BAO – Absent Studio

Letztes Jahr habe ich die Serie „Home before dark“ auf Apple TV+ gebingt. Ich will jetzt nicht damit angeben, dass ich neben Netflix und Prime auch noch Apple TV+ habe, als wäre ich Krösus. Darum soll es nicht gehen. Wir haben Pandemie, was soll ich denn sonst tun? Auch noch stricken lernen? Dann ist die Verwandlung in meine Oma komplett. Also nein, einfach nein. Jedenfalls.

Die Serie kann ich herzlich empfehlen. Hilde, die 9-jährige Protagonistin versucht einen mysteriösen Mordfall aufzuklären. Das ist spannend, das kann man gut gucken. Viel wichtiger aber ist ihr Notizbuch. Hilde hat das tollste Notizbuch, dass ich je gesehen habe. Sie ermittelt damit und ich war zehn Folgen lang glühend neidisch auf dieses supi-dupi-Umhänge-Teil mit Reißverschluß und allem. Mussichauchhaben!

Ich habe das Internet befragt und keine Antwort bekommen, ich habe gesucht, geseufzt und schon fast aufgegeben. Es ist Pandemie, aber auch ohne diesen Umstand pflege ich eine ungute/ungesunde Marotte. Ich liege oft schlaflos im Bett und glotze aufs Handy. Ob ich nun schlecht schlafe, weil ich dauernd die Funkpeitsche in den Händen habe, oder ob ich da debil drauf glotze, weil ich schlecht schlafe – genaues weiß man nicht. Jedenfalls.

Bei Instagram entdeckte ich die BAO-Tasche von Absent Studio. Das kommt dem Notizbuch von Hilde noch am nächsten. Es ist nicht genau das, was ich gesucht habe, aber immerhin so sehr fast, dass ich das gute Stück käuflich erworben habe. Ich war nicht im Urlaub, auf keiner Veranstaltung, mein Wochenhighlight ist ein Spaziergang am Samstagmittag. Eine gute Freundin und ich, wir treffen uns unter freiem Himmel, tappen durch die Gegend und knurren uns nur noch an: „Geil, wir gehen schon wieder spazieren!“ Und auf die Frage „Links rum oder rechts rum“ mault die jeweils andere bloß noch „IST DOCH SCHEIßEGAL!“

Nach dem siebenhundertdreiundzanzigsten Mal kennt man jeden Stein, jeden Baum, jeden Hund in der Gegend – man kann das statt kriegen; fremde Hunde streicheln. Selbst die Köter knurren: „Nicht du schon wieder!“.

Was bleibt da also: Die große weite Welt im Internetz. Ich gucke mir Leute und Krempel an, bestelle Sachen. Plötzlich ist es mein sehnlichster Wunsch ein T-Shirt mit Raglanärmeln in gelb zu besitzen. Und das nicht nur deshalb, weil das Päckle dann zu groß für meinen Briefkasten ist und der Postmensch klingeln muss. „Hallo Hallo! Wie geht es dir, erzähl mir von deinen Hobbys, welcher ist dein drittliebster Dinosaurier, welche Blutgruppe hast du, erzähl einen Schwank aus deiner Jugend, ich will alles wissen – renn doch nicht schon wieder weg.“  Menno.

Nun habe ich also eine Notizbuchtasche und hocke hier wie ein fieser kleiner Kobold auf einem Goldtopf. Ich mache „Muhahahah“ und „Hehehehe.“ Die Haare sind wild, ich sehe verlottert aus und ein bisschen irre. Ich kann ja nirgends hin, mit dem Teil, aber jetzt ist es da und ich freue mich. Ich stelle mir vor, wenn ich dann endlich wieder raus darf, in die echte Welt, wie ich irgendwo sitze, in der Sonne, und Tee trinke, Kuchen esse, mit Leuten rede und Notizen in mein Täschle schreibe. Bis dahin sortiere ich Krempel. Welches Papier ist das Richtige? Welcher Stift schreibt am Schönsten? Was muss ich unbedingt dabeihaben, wenn ich unterwegs bin? Das sind total wichtige Entscheidungen, das muss gut überlegt sein. Besser ich kaufe auch noch Trennlätter und neue Textmarker, vielleicht ist ja irgendwann wieder was wichtig. Das Glück trifft den, der vorbereitet ist.

Hallo Glück, ich bin hier.

