 

Die Erfahrung, so getrieben zu werden, war mir neu. Üblicherweise schaue ich meine Filme und Serien allein – in meinem Umfeld ist niemand, der Filme, Bücher oder Serien so konsumiert wie ich es tue. Die wenigsten haben Netflix, noch weniger teilen meine Interessen und Genre-Vorlieben. Beispielsweise Stranger Things. Die zweite Staffel habe ich an einem Abend geschaut. (Das ist, als Beispiel, ein arger Kritikpunkt: Es war nicht möglich, #GoT so zu konsumieren. Ich musste zwischen den Episoden eine Woche warten. Man kommt sich ja vor wie im Mittelalter.)

Jedenfalls. Da war dieses Gefühl von Ende, und das Gefühl von Hetze. Sich abschotten zu müssen, bei Facebook und Twitter, schneller zu sein und kollektiv mitmaulen zu müssen. Das will ich aber gar nicht. Meine Lieblingsfiguren sind und waren immer John Snow, Arya und Bran. Von Anfang an. Und ich habe dauernd darauf gewartet, das Bran mal was nützliches macht. Daher kann ich mit dem Ende gut leben. Es ist nicht mein Wunsch- Ende. Aber es hat auch keiner gesagt, dass das Leben ein Wunschkonzert ist, und mir irgendwas zusteht. Mit etwas Abstand kann ich nun sagen, dass diese Serie, ganz grundsätzlich sehr viele Emotionen ausgelöst hat. (Stichwort: Die rote Hochzeit. Ramsay Bolten, Arya in Königsmund, meine Fresse.) Ich habe mitgefiebert und mitgelitten, es war ein Erlebnis! Und im Besonderen waren da ein paar Szenen und Dialoge drin, die viel Schönes hatten. Ich werde mir also, die ganze Serie noch mal anschauen. So, wie ich eben Serien konsumiere. Ich werde die gewaltigen Bilder und die Musik schätzen, und vielleicht ein paar Dinge entdecken, die mir in der Eile entgangen sind. Ich werde mich nicht mehr hetzen lassen. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ende. Uff.

  • Lucifer Staffel 4 ⭐️⭐️

Mir ging diese Identitätskrise wahnsinnig auf die Nerven. 10 Folgen um zu klären wer bei wem er selbst sein darf/kann/soll und die Frage, ob man  sich für den Partner verbiegt oder besser nicht. Wär ich dem Alkoholkonsum zugeneigt, ich hätte jedes Mal einen Schnaps gekippt, wenn jemand sagte „Ich weiß nicht wer ich bin.“ Das war alles sehr seicht und platt und kaum zum aushalten. Ich habe die Serie nur noch aus Gewohnheit geguckt. 

  • Conan without Borders ⭐️

Ach herrje. Grenzwertiger Klamauk am Rande des Fremdschämens. Ich musste zwar lachen, aber herzlich war das nicht. Der Irrsinn ist zudem unnötig laut. 

Conan fragt die Leute irgendwas, fällt den Leuten dann ins Wort und hört nicht zu. Dann macht er dümmliche Witze und die Leute, die ihre Sache ernst und gut machen wollen, werden vorgeführt – beim Versuch ihre Würde zu behalten. Sie scheitern alle. Ich habe mich am Schluß sogar geärgert, weil es irgendwann nicht mehr witzig war. Beispielsweise ist er in einer Schulklasse und hat nichts blöderes zu tun, als die Kinder völlig aufzuwiegeln. Fast hysterisch. An einer anderen Stelle sind sie bei einer Weinprobe. Da ist eine Frau, die ganz ernsthaft ihren Job machen will, im Sinne von professionell. Und dann keifen sich zwei Erwachsene an, die Spaß-Ebene haben sie schon lange verlassen, und ziehen sie da in eine Scheiße rein, die sie nicht handhaben kann. Es hat ihr im Vorfeld sicher auch keiner gesagt, was auf sie zukommt. Dann hätte sie ja die Möglichkeit gehabt, die ganze Sache abzulehnen. Schade. Ich bin nicht in der Zielgruppe.

