Lese-Monat Januar

Mein Lese-Monat Januar war sehr Stephen-King-lastig. Ich denke, ich habe schon ein paar Mal erwähnt, das John Irving mein Lieblingsautor und geistiger Mentor ist. Stephen King macht ihm diesen Platz gerade streitig. Noch gewinnt Irving, aber insgesamt bin ich von King schwer beeindruckt. Ich kann noch so viel von ihm lesen, ich habe nie den Eindruck, dass er sich wiederholt. Seine Geschichten gleichen sich nicht, er hat seine Details im Griff, und ich tauche immer wieder völlig in seine Welt(en) ab. Ich glaube King ist ein großer Menschenversteher mit sehr viel Mitgefühl. Anders kann ich mir seine glaubhaften und tollen Charaktere nicht erklären.

Gut, David Nathan als Hörbuchsprecher (der Beste männliche Hörbuchsprecher, meiner Meinung nach) tut da sein Übriges. Ich war gleich heute in der Bücherei und habe mir das nächste Hörbuch ausgeliehen. Ich will ja nicht auf kalten Entzug gesetzt werden, mitten in einer Pandemie. Ich glaube, das ist doof. 😉 Jedenfalls.

Das Buch von Daniel Schreiber habe ich mal aus irgendeiner Bücher-Kiste mitgenommen und auch nur deshalb, weil ich den Namen kannte: Er hat eine Biografie über Susan Sonntag geschrieben. Die habe ich (Asche auf mein Haupt) noch nicht gelesen, kenne aber Texte von Daniel Schreiber und dann dachte ich: Wird schon nicht verkehrt sein, dass Buch mitzunehmen. Nun ist es so: Ich habe mir für 2021 vorgenommen meinen Stapel ungelesener Bücher (kurz SuB) endlich Herr zu werden. das bedeutet, ich muss, statt dauernd neue Bücher zu kaufen, endlich mal die lesen, die ich Zuhause habe. Allerdings habe ich keine Lust mehr Bücher zu lesen, die mich langweilen. Ich möchte ganz klar sagen: Langeweile ist kein Kriterium. Das macht ein Buch nicht schlecht. Es bedeutet nur, dass ich nicht in der Zielgruppe dafür bin. Ich bin wahnsinnig ungeduldig, leide dauernd an Zeitmangel. Früher habe ich mich durch Bücher hindurchgequält, wenn ich dachte, dieses oder jenes sei „Bildung“, das müsse man… bla bla bla. Einen Scheiß muss ich. Im letzten Jahr habe ich sehr viel Stephen King gelesen bzw. gehört, und dabei festgestellt, dass mich kein Einziges seiner Bücher langweilt oder mühevoll zu lesen ist. Da war ich von Seite 1 an mit Begeisterung dabei. Und das hat dazu geführt, dass meine Ungeduld die Oberhand gewonnen hat. Wenn du dir meine Lese-Challenge anschaust, wirst du feststellen, dass die Liste mit den abgebrochenen Büchern (aus welchen Gründen auch immer) schon ziemlich lang ist. Ich lese 10% eines Buches, und wenn es mich dann nicht packt, lege ich es weg. Wie gesagt, das macht das Buch nicht schlecht. Ich habe keine Zeit und auch keine Lust mehr mich abzumühen. Lesen soll Spaß machen. Einen Zugewinn bringen. Ob nun Weltflucht, Input, Spannung oder Trost ist dabei egal. Nur anstrengend darf es nicht sein. Bzw. darf es schon, aber ich will das aktuell halt nicht mehr. Ich habe auch schon „schwere“ Bücher gelesen, die mich herausgefordert haben, die mich aus meiner Komfortzone geschubst haben, das ist alles ok. Aber wenn nichts in mir anklingt auf das geschriebene Wort, nein… dann hab ich keine Geduld mehr. Das war ein langer Prozess und er ist auch noch nicht abgeschlossen. Bei dem Buch von Daniel Schreiber habe ich mehrfach mit mir gehadert. Es ist nicht schlecht geschrieben, und mit seinen Ansichten über Alkoholismus hat er sicher Recht. Ich brauche auch keine Nabelschau oder den schonungslosen Seelen-Striptease eines Ex-Trinkers. Und dennoch, irgendwas fehlte hier. Es war seltsam distanziert, teilweise belehrend und ja sorry… langweilig.

Jedenfalls. Die Bücher, die mich begeistert haben, habe ich auch rezensiert.

In der Wortreich-Anthologie bin ich mit einer Kurzgeschichte vertreten, es wäre seltsam, das Buch zu rezensieren. Ich wollte wissen, was die KollegInnen des BvjA-Stammtisches abgeliefert haben und einige Texte kannte ich schon. Auch wenn ich befangen bin, kann ich das Buch gut weiter empfehlen: Abwechslungsreiche Kurzgeschichten von AutorInnen aus der Region. Support your local writer, gell.