Caro mit Corona-Friese und BAO Tasche.

Lese-Monat Oktober 2020

Lese-Monat Oktober 2020
Mein Lese-Monat Oktober 2020

  • Diana Hillebrand – Heute schon geschrieben? Band 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Blutige Nachrichten (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Nina George – Die Schönheit der Nacht ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Konzepte -Zeitschrift für Literatur 39/2020 (Link: Konzepte)
  • Qwertz 3/2020 (Link: BvjA)
  • Die Feder Nr. 123 (Link: VS)
  • Bill Watterson – There´s Treasure Everywhere (Calvin and Hobbs #10) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Gerard Way & Gabriel Ba – The Umbrella Academy Band 2 / Dallas ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Steffen Gumpert – Der bleiche Hannes (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Neil Gaiman – Traumjäger ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Link: Rezension)

Lese-Challenge 2020 / GoodReads / Lovelybooks

Fazit:

Nina George hat mich mal wieder am Schlafittchen gepackt. Zuerst kam ich nur mühevoll in die Geschichte rein, ich fand einige Beschreibungen zu blumig. Das liegt aber nicht an der Autorin, sondern an meiner Stimmung. Jeder Roman, vor allem Liebesromane brauchen ja ein gewisses Maß an Kitsch und Schmalz. Ich halte das aber nicht immer gleich gut aus. Als ich mich auf die Geschichte endlich einlassen konnte, also in Stimmung dafür war, habe ich wieder das halbe Buch mit Bleistift unterstrichen. Ja, ich mache solche Dinge: Anmerkungen, ins Buch, aber auch eigene Notizen, wenn mir Passagen gut gefallen, mit Unterstreichungen und allem drum und dran. Ich mag Claire und Julie, und ich mag was Nina George mit mir als Leserin macht. Ertappt, denke ich dann oft. Sie schaut mich an, findet Worte, wo ich keine habe, nur ein Gefühl. Und das ist toll. Das macht Lesen für mich aus. Sich selbst entdecken, ein bisschen besser verstehen, Sprache finden, wo vorher nur Unbestimmtheit war. Großartig.

Wenn ich „Calvin und Hobbes“ irgendwo sehe, dann denke ich an die Peanuts und frage mich jedes Mal, ob das vom Autor so gewollt ist. Nun bekam ich zum ersten Mal einen Band in die Hände. Meine Neugier war noch nie so groß, als das ich mir einen Comic selber gekauft hätte. Keine Ahnung woher diese Vorbehalte kommen, es ist auch egal. Jetzt brauche ich die Gesamtausgabe, ganz klar. Ich liebe Gesamtausgaben, ganz grundsätzlich. Mein innerer Monk feiert dann hart. 😉 Zurück zu Calvin und Hobbes. Ich bin vollumfänglich in der Zielgruppe und zähle mich ab jetzt zu den Fans. Ich liebe den Einfallsreichtum von Calvin (bzw. von Bill Watterson). Allein die Variationen der Schneemänner – ich habe herzlich gelacht. Wegen mir müsste es nicht so brutal zugehen, Calvin kriegt ja entweder von Mo auf die Mütze, Hobbs springt ihn an, oder Sofie (die mich an Lucy erinnert) watscht ihm einen Schneeball ins Gesicht. Er ist faul, aber klug, ängstlich und mutig, er hat einen tollen Sinn für Humor. Mehr davon, bitte.

„Blutige Nachrichten“ besteht aus vier Kurzgeschichten. Das habe ich aber erst beim Hören kapiert. Bei Stephen King, gelesen von David Nathan, mache ich mir nicht die Mühe, den Klappentext zu lesen. Das ist eine Kombi, die für mich immer funktioniert, da muss ich nicht erst nachschauen, ob mich das alles interessiert. Tragisch ist, dass es die Der-dunkle-Turm-Reihe NICHT von David Nathan gelesen gibt. Sonst hätte ich dieses Abenteuer schon LÄNGST erneut angetreten. Das wabert mir schon lange im Hinterkopf herum, diese großartige Reihe nochmal zu lesen oder zu hören. Ich werde mir das Hörbuch wohl zähneknirschend kaufen, auch ohne meinen Lieblingssprecher. Oder soll ich die Graphic Novel kaufen, hm??

