Lese-Monat Mai

Mein Lese-Monat Mai

Brian Bagnall – Zeichnen und Malen ★ ★ ★ ★

Dieses Buch besitze ich schon seit 30 Jahren. Mindestens. Als Kind kniete ich gern auf dem Boden, das Buch lag aufgeschlagen vor mir und ich blätterte vor und zurück, beeindruckt von den Motiven und Farben. Über die Jahre habe ich einiges ausprobiert, vor allem Buntstift-Motive und Aquarell. Aber so richtig gelesen habe ich es nie. Also von vorne, ein Mal konsequent durch, so wie man einen Roman lesen würde. Neulich habe ich mein Bücherregal entmistet. Mir geht regelmässig der Platz aus, und Sachen die ich nicht mag, die ich definitiv nicht noch mal lese, oder die halt nicht so wichtig sind, können weg. Sie sparken keinen Joy, wie man neuerdings sagt. Bei der Gelegenheit habe ich einiges aussortiert und gleichzeitig festgestellt, dass in meinem Regal Bücher stehen, die ich nicht gelesen habe. Also legte ich, konsequent wie ich bin, die ungelesenen Sachen auf den SUB. Ordnung muss sein.

„Zeichnen und Malen“ habe ich jetzt nachgeholt. Ich war ziemlich überrascht, wie viele Techniken und Materialien es gibt, wie viel Abwechslung. Das Buch bietet eine gute Übersicht, samt Beispielen und Anregungen für Übungen und Experimente. Das Buch ist jetzt ausgestattet mit kleinen Klebenotizen, überall wo meine Neugier geweckt wurde, bappt einer. Es gibt viel zu tun.

Vor jeder Maltechnik, beispielsweise Aquarell, gibt es eine Übersicht mit Dingen, die man dazu braucht, oder eben auch nicht. Zum Beispiel erklärt Brian Bagnall die unterschiedlichen Papiersorten, also was wofür geeignet ist, macht dann weiter mit den Pinsel-Unterschieden und führt durch die Farbenlehre zu den Mischtechniken. Manche Sachen überschneiden sich, aber Öl-Farben reagieren ganz anders als Acryl. Endlich konnte mir jemand Gouache erklären, so dass ich das kapiere. Ich kam zu dem Schluß, dass ich mit Materialien gut ausgestattet bin. Ich gehöre zu den Menschen, die meinen, wenn sie nur genug Kram daheim haben, ergibt sich das mit der Kunst von ganz allein. Das man auch ein klein bisschen Ahnung haben sollte, von dem was man da tut, weiß ich theoretisch. Im Buch lautet das Credo von Brian Bagnall: Üben und ausprobieren, noch mehr üben, rausfinden, was einem liegt, und weiter üben. Das weiß ich eigentlich auch. 😉 Ich gelobe hiermit mehr zu üben. Was mir liegt und wo meine Interessen liegen, weiß ich. Was ich bräuchte, ist ein ein eigener Brian, der mir im Nacken sitzt und ganz nett fragt: „Hast du heute schon was ausprobiert? Hm?“

Katharina Hartwell – Die Silbermeer Saga Band 2 ★ ★ ★ ★ ★

Trilogien; das ist ja schön und gut. Aber man sollte erst mit lesen anfangen, wenn alle Teile erschienen sind. Meine Meinung. Es ist ätzend, dass ich jetzt, vermutlich ein ganzes Jahr, auf den dritten Teil der Reihe warten muss. Ich will wissen wie es mit Edda weiter geht. Bis hier hin bin ich begeistert von Katharina Hartwells schöner, poetischer Sprache und ihrem Ideenreichtum. Das liest sich sehr angenehm. Das Buch ist kein typischer Pageturner, man jagt als LeserIn nicht von einem Höhepunkt zum nächsten – und das sage ich als Lob und Pluspunkt für die Geschichte. Manchmal, gerade bei Fantasy, ärgere ich mich, dass die innere Logik einer Geschichte der Spannung zum Opfer fällt, weil die AutorInnen meinen immer noch eins und noch eins drauf setzen zu müssen. Ich folge Edda und ihren Weggefährten, ahne und vermute wohin die Reise geht, dann läuft die Sache doch ganz anders, hier sind Brotkrumen für jenes Geheimnis und da ist noch ein Fährte in eine andere Richtung und ich hab Zeit die Schönheit der Sprache und Beschreibungen zu genießen und muss mich nicht hetzen lassen. So mag ich das. Nur net hudeln.

Claudia Haessy – Tagsüber Zirkus, abends Theater ★ ★ ★ ★

QWERTZ 1/2021 – Das Mitgliedermagazin des BvjA

Ray Bradbury – Der Tod ist ein einsames Geschäft ★ ★ ★ ★ ★

Ich mag keine Krimis. Eigentlich. Das ist mir oft zu viel Mord und Totschlag und unglaubwürdiger Unsinn. Ein Buch, mit einem Ermittler, der natürlich allein unterwegs ist, dem Mörder geradewegs in die Arme rennt und am Schluß mit einem Hase-aus-dem-Hut-Trick im letzten Augenblick gerettet wird, machen mich wütend. Da werd´ ich voll aggro. Das will ich nicht lesen, das ist Zeitverschwendung. Nun kenne ich, dank meines Autorenstammtisches, Raymond Chandlers „Der lange Abschied“ und musste meine Meinung revidieren. Solche Krimis mag ich sehr wohl. Das ist Literatur und spannend, das kann ich sehr gut lesen. Von Chandler zu Bradbury ist der Weg nicht weit, zumindest erscheint es mir so. Dieses Buch habe ich vor Jahren schon geschenkt bekommen, es ewig liegen lassen aus den oben genannten Gründen. Nach Chandler dachte ich, versuchste es halt mal. Und Überraschung, ich finde es großartig. In diesem Roman muss der „Ermittler“ quasi beweisen, dass überhaupt ein Mord geschehen ist. Weil, ist es ein Verbrechen, wenn jemand zu Tode kommt, ohne das der Täter einen Finger krümmt? Ich glaube, dass die Hauptfigur Bradbury selbst ist. Oder halt ein schrulliger Alter Ego. Und der sieht Dinge, die schwer zu erklären oder gar zu Bewiesen sind. Mitten drin zweifelt er an sich; ob er überall wo er hingeht, den Tod mitbringt und ich zweifle an ihm, ob da wirklich ein Mörder ist oder er sich alles nur einbildet. Die Sprache ist gewaltig und bildhaft, die Figuren liebenswürdig und schrullig und echt. Der Tod geht um, aber wer glaubt ihm, dem Schriftsteller denn, dass da etwas nicht mit Rechten Dingen zugeht? Das war subtil und spannend und mal ne ganz andere Geschichte. Vielleicht werde ich doch noch eine Krimi-Leserin.

Euripides – Medea ★ ★ ★ ★ ★

Das Buch bzw. das Theaterstück habe ich an einer anderen Stelle schon rezensiert. Link

Harry Rowohlt liest Flann O’Brien (Hörbuch) ★ ★ ★

Der gute alte Harry-Bär. Der kann mir das Telefonbuch vorlesen, und ich hör mir das trotzdem an. Allerdings, Flann O’Obien und ich werden wohl keine Freunde. Das Hörbuch besteht aus mehreren seiner Kolumnen und ich finde es ist absurd bis hin zu langweilig. Ich weiß, Langeweile ist kein richtiges Kriterium. Die Texte sind nicht schlecht. Weder schlecht geschrieben, noch schlecht gemacht. es interessiert mich nur nicht bzw. ich teile diesen Humor nicht. Mea culpa.