  • Turn up Charlie ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Sarah Wiener ⭐️⭐️⭐️⭐️

Krasser Gegensatz zu „Conan“. Ja, es ist mir klar, dass eine ist ein amerikanischer Comedian, das andere eine österreichische Köchin. Der Unterschied ist Menschlichkeit. Die Sendung von Sarah Wiener fällt für mich in die Kategorie „Sachen machen“. Sie geht los, und verlässt ihre Komfortzone. Sie macht ihre Gegenüber nicht lächerlich, sondern versucht mit ihrer Art in die fremde Welt einzutauchen. Einmal auf einem Fischer-Boot. Sie kocht, sie nimmt Fische aus, wird Teil der Crew, hält den Seegang aus, fragt die Leute, warum sie tun, was sie tun, und läßt Raum für die Antwort. So auch im Olympia-Vorbereitungs-Trainingskurs oder im Kloster. Das habe ich mir sehr gerne angesehen. Das war ein schöner Sonntag-Nachmittag. 

  • Real Detectives Staffel 1 und 2 (Keine Ahnung, warum ich mir sowas ansehe.)
  • Fleabag Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Klare Empfehlung. Ich mochte die erste Staffel schon sehr gern, und auch die Zweite hat mich nicht enttäuscht. Ich hatte kurz Sorge, wie es mit Fleabag weiter gehen soll, ob die neue Staffel nur ein Abklatsch ist… aber nein. Sie ist immer noch wütend, rennt durch London und versucht ihren Scheiß geregelt zu kriegen; chaotisch, exzentrisch, liebenswert – trotz allem. Ich mag diese schnodderige Erzählform, dieses shakespeareske. Fleabag schaut in die Kamera und kommentiert immer das Geschehen. Mich spricht sie sehr an. Mehr davon, bitte. Ich hab noch nicht genug. 

  • Dead to me – abgebrochen

Das fing eigentlich nett an. Doch das Ende der ersten Folge war so ätzend; das habe ich schon tausend mal gesehen. Ich ahne, was passiert. Und finde es blöd. Ich dachte trotzig „Och nö!“ und werde es dabei belassen. 

Getan 

Musik

Internetkram

Und, was hast du so geguckt/gelesen? Erzähl´s der Carolin.

Gesehen im Juni

Rectify Staffel 3: Immer noch eine der besten Serien, die ich je gesehen habe. Ich kann gar nicht fassen wie wenig Beachtung diese Serie erfährt. Hier passt einfach alles. Die Story, die Darsteller, die Umsetzung. Ich kann mich an Aden Young nicht satt sehen. Jedes Wort, dass ich nun über die Handlung schreibe, ist eines zu viel. Ich will nicht spoilern. Wenn du die Serie noch nicht kennst, leg sofort los.

Staffel drei hat noch einige Wendungen und Überraschungen parat. Es ist immer noch nicht klar, ob Daniel Holden seine Freundin getötet hat oder nicht. Ich verfolge mit Spannung dieses Psycho-Spielchen, wie die anderen Daniel sehen, wie er sich selbst sieht, wer die Wahrheit sagt und wer nicht und frage mich die ganze Zeit, was ist denn die Wahrheit? Und spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Ganz großes Kino!

[Link: Imdb]

 

Vacation. Die Griswolds wollen mal wieder nach „Walley World“. Das war schon in meiner Kindheit bescheuert. Es wird dreissig Jahre später auch nicht besser. Es ist sinnlos und vulgär. An dem Abend wollte ich aber genau das und war angeekelt, aber gut unterhalten.

[Link: Imdb]

 

Small Island (Benedict Cumberbatch): Das habe ich tatsächlich nur geschaut, weil Benedict Cumberbatch mitspielt. Sonst hätte ich das getrost sein lassen. Kann man gut gucken, muss man aber nicht. Es ist ein bisschen kitschig geraten und das Ende lässt mich unschlüssig zurück. Was will mir die Geschichte sagen? Ich weiß es wirklich nicht. Und ich bin zu faul um darüber ernsthaft nachzudenken.