„Der Anschlag“ war sehr, sehr spannend und eine komplexe Zeitreise-Geschichte ganz nach meinem Geschmack. Jake Epping kann (aus Gründen) in der Zeit zurück reisen und versucht das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Er landet im Jahr 1958 und muss die Zeit „absitzen“ bis 1963 und wie das Leben so spielt: Es wollen noch mehr Leute gerettet werden. Wer weiß schon auf wen man welchen Einfluß hat? Die Vergangenheit ist aber ziemlich bockig und will sich nicht ändern lassen. Großartig gelesen von David Nathan. 

  • Stephen King – Der Anschlag (Hörbuch, gelesen von David Nathan) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Der dunkle Turm Band 2: Der lange Heimweg (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • J. D. Salinger – Der Fänger im Roggen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Daniel Schreiber – Nüchtern ⭐️⭐️⭐️
  • Marc Bensch / Joachim Speidel – Wortreich Anthologie ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Katharina Konte – Zeichnen mit Watercolor Effekt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Lego Bonsai

Lego Bonsai

Heute Nachmittag war ich draussen spazieren. Heute Abend sitze ich drinnen, trinke Tee und bau einen Bonsai aus Lego. Leben am Limit. Meine Oma wär stolz auf mich. Wären die Dinge anders, was sie leider nicht sind, dann wäre ich heute Abend in Waiblingen, mit den KollegInnen vom Stuttgarter BvjA-Stammtisch und würde aus der neuen Wortreich-Anthologie lesen. Menno. Keine Lesung, keine Buchvorstellung, keine KollegInnen. Statt dessen: Support your local. Ich habe beim Schrödl per Email meine Bestellung aufgegeben, heute alles abgeholt und jetzt bau ich eben. Ob der Situation wütend sein, hilft ja nicht. Was treibst du?

Fertig aufgebaut.

Nachtrag: Mein Lego Bonsai ist fertig und hat jetzt einen hübschen Platz auf dem Schreibtisch. Hübsch, oder?

Wortreich Anthologie 2021

Wortreich: Das Jahrbuch des Stuttgarter Autorenstammtischs 2021 ist erschienen!

Zwei Bullshit-Bingo spielende Business-Zombies in der S-Bahn, ein Rottenburger Häftling elf Monate vor der Entlassung und eine junge Suchende vor dem Morgengrauen – sie und viele mehr wandeln durchs (W)ORTREICH 2021. Das neue Jahrbuch des Stuttgarter Autorenstammtischs vereint Geschichten und Gedichte von 26 Autorinnen und Autoren aus der Region.

Gewinne aus Buchverkäufen kommen den Tafeln in Stuttgart und der Region zugute.

Ich bin, zusammen mit 25 anderen Autorinnen und Autoren in der Anthologie mit einer Kurzgeschichte vertreten.
  • Herausgeber: Marc Bensch und Joachim Speidel
  • Paperback
  • 320 Seiten
  • ISBN-13: 9783752672558
  • 15,- €
  • https://www.jungeautoren.org/ / Regionalgruppe Süden

Nürtingen und Tübingen

  • Diese Woche stehen zwei Lesungen an.
  • Die get shorties Lesebühne ist in Nürtingen zu Gast.
  • Wann: Freitag, 31. 01.2020
  • Beginn: 20 Uhr
  • Wo: Kulturverein Provisorium, Nürtingen (Link: Tickets kaufen)

„Wortreich“ Lesung

„Wortreich“ Lesung aus der Anthologie des Stuttgarter Autorenstammtisches
Am 01.02. 2020 lesen die AutorInnen Ines Witka, Dorothea Böhme, Carolin M. Hafen, Joachim Speidel – Autor, Rainer Bauck und Manni Klee im Vorstadttheater Tübingen aus „(W)ortreich – Jahrbuch des Stuttgarter Autorenstammtischs“ Band 2019

  • Wann: Samstag, 01.02.2020
    Einlass: 19.30 Uhr Beginn: 20.00 Uhr
    Wo: Vorstadttheater Tübingen im Loretto-Viertel in der Tübinger Südstadt
  • Katharinenstraße 28
    72072 Tübingen
  • Eintritt: 12,00 €
    Kartenvorverkauf bitte nur über die Geschäftsstelle der Tübinger Puppenbühne, Telefon (0 70 71) 6 26 81 oder über das Kontaktformular des Vorstadttheaters. (Link)

Wortreich-Impressionen

Ich bin eine lahme Schnecke. Die Lesung ist auch schon wieder Wochen her und ich komme erst jetzt dazu, dir davon zu erzählen. Mea culpa. Der Stuttgarter Autorenstammtisch, das ist mal ein engagierter Haufen. Meine Güte. Ich kann das beurteilen. Ich war schon in verschiedenen Gruppen. Manchmal stimmt die Chemie, manchmal nicht. Und dann gibt es Zusammenschlüße wie diesen, aus dem dann kreative Projekte hervorgehen UND! die funktionieren. Auch das habe ich schon erlebt: Gemeinsam eine Anthologie basteln und dann die Lektorats-Anmerkungen im Text vergessen und für die Leser mitdrucken. Geilo! Nicht.