Stephen King – Später (Hörbuch) ★ ★ ★ ★

Das ist nicht sein bestes Buch. Und das sage ich mit folgendem Hintergrund: Das letzte Hörbuch, dass ich von King gehört habe, war „ES“ und das ist streng genommen 30 Jahre alt, allerdings habe ich es erst letzten Monat für mich entdeckt. Und nun kommt da „Später“ daher. Zeitlich wirklich später, inhaltlich aber wieder „ES“. Da ist ein Junge, der kann tote Menschen sehen und trifft dabei auf ein Wesen wie „ES“. Allerdings kommt die Geschichte dieses Mal, und das liegt eindeutig an mir, ich bin nicht objektiv, blass und kurz und banal daher. Es hat nicht wie epische Weite, es hat nicht diese Spannung, nicht dieses gewisse Etwas. Ich hab das gern gehört, versteh mich nicht falsch. Ich fand die Story gut, der alte Mann hat mich wieder gekriegt. Aber es war halt nicht ganz so fulminant.

PS: Ich bin nun schon einige Male, privat, auf mein Lese-Pensum angesprochen worden. Das ist von der Pandemie bestimmt. Da ich nirgends hin kann und keine sozialen Verpflichtungen, kein Ausgehen, keine Lesungen habe, kann ich jeden Abend lesen. Täglich zu lesen gehört zwar grundsätzlich zu meiner täglichen Routine, allerdings ist es im Lockdown mit Ausgangssperre einfacher mehr als eine Stunde Zeit am Tag dafür zu finden. Sobald ich wieder unter Leute darf und auch wieder für die get shorties Lesebühne durch die Lande tingele, ändert sich das wieder.

Mein Lese-Monat April

  1. Stephen King: Mind Control (Hörbuch) 
  2. Baedeker SMART Hamburg Reiseführer
  3. Dale Carnegie: Wie man Freunde gewinnt
  4. Hermann Hesse: Steppenwolf
  5. Dorothea Böhme: Felicitas erklärt die Liebe (eBook)
  6. Lutz von Werder: Lehrbuch des kreativen Schreibens

Eine bunte Mischung. Drüben bei GoodReads gebe ich nach Lust und Laune meinen Senf dazu. Den „Steppenwolf“ fand ich so klasse, den muss ich noch mal lesen. In meine geliehene Ausgabe darf ich nicht rein schreiben und Lieblingsstellen markieren. 

„Das Lehrbuch des kreativen Schreibens“ habe ich im November 2013 begonnen und jetzt endlich fertig gelesen. Ich fand es mühevoll, trocken und mag es nicht weiter empfehlen, obwohl ich wirklich viel Infos, Übungen und Anregungen heraus gearbeitet habe. Aber das ist auch das Schlüsselwort. Das Buch war Arbeit. Mein lieber Scholli. 

Der Reiseführer macht große Lust auf Hamburg. Doch mein Städtetrip samt Harry-Potter-Theater ist leider abgesagt. 😦

Was hast du diesen Monat gelesen? 

PS: Heute Abend komme ich nicht zum lesen. Ich muss mir drüben bei YouTube die Frankenstein-Premiere mit Benedict Cumberbatch anschauen. Das National Theatre streamt diese Woche beide Versionen des Stücks. Froooide!!  

Die Woche in Worten (KW3)

Es ist Montag. Montage sind super. Ich weiß, alle Welt schimpft über den Wochenbeginn. Ich nicht. Manchmal habe ich den Eindruck, ich bekomme Montags mein Energie-Kontingent für die ganze Woche, was dazu führt, dass ich am Auszahltag die Weltherrschaft an mich reißen will. Meine Pläne und Vorhaben sind sehr umfangreich, aber jeden Tag nimmt die Lust, die Motivation und die Kraft ein bisschen ab. Und am Sonntag liege ich wie ein altersschwacher Köter auf dem Boden vor dem Kamin und bin froh, wenn keiner was von mir will. Ich schnaube mich halbwach durch den Tag, unfähig auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Netflix betäubt den Kopf, weil alles weh tut – die bloße Existenz ist mühselig. Und am Montag dann wieder: Hallo Welt. Dann entstehen sogar Blogtexte. Hui. Ich will ja eigentlich immer bloggen. Nein, eigentlich will ich immer schreiben. „A page a day“ lautet der Vorsatz. Das schaffe ich, vielleicht bis Mittwoch. Und dann sind schon wieder so viele Dinge los, dass die guten Vorsätze der Müdigkeit weichen. Will ich zu viel? Vermutlich. Mach ich genug? Nein. Definitiv nicht. Was ist genug, wann ist Viel viel und wann nicht? Keine Ahnung. Was ich weiß: Heute ist Engergie-Auszahltag und ich will dir von meiner letzten Woche erzählen. Ich war beim Mal-Workshop.

Balsam für die Seele

Ich habe mir ein Acryl-Motiv bei Pinterest ausgesucht und zu dem Workshop mitgenommen. Eigentlich würde ich gerne intuitiv malen, einfach drauf los. Aber das funktioniert aus zwei Gründen nicht. Erstens, ich will mich nicht dreckig machen. Das ist so tief verwurzelt und diesem Umstand komme ich auch nicht wirklich bei. Keine Ahnung, ob ich als Kind mal einen Anschiss bekommen habe, weil ich es gewagt habe, als Dreckspatz nach Hause zu kommen… ich erinnere mich nicht an eine solche Begebenheit. Es ist mir zutiefst zuwider mich schmutzig zu machen. Meine Workshop-Leiterin hat mir, aus purer Lust (nein, nicht Verzweiflung, es war Spaß und so habe ich es auch verstanden!) ein Schwämmchen mit Farbe auf meine Schürze gedrückt und wie der Zufall es wollte, habe ich nun ein kleines, buntes Acryl-Herzle auf meiner Malerschürze, genau auf dem Bauch, wie ein Glücksbärchi. 

Und zweitens, wenn ich planlos irgendwas zusammen pansche, kommt am Schluß Dreck heraus. Also die gemischte Farbe sieht dann nach Kotz-Durchfall-Braun aus und das finde ich nicht schön. Ich brauche eine Vorlage, ein bisschen Anleitung, eine Ahnung wohin die Reise gehen soll. Beim Schreiben, zum Beispiel, muss man auch erst das Alphabet lernen, bevor man sich an Wörtern und Sätzen versuchen kann. Ich mag das Spiel mit Farbe. Klare Linien, ein bisschen Struktur muss schon mit rein, Farbverläufe sind toll und wenn ich noch ein paar Wörter im Bild unterbringen kann, macht mich das sehr glücklich. Das Ding soll ja Balsam für die Seele sein. Andere können das: Farbe hin klecksen und dann ein Bild kreieren. Ich schaue mir das unheimlich gerne an. Aber selber machen? Nope. Nun habe ich mein Werk nach Vorlage gestaltet und bin fast zufrieden. Irgendwas fehlt noch, aber mein Bauch weigert sich, mit der Sprache raus zu rücken, was genau. Aber es ist interessant: Da passiert was auf einer Ebene, die ich nicht mit Worten fassen kann. Ich spüre, wenn es passt oder eben nicht. Und das ist ja dann auch intuitives Malen. Ich würde gern mehr auf diese Stimme hören, sie wahrnehmen, verstehen. Wörter, das ist so verkopft. Farben; diese Sprache würde ich gerne beherrschen. Ich bleibe dran. 

