Aus der Wortwerkstatt #1

Ich mag den Ausdruck „Schreiberling“ nicht, das klingt als wäre man sechs Jahre alt, und dabei mühsam mit einem Bleistift das Alphabet abzumalen. Irgendwo auf der Reise von Ich-möchte-ein-Buch-schreiben hin zu Ich-tue-es-tatsächlich, gab mir mal jemand den Rat, mich selber ernst zu nehmen, und seither wehre ich mich gegen den Ausdruck „Schreiberling“. Schreiben ist in erster Linie Handwerk. Und ein Handwerk kann man erlernen. Daher betrachte ich mich als Wortwerker, und ich mag das Wort, weil es schwer ist und ausdrückt, dass es Arbeit ist. Schreiben ist wunderbar, aber oft eben auch Kampf. Von den schönen Seiten, von der Arbeit, und den Siegen möchte ich dir erzählen.

Mein Schreibtisch ist meine Wortwerkstatt, und da passiert gerade eine Menge. Ich habe einen Vertrag unterschrieben, und eine Deadline. 31.Dezember 2014

Das ist das Ziel. Ich arbeite schon eine Weile an diesem Manuskript, es ist also nicht so, dass ich heute bei null anfange, und versuche in vier Monaten einen Roman fertig zu stellen. Nein. Einen Auszug aus meinem Leotrim-Universum findest du in der Anthologie „Exotische Welten“.

Der Kindshüter von Leotrim ist eine Kurzgeschichte aus diesem Universum, erschienen Anfang des Jahres, und bei Lovelybooks kann man einige Rückmeldungen dazu lesen. Jedenfalls. Der Kindshüter steht genau genommen ganz am Schluss einer langen Reihe von Ereignissen. Ich arbeite gern Rückwärts, vom Schluss zum Anfang. Wenn ich weiß, wie die Geschichte ausgehen soll, wenn das Ende fest steht, dann nimmt mir das viel Druck aus der Schreibarbeit. Es ist ja schön, wenn der Weg das Ziel ist – aber wenn man keine Ahnung hat, wie lang der Weg ist, noch wo es hin gehen soll, tappt man sinnfrei im Dunkeln. Das habe ich die vergangenen Wochen gemerkt. Das Ziel war vorgegeben, 120 Normseiten. Ich tappte 40 Seiten herum, nichts gefiel mir, die Perspektive passte nicht, und meine Protagonisten liefen durch mein Universum, und fragten mich: „Was soll denn das?“

Also habe ich neu angefangen. Ich hab das Exposé überarbeitet – die erste Fassung hatte mich nicht dahin geführt, wo ich hin wollte. Dann habe ich meine Figuren nochmal eingehend gefragt, wer mit wem welchen Konflikt hat und warum. Und das führte endlich da hin, wo es hin führen soll. Zum Höhepunkt der Geschichte, dem Climax Movement kurz vor dem Schluss.

Heute Nacht fiel mir dann die Auflösung des Höhepunkts ein, ich bin an diesem Punkt einer Geschichte, ob kurz oder lang, immer ganz glückselig. Das bedeutet nämlich, ich weiß genau was passiert, und muss die Puzzleteile für den Leser nur noch spannend zusammensetzen. Yay.

 

Stay tuned!

Der Kindshüter von Leotrim

bearbeitet2Liebes Universum,

ich möchte dir ein wenig von Leotrim erzählen. Es ist schon wieder ein Weilchen her, da habe ich an einer Ausschreibung teilgenommen, es ging um Fantasy und Sci-Fi und andere Welten. Damals schrieb ich meine erste Fantasy-Geschichte überhaupt; Abbild. [Link]

Es war aufregend und neu, dieses Genre, die Möglichkeiten, das Sprengen der gegebenen Grenzen der Realität. Ich fuhr nach Dortmund uns las dort auf der Dort-Con [Link] und mir gefiel mein Ausflug auf vielerlei Weise.

Ich habe viel Fantasy und Co. gelesen und gesehen, aber mich bis dato nicht heran getraut. Als wär es anmaßend nach „Herr der Ringe“, „Hobbit“, „Narnia“ und „Eragon“ selber so etwas zu versuchen. Vielleicht ist es das tatsächlich. Ich bin zum Glück mit einem gesunden Maß Arroganz gesegnet. 🙂

Derzeit lese & sehe ich, wie alle anderen auch, „Game of Thrones“ mit Spannung, großen Erwartungen und Entsetzen. Wieder einmal stellt sich bei mir aber eine Unzufriedenheit ein, nicht weil ich meine es genauso gut oder sogar besser zu können. Im Gegenteil. Wieder und wieder wächst in mir die Idee selbst eine Fantasy-Geschichte zu schreiben – eine, die gerade NICHT so ist wie all das bisher Gelesene.

