Fragen an die Autorin #6

Caro alles super 6FAQ: Wie gehst Du mit negativer Kritik, schlechten Rezensionen um?

Bisher hat noch niemand wirklich einen Text von mir übel verrissen. Nicht-Gefallen ist ja noch kein Verriss im Sinne von „Was du da geschrieben hast, ist Mist/unlogisch/langweilig.“ Ein gutes Beispiel ist mein Lieblingsautor John Irving. Ich erzähle gern, dass ich seine Detailverliebtheit mag, seine fünfundzwanzig komplexen Handlungsstränge, die merkwürdigen Figuren, das Wrestling und die Bären, Maine und die Hoffnung in den Texten. Es passiert mir oft, dass mir jemand all diese Aspekte aufzählt – als die Dinge, die nicht gefallen, die ihn/sie vom lesen abhalten. Es gibt tatsächlich Leute die meine Begeisterung nicht teilen und nur den Kopf schütteln angesichts all der „Freaks“ und der Umfänglichkeit seiner Geschichten. Wir meinen im Gespräch die selben Dinge, sehen sie nur anders. Ich kann das gut verstehen, ich empfehle niemandem Irving zu lesen, wenn er/sie keine Details mag. (Auch aus Egoismus, ich hätte ihn gern für mich allein 🙂 )

Ich bemühe mich die Meinungen anderer stehen zu lassen als das was sie sind. Meinungen. Als Anfänger habe ich oft den Fehler gemacht, meine Texte lange und ausführlich erklären zu wollen, bis jemand mir einen wirklich guten und hilfreichen Tipp gab.

„Du kennst deine Leser nicht persönlich. Du kannst keinem auf den Schoß sitzen und all diese Erklärungen abliefern. Der Text muss im Wohnzimmer des Lesers ohne Erklärung und ohne dich funktionieren. Halt dein Ego da raus.“

Ich habe seither die Devise, dass ich nichts mehr rechtfertige oder erkläre. Jeder Text steht für sich und erklärt sich selbst – es muss alles Wichtige drin stehen. Tut es das nicht  habe ich meine Arbeit schlecht gemacht. Wenn der Text zum Schluss nicht gemocht oder verstanden wird, ist das zwar schade, aber auch kein Weltuntergang. Ich finde es auch nicht notwendig, das alles verstanden wird. Ein bisschen Interpretationsspielraum muss ja auch noch bleiben.

Aber Fragen beantworte ich natürlich.

#tbt – Akustik-Mobbing

Neulich war ich hungrig. Das passiert mir öfters. In der Mittagspause muss es bekanntlich schnell gehen, kurz einen Happen zwischendurch, damit man beim Drei-Uhr-Termin nicht vor Hunger vom Stühlchen fällt.

Im Kaufhaus ist es mir nicht neu, dass man dim di dum la la einkaufen geht, und beschwingt durch irgendwelche Fahrstuhlmusik Sachen einkauft, die man a) nicht braucht und b) sobald man zuhause ist, auch nicht mehr will.

Neu ist mir die mittägliche Zwangsbeschallung via Fernseher im Gastraum diverser NahrungsaufnahmeEtablissements; da wird man von Viva und MTV angeplärrt und wundert sich, dass es plötzlich nicht mehr schmeckt. Hungrige Menschen, die alleine am Tisch sitzen, glotzen in die Röhre. Ganze Gruppen, die sich alle vermutlich nicht leiden können oder sich nichts zu sagen haben, glotzen in die Röhre. Arbeitskollegen, Pärchen, Kellner, vermutlich guckt sogar das Ungeziefer hinter den Schränken hervor und denkt sich: Sind die ga ga la la?

Ich sehe es schon kommen, irgendwann werden die Fressbuden dieser Welt mit Einzelboxen ausgestattet, die eine Spielekonsole beherbergen. Ein Männchen auf dem Bildschirm guckt dann Viva, und unsereins füttert das Männchen via Kontroller, weil wir uns unser Fastfood intravenös rein ziehen. Futter aus der Tube hat sich ja immer noch nicht richtig durchgesetzt. Also virtuell. Wir sehen uns beim Essen zu.

Vielleicht erfindet ja auch mal jemand Tischkärtchen mit Small-Talk Tipps; Happy together mit realen Menschen am Tisch. Schön wären auch Spickzettel-Servietten mit Quizfragen – Wer wird Millionär in der Mittagspause? Und bis dahin bleibe ich bei meinem Standartsatz; Schau mir in die Augen, Kleines!