BvjA Stammtisch in Tübingen

Dann war ich wieder einmal bei BvjA Stammtisch. Wir treffen uns ein Mal im Monat, das ist sehr lose und doch wieder fix. Ich mag unsere kleine Runde. Wir machen jedes Mal ein Thema aus, alle sind irrsinnig engagiert die Themen vorzubereiten und den anderen etwas zu bieten. Fast wie ein Skript in einer Vorlesung. Wir sprechen über Bücher, was uns begeistert und warum. Und wir sprechen über Schreibthemen. Ich finde das ganz erstaunlich und enorm, wie viel es ausmacht, mit Gleichgesinnten zusammen zu sein, hitzig und leidenschaftlich seine Meinung zu vertreten ohne dass es in Streit ausartet. Wir sind uns in vielen Dingen einig, aber manchmal auch ganz gegensätzlich. Aber jede*r bekommt die Zeit und den Raum seine Gedanken zu formulieren, darzulegen und zu begründen. Und dann: Selbst wenn wir uns nicht einig werden, in der Sache sind wir alle Autor*Innen mit dem Wunsch gute Texte zu schreiben. Das wie und was kann da völlig auseinander gehen, das macht überhaupt nichts. Ich finde es großartig, wenn wir, jeder mit einem Stapel Bücher vor sich, Beispiele finden, Für und Wider, und uns am Schluß aufs nächste Treffen freuen, weil der Abend wieder zu kurz war. Ich gehe da unheimlich gerne hin. E. meint manchmal zu mir „Du bist zu laut, mit deiner Bühnenstimme“ und es stimmt. Sie lacht dann. Die anderen Gäste im Lokal müssen das dann halt aushalten. 

Pouring

Ich war letztes Jahr mal bei einer ArtNight. Allerdings ist mir die Fahrerei nach Stuttgart lästig. Nun habe ich ein Angebot in Tuttlingen gefunden, mit einem ganz ähnlichen Konzept. Ob es jetzt ArtNight oder KunstNacht heißt, ist mir persönlich egal. Es ist schön, wenn ich mal nicht eine Stunde Auto fahren muss, um was mit Farbe zu machen. Und da das gerade mein Thema ist, experimentiere ich mit der Pouring-Technik herum. Es stimmt eigentlich nicht, aber ich denke von mir selbst, dass ich nicht gut zeichnen kann. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin und genau auf das Thema drauf schaue, dann finde ich ein Zeitproblem und eine große Faulheit dazu. Ich nenne das liebevoll „Faulzeit“.

Ich will viele Dinge machen, aber manche sind wichtiger als andere und am Ende muss man sich entscheiden, was man mit den 24 Stunden, die einem pro Tag zur Verfügung stehen, anstellt. Schlafen muss ich ja auch noch. Das tue ich gern, aber es ist mir oft lästig. Vermutlich hängt das mit dem Energie-Kontingent zusammen. Ich baue mir die ganze Woche ein ordentliches Schlafdefizit auf, wie ein kleines Kind, das Bauklötze aufeinander stapelt. Irgendwann fällt der Turm halt um. Jedenfalls. Ich war mit zwei Freundinnen beim Pouring. 

Ich schaue mir gern Videos auf YouTube an und sehe Leuten dabei zu, wie sie sehr viel Farbe verschwenderisch auf eine Leinwand kippen. Ich bin Schwabe und ganz das Klischee: geizig. Daher sehe ich es mir gern an, bin aber zurückhaltend, wenn es darum geht, das selber zu machen. Auch hier kann ich nicht genau benennen, warum ich gern der Farbe beim fließen zusehe, oder warum ich die dabei entstehenden Zellen schön finde. Kunst ist das ja nicht; Farben zusammen schütten. Ja, die Muster, die Struktur und die Zellen sprechen mich an. Vielleicht ist das schon wieder dieses Mach-dich-nicht-dreckig-Thema. Die Farben fließen ineinander und ergeben etwas, dass ich gern ansehe. Da es anderen Leuten wohl auch so geht, schließlich ist das Internet voll von diesem Trend, muss es tiefenpsychologisch einen Grund dafür geben, er ist mir aber im Moment herzlich egal. 

Hier im Rahmen der KunstNacht, mit der richtigen Anleitung und netter Gesellschaft hat es endlich geklappt. Jetzt muss mein Werk nur noch trocknen. Ich hoffe, es sieht dann immer noch so glänzend aus, wie frisch gegossen. Ich habe überlegt, ob ich meine Farbklecksereien ins Büro hänge. In irgendeinem Buch habe ich gelesen, dass man sich seinen Arbeitsplatz so einrichten soll: Mit Blick auf etwas, dass einen froh macht. Ich teste das. 

Lesung in Marbach

Wir Shorties waren erst in Böblingen, dann eine Woche später in Marbach. Beide Male hatten wir „Volles Haus“ und Leute, die in guter Stimmung bei der Sache waren. Ich weiß gar nicht, ob sich jemand, der im Publikum sitzt, darüber Gedanken macht, wie das auf die Akteure auf der Bühne wirkt. Ich für meinen Teil, denke da kaum darüber nach… aber Anfang Januar besuchte ich ein Programm das sich „Moving Shaddows“ nannte. Also ein Schattentheater. Ich saß da, wie alle anderen auch und freute mich, dass ich alle Gebäude und Wahrzeichen die dargestellt wurden, erkannte. Es gab auch eine kleine Geschichte dazu, ganz ohne Worte – das Erzählen funktioniert ja prima in Bildern. Aber darum geht es mir gar nicht. Da fand eine Steigerung statt, der ganze Saal vibrierte und als die Schauspieler in Afrika ankamen und einen Elefanten darstellten, entlud sich diese Anspannung in einem spontanen Applaus. Ich glaube, das ist das schönste Geschenk, das jemand auf der Bühne bekommen kann. Applaus, der nicht warten kann bis die Szene zu Ende ist, oder bis zur Pause. Diese Begeisterung ist das tollste überhaupt. Und das hatten wir, in Böblingen und auch in Marbach. Musik und neue Texte und ein Publikum, das nicht warten konnte. Großartig. 

Und weil ich wieder so viel mit dem Auto unterwegs war, hatte ich mir zwei Hörbücher von Stephen King ausgeliehen. 

Doctor Sleep / Mr. Mercedes

Er hat mich wieder gekriegt, der gute Mr. King. Das klingt, als wäre das schwer gewesen. Es klingt, als wäre ich davon gerannt und er mir hinterher. Keuchend, mit brennender Lunge. Knapp – und dann: gefasst. Erwischt. Hab ich dich. 

Aber so war das nicht. Vor ein paar Jahren lernte ich Roland, den Revolvermann kennen. (Wer ihn nicht kennt, ach, dem ist nur durch einen Buchgutschein zu helfen.) Jedenfalls. Sieben Bände umfasst die „Der dunkle Turm-Reihe“. Stephen King hat mich damals schon gekriegt und ich musste über 20 Bücher von ihm, hintereinander weg lesen. Dann hörte die Phase einfach auf. Ich wollte noch andere Autoren, andere Autorinnen kennen lernen. Es kann sich ja nicht alles um Roland drehen. Wobei er oft irgendwo im meinem Hinterkopf herum stapft. Ohne es zu merken, hat er mich als Leserin und auch als Schriftstellerin geprägt, damals in meiner Anfangszeit. Nun sind schon ein paar Jahre eins Land gezogen. Neulich war ich in der Bücherei. Dort lachte mich das Hörbuch „Doctor Sleep“ an. Kurz zuvor habe ich den Trailer für den Film gesehen. Zufall? Ich glaube nicht an Zufall. Ich bin mit „Doctor Sleep“ und mit „Mr. Mercedes“ nach Hause gegangen. Beide Hörbücher werden von David Nathan gelesen. Vermutlich ist auch das jetzt eine prägende Zeit, denn David Nathans Stimme hat sich tief in mein Gehör eingebrannt. Ein paar Meiner Gedanken klingen inzwischen wie er. Ich lerne gerade so viel. 