Jedenfalls. Holly Gibney. Sie bekam in „Blutige Nachrichten“ eine eigene Kurzgeschichte. Stephen King hat in mehreren Interviews gesagt, dass sie sein Lieblingscharakter sei, und da bin ich ganz bei ihm. Die anderen drei Geschichten waren auch gut, aber eben nicht Holly-gut. Und bei der Gelegenheit habe ich bemerkt, dass ich ein Buch mit ihr verpasst/übersehen habe. „The Outsider“. Ich war in der Bücherei, gleich nachdem ich mit diesem Hörbuch durch war. Gab es – gelesen von David Nathan. 19 Stunden gruseln und mitfiebern. Ach, so ein neuer Lockdown, der kann mir gar nichts. Ich bin versorgt.

Ich hoffe, es geht dir gut.

~Caro

Lese-Monat August 2020

  • Kathryn Lasky – Clan der Wölfe Band 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Dale Carnegie – Sorge dich nicht, lebe! ⭐️⭐️⭐️
  • Rachel Joyce- Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Basiswissen Aquarellmalerei ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Paula Henderson, Adam Vornehmen – Die Welt der Baumhäuser ⭐️⭐️⭐️⭐️

Fazit:

Dale Carnegie und ich werden keine Freunde mehr. Leider. Im Prinzip ist das alles richtig, was er sagt/schreibt. Aber meiner Meinung nach ist es nicht mehr zeitgemäß. Die Bücher sind auch schon ein paar Tage alt, da darf das sein und ist nicht schlimm. Aber eine Anleitung, wie ich mich in einen Burnout hinein arbeite, brauche ich nicht wirklich. Zwischendurch, als es um das Thema Müdigkeit ging, habe ich kurz aufgehorcht. Da waren ein paar Tipps dabei, die ich hilfreich finde. Aber mehr habe ich dann nicht aus dem Buch heraus genommen und würde es nur bedingt weiter empfehlen.

Mit dem „Clan der Wölfe“ bin ich bei Band 4 angelangt. Das ist solide Arbeit, das kann man gut lesen. Ich bin jetzt nicht über die Maßen begeistert, in Band 4 störte mich die Selbstmord-Thematik, die ich für Kinder nicht so geeignet finde. Aber grundsätzlich mag ich die Charaktere, allen voran Faolan und seine Freunde. Sie sind Aussenseiter, eigentlich. Gleichzeitig nicht, weil sie ja die Fugen ihrer Welt zusammen halten. Er lebt in zwei Welten; die der Wölfe und der Bären und die Bereicherung, die sich für ihn daraus ergibt, schimmert durch alle Bücher bzw. seine Abenteuer. Wer also Kinder in dem Alter hat (Leseempfehlung ab 10 Jahre), kann ihnen gut diese Reihe ans Herz legen. Die ersten drei Bände haben mir sehr gut gefallen, das war spannend und schön zu lesen. Ich hab noch zwei Bücher vor mir und bin sehr auf das Ende gespannt. In allen Büchern baut die Autorin etwas Mystisches um Faolan auf – wer oder was ist Faolan in dieser und jener Welt!? Ich hab eine Theorie. Und ich will wissen ob ich Recht habe. Ich bleibe dran. 🙂

Wer mir bei Instagram folgt, weiß, dass ich mich mit verschiedenen Mal-Stilen beschäftige. Doodeln, im Sinne von kritzeln, täglich ein bisschen, aber auch richtig Zeichnen lernen und aquarellieren. Ich habe einen Stapel Bücher zu diesen Themen zuhause, lese hier hinein, probiere da eine Übung, versuche das umzusetzen, was mir angeraten wird. Das „Basiswissen Aquarellmalerei“ habe ich inzwischen ganz ausgelesen und finde es ist das beste Buch mit dem ich gerade arbeite. Wie gesagt, es sind aktuell vier oder fünf gleichzeitig, ich habe also Auswahl- und Vergleichsmöglichkeiten. Es werden verschiedene Techniken erklärt, die man immer wieder am gleichen Motiv ausprobieren kann. Ich finde es sehr hilfreich, dass hier Empfehlungen ausgesprochen werden, welches Papier zur Übung passt, welcher Bleistift und welche Farben verwendet werden sollen. Bis jetzt fehlt mir in all meinen Büchern eine Übersicht, welcher Bleistift für was geeignet ist. Ich mache, nur als Beispiel, die Übungen in meinem Naturbuch „Die Kunst des Zeichnens“ und nirgends gibt es eine Empfehlung oder Erklärung, welcher Bleistift (hart, weich, mittel) für welche Übung gedacht ist, obwohl es eine Bleistiftbox zu den Büchern dazu gibt. Mir würde das sehr helfen. Ich probiere also Sachen aus und stelle dann fest: Nee, so geht es nicht, damit erziehle ich nicht den Effekt wie in der Vorlage zu sehen ist. Vielleicht ist das aber auch zu viel verlangt von einem Buch und ich müsste mal einen Kurs machen. Allerdings richtet es sich ja an Anfänger wie mich. Zudem werden Übungen auf gegenüberliegenden Seiten gestellt. Sobald man das Buch zuklappt, verschmieren beide Bilder und hinterlassen Abdrücke auf der jeweils anderen Seite. Ich habe mir daraufhin ein Fixativ-Spray gekauft und das Problem damit gelöst. Diesen Tipp bekam ich im Bastelladen. Im Buch stand davon nichts. Dieser Tipp gehört, m. E. ins Buch und zwar ganz an den Anfang. Just my two cents.