Fragen an die Autorin #5

Caro alles super 5FAQ: Was bedeutet dir das Schreiben?

Das Schreiben ist mein Zuhause. Hier kann ich sein. Im Alltag da sind wir viele Personen. Tochter, Mutter, Freundin, Arbeitskollegin, Kundin. In jeder Situation verhalten wir uns anders. Ich rede mit meiner Mutter anders, als mit der Nachbarin. Im Büro verwende ich keine Schimpfwörter, am Freitagabend mit den Freundinnen in einer Bar machen wir böse und vulgäre Sprüche. Mutti dürfte mich da nicht hören. 🙂

In manchen Momenten frage ich mich, welche Caro eigentlich die echte, die richtige ist. Wenn ich allein bin?

Es gibt ein unglaublich schönes Gedicht von Shel Silverstein über die Masken, die wir tragen. In dem Gedicht suchen zwei nach der Farbe blau und verbergen aber, dass sie Blau sind.

Wenn ich schreibe, trage ich keine Maske. Alle Personen, die ich bin, werden zu einer. Ich finde heraus wie ich über die Welt und ihre Fugen denke, lerne mich dabei selber besser kennen, sehe, über welche Dinge ich lachen kann, über welche nicht. Die besten Texte sind die, die ich mit großer Emotion geschrieben habe, Dinge über die ich mich ärgere, die mich freuen oder die ich liebe. Ich fasse in Worte, was ich sehe. 

Für die meisten Menschen ist wohl ein Ort ihr Zuhause, für mich ist es ein Gefühl. Wenn mich einer fragt, was ich bin, dann sage ich laut „Schriftstellerin“ und leise in mich hinein „unfertig.“ Eine Geschichte oder gar ein Buch zu veröffentlichen bedeutet ja nicht, dass man nun fertig ist und alles erreicht hat. Wie im Job; Ausbildung, Prüfung, Arbeitsleben. Im Beruf kann ich Berufserfahrung sammeln. Beim Schreiben braucht es Lebenserfahrung und dafür gibt es kein Zertifikat mit wichtigen Unterschriften drunter. Im Gegenteil.

Vermutlich werde ich in fünf Jahren zurück schauen, mein Büchlein an einer beliebigen Stelle aufschlagen und einen Rechtschreibfehler finden. Und dann werde ich lächeln, nachsichtig darüber hinweg sehen, und mich freuen, dass sich meine Texte, also der Inhalt so wie die Erzählweise, weiter entwickelt haben. Fertig werde ich dann immer noch nicht sein. Ich hoffe sehr, dass ich diesen Prozess bis ins hohe Alter wiederholen kann. Vielleicht kann ich sogar, so wie ich angefangen habe, entscheiden aufzuhören, und es gut sein lassen. Nachdem ich erzählt habe, was mir wichtig war.

Das Buch ist nur eine Stufe auf einem langen Weg. Und der verläuft nicht gerade oder nur bergauf, der hat  Steine und viele Kurven, Schlaglöcher und Gruben. Neulich sagte ich zu einem Kollegen, dessen Buch ich gelesen hatte: „Ich träume nachts davon, solche Geschichten wie du zu schreiben.“ Und ich meinte es so, es war ein großartiges Buch, gleichzeitig dachte ich: Sowas, das schaffst du nie. Dabei habe ich bestimmt ein Dutzend Dinge erreicht, von denen ich dachte, dass ich sie nie schaffen würde. Ich werde also weiter schreiben und sehen was passiert.

Ich denke manchmal, auf dem Weg hierher, da habe ich keine Grube ausgelassen. Das ist aber gar nicht schlimm. Ich habe gelernt wieder heraus zu krabbeln, ich habe gelernt zu scheitern, und dann weiter zu machen.

Ich mache immer weiter. Weil ich das Schreiben liebe. Ich liebe es geschrieben zu haben.

~Caro

 

 

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Fragen an die Autorin #4

Caro alles super 4FAQ: Gibt es konstruktive Kritik?

Ja, ich glaube es gibt konstruktive Kritik. Wenn ich versuche Pfannkuchen zu backen, aber die Pfanne nicht einfette, dann ist es konstruktiv zu sagen. „Caro, fette die Pfanne ein, dann brennt dir dein Pfannkuchen nicht an.“

Ich erlebe oft die Situation, dass ich zu jemandem sage: „Mach xy*, dann wird dein Text besser.“

Mein gegenüber führt sich dann auf als hätte ich gesagt: „Dein Text ist so scheiße, gib das Schreiben endlich auf, du Vollpfosten!“ Sie hören nicht: Besser ist die Steigerung von gut.