Ich nahm wieder an einer Ausschreibung teil, diesmal zum Thema „Exotische Welten“ und ich schrieb die Geschichte „Der Kindshüter von Leotrim“.  Die Story schaffte es in die Anthogie [Link] und wurde veröffentlicht. Plötzlich fand ich mich bei Lovelybooks wieder, einer Plattform die bisher fröhlich existierte, ohne von mir wahr genommen zu werden. Ich meldete mich an um bei der Leserunde [Link] teilzunehmen. Das war aus mehreren Gründen spannend. Ich hatte keinen blassen Schimmer was meine Kollegen zu dem Thema verfasst hatten, noch wie eine Leserunde funktioniert und was mich da erwartet. Ich war ehrlich überrascht welche Formen und Spielarten die Anthologie bietet, und das sage ich jetzt nicht, weil ich selber drin bin und hier werben will, sondern weil ich mit ehrlicher Neugier an das Buch heran gegangen bin um zu sehen, was man alles machen kann in diesen Genren und Sub-Genren. Und dann kamen die Leser, die sich bemühten ihre Ansichten zu formulieren, einige sogar zu jeder einzelnen Geschichte. Und wir reden hier von 25 Texten! Welche Arbeit, welch Liebe zum geschriebenen Wort. Wahnsinn. Ich faule Sau habe es mir einfach gemacht, beobachtet und nur die Perlen kommentiert, die Texte die mich persönlich ansprachen und für mich heraus stachen. Ich habe also Lovelybooks entdeckt und mich gefreut über die Resonanz. Nicht zuletzt zu meiner Geschichte und dem Wunsch einen Roman aus dieser Leotrim- Welt zu machen.

Das ist mein Ziel. Seit Wochen und Monaten sammle und sortiere ich meine Ideen, setzte mich damit auseinander, was und wie ich erzählen will; Eine Heldenreise? Eine Drachen-Geschichte? Ein Game of Thrones Gemetzel?

Im Prinzip nichts davon. Ich kann das Rad nicht neu erfinden, aber ich kann mein eigenes Universum erschaffen, mit meinen Regeln, ich kann die Geschichte schreiben, die ich selber lesen möchte. Die Erkenntnis ist nicht neu, und um es mit den Worten von Yoda zu sagen;

Do or do not. There is no try.

 

I do.

~Caro

Heute schon geschrieben? #5

Diana Hillebrand Band 2 und 3
Diana Hillebrand
Band 2 und 3

Hier geht’s zu wie beim Katzen machen. Band 3 habe ich gestern fertig beackert, und Band 4 war am Freitag in der Post, es geht also zackzack weiter. Schön.

Gefühlt waren diesmal doppelt so viele Aufgaben zu bewältigen als in den bisherigen Bänden. Das kam mir aber gerade recht. Ich arbeite an einer Novelle, einer Drachengeschichte – (eine Kurzgeschichte dazu gibt es hier in dieser Anthologie; Der Kindshüter von Leotrim.) Jedenfalls.
Ich will also mehr daraus machen und kämpfe mit der Perspektive. Im ersten Kapitel ist meine Hauptfigur gerade mal sieben Jahre alt, der Leser soll aber nicht meinen, es handle sich um eine Kindergeschichte. Den ersten Entwurf habe ich in der Ich-Perspektive geschrieben, nun, mit Band 3 und den ganzen Tipps, habe ich versucht, mit den verschiedenen Möglichkeiten zu spielen, da mir die Ich-Perspektive nicht passend erschien.
Auktorialer Erzähler oder doch lieber Personeller? Fragen über Fragen.
In Band 3 hätte ich mich in einen Frauenmörder hinein versetzen sollen. Das ist aber kein Genre, das ich beliefern will, keine Geschichte, die ich erzählen will. Es gibt genug Leute, die Krimis, Thriller und Co besser schreiben können, und mit Leidenschaft von Mord & Totschlag erzählen – da muss ich nicht auch noch daher kommen. Diese Tom-tötet-Aufgabe habe ich daher ausgelassen. Ich befürchte, ich werde noch meine liebe Mühe haben mir einen anständigen Bösewicht für meine Drachengeschichte auszudenken… Ich muss mich wohl nochmal mit dem Band über „Figuren entwickeln“ beschäftigen. Ohne Bösewicht gehts nicht!

Leserunde; Exotische Welten

Leserunde; Exotische Welten

Ich bin durch.
(Krankheitsbedingt musste ich eine Woche aussetzen, aber jetzt bin ich wieder da.)
Als Leserunden-Neuling und Fantasy-Anfänger war es doppelt interessant für mich die „Exotischen Welten“ zu erkunden. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich erwartet, und unter dem Stichwort „exotisch“ versteht wohl jeder was anderes. Mal ehrlich, manch einer fühlt sich ja schon exotisch, wenn er eine Duftkerze ins Schlafzimmer stellt. 🙂
Ich habe keine Geschichte ausgelassen, es war keine dabei, die mir gar nicht gefallen hätte. Es gab zwei oder drei, die mich ratlos zurück ließen, weil ich sie nicht verstanden hatte, oder mir zu abstrakt waren. Beispielsweise der „Gletscherwasserdrogentrip“ (tolles Wort) und die „Elochanten“ waren mir zu abgefahren um mithalten zu können. Aber ich glaube, man muss nicht alles verstehen, es muss nicht alles erklärt werden, ich kann gut damit leben, wenn ein Buch, beispielsweise, ein offenes Ende hat, und es mir überlassen ist, wie ich es annehme.
Besonders gut gefallen haben mir, „Im Auge des Jupiters“ (Was für eine Atmosphäre), „An einem ganz gewöhnlichen Fronnerstagnachmittag“ (Yuppie, Fantasy-Humor!), „Das Geheimnis der Tengu“,“Fracht 83″, „Sei Simon“, „Planet der Kinder“, „Die Verrückte von der Kronprinzenbrücke“,“Mission Hoffnung“ und „Im Bilde“ (wirklich bildhaft, tolle Sprache), um einige zu nennen… Insgesamt eine abwechslungsreiche und Interessante Sammlung; für jeden Geschmack ist was dabei. Ich freue und bedanke mich, dass ich dabei sein durfte, und stöbere und entdecke nun weiterhin Lovelybooks.