Kennst du das? Wenn etwas passiert, etwas, dass dich verändern wird, aber in dem Moment ist dir noch nicht klar, wie sehr es dich verändern wird. Nur das es so ist, das weißt du sicher. Ich höre also Stephen King zu, wie er ausschweifend seine Geschichte erzählt. Mit Details, die alles so real werden lassen. „The Shining“ kenne ich natürlich. Als Buch und als Film. Doch es ist in meinem Bewusstsein weit nach Hinten gerückt. Nun traf ich Danny Torrence wieder und … meine Güte. Er hat mich wieder gekriegt. Vermutlich muss ich jetzt wieder 20 Bücher hintereinander weg lesen. Oder anhören. Auf meiner Wunschliste ist nun „Der dunkle Turm“ als Hörbuch, diese Reise muss ich auf jeden Fall noch einmal antreten. Aber zurück zur Gegenwart. Wenn man als angehender Schriftsteller etwas über das Schreiben lernen will, dann ist es nicht verkehrt, sich Stephen King als Lehrer auszusuchen. Ich mag wie er seine Details entfaltet. Da ist nichts zu viel oder verschwendet. Alles gehört und passt zusammen. Er ist, meiner Meinung nach, ein Menschenversteher. Die Fehler und Schwächen einer Figur machen den Charakter authentisch, aber auch liebenswert. Nach all den Büchern, die ich von ihm gelesen habe (und es sind laaange noch nicht alle), hatte ich bisher nie den Eindruck, er würde sich wiederholen.   

Ich lerne von David Nathan wie man einen Text spricht. Ich lerne von Stephen King wir man eine Geschichte erzählt. Und bin bestens unterhalten dabei. 

~Caro

PS: Ich kann jetzt nicht versprechen, dass es hier einen wöchentlichen Rückblick gibt. Aber der Wunsch ist da. Mal sehen, wie mein Energie-Kontingent und ich miteinander auskommen. 😉

Monatsrückblick Juni

Tops und Flops im Juni

Bücher:

  • Mängelexemplar ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Du einsamer, du schöner Wicht ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ulla Hahn – Liebesgedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Volker Demuth – Bits and Bones; abgebrochen
  • Kurzgeschichten schreiben ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Malen mit Wasserfarben ⭐️⭐️⭐️⭐️

Serien:

  • Big Bang Theory Staffel 11 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Good Omens Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️
  • Dead to me Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️
  • Nos4A2 Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • When they see us ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Bonding ⭐️⭐️⭐️
  • Stadtgeschichten ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Dark Staffel Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Absentia Staffel 1 – abgebrochen

Filme

  • The Book of Henry ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Valerian ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mary Poppins Returns ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Brené Brown ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Spiderman Homecoming ⭐️⭐️⭐️
  • The Osiris Child ⭐️⭐️

Getan

Internetkram

Monatsrückblick Mai

Gefühlt war dieser Monat sehr, sehr lang. Entsprechend sieht meine Liste aus.

Gedoodle nach der Methode von Melissa Dinwiddie

Tops und Flops im Mai

Bücher:

  • Mascha Kaléko – Das lyrische Stenogrammheft ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Eva Christina Zeller – Liebe und andere Reisen ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Matthew Johnstone – Der schwarze Hund  ⭐️⭐️⭐️⭐️

Filme:

  • Best Exotic Marigold Hotel 2 ⭐️⭐️⭐️
  • Wonderwoman ⭐️⭐️⭐️
  • Ich bin Maris ⭐️⭐️
  • Highwayman ⭐️⭐️ (langweilig)
  • Anne auf Green Gables Teil 1, 2 und 3 (2016/Prime) ⭐️⭐️ ⭐️⭐️

Serien:

  • The Five ⭐️⭐️⭐️
  • Bosch Staffel 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Game of Thrones Staffel 8 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ + Dokumentation

Uff. Ich habe mich irrsinnig, wie viele andere auch, auf die letzte Staffel gefreut und mich dann durch die sechs Folgen hetzen lassen. Zum einen, weil die Staffel so ein Tempo vorgelegt hat, aber auch wegen der Reaktionen im Netz. (Ja, alle Figuren, die ausgedient haben, wurden gekillt. Das ist ja kein neues GoT-Phänomen!) 

Ich wollte auf keinen Fall gespoilert werden. Doch wenn ich mich montags bei Facebook eingeloggt habe, hatten diverse Leute nichts besseres zu tun, als zu schreiben bzw. in ihren Stories zu erzählen, was genau passiert ist, und wie Scheiße sie es finden. Das hat mir viel von dem Vergnügen genommen. Ich kann jetzt natürlich auch darauf schimpfen, dass David Benioff und D. B. Weiss nicht so schreiben, wie es George R. R. Martin es tut. Wie auch? Ein Drehbuch ist keine Belletristik und umgekehrt. Aber darum geht es mir gar nicht. Die Serie und die Bücher weichen ja schon eine Weile voneinander ab. 

Die Erfahrung, so getrieben zu werden, war mir neu. Üblicherweise schaue ich meine Filme und Serien allein – in meinem Umfeld ist niemand, der Filme, Bücher oder Serien so konsumiert wie ich es tue. Die wenigsten haben Netflix, noch weniger teilen meine Interessen und Genre-Vorlieben. Beispielsweise Stranger Things. Die zweite Staffel habe ich an einem Abend geschaut. (Das ist, als Beispiel, ein arger Kritikpunkt: Es war nicht möglich, #GoT so zu konsumieren. Ich musste zwischen den Episoden eine Woche warten. Man kommt sich ja vor wie im Mittelalter.)

Jedenfalls. Da war dieses Gefühl von Ende, und das Gefühl von Hetze. Sich abschotten zu müssen, bei Facebook und Twitter, schneller zu sein und kollektiv mitmaulen zu müssen. Das will ich aber gar nicht. Meine Lieblingsfiguren sind und waren immer John Snow, Arya und Bran. Von Anfang an. Und ich habe dauernd darauf gewartet, das Bran mal was nützliches macht. Daher kann ich mit dem Ende gut leben. Es ist nicht mein Wunsch- Ende. Aber es hat auch keiner gesagt, dass das Leben ein Wunschkonzert ist, und mir irgendwas zusteht. Mit etwas Abstand kann ich nun sagen, dass diese Serie, ganz grundsätzlich sehr viele Emotionen ausgelöst hat. (Stichwort: Die rote Hochzeit. Ramsay Bolten, Arya in Königsmund, meine Fresse.) Ich habe mitgefiebert und mitgelitten, es war ein Erlebnis! Und im Besonderen waren da ein paar Szenen und Dialoge drin, die viel Schönes hatten. Ich werde mir also, die ganze Serie noch mal anschauen. So, wie ich eben Serien konsumiere. Ich werde die gewaltigen Bilder und die Musik schätzen, und vielleicht ein paar Dinge entdecken, die mir in der Eile entgangen sind. Ich werde mich nicht mehr hetzen lassen. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ende. Uff.

  • Lucifer Staffel 4 ⭐️⭐️

Mir ging diese Identitätskrise wahnsinnig auf die Nerven. 10 Folgen um zu klären wer bei wem er selbst sein darf/kann/soll und die Frage, ob man  sich für den Partner verbiegt oder besser nicht. Wär ich dem Alkoholkonsum zugeneigt, ich hätte jedes Mal einen Schnaps gekippt, wenn jemand sagte „Ich weiß nicht wer ich bin.“ Das war alles sehr seicht und platt und kaum zum aushalten. Ich habe die Serie nur noch aus Gewohnheit geguckt. 

  • Conan without Borders ⭐️

Ach herrje. Grenzwertiger Klamauk am Rande des Fremdschämens. Ich musste zwar lachen, aber herzlich war das nicht. Der Irrsinn ist zudem unnötig laut. 