*kürzen, weniger Adjektive, logischer Aufbau, genauere Beschreibung undsoweiterundsofort.

 

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#tbt – Im Kino

Neulich war ich im Kino und sie waren alle da: Die rülpsenden Biertrinker, die Taccofresser, die Popcornraschler und die Handyfummler. Mit all diesen Menschen könnte ich noch Leben, angesichts einer Lautstärke im Saal, die ein landendes Flugzeug im Foyer übertönen würde. Doch wer schleicht sich während der Werbung noch rein, in den nicht jugendfreien Film? Mami, Papi und zwei Kinder. Da sie spät dran sind, haben sie keine Plätze nebeneinander bekommen. Die Kinder, nennen wir sie der Einfachheit halber Goof 1 und 2, sitzen links außen, zwei Reihen vor mir. Mami und Papi rechts außen, drei Reihen vor mir.

Goof 1 rannte die Reihe entlang:

Mama, ich muss mal.

Goof 2 brüllt:

Mama, mich gruselt´s.

Goof 1 rennt:

Mama, hat der den Vogel wirklich tot gemacht?

Goof 2 brüllt:

Mama, muss man im Kino wirklich den Mund halten? Die GANZE Zeit?

Goof 1 rennt:

Mamaaa, dauert der Film noch lange?

Goof 2 brüllt:
Mama, der Film ist doof.

Eine Weile guckte ich mir das an, stupste dann meine Freundin Alice an, die vor lauter genervtem Augen verdrehen, nichts vom Film mitbekam. Alice ist eine Frau mit Handtasche, bedeutet: Auf ALLES vorbereitet.

„Sag mal, hast du Zahnseide dabei?“

Der Mann zu meiner Linken war so freundlich mir sein Popcorn zur Verfügung zu stellen um Goof 2 das Maul zu stopfen. Mit der Zahnseide fesselte ich Goof 1 an den Sessel.

Die Biertrinker prosteten mir zu, die Taccofresser gaben mir was zu Knuspern ab, die Popcornraschler veranstalteten ein Maisfeuerwerk und die Handyfummler riefen ALLE ihre Freunde an um ihnen zu erzählen, dass die Verrückte aus Reihe 8 ein Kind an den Sitz gefesselt hat.

Ich weiß nicht, wie der Film war.

Ich muss zum Arzt; Tinnitus.

Eindrücke aus Ludwigsburg

8. Ludwigsburger Literaturfest
8. Ludwigsburger Literaturfest

Als erstes habe ich mich verlaufen. Und weil sich verlaufen nur dann richtig effektiv ist, wenn man eine Bücherkiste und eine Schreibmaschine mit sich herum trägt, habe ich das mit vollem Erfolg absolviert. Als ich endlich am richtigen Platz war, ist mir fast der Arm abgefault.

Warum habe ich Bücher und eine Schreibmaschine dabei? Ja, gute Frage! In Ludwigsburg fand das 8. Literaturfest statt und ich war eingeladen aus meinem neuem Buch „Werd´ endlich erwachsen!“ zu lesen. Und weil das noch nicht reicht, sollte ich in der „Wörtchenbude“ mitschreiben. Aber eins nach dem anderen.

Meine Lesung war ein Soloflug. Wenn ich sonst mit meinen get shorties Kollegen lese, sitze ich mit circa fünf bis sieben Leuten auf der Bühne. Diesmal also ganz allein. Hui. Jetzt kann ich sagen: Auch schön. Ich werde den Sologlug am 19. November 2015 wiederholen, aber das ist ein anderer Blogbeitrag. Jedenfalls.

Caro liest.
Caro liest.

Mein neues Buch kann man bei mir signiert bekommen, direkt beim Verlag bestellen oder, noch besser! nach einem gelungenen get shorties Abend mit heim nehmen. Alles schöne Möglichkeiten. Ich sag es wie es ist: Ich finde Bücher signieren echt supi. 🙂

Nach der Lesung saß ich mit meinen Kollegen in der „Wörtchenbude“. Eine tolle Idee von Nicolai Köppel. Wir waren erst Mal skeptisch, wie soll das werden, wer will denn Spontantexte, kriegen wir es hin, in dem Trubel des Literaturfestes Texte zu schreiben? Obendrein auch noch Gute?

