Im Linden-Museum, Stuttgart

Ich bin zurück von meinem kleinen Recherche-Ausflug. Das war ein voller, toller Tag. Anstrengend auch. 🙂

[Zur Erklärung: Für die Drachenfortsetzung brauchte ich ein bestimmtes Wort. Im Deutschen wurde ich nicht fündig. Im Japanischen gibt es dieses Wort, und wenn ich nach langer Suche so ein Schätzchen finde, macht mich das sehr glücklich. Und wie das so ist, man gelangt von einem Klick zum nächsten, irgendwann war ich dann bei der Bauweise von japanischen Bauernhäusern und auch davon wird etwas ins neue Buch einfließen. Die Museumsführerin erzählte viel über Essen & Trinken in Japan, über die Teezeremonie im Besonderen. Sie erzählte aber auch über Apnoe-Taucherinnnen, was ich extrem spannend fand. Ich werde mich in der Richtung noch weiter einlesen. Jedenfalls.]

Bahnhof Spaichingen

Ich war auf einer Japan-Exkursion, organisiert von der VHS. Wir haben uns eine typische japanische Straße in der Museums-Variante angeschaut. Dazu gab es eine kleine Führung und anschließend sogar eine Tee-Zeremonie. Wir haben von einer richtigen Teelehrerin alles erklärt bekommen und wurden dann sogar verköstigt. Ich habe noch nie Matcha-Tee getrunken, fand es sehr lecker. Das werde ich wiederholen. Ich finde ja, so eine Tee-Zeremonie wirkt wie eine Meditations-Übung. Ich war hinterher total entspannt und zufrieden. Dazu gab es noch ein Gebäck, ich glaube es war rote-Bohnen-Kuchen. Auch sehr fein. Das Küchlein half aber nur wenig über den Bärenhunger hinweg, denn wir hatten. So viel Input macht hunrig. Wir sind zum Koreaner marschiert und haben dort die Schalen leer gefuttert, als ob wir drei Tage nichts zu essen bekommen hätten. Am Schluß bin ich noch in einem Bastelladen gelandet und dort ein bisschen eskaliert. Neue Stifte, neue Zeichnen-lernen-Bücher, als hätte ich noch nicht genug. Also Schreibwaren kaufen und Schreibwaren benutzen, das sind zwei verschiedene Hobbys. Ich hoffe, da sind wir uns einig. 😉

Der Tag endete, mit einer zweistündigen Zugfahrt und einem schreienden, unzufriedenen Baby. Armes Ding.

Aufräum-Funde

Diktiergerät

Ich hab mein altes Diktiergerät gefunden. So sah das Autorinnenleben in den 2000er Jahren aus. Mein Handy konnte das noch nicht: Memo und Diktierfunktion. Und selbst später, als mein Handy das konnte, war die Technik so lausig… ach, lassen wir das. Ich hatte ein Diktiergerät neben dem Bett liegen, für die Einfälle, die ich Nachts, schlaflos festhalten wollte. Das Problem? Morgens wachte ich auf, hörte mein Gebrabbel – Astronaut, Marmelade und Pirat – und hatte keinen blassen Schimmer, was ich damit anfangen wollte. Manche Dinge ändern sich nie. 😉

Nun, jetzt ist es so: Ich arbeite an einem neuen Manuskript. Und vielleicht gehört das zum Schaffensprozess dazu: Der Weg an den Schreibtisch ist weit und steinig. Wer selber Kreativ ist, kennt das sicher. Eine Deadline rückt näher und damit wird auch das Bedürfnis geweckt, JETZT die Fenster zu putzen, JETZT endlich die drei Körbe Wäsche weg zu bügeln, JETZT die Garage zu renovieren. Ganz klar.

Ich hab so einen Glasschrank, da steht bloß Nippes drin. Du weißt schon, hübsch aber nutzlos. Das Ding staubt nun schon seit Jahren ein, hat mich nie gestört. Heute habe ich alles raus geräumt, Dinge weg geworfen, geputzt und gestaunt. Was ich alles habe. Uijuijui. Ein altes Diktiergerät zum Beispiel. Das funktioniert noch. Ob ich es nochmal neben das Bett legen soll? Neee.

Aber meine John-Irving-Handtasche, die muss ich noch herzeigen. Die ist auch wieder aufgetaucht, bei der Aktion. Mach ich Morgen, vielleicht. Kurz bevor ich an den Schreibtisch gehe, will ich bestimmt noch was aufräumen. 😉

Autorenwahnsinn – Tag 29

Tag 29: Poste ein Zitat aus deinem aktuellen Manuskript.

#Drachenfortsetzung

Wenn ihm jemand die rechte Hand nähme, wäre er noch er selbst. Doch er fragte sich, was der Schmerz mit ihm machen würde. Dachte Norwin an Rache? Dachte er daran, einem Mann, der Drachenflügel mit einem Messer zerschnitt und Schuppen entzwei teilte, Gewalt anzutun?

Die Wunde heilte. Die Fäden waren gezogen. Sechs kleine Kreise und ein schwarzer, krustiger Strich zeugten noch davon, was passiert war. Die Kreise mochten ganz verschwinden. Die Narbe, die Ambro mit seiner Handfläche bedecken konnte, mochte verblassen. Er war sich aber nicht sicher, ob er je vergessen könnte, was Zerfass getan hatte.

 

Eye of a green tree python (Morelia viridis) snake

Buckelmondnächte

Leotrim. Wenn man los legt mit einer Idee, dann weiß man ja wo man hinwill. Also im besten Fall und ungefähr.

Ich renne mit meiner Leotrim-Idee nun schon seit, puh… 2014 herum. Mindestens. Wenn nicht sogar länger. Die Idee war immer in meinem Kopf drin. Und damit meine ich den Schluss, das worauf ich hinaus will. Im Kopf nützt der nur nichts. So ein Schluss muss auf Papier, damit das jemand lesen kann, der dann sagt „Joa, das knallt ordentlich rein.“

Ich habe neulich Nacht also das letzte Kapitel aufgeschrieben. Also den Gedanken quasi ins Denkarium geschüttet und gedacht „Joa, das knallt. Gutgut.“ Ich bin ja selber gespannt, was da so passiert.

Das bedeutet nicht, das der Roman jetzt fertig ist. Es bedeutet aber, das der Schluss ferig ist und ich jetzt darauf hinarbeiten kann und während ich arbeite lächle ich mona-lisa-mässig, weil ich nämlich ein Geheimnis habe und das so schnell nicht ausplaudere.

Aber es ist da, mein Ende und das es da ist, ist gut.

Verdammt gut.