Conan fragt die Leute irgendwas, fällt den Leuten dann ins Wort und hört nicht zu. Dann macht er dümmliche Witze und die Leute, die ihre Sache ernst und gut machen wollen, werden vorgeführt – beim Versuch ihre Würde zu behalten. Sie scheitern alle. Ich habe mich am Schluß sogar geärgert, weil es irgendwann nicht mehr witzig war. Beispielsweise ist er in einer Schulklasse und hat nichts blöderes zu tun, als die Kinder völlig aufzuwiegeln. Fast hysterisch. An einer anderen Stelle sind sie bei einer Weinprobe. Da ist eine Frau, die ganz ernsthaft ihren Job machen will, im Sinne von professionell. Und dann keifen sich zwei Erwachsene an, die Spaß-Ebene haben sie schon lange verlassen, und ziehen sie da in eine Scheiße rein, die sie nicht handhaben kann. Es hat ihr im Vorfeld sicher auch keiner gesagt, was auf sie zukommt. Dann hätte sie ja die Möglichkeit gehabt, die ganze Sache abzulehnen. Schade. Ich bin nicht in der Zielgruppe.

  • Turn up Charlie ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Sarah Wiener ⭐️⭐️⭐️⭐️

Krasser Gegensatz zu „Conan“. Ja, es ist mir klar, dass eine ist ein amerikanischer Comedian, das andere eine österreichische Köchin. Der Unterschied ist Menschlichkeit. Die Sendung von Sarah Wiener fällt für mich in die Kategorie „Sachen machen“. Sie geht los, und verlässt ihre Komfortzone. Sie macht ihre Gegenüber nicht lächerlich, sondern versucht mit ihrer Art in die fremde Welt einzutauchen. Einmal auf einem Fischer-Boot. Sie kocht, sie nimmt Fische aus, wird Teil der Crew, hält den Seegang aus, fragt die Leute, warum sie tun, was sie tun, und läßt Raum für die Antwort. So auch im Olympia-Vorbereitungs-Trainingskurs oder im Kloster. Das habe ich mir sehr gerne angesehen. Das war ein schöner Sonntag-Nachmittag. 

  • Real Detectives Staffel 1 und 2 (Keine Ahnung, warum ich mir sowas ansehe.)
  • Fleabag Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Klare Empfehlung. Ich mochte die erste Staffel schon sehr gern, und auch die Zweite hat mich nicht enttäuscht. Ich hatte kurz Sorge, wie es mit Fleabag weiter gehen soll, ob die neue Staffel nur ein Abklatsch ist… aber nein. Sie ist immer noch wütend, rennt durch London und versucht ihren Scheiß geregelt zu kriegen; chaotisch, exzentrisch, liebenswert – trotz allem. Ich mag diese schnodderige Erzählform, dieses shakespeareske. Fleabag schaut in die Kamera und kommentiert immer das Geschehen. Mich spricht sie sehr an. Mehr davon, bitte. Ich hab noch nicht genug. 

  • Dead to me – abgebrochen

Das fing eigentlich nett an. Doch das Ende der ersten Folge war so ätzend; das habe ich schon tausend mal gesehen. Ich ahne, was passiert. Und finde es blöd. Ich dachte trotzig „Och nö!“ und werde es dabei belassen. 

Getan 

Musik

Internetkram

Und, was hast du so geguckt/gelesen? Erzähl´s der Carolin.

Monatsrückblick April 2019

Tops und Flops im April

Bücher;

  • Roy Peter Clark – Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Thomas Mann – Der Zauberberg (Hörspiel) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mascha Kaléko – Das lyrische Stenogrammheft ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Kiki Thaerigen – Bär & Ich ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Serien;

  • Chilling Adventures of Sabrina – Teil 2 ⭐️⭐️⭐️

Ich werde die Serie nicht weiter schauen. Das ist christlich-religiöser Mumpitz getauscht gegen satanisch-religiösen Mumpitz. Am Schluß; Mumpitz. Ein altes frauenfeindliches Weltbild durch ein neues frauenfeindliches Weltbild zu tauschen macht die Sache nicht besser. Kanibaliamus, Mord & Totschlag, Düsternis. Alles kein Problem – das wird plastisch dargestellt. Aber wehe das Mädel will Sex. OH. MEIN. GOTT.  Inhaltlich find ich’s schwierig. Ich hab oft gedacht: What the fuck

Das ganze hätte Potenzial gehabt: Eine Frau lebt in zwei Welten und ist deshalb reicher als die anderen, weil sie zwei Kulturen erlebt. Meiner Meinung nach, ist das aber nicht die Aussage der Serie. Oder eben nur, wenn man sich ganz arg anstrengt. Schade, ich bin raus.

  • Game of Thrones Staffel 8 (Ich bin erst bei Folge 3, daher schreibe ich noch keine Wertung.)
  • American Gods – abgebrochen
  • Die Stärke des Verlierens ⭐️⭐️⭐️
  • After Life – abgebrochen
  • Hunde – abgebrochen
  • Cabins in the wild ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Five (auch mit der Serie bin ich noch nicht durch.)

Filme;

  • Love, Rosie ❤️❤️❤️❤️
  • Leaving Neverland
  • Moritz Neumeier – Hurra 😄😄😄😄
  • 84 Charing Cross Road ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Perle, ganz klare Empfehlung. Schon seit Jahren einer meiner Lieblingsfilme)
  • Silence ⭐️⭐️⭐️
  • About Time ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • San Andreas ⭐️⭐️⭐️
  • Moonlight ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ernest & Celestine ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Going in Style ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Magnus – Mozart des Schachs ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Das kreative Gehirn ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Gundermannn ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Getan;

  • Kabarett: „Vorbeischwimmer“ – Ingrid Kappeler
  • Lesung: Joanna Martin
  • Kreativ Messe / Stuttgart (Haul-Beitrag folgt demnächst)
  • Lesung (W)ortreich / Stuttgart (Bilder folgen noch. Regine Bott hat fleißig fotografiert. Vielen Dank dafür.)

Monatsrückblick März 2019

Tops und Flops im März

Filme;

  • The Florida Projekt – abgebrochen
  • The English Teacher ⭐️⭐️⭐️
  • 4 Könige ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • IO Last on Earth ⭐️⭐️⭐️
  • Die Welt der Wunderlichs – abgebrochen
  • Ich und Kaminski – abgebrochen
  • Mängelexemplar ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Brooklyn – eine Liebe zwischen zwei Welten ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • X-Men Apocalypse ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Eine Geschichte von Liebe und Finsternis ⭐️⭐️⭐️
  • The angriest Man in Brooklyn ⭐️⭐️⭐️
  • ICH – einfach unverbesserlich 3 ⭐️⭐️⭐️

Serien;

  • The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 1 & 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Loudermilk Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • American Gods – Staffel 2 (Ich find´s ziemlich langweilig. Einzig die Musik begeistert mich. Aber die Staffel ist ja auch noch nicht zu Ende. Vielleicht wird’s ja noch was.)
  • Star Trek Discovery Staffel 2 (Lange nicht so gut wie Staffel 1. Aber ich bin ein Treckie, also muss ich das gucken.)
  • The Nightflyers – Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The OA – Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Hammer. Ich steh drauf, wenn Staffel 2 anders ist und keine zwanghafte Wiederholung von Staffel 1. Sehr spannend, abgefahren. Eine der Serien, wo ich nicht schon in Minute 7 sagen kann, wie die Sache ausgehen wird.)