Jedenfalls.

Hier waren Profis am Werk. Aus einer Idee wurde ein Projekt, aus einem Autorenstammtisch eine Anthologie. Ich bin sehr froh, ein Teil davon sein zu dürfen. Ich halte mich nicht für einen einsamen Wolf im Elfenbeinturm. (Das Bild des verschrobenen Schriftstellers im Elfenbeinturm halte ich grundsätzlich für falsch und bescheuert, aber das ist eine andere Geschichte.) Meine Sozialkompetenz reicht oft nicht aus für Gruppen. Inzwischen weiß ich, dass ich im Asperger-Spektrum stecke, und alles über drei Personen überfordert mich. Daher bin ich darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, wie hier geschehen, die ein Projekt in die Hand nehmen und organisieren. Und ich meine nicht nur Inhalt, Lektorat, Satz und Veranstaltungen dazu, sondern eben auch den menschlichen Aspekt. Zusammenhalt, Zugehörigkeit, Wertschätzung. Ich bewege mich in der Gruppe und empfinde keinen Konkurrenzkampf, sondern ganz klar: Zusammen sind wir stark.

23 Autoren kommen hier zusammen. Das ist mal ne Hausnummer. Kurzgeschichten und Gedichte; das ganze Spektrum, was die Autor*Innen rund um Stuttgart zu bieten haben. Der Erlös des Buches kommt dem Verein trott-war zugute. Und das hier sind die Eindrücke der ersten Lesung und offiziellen Buchvorstellung im Hospitalhof in Stuttgart.

Die Herausgeber des Buches sind Marc Bensch und Joachim Speidel. Dorothea Böhme hat durch den Abend moderiert. Insgesamt 6 Autoren haben ihre Beiträge vorgelesen. (Oliver Kern, Rainer Bauck, Tanja Roth, Wolfgang Haenle, Jutta Weber-Bock und meinereiner.) Die Fotos machten Regine Bott und Wolfgang Haenle. Merci mit Knicks.

Link: (W)ortreich

Wortreich

Das Jahrbuch des Stuttgarter Autorenstammtischs 2019 ist jetzt erhältlich. Und ich bin mit einer Kurzgeschichte (Onkel Willi) darin vertreten. Yay.

  • 12,90€
  • Paperback
  • 284 Seiten
  • ISBN-13: 9783748178088
  • Verlag: Books on Demand
  • Erscheinungsdatum: 25.03.2019
  • Sprache: Deutsch

Ein vernarbter russischer Organhändler in einer finnischen Sauna, zwei versoffene Kneipenbrüder mit Marathonplänen und vieles mehr – 23 Autorinnen und Autoren aus der Region Stuttgart führen in Kurzgeschichten und Gedichten durch (W)ORTREICH.

Gewinne aus Buchverkäufen im Handel kommen dem Verein Trott-war zugute.

Link zu BoD

Lesung zur offiziellen Buchvorstellung: 29. April 2019

19.30 bis 21.30 Uhr, Hospitalhof Stuttgart

Link zur Veranstaltung

Zwölf Autorinnen und elf Autoren aus der Region haben sich für das Projekt zusammengetan. Die Gewinne aus Buchverkäufen über den Handel gehen ohne Abzug als Spende an die Stuttgarter Straßenzeitung Trott-war.

(W)ORTREICH – Jahrbuch des Stuttgarter Autorenstammtischs 2019, herausgegeben von Marc Bensch und Joachim Speidel, BoD,
284 Seiten, 12,90 Euro. ISBN 9783748178088.