Die Besucher hatten die Wahl: für ein paar Euro konnten sie ein Haiku, einen Limerick, einen Zweizeiler oder eine Minigeschichte bekommen.

Ich muss dazu sagen, dass mir Limericks völlig neu sind – ich habe Ministorys geliefert und den Jungs die Limericks überlassen. Ich werde mich mit dieser Form aber noch beschäftigen, weil mich Nick angefixt hat. Limericks sind lustig, zeugen von Rhythmus und Sprachgefühl und machen irrsinnig Spaß. Wenn wir Zäsur hatten, lieferten wir uns gegenseitig kleine G´schichtle und Zweizeiler ab – ich glaube, das ist auch etwas, dass uns als Gruppe ausmacht. Der Spaß an der Sache und die gegenseitige Unterstützung. Hier ist keiner dem anderen neidig, nach den Lesungen gibt man sich gegenseitig Feedback, tröstet auch mal, und lacht laut, wenn die Pointe ein Brüller war.

Schreibtisch
Schreibtisch

Die Idee der „Wörterbude“ kam so gut an, dass wir das wiederholen wollen. Auch das werde ich bei Gelegenheit hier kund tun. Wie lief das also ab? Die Besucher kamen und suchten sich ein Thema aus. Bei einem Limerick obendrein einen Ort. Ich war, wie gesagt, im Bereich der Minigeschichte tätig, ich fragte also nach drei Begriffen und leiferte dann eine Geschichte mit mindestens 60 Wörtern ab. Ein Beispiel: Psychologie. Bass. Pasta.  

Die Lautsprecher schallten durchs Haus „Wir brauchen Bass! Bass!“ und die Bewohner brüllten „Wir brauchen Ruhe! Ruhe.“ Sie klopften mit Fäusten gegen Türen, mit besen gegen decken und mit einem Kochlöffel gegen das Geländer. Irgendwo wurde Pasta gekocht. Es war Mittagszeit.

Ein junger Mann brütete über seinen Psychologie-Büchern und fragte sich, ob er denn bescheuert sei. Da klingelte sie und fragte nach Salz.

So fangen Liebesgeschichten an.

Und so füllten wir das Foyer der Stadtbibliothek mit dem wohligen Klackern einer alten Schreibmaschine. Wir hatten insgesamt drei und die waren ständig im Einsatz. Wenn ich von draussen herein kam, nach einer kleinen Pause, hörte ich schon den Tastenschlag an der Tür, es war toll. So eine Schreibmaschine, das ist schon was anders, als meine flache, zartklickende Tastatur. Manch einer von uns mühte sich mit dem Zehn-Finger-System ab, erfolglos, weil keiner mehr gewöhnt ist, ordentlich mit Schmackes die Tasten zu drücken. Da brauchte es fast Gewalt, um ein lesbares Schriftbild zu erhalten. Ich hatte extra noch zuhause geübt, damit es da keine bösen Überraschungen gibt.

Ein Zweizeiler von Nick
Ein Zweizeiler von Nick

Alles in allem war es ein toller, kurzer und vor allem lustiger Tag.

Vielen Dank dafür!

Fragen an die Autorin #3

Caro alles super 3FAQ: Wie bist du zum Schreiben gekommen?

„Den Wunsch zu schreiben und zu erzählen hatte ich schon immer. Ich weiß wirklich nicht woher das kommt, es ist mir letztlich auch egal. Ich frage mich nicht woher der Wunsch kommt zu atmen. Ich tue es einfach. Es gab aber ein Schlüsselerlebnis. John Irving brachte mich zum Schreiben. Natürlich auch viele andere Umstände, aber letztlich nur er. Ich las „Gottes Werk & Teufels Beitrag“ und dachte: „Solche Geschichten will ich auch erzählen. Geschichten sind Wunder!“ Und so fing ich an.

Seite um Seite schreibe ich mich meinem Ziel näher. John Irving ist mir seit vielen Jahren Vorbild, Mentor und Fixstern im Schreiben und Werden. In mir schlummert eine Geschichte, mein persönliches Opus Magnum, und hoffe sehr, dass ich irgendwann das Handwerkszeug beisammen habe um diese eine Geschichte erzählen zu können.“

Noch Fragen?

#tbt – Verdörrt

Ich habe den Orientierungssinn eines Badewannenstöpsels. Für Menschen wie mich wurde das Navi-System erfunden! Aber selbst damit komme ich nicht dahin, wo ich hin möchte.