England, 1939. Queenie heiratet Bernard – nicht aus Liebe, sondern aus Mangel an anderen Möglichkeiten. Sie will dem elterlichen Bauernhof entfliehen. Bernard meldet sich freiwillig und ist dann erst mal weg.

Gilbert und Michael melden sich ebenso freiwillig für den Militärdienst. Der eine, weil er vom Vater verstoßen wurde, der andere, weil er der kleinen Insel Jamaika entfliehen will.

Hortense träumt auch von einem großartigen Leben in England – mit Michael. Doch der denkt nicht dran, mit ihr was anzufangen. Hortense heiratet dann auch – nicht aus Liebe, sondern aus Mangel an Möglichkeiten. Diese ganzen Lebenswege sind verkorkst und verstrickt, ohne das die Beteiligten das merken und am Schluss gibt´s ein uneheliches Kind. Toll.

[Link: Imdb]

 

Ray Donovan Staffel 3/Game of Thrones Staffel 6

Ich fasse diese beiden Serien mal zusammen. Nicht, weil sie viel gemeinsam haben, sondern weil mein Frust auf dem selben Problem gründet. Halten wir kurz fest: Großartige Serie(n), aufwendige Umsetzung, tolle Darsteller. Alles supi. Bis auf den Umstand, dass alle Handlungsstränge irgendwo hin laufen, nur nicht dahin, wo ich sie gerne hätte. Alles, was mich jeweils in Staffel 1 noch begeistert hat, verläuft nun in ganz andere Richtungen, dauert mir zu lang oder wiederholt sich unnötigerweise. Nehmen wir kurz das Gewaltthema. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Das ist ein alter Hut. Wenn man eine Serie konzipiert, die dadurch auffällt, dass sie sehr gewalttätig ist, so muss man das von Staffel zu Staffel steigern. Und ich bin müde, ich bin es leid mir noch mehr Blut, noch mehr Schlachten, noch mehr Tote anzusehen. Allerdings bin ich nicht in der Lage abzuschalten. Ich muss wissen wie es ausgeht. Also gucke ich motzend weiter.

Menno.

 

Ashby Der Film beginnt sehr klassisch: Ed soll eine Hausaufgabe schreiben über einen anderen (älteren) Menschen. Da trifft es sich gut, dass sein Nachbar Ashby alt ist und sich bei ihm gerade ein Problem auftut, dass nur Ed lösen kann. Ashby hat einen Gehirntumor, wird also bald sterben, bis dahin kann er aber nicht Auto fahren. Ed hat einen Führerschein, aber keine männliche Bezugsperson bzw. einen Vater, der ihn aufs Leben vorbereitet: Prügeln, in der Schule überleben, Mädchen. All das eben.

Der Film hält sich an kein Genre (was ich erfrischend finde) und wechselt ein paar Mal die Tonart. Erst denkt man, Ed ist das totale Weichei, dann stellt sich raus, dass er gut in Sport ist. Erst denkt man, dass Ashby ein alter Sack ist, dann stellt sich raus, dass er ein Geheimagent ist, der raus findet, dass er beschissen wurde. Während Ed sich um sein Mädchen kümmert, bringt Ashby ein paar Leute um. Hier vereinigt sich Teenie-Komödie mit Liebesschnulze, Krebsgeschichte mit Agententhriller und irgendwo steckt noch ein Vaterkomplex zwischen den Handlungssträngen. Alles sehr nett. Wirklich.

[Link: Imdb]

 

Preacher Staffel 1 Ich habe bisher die halbe Staffel gesehen und keinen blassen Schimmer warum ich mir das anschaue, worum es geht oder wo das hinführt. Ich finde Dominic Cooper attraktiv, das mag einer der Gründe sein. Attraktive Menschen sind mir oft Motivation genug irgendwas anzugucken. Ich kann das gut: Einfach gucken ohne zu denken. Hier ist das vorherrschende Gefühl: WHAT. THE. FUCK? Ich nehme an, das bleibt so bis zum Schluss. Sollte sich was daran ändern, werde ich es dir mitteilen.

[Link: Imdb]