Hinter der Anthologie steckt der aus dem Bundesverband junger Autoren und Autorinnen (BVjA) heraus geborene Stuttgarter Autorenstammtisch, eine lose Verbindung hiesiger Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die sich seit 2014 regelmäßig treffen – im Sommer am Feuersee, im Winter im Warmen. Am Stammtisch sitzen etablierte Autoren wie der Waiblinger Oliver Kern, in den vergangenen Jahren Dauergast auf Bestsellerlisten, oder die Schriftstellerin und Dozentin Jutta Weber-Bock, aber auch Neulinge, die an ihrem Erstlingswerk feilen. Unter den Mitgliedern finden sich Traditionalisten und Selfpublisher, Junge und Alterslose, Lyriker und Prosaisten, Fantasten und Realisten, Veröffentlichte und Unveröffentlichte. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Anthologie wider. Die Sammlung an Kurzgeschichten und Gedichten soll zeigen, was die Region literarisch zu bieten hat. Sie soll überraschen und unterhalten.

Stuttgarter Autorenstammtisch in KOOPERATION mit dem Hospitalhof

Es lesen: Oliver Kern, Carolin M. Hafen, Tanja Roth, Rainer Bauck, Jutta Weber-Bock und Wolfgang Haenle. Moderation: Dorothea Böhme.

Der Kindshüter von Leotrim

bearbeitet2Liebes Universum,

ich möchte dir ein wenig von Leotrim erzählen. Es ist schon wieder ein Weilchen her, da habe ich an einer Ausschreibung teilgenommen, es ging um Fantasy und Sci-Fi und andere Welten. Damals schrieb ich meine erste Fantasy-Geschichte überhaupt; Abbild. [Link]

Es war aufregend und neu, dieses Genre, die Möglichkeiten, das Sprengen der gegebenen Grenzen der Realität. Ich fuhr nach Dortmund uns las dort auf der Dort-Con [Link] und mir gefiel mein Ausflug auf vielerlei Weise.

Ich habe viel Fantasy und Co. gelesen und gesehen, aber mich bis dato nicht heran getraut. Als wär es anmaßend nach „Herr der Ringe“, „Hobbit“, „Narnia“ und „Eragon“ selber so etwas zu versuchen. Vielleicht ist es das tatsächlich. Ich bin zum Glück mit einem gesunden Maß Arroganz gesegnet. 🙂

Derzeit lese & sehe ich, wie alle anderen auch, „Game of Thrones“ mit Spannung, großen Erwartungen und Entsetzen. Wieder einmal stellt sich bei mir aber eine Unzufriedenheit ein, nicht weil ich meine es genauso gut oder sogar besser zu können. Im Gegenteil. Wieder und wieder wächst in mir die Idee selbst eine Fantasy-Geschichte zu schreiben – eine, die gerade NICHT so ist wie all das bisher Gelesene.

Ich nahm wieder an einer Ausschreibung teil, diesmal zum Thema „Exotische Welten“ und ich schrieb die Geschichte „Der Kindshüter von Leotrim“.  Die Story schaffte es in die Anthogie [Link] und wurde veröffentlicht. Plötzlich fand ich mich bei Lovelybooks wieder, einer Plattform die bisher fröhlich existierte, ohne von mir wahr genommen zu werden. Ich meldete mich an um bei der Leserunde [Link] teilzunehmen. Das war aus mehreren Gründen spannend. Ich hatte keinen blassen Schimmer was meine Kollegen zu dem Thema verfasst hatten, noch wie eine Leserunde funktioniert und was mich da erwartet. Ich war ehrlich überrascht welche Formen und Spielarten die Anthologie bietet, und das sage ich jetzt nicht, weil ich selber drin bin und hier werben will, sondern weil ich mit ehrlicher Neugier an das Buch heran gegangen bin um zu sehen, was man alles machen kann in diesen Genren und Sub-Genren. Und dann kamen die Leser, die sich bemühten ihre Ansichten zu formulieren, einige sogar zu jeder einzelnen Geschichte. Und wir reden hier von 25 Texten! Welche Arbeit, welch Liebe zum geschriebenen Wort. Wahnsinn. Ich faule Sau habe es mir einfach gemacht, beobachtet und nur die Perlen kommentiert, die Texte die mich persönlich ansprachen und für mich heraus stachen. Ich habe also Lovelybooks entdeckt und mich gefreut über die Resonanz. Nicht zuletzt zu meiner Geschichte und dem Wunsch einen Roman aus dieser Leotrim- Welt zu machen.

Das ist mein Ziel. Seit Wochen und Monaten sammle und sortiere ich meine Ideen, setzte mich damit auseinander, was und wie ich erzählen will; Eine Heldenreise? Eine Drachen-Geschichte? Ein Game of Thrones Gemetzel?

Im Prinzip nichts davon. Ich kann das Rad nicht neu erfinden, aber ich kann mein eigenes Universum erschaffen, mit meinen Regeln, ich kann die Geschichte schreiben, die ich selber lesen möchte. Die Erkenntnis ist nicht neu, und um es mit den Worten von Yoda zu sagen;

Do or do not. There is no try.

 

I do.

~Caro