Bücher;

  • Günter Nehm – Verspektiven ⭐️⭐️⭐️
  • Leuchtturm Reiseführer ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Zerreißproben ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – abgebrochen
  • Nero Corleone kehrt zurück ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Polly and the Puffin 3 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Endlich habe ich die Reihe komplett!)
  • Der Zauberberg (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Kurt ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (So eine Perle! Hier werde ich noch eine Rezension schreiben)
  • Die wundersame Leber- und Gallenblasenreinigung (Sachbuch)

Musik;

  • Elton John – Curtains
  • Paul Cauthen – Everybody walkin‘ this Land

Getan;

  • Kino: Colette ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Einkaufen im IKEA ist auch immer ein Erlebnis.
  • BvjA Stammtisch: Thema „Schreibratgeber“
  • Theater „Die Glasmenagerie“
  • Mal-Workshop „Balsam für die Seele

Monatsrückblick Februar 2019

Tops und Flops im Februar

Filme:

  • Handsome Devil ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Bridge Teil 2 ⭐️⭐️⭐️
  • Kong: Skull Island ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Bob, der Streuner ⭐️⭐️⭐️⭐️

Serien:

  • Black Earth Rising Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Titans Staffel 1 – abgebrochen
  • The Conners ⭐️⭐️⭐️
  • The Expanse Staffel 3 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Umbrella Academy ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Shameless Staffel 8 ⭐️⭐️⭐️

Bücher:

  • Mascha Kaléko – Mein Lied geht weiter ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Joseph Conrad – Herz der Finsternis ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ian McEwan – Nussschale (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️
  • Schwarz Weiß Gedichte ⭐️⭐️
  • Die schönsten Gedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Konzepte Nr 37 / 2018 ⭐️⭐️⭐️⭐️

Musik: in der Dauerschleife

Getan:

  • Solo-Lesung: London in Love (Nachlese)
  • Jumping Kurs. Der Turnverein hat einen Schnupperkurs angeboten und da ich neugierig war, bin ich da hin gegangen. Und was soll ich sagen: Es war sehr toll.
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  • Kleidertauschparty
  • Kinder – und Jugendwochen in Stuttgart


Wir waren neulich im Schreibbuden-Einsatz bei den Kinder- und Jugendbuchwochen in Stuttgart. Ingo hat eine Schreibmaschine mitgebracht, für die Kinder, damit sie das Ding ausprobieren können. Seine „Monika“ ist robust, die hält auch mal aus, wenn man alle Tasten gleichzeitig drückt. Ich wiederum fand es faszinierend, dass sich ein paar der Kinder über eine Stunde mit der Schreibmaschine auseinander gesetzt haben, und viele gute Fragen hatten. 

Warum ist die Tatstatur so angeordnet? 
Wie schnell kann man damit schreiben?
Wo sind die Zahen? 
Was passiert, wenn ich DA drücke? 🙂

Leute, wenn ihr noch so ein altes Ding auf dem Dachboden habt, dann stellt das gute Stück doch ins Kinderzimmer. Erst ist die Mechanik faszinierend, dann die Welt der Buchstaben. Und es ergeben sich tolle Gespräche. Ich habe das gestern sehr genoßen.

Monatsrückblick Dezember 2018

Tops und Flops im Dezember

[Achtung, ganz viel unbezahlte Werbung. Hui.]

Ich war krank. Zwei Wochen lag ich danieder mit einer fiesen, fiesen Nebenhöhlen-Entzündung, das war nicht schön. Dadurch hatte ich viiiel Zeit für Netflix. Und da das Buch fertig ist und ich auch keinen Text für die get shorties liefern musste, hatte ich endlich auch mal wieder Zeit zu lesen. Ich lese nämlich keine belletristischen Bücher, wenn ich an einem Manuskript arbeite. Da vermischen sich die Geschehnisse, unabsichtlich. Hier ist also meine lange Liste der Tops und Flops des letzten Monats.

Gelesen:

  • Mascha Kaléko – Sei klug und halte dich an Wunder
  • Andreas Rieck – Nimms leicht. In 3 Schritten zu mehr Gelassenheit
  • Ryder Carroll – Bullet Journal Methode

Serien

  • Mad Men Staffel 7

Ich liebe Mad Men. Das ist eine der wenigen Serien, die mich nun seit Jahren gefesselt und begeistert hat. Mir war nicht klar, dass ich in der letzten Staffel stecke. Irgendwie dachte ich, da kommt noch eine Staffel und ich habe noch Zeit für den Abschied. Dann lief der Abspann, mir wurde mein Irrtum klar und einen Moment war ich wie gelähmt. Das Ende ist gut, es ist hübsch, da gibt es andere, ekelhaftere Abschiede. Don und die anderen haben mich sanft entlassen. Nun schlage ich mich mit einer kleinen Verliebtheit herum. ❤ Jay R. Ferguson ist ein unheimlich attrakiver Typ – ich fand es sehr toll, ihn in „The Conners“ promt wieder zu sehen.

Die Serie Mad Men, dass muss ich aber ganz klar sagen, habe ich nicht (nur) wegen Jon Hamm gesehen, sondern sondern wegen Elisabeth Moss. Großartige Schauspielerin, ich mag die sehr. Dank Mad Men habe ich Kiernan Shipka entdeckt. Sie war der einzige Grund, warum ich der Serie „The Chilling Adventures of Sabrina“ eine zweite Chance gegeben habe. Die erste Folge hat mich nämlich sehr schockiert. Ich bin mit Sabrina, der zauberhaften Hexe aufgewachsen, das war rosa Weichspüler. Kann ja keiner ahnen, dass die Serie von damals auf einer Graphic Novel basieren soll, die so gar nicht weich gespült ist. Lange Rede, kurzer Sinn. Mad Men ist und bleibt eine meiner Lieblingsserien, und ich werde mir, vielleicht erst in ein paar Jahren, noch mal alle Folgen ansehen. Sabrina habe ich eine zweite Chance gegeben und es nicht bereut.

  • La Mante (Mies. Abstrus, konstruiert, unlogisch)
  • London Spy (Na ja. Abstrus, konstruiert, unlogisch.)
  • The Conners (Vintage. 🙂 Das gucke ich, weil ich mit Roseanne aufgewachsen bin. Das ist also Neugier und Gewohnheit. Kann man gut gucken)
  • Deep Water (OmU)
  • Travelers Staffel 3 (I have a crush on Patrick Gilmore. ❤ )
  • Fuller House Staffel 4 (Meine Güte, ist das rosafarbener Unsinn. Ich weiß nicht, ob ich es deswegen oder trotzdem gucke)
  • Retribution – abgebrochen
  • The Chilling Adventures of Sabrina 
  • The Sinner Staffel 2

Filme

  • Sing (Gute Laune Film)
  • Loving Vincent (unglaublich toll. Perle*)
  • Wochenende mit Dad
  • Wind River
  • Sully (Spannend!)
  • Schloss aus Glas
  • Nocturnal Animals
  • Passengers
  • Interstellar
  • Die Weihnachtskarte (Weihnachtskitsch)
  • Bridge of Spies
  • Die Poesie des Unendlichen
  • Die göttliche Ordnung
  • Der Buchladen der Florence Green

Ganz grundsätzlich fällt mir auf, dass meine Watchlist bei Netflix von Gewalt und Düsternis beherrscht wird. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber ich tue mich schwer, wirklich das zu finden, was ich suche. Es ist nämlich so. Abends setze ich mich aufs Sofa, müde, nach einem langen Tag und dann würde ich gerne was Nettes zum abschalten anschauen. So was wie „Sing“. Das macht gute Laune, man muss nicht allzuviel dabei denken, und am Schluss ist niemand tot. In meiner Watchlist sind aber fast nur Filme und Serien, in denen sehr viel gemordet wird. Krimis, Thriller, Psycho-Scheiße. Und das habe ich satt. Wenn du mir jetzt also ein paar Empfehlungen hättest, wäre ich dir sehr dankbar. Zuviel Kitsch ertrage ich nicht. Ich mochte „Fuller House“, was schon sehr grenzwertig ist in Sachen übertriebener, unrealistischer Kitsch. Ich mochte „Anne with an E“ sehr.

