Textschnipsel #2

Textschnipsel #2 aus Drachenbrüder

Band 1 – Drachenbrüder

Der dunkle Drache erwachte. Plötzlich, wie man aus einem Albtraum hochschreckt. Er hatte nicht geträumt. Die Dunkelheit um ihn herum ängstigte ihn nicht. Seine gelben Augen blickten langsam umher. Seine Höhle war finster wie eine mondlose Nacht, sein Schlaflager nur harter Stein. Seine Gelenke taten weh, sein Körper war steif und kalt, er probte einen Gedanken. Rücken. Flügel. Füße. Alles reagierte, wenn auch träge. Seine Schwingen raschelten wie sehr, sehr dünnes Papier. Er erhob sich; es knackte, als würde er aus einem Ei schlüpfen. Doch keine Schalen gaben Nerina frei, sondern kleine Steine, als hätte es in seiner Höhle Kiesel geregnet, vor langer Zeit. 

Trockene Blätter, totes Getier und Staub fielen von ihm ab. Jemand musste ihn zugedeckt, versteckt haben. Er schüttelte Spinnweben von seiner rauen Haut wie eine Bettdecke aus Zeit. Er machte einen vorsichtigen Schritt, dann noch einen. Leise, als wollte er versuchen kein Geräusch zu machen. Er wusste, wo der Ausgang seiner Höhle war, auch wenn er ihn nicht sehen konnte. Er roch das saure Meer. Er hatte Durst. 

Lange geschlafen?, fragte er sich. Er schüttelte den Kopf. Eine unsinnige Frage, Zeit spielte keine Rolle. 

Als Nerina ans Ende seiner Höhle gelangte, tobte unter ihm das grüne Meer und über ihm schrie der schwarze Himmel »Tot«. Keines der Lichter summte, keines zeigte sich. Nerina wurde nie freundlich begrüßt. Er breitete seine Schwingen aus, erst die Deckflügel, um den letzten Staub abzuschütteln und mit einem Schlag wie Donner, die gesamte Spannweite. Der Wind huschte unter seine Flügel wie ein verschollen geglaubtes Kind, das endlich heimkehrt. Nerina genoss die Seeluft, die seine Schwingen streichelte, mit geschlossenen Augen und hieß die Bö willkommen. Dann erhob er sich lautlos.

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband! Die E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.

Textschnipsel #1

Ich arbeite aktuell an der Fortsetzung zu „Leotrim“ und das bedeutet, ich lese meine eigenen Bücher immer mal wieder, zumindest Abschnittsweise. Um die Stimmung einzufangen oder um bestimmte Details aufzugreifen bzw. sie fortzuführen. Und dann stoße ich auf Passagen, die ich einfach lieber mag als andere. Und deshalb teile ich heute einer meiner Lieblingsstellen aus dem ersten Band mit dir.

#throwbackthursday

Textschnipsel #1 aus Drachenbrüder

Band 1 – Drachenbrüder

Ambro hüllte sich in seinen Mantel, bettete den Kopf auf seinen Beutel und starrte zurück; die Lichter sahen ihn neugierig an.

Norwin legte sich zu ihm, sehr nah, und wärmte seinen Broder mehr als es das Feuer tat. Der Wind zerrte an ihnen beiden, Norwin breitete zum Schutz seinen guten Flügel aus, legte ihn über Ambro wie eine Decke. Da hörte der Junge zu frieren auf und schlief endlich ein. 

Norwin schlief nicht. Er vermisste Soems und dachte an die erste Nacht zurück, nachdem er gefallen war. Norwin hatte in seinem Nest gelegen, die Nacht war schon alt gewesen, Ambro hatte in seinem Bett geschlafen, selbst die Lichter schienen sich bald zurückziehen zu wollen. Auch Aidar hatte sich entfernt. 

Soems war gekommen, um nach ihm, Norwin, zu sehen. Er traute sich nicht in die Kammer hinein und saß auf einem Ast im Baumwipfel und spähte durch die offene Dachluke herein. Norwin, der nicht schlafen konnte, spürte den anderen mehr, als dass er ihn sah. Und trotz des Schmerzes jeder Bewegung kletterte er leise aus dem Nest und durch die Luke. Er vergewisserte sich noch, ob Ambro nichts bemerkt hatte und weiterhin fest schlief. 

So setzte er sich neben Soems, zwischen die Blätter, die im Wind raschelten, eingelullt in die Geräusche der Nacht. Sie beide hörten Olafur schnarchen und doch waren sie weit weg von der Welt unter sich. 