Ich wollte in den Schwalbenweg. So groß ist dieses Kaff nicht und in meiner grenzenlosen Naivität dachte ich, ohne größeren Aufwand und ohne Vorbereitung da hin fahren zu können. Ich fütterte mein Navi mit der Straße und der Hausnummer.

Da ich mit allen Gerätschaften rede, die mich umgeben, taufte ich die sympathische Stimme Ja-que-lin-e.

„Bring mich in den Schwalbenweg, Jaqueline!“

Für gewöhnlich mag ich es nicht, wenn man mir Vorschriften macht und nach einer kurzen Auseinandersetzung (ich kloppte roh auf das Teil ein) waren wir uns einig, dass sie sagt, wo es hin geht und ich damit klar komme, dass sie nicht „Bitte“ sagt.

Jaqueline hat keine Manieren!

Aber was soll ich machen? Ich wollte in den Schwalbenweg. Jaqueline sagte links fahren, ich fuhr links. Jaqueline sagte rechts fahren, ich fuhr rechts. Unsere Beziehung verlief dann doch noch sehr harmonisch. Ich erreichte den Ortsausgang, fuhr an der Grünschnittsammelstelle vorbei und „Zur Dörre“ hinunter. Jaqueline teilte mir freundlich mit: „Sie haben ihr Ziel erreicht“. Ich fuhr im Kreis und fuhr noch etwas länger im Kreis. Aber die Straße blieb Schwalbenfrei und ich mit Jaqueline allein. Sehr frustrierend, da sie keine Manieren hat und wenn das dominante Luder nicht die Richtung angeben kann, sagt sie gar nichts.

Also gab ich ihr die Chance mich weiter zu schikanieren – ich fuhr heim. Nach einer ¾ Stunde fand ich „Zur Dörre“ und aus der Vorhölle wieder heraus. Zuhause konsultierte ich einen Stadtplan. Ja, da war in dem Kreisel aus Straßen tatsächlich der Schwalbenweg, aber ich bin mit dem Orientierungssinn eines Badewannenstöpsels geschlagen und wurde von einer Elektrostimme verbal gefoltert, ohne mein Ziel zu erreichen. Schöne neue Welt.

Jaqueline habe ich neben der Grünschnittsammelstelle aus dem Fenster geworfen. Verfahren kann ich mich auch ganz gut ohne sie. Ich versuche nochmals den Schwalbenweg zu finden. Ich habe was zu Essen dabei, Wasser für eine Woche und wenn Ihr nächsten Dienstag immer noch nichts von mir gehört habt, schickt einen Suchtrupp. Danke.

Ausbeute

Die erste Lesung nach der Sommerpause habe ich gut überstanden. Mit neuen Texten unterwegs zu sein ist immer aufregend. Und das hier ist die Ausbeute von gestern Abend. Das neue get shorties Nr. 15, Nick´s Novelle „Schall & Rauch“ und mein Kurzgeschichtenband „Werd endlich erwachsen“. Die suchen jetzt alle ein liebevolles Zuhause. Mein´ ja nur.

Die neuen get shorties

 

Fragen an die Autorin #2

Caro alles super 2FAQ: Woher nimmst du deine Ideen?

„Die Frage impliziert, das Schreiben wie Marmorkuchen backen ist. Eine Frau entscheidet sich: Aha, heute gibt es Kuchen. Dann geht sie einkaufen was sie laut Rezept braucht. Zuhause rührt sie alles zusammen, voila zum Kaffee gibts Kuchen. Toll.

Wenn ich mich entscheide, einen Krimi zu schreiben, dann kann ich mich schon ans Rezept halten und die Recherchen klappen auch noch prima. Aber dann geht es eher zu wie in einem Kindergarten. Ich schreibe hübsch auf einen Zettel:

Freunde, um halb neun gibt es Frühstück, um elf ist Singkreis und um drei sind wir dann fertig.“

Das ist den Ideen aber herzlich egal. Die guten Ideen fesseln mich mit einem Seil an den Stuhl und rennen dann wild brüllend um mich herum. Und wie im Kindergarten kriegt das Kind, welches am lautesten brüllt, meine Aufmerksamkeit.

Am Schluss habe ich schon meinen Marmorkuchen-Krimi. Im Rezeptbuch steht dann halt noch eine witzige Kurzgeschichte, ein Kinderlied für den Lieblingsneffen, ne Schmonzette und der Entwurf für ein Gedicht über die emotionale Beziehung zu meinem Handy mit 29 Strophen. Darum kümmer´ ich mich dann später.“