Gilmore Girls, Friends, und Sachen wie Mad Men.

Gibt Netflix in der Richtung noch mehr her? Ich schaue meine Empfehlungen an, stöbere in den Neuerscheinungen. Und meine Mord & Totschlag Liste wächst und wächst. „Call the Midwife – Ruf des Lebens“ war großartig, genau in der Mitte. Nicht zu viel Kitsch, nicht zu viel Tragik.
Und jetzt du. Hm?

Musik

  • Starry starry night – Lianne La Havas

Apps, immer noch:

  • Rayman Adventures

Getan

  • Theater: Jahre später, gleiche Zeit
  • ChocolArt Tübingen

#BulletJournalMonthlyLog

Monatsrückblick November 2018

Tops und Flops im November

[Achtung, ganz viel unbezahlte Werbung. Hui.]

© cmh_gedoodel

Jeden Monat möchte ich ein „Tops und Flops“ schreiben, und immer kommt mir was dazwischen. Heute klappt es endlich mal. Das bedeutet aber noch nicht, dass ich hier jetzt eine schöne Regelmäßigkeit rein kriege. 

Aber der Reihe nach.

Ich nutze diverse Kanäle: Twitter, Instagram, Pinterest. Twitter nervt mich zunehmend. Immer wenn ich in meine Filterblase hinein schaue, habe ich den Eindruck permanenter Empörung. Viele Themen nehme ich nur dort wahr, in meinem Alltag findet dieser #Aufschrei nicht statt. Es sei jetzt dahin gestellt, ob das gut oder schlecht ist. Grundsätzlich habe ich auch meine Themen, die mir wichtig sind, für oder gegen die ich mich einsetze. Was ich nicht mag ist der Vorwurf, wenn man sich nicht aufregt, ist einem automatisch alles egal. Ich glaube, dass zwischen Gleichgültigkeit und Kampfgebrüll sehr viel Raum ist. Ich möchte mich lieber dort aufhalten, Lösungen suchen, diskutieren (anständig!) und handeln (wo es eben geht). Nehmen wir als Beispiel den Black Friday. Ohne Twitter hätte ich nicht mal mitgekriegt, dass der statt findet. (Weil es mir tatsächlich egal ist). Bei Twitter fand wieder ein Geschrei statt, das in keinem Verhältnis steht. Konsum-Huren vs. Weltverbesserer. Leute, die 1000 Euro für Unsinn ausgeben gegen Leute, die ausgerechnet an dem Tag kein Geld ausgeben. (An allen anderen natürlich schon, da ist es auch nicht verwerflich. Scheiß Doppelmoral.) 

Ich sehe das so: Wer sich fair gehandelte Klamotten für teuer Geld leisten kann und es auch tut: Schön für dich. 

Und wer seine Wäsche vier Monate zur Schwiegermutter bringt, weil die Waschmaschine kaputt ist, und abwarten muss, bis eine solche Aktion genug Rabatt anbietet um eine neue zu kaufen, und dann noch ein paar Weihnachtsgeschenke für die Kinder raus springen: Nicht so schön für dich. 

Ich persönlich verstehe Menschen nicht, die vor dem Apple Store übernachten für ein Handy. Muss ich auch nicht. Und wenn Freunde von mir Lebensmittel bei der Tafel kaufen (aus Gründen), dann tut es mir nicht weh, Milch und Eier und Obst zu kaufen und dann zu sagen: „Hör mal, ich habe die Sachen gekauft, kann sie aber nicht schnell genug aufbrauchen. Die werden mir schlecht – nimmst du die bitte?“ 

Und was andere, fremde Leute im Internet machen, ist mir dann tatsächlich egal. 

Aus dem Grund, weil ich nicht dauernd empört sein will, habe ich mir Instagram zugelegt. (Harborlight82) Ein bisschen Bildchen herzen, das ist nicht anstrengend, und trotzdem Internet-Kram mit Menschen. Ich teste das jetzt. Ich habe auch Pinterest, allerdings bin ich dafür zu doof. Ich verstehe es nicht. Ist das in Sachen Urheberecht nicht der Super-Gau?

Ein Beispiel. Ich habe neulich Melissa Dinwiddie entdeckt. Die doodelt. Das bedeutet, sie malt einfach drauf los, das ist hübsch und entspannend, sieht auch noch nett aus, spricht mich sehr an, und hat eben nicht den Anspruch die hohe Kunst zu sein. Ich habe also ein Notizbuch genommen und in meiner Mittagspause fröhlich nachgedoodelt. Wenn ich dir das jetzt zeigen wollen würde, und ein Flip-Through-Video mache, dann verletze ich doch ihr Urheberrecht, oder etwa nicht? Ich habe ihre Vorlagen benutzt. Und bei Pinterest läuft das aber so ab. Leute stellen ihre Bilder ein (Clarissa Hagenmeyer, zum Beispiel. Sehr toll, das alles) andere malen das nach, stellen es ebenfalls rein – und das ist ok? Die Frage ist ernst gemeint. Kann ich meine Bildchen hier teilen? Ohne Schwierigkeiten zu kriegen?  

Jedenfalls. Hier habe ich mich in letzter Zeit rumgetrieben und inspirieren lassen:

Gesehen

Bei Arte gibt es gerade jede Menge Beiträge zum Thema Menschenrechte. Da habe ich in der Mediathek nun vier Dokumentationen gesehen. 

  • London Underground und Scotland Yard Dokumentation
  • Bodyguard (Netflix)
  • The Good Doctor (Die Serie nervt mich. Ist das tatsächlich ein Symptom von Autismus, dass die Stimme am Ende immer nach oben geht? Alles, was Shaun sagt  klingt übertrieben fröhlich. „Du stirbst!“)

  • Avengers Infinity War (Boah. Wo soll ich nur anfangen?)
  • Making a Murderer Staffel 2

Die zweite Staffel hat mich mindestens so sehr aufgewühlt wie die erste Staffel. Meine Güte. Was wurde aus „Im Zweifel für den Angeklagten“? Ich weiß nicht, was mit Teresa passiert ist, aber ich glaube nicht, dass Steven Avery sie umgebracht hat. Da sind so viele Ungereimtheiten, so viele Zweifel. Ich habe den Eindruck, da ist Murphys Gesetz am Werk, weil anders kann ich mir nicht erklären, dass so viele Umstände ineinander greifen um diesen Mann und seinen Neffen in den Knast zu bringen. In der zweiten Staffel ging es ja mehr um Brendan. Der arme Junge sitzt im Gefängnis, weil er dumm ist, nicht weil er erwiesenermaßen schuldig ist. Ich finde es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Ich habe sein Geständnis gesehen. Da sitzt, meiner Meinung nach, ein Kind, dass keinen blassen Schimmer hat, worum es eigentlich geht. Und was in der zweiten Staffel vernachlässigt wird, ist der Umstand, dass sein Anwalt ihn noch mehr in die Scheiße geritten hat – später. 

Nachdem die Polizei ihm vorgeplappert hat, was er sagen soll, und Brendan wie bei einer Schulaufgabe versucht hat, die richtigen Antworten zu erraten, wollte sein Anwalt, bei der Verhandlung, dass er Teresas Leid schildert. Er gibt ihm ein Blatt Papier, einen Bleistift und sagt ihm: „Mal eine Frau, die auf einem Bett liegt. Mal sie ans Bett gefesselt.“ Und Brendan tut, was man von ihm verlangt. Weil er einen IQ von 86 hat, weil er kein Selbstbewusstsein, kein Selbstvertrauen hat, weil er nicht versteht, was das bedeutet: Das er sich selbst belastet. Jeder andere Anwalt hätte ihm gesagt: „Brendan, halt den Mund. Du musst nichts sagen, was dich belastet.“ Mit einem guten Anwalt wäre das so nie und nimmer gelaufen.