Jedenfalls.

Mir ist noch etwas anders aufgefallen, was nichts mit den Büchern zu tun hat, was mich aber dennoch beschäftigt. Seit ich meine Übungsbilder herzeige (#ausmeinemNotizbuch) werde ich regelmäßig gefragt, ob ich dann irgendwann meine eigenen Bücher illustriere. Ob ich meine Bilder verkaufe. Ich wurde sogar gefragt, ob ich einen anderen Job anstrebe. Ich staune über diese Fragen und bin ein paar Mal sprachlos dagestanden. Ich kritzele Blümchen und putzige Tierchen in ein Notizbuch. Das ist alles.

Ich weiß gar nicht, warum alles, was man im Leben tut diesen Leistungsanspruch haben muss. Also im Sinne von nützlich und profitabel. Ich mache das um abzuschalten. Es macht mir Spaß, ich kriege den Kopf frei, der Hashtag dazu lautet wohl #Resilienz. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe regelmäßig Tage, da möchte ich laut „Scheiße“ brüllen und mich wie ein Kleinkind auf den Boden schmeißen vor Wut und Frust und Streß. Ich bin aber kein Kind mehr und ich darf niemandem eine Kaffee-Tasse an den Kopf werfen, also patsche ich Farben auf Papier, schaue zu wie sie trockenen und freue mich, wenn ich anschließend wieder ruhiger bin, weniger gestresst. Also kein Leistungsanspruch, kein Profit. Ich weiß was mir hilft, und das mache ich dann. Klingt komisch, ist aber so. Die kurze Antwort auf diese Fragen lautet also Nein, nein und nein. Die lange Antwort würde ein paar Fragen beinhalten. Und den erstaunten Ausruf: Chill mal. 😉

Off Topic

Im August, im Urlaub habe ich noch eine kleine Beobachtung gemacht, von der ich dir erzählen will. Ich saß in einem Restaurant, es war Abend, die Sonne war schon untergegangen und meine Begleitung und ich wollten noch einen Absacker trinken. Am Nebentisch saß ein Ehepaar, dass mir allein deshalb auffiel, weil sie sich so angeregt unterhielten. Das Gegensatz-Programm, dass ich deutlich öfter sehe, sind Menschen, die sich gegenübersitzen, schweigend und an ihrem Glas herum drillen oder sich suchend im Raum umsehen, ob den irgendwo anders etwas passiert. Mir ist das auch schon so ergangen. Da ist man tagelang im Urlaub miteinander und irgendwann weiß man einfach nichts mehr zu erzählen. Diese beiden, je ein Glas Wein in der Hand, saßen nebeneinander, sich zugewandt und hatten sich viel zu sagen. Ihnen gegenüber saßen zwei Buben, vielleicht zehn und zwölf Jahre alt. Lesende Jungs sehe ich nun wirklich selten. Die Beiden hatte je einen dicken Wälzer in der Hand, soweit ich das sehen konnte ein Fantasy-Werk. Zumindest wirkte das Cover auf mich – auf die Entferndung – sehr nach Drachen und Abenteuer. Ich hab mich nicht getraut zu fragen, was sie denn lesen. Aber ich habe mich an dem Bild erfreut, dass sie zusammen abgaben. Das es sowas gibt. Toll.

~Caro

Heute schon geschrieben #5

Heute schon geschrieben? Band 