Der eine fragte den anderen, wie es ihm ginge und der andere sagte, es ginge schon und der eine drückte seinen Kopf an die Brust des anderen, wie um zu horchen, ob darin alles schlug wie es sollte. Und einer roch am anderen und erinnerte sich an zu Hause und den Geruch der Mutter und die Geräusche der Nestlinge und das Wuseln der Ammen und zusammen waren sie einen Augenblick nicht allein, weil sie dasselbe dachten und sich erinnerten und die Lichter hörten nur ein tiefes Brummeln, das aus Drachenkehlen drang, doch sie kannten die Worte nicht, die leise gesprochen wurden und nicht für fremde Ohren bestimmt waren. Der eine schlief ein bisschen und der andere auch und bevor die Sonne aufging, trennten sie sich. 

Inmitten einer taunassen Wiese im Nirgendwo von Leotrim, nicht hier und nicht dort, vermisste der eine den anderen und den Trost, der nicht mit Worten beigebracht werden kann. 

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Stimmen zum Buch #Drachensichel

DrachensichelLiebes Universum,

der Termin rückt näher. Juhui. Band 3 kommt und ich werde langsam hibbelig. Da ich 2015 zu den Drachenbrüdern mal einen Beitrag veröffentlicht habe, der da heißt „Stimmen zum Buch„, dachte ich, es wäre nun auch endlich nötig so eine Sammlung zu #Drachensichel zusammen zu stellen. Here we are. Inzwischen sind nämlich einige Rezensionen zum Buch zusammen gekommen (Ich freu mich sehr!), und manch ein/e Leser/in hat darüber gebloggt. Die Liste ist noch unvollständig, ich werde das nach und nach ergänzen. Aber das ist ja noch nicht alles. #Drachensichel ist sogar für den Deutschen Phantastik Preis 2017 nominiert. Kurz #DPP2017. Der Deutsche Phantastik Preis wird jährlich im Herbst von den Besuchern des Online-Magazins Phantastik-News.de verliehen und in unterschiedlichen Kategorien vergeben. #Drachensichel steht auf der Longlist in der Kategorie „Bester Roman“. Ich finde das ziemlich abgefahren und staune, was da passiert. Überhaupt nominiert zu sein, schmeichelt meiner Autorenseele sehr, vielleicht magst du mir mit deiner Stimme zu weiteren Höhenflügen verhelfen? Hier kann man abstimmen – für mich und viele andere tolle Autoren*Innen. 

Weil das noch nicht reicht, an Tollheit, habe ich inzwischen auch einige Leotrim-Lesungstermine im Kalender stehen. Die werde ich zur gegebenen Zeit groß ankündigen. Nun wünsche ich viel Spaß beim Klicken und Stöbern. Auf nach Leotrim!

 

 

Stand März 2017

 

Weitere Lesestimmen gibt es hier: Amazon und Lovelybooks.

Vielen Dank euch allen fürs lesen und rezensieren!

C.

 

#indielesefestival

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Morgen beginnt das #indielesefestival von Amazon. Mein Buch „Drachenbrüder“ ist auch in der Auswahl – es werden tausende e-Bücher günstiger zu haben sein. Die Aktion läuft vom 1. bis zum 8. Februar 2017. Das ist an sich schon eine tolle Sache. Ich möchte aber noch ektra darauf hinweisen, dass die Drachenbrüder Band 1 meiner Trilogie sind. Das bedeutet, du kannst, wenn dir die Geschichte rund um „Das Drachenvolk von Leotrim“ gefällt, gleich mit Band 2 weiter machen. Und Band 3 erscheint im Mai 2017. Ich bin wahnsinnig aufgeregt und freue mich wie Bolle, dass meine Reihe zu seinem Ende kommt.

Just sayin´ 🙂

C.

 

 

Das Drachenvolk von Leotrim

Die Drachen sind zurück

 

Das Drachenvolk von LeotrimDrachenbrüder

 

 

Ich mache eine kleine Blogpause um meine #Drachenfortsetzung fertig zu schreiben. Ich bin gerade in der wichtigsten Phase, und muss/will/möchte meine Deadline einhalten. Wir lesen uns im neuen Jahr.

Herzlich,

Caro

Alle meine Bücher

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© Carolin M. Hafen – alle meine Bücher

 

Hui, das war ein aufregender Tag. Aktuell sitze ich hier, futtere Scones (nach einem Rezept aus dem Buch „Miss Violet goes London“) und klicke mich durch die Beiträge der Buchmenschen im WeltWeitWald. Zu sagen, ich wäre begeistert, ist irgendwie fad. Das ist so, als würde ich nach einem großartigen Tag voller Erlebnisse, gutem Essen und Gesprächen mit Herzmenschen  am Schluss sagen „Ja, war schön.“ Dann hat der andere doch keine Ahnung, was ich erlebt habe. Also, ich war unterwegs, bei Twitter und Facebook und klickte mich durch diverse Blogs. Dank dem Hashtag #Buchpassion sind die ja alle gut zu finden. Ich habe schon früher an Blogparaden teilgenommen, an Twitter-Events, das war auch immer schön. Dieses Mal, fand ich, war es aber umfassender. Ich las mehrfach „Meine Buchleidenschaft begann schon im Kindeshalter“ oder „Das ist mein Lieblingbuch, das hat mein Leben verändert.“ Jetzt steckt in jedem Beitrag so viel Persönliches drin und doch sind es alles „nur“ Puzzleteile einer großen (Lese)Gemeinschaft. Ich finde es erstaunlich, was Janine da angeschubst hat und wie viele da mitgemacht haben. In solchen Momenten mag ich das Internet sehr. Dafür bin ich hier. Um das zu feiern, veranstalte ich nun auch noch eine Verlosung. Alle meine Bücher. Natürlich signiert, ist ja klar. Ich möchte von dir wissen, warum du ohne Bücher nicht leben willst. (Können ginge wahrscheinlich schon, wenn man muss.)

Also, die Aufgabe ist einfach: Schreib mir als Kommentar, für welches Buch du in den Lostopf springst und warum du ohne Bücher nicht leben willst. Ich werde am Sonntag, denn 11. September um 0.00 Uhr die Gewinner auslosen.

Zur Auswahl stehen:logo-buchpassion

1x Drachenbrüder (Band 1)

1x Drachensichel (Band 2)

1x Werd´ endlich erwachsen! (Meine besten Lesebühnen-Texte)

Caro

 

Jeder sollte eine Lieblingsbuchhandlung haben

„Wo kriegt man denn dein Buch?“, fragt mich Freundin M.

Ich schaue sie irritiert an, zum einen, weil ich diese Frage in kurzer Zeit schon zum vierten mal höre, weil sie mich als solches irritiert und weil ich befürchte, meine Antwort könnte dumm klingen.

„Im Buchhandel“, antworte ich, „wo sonst?“

Mir wird klar, dass Menschen, die mich kennen, sonst aber nicht viel lesen, Probleme haben – mit der Frage und mit der Antwort. So als wäre der Buchhandel ein einziges Regal: Bestseller. Da steht mein Roman (noch) nicht, leider. Wer weiß, ob ich es je in diese Reihe schaffe. Das ist im Moment aber egal.

Freundin M. ist nicht zufrieden. „Ich mein das Buch, nicht dieses elektronische Zeug. Lisi hat dein Buch auf ihrem iPad gelesen. Ich will aber Papier. Richtig mit Umschlag und Lesezeichen.“

Ich nicke, ich verstehe das gut. Elektronische Bücher sind schon praktisch. Aber wenn ich zuhause, wie jetzt im Urlaub, auf dem Balkon liege, dann will ich ein Buch in meinen Händen haben, ich will klassisch umblättern, Eselsohren rein machen, Lieblingsstellen markieren, mitten im Satz meiner Freundin Edith eine Whats App Nachricht schicken: „Das musst du lesen – geh sofort los und kauf dir das Buch!“

M. kauft nicht bei Amazon. Ja, solche Menschen gibt es noch, es fasziniert mich. Und eBooks will sie auch nicht.

Also sage ich: „Geh hier im Ort in die Buchhandlung. Wenn sie es nicht im Sortiment haben, bestellst du es einfach – wie jedes andere Buch auch.“

M. nickt ihrerseits. Da ist etwas unausgesprochenes zwischen uns, so als wäre ich Autorin aber nur für einen ganz kleinen, elitären Club, zu dem man ein Losungswort braucht um eingelassen zu werden. Ich versuche zu begreifen, was sie umtreibt. Autoren waren früher nicht greifbar und Bücher eben nur in der Buchhandlung erhältlich. Wer monatlich ein Reader´s Digest bekam, war schon exklusiv. Irgendwie. Ich weiß noch, als Kind, haben meine Mutter und ihre Freundinnen sich gegenseitig ihre Johannes-Mario-Simmel-Bücher herumreicht. Lange dachte ich, Autoren; das ist wohl eine gefährdete Art. Viele gibt´s nicht.

Erst als ich einen Büchereiausweis erhielt, änderte sich das. Jedenfalls.

Ich lächle M. an. „Nur Mut!“

 

Drachensichel - in der Buchhandlung Grimm´s lesen & genießen.
Drachensichel – in der Buchhandlung Grimm´s lesen & genießen.