Und alle Anwälte der Anklage stürzt sich auf diese Schilderung. Die arme Teresa, die arme Familie. Das nenne ich emotionale Erpressung. Die Frau wurde also vergewaltigt. Mit einem Messer in den Bauch gestochen, dann in den Hals, dann noch erschossen. Ah ja.

Ich verstehe so viel: Im Auto war ihr Blut. An der Feuerstelle wurden menschliche Knochen gefunden. Keiner sagt: Es sind Teresas Knochen. Es sind menschliche Knochen. Im Schlafzimmer von Steven war kein Blut, kein Haar, keine Kampfspuren. Diese zwei Männer sollen also eine Frau so brutal umgebracht, aber mit ihrem minderen Verstand alle Beweise so gut beseitig haben, dass niemand, trotz wiederholter Durchsuchungen ein Fitzelchen von der Frau findet (und dieser Wohnwagen von Steven sieht aus wie Sau – so, als ob da ein lediger Mann wohnt, der in seinem Leben noch nie den Boden gewischt oder das Bad geputzt hat!) Und dann gehen sie hinter das Haus um mit zwei Autoreifen und ein paar Holzbrettern einen menschlichen Körper bis zur Unkenntlichkeit zu verbrennen?

Ich weiß soviel: Wenn in Indien ein Angehöriger stirbt, dann kauft die Familie 250 Kilo Holz für die Verbrennung. Das dauert. Und selbst da bleibt mehr übrig als ein Stück vom Hüftknochen. Also. Ich glaube diese Geschichte nicht.  

Ich frage mich auch die ganze Zeit: Was, wenn Teresa keinen Bock mehr auf ihr Leben hatte? Ein bisschen Blut ins Auto, das gute Stück abgestellt und ab in ein neues Leben!? Soll es ja geben. Auch das glaube ich nicht. Es steht aber auch nicht zur Debatte. Ich bin überzeugt, die Frau ist tot. Vielleicht ein Unfall; angefahren und dann vertuscht. Und Steven Avery ist der Sündenbock. Vielleicht ist wirklich jemand gekommen, hat sie vergewaltigt, ermordet, irgendwo verscharrt. 

Aber, da es keine Leiche gibt, gibt es auch keinen einzigen Beweis dafür, dass Steven und Brendan sie vergewaltigt haben, erstochen und erschossen. Es ist nicht mal klar, ob sie vollständig verbrannt wurde, weil nicht klar ist, ob die gefundenen Knochen ihre sind. 

Und jeder Anwalt, bei jeder Anhörung so: „Brendan hat gesagt, sie hätte geschrien. Sie hat gelitten. Er hat ein Bild gemalt, auf dem eine Frau an ein Bett gefesselt ist.“ 

Und das reicht. Das reicht für Lebenslang. Meine Fresse. Ausser dieser Aussage, genötigt von Polizei und vom Anwalt, gibt es keinen Beweis, dass Brendan jemals Teresa begegnet ist. 

Und dann habe ich noch kein Wort zu Ken Kratz gesagt. Man mag mir jetzt vorwerfen: „Caro, du magst den Kerl nicht.“ Stimmt. Er hat die Stimme eines Bübchens, dass die Pubertät noch nicht ganz durchgemacht hat. Ich kann den Kerl nicht ausstehen. Er ist mir unsympathisch. Er hat meiner Meinung nach einen persönlichen Feldzug gegen Steven Avery geführt und ist mit allem durchgekommen. Er hat öffentlich für Stevens Verurteilung gesorgt, lange bevor sich irgendein Gericht mit dem Fall befassen konnte. Das ist moralisch und ethisch eine riesen Sauerei. 

Ziehen wir mal kurz die Möglichkeit in Betracht, wie Wahrscheinlich es ist, zwei Mal im Knast zu landen, für etwas, dass man nicht begangen hat. Die Familie müsste ja katastrophenerprobt sein. Mir tun alle Beteiligten leid. ich würde gerne wissen, was wirklich passiert ist. Aber selbst, wenn die Wahrheit noch ans Licht kommt, bedeutet das nicht, dass Steven und Brendan noch mal frei kommen. Und ich bin nicht überzeugt, dass diese beiden einen Mord begangen haben. Mich wundert und ärgert, dass so viele Richter, im Laufe der Zeit zu dem Urteil kommen: Doch, doch.  

Im Zweifel für den Angeklagten für den Arsch.

  • Der große Trip

Warum müssen sich Menschen , die sich selbst suchen und dann finden, so sehr quälen? Nachdenken, das geht auch zuhause. Gut, da wär die Aussicht nicht so schön.

 

  • Kino: Grindelwalds Verbrechen

Als erstes: Seit dem dritten Harry Potter Band/Film, ist das keine Kindergeschichte mehr. Warum gehen Menschen mit Kindern unter 10 Jahren in diesen Film? 

Die ganze Sache ist sehr voll, sehr komplex, fast überladen. Ich sehe die Bezüge, die Verbindungen in alle Richtungen, ich freue mich auch darüber, schließlich bin ich im Harry Potter Universum zuhause. I´m a Gryffindor, you know? Schön wäre gewesen, das ganze etwas besser zu durchdenken – ich habe auch die Logikfehler gesehen. Auch wenn ich da viel verzeihen kann. Objektiv bin ich da schon lange nicht mehr. Ich mag Newt. Ich mag den jungen Dumbledore. Ich mag Grindelwald als Bösewicht. Ich werde mir den Film noch mal anschauen, in Ruhe. Ohne atemlos durch die Gegend zu rennen, kopflos, um ja nichts zu verpassen.  

  • Bildschöne Welt (Staffel 1 & 2)
  • Christmas Chronicles (Brauchst du nicht gucken. Hab ich schon für dich getan. Das beste am Film ist der Trailer. )
  • Nappily ever after
  • Die Frau des Zeitreisenden
  • Geniale Innenarchitektur 

Gelesen

  • Die Malerin (Ich hätte das Buch nicht lesen sollen. Ich mag Kandinskys Kunst. Als Mensch war er nicht herausragend, und nicht schön anzusehen. Wirklich nicht.)
  • Der Clan der Wölfe (Es ist unheimlich süß; der Lieblingsneffe empfiehlt inzwischen mir Bücher, statt ich ihm. Das ist sehr toll.)
  • BvjA-Anthologie: 30 

Veranstaltungen

  • Vortrag zum Thema Gelassenheit + Buch „Nimm´s leicht“ von Andreas Rieck

Da sind wir schon wieder beim Thema. Es kostet wahnsinnig viel Energie, wenn man sich dauernd über alles aufregt. Die hier vorgestellte Methode spricht mich sehr an, ich habe das Buch gekauft. Mal sehen, ob ich es umgesetzt bringe. Der Vortrag war jedenfalls sehr inspirierend. 

  • Lesung „Das Nachtfräuleinspiel“ 
  • Kenner trinken Württemberger

Musik:

  • Simon & Garfunkel: Greatest Hits (Ich armer Mensch habe bisher keine Greatest Hits CD besessen, das habe ich nun geändert!)
  • Immer noch Meat Loaf: Paradies by the dashboard Light in der Dauerschleife
  • Mumford and sons: Delta (Immer noch meine Lieblingsband, und ich glaube die einzige, von der ich alle Alben besitze.)
  • Hayden – Die Schöpfung (Gänsehaut. Singt dem Herrn alle Stimmen)

Apps

  • 7 Mind
  • Rayman Adventures
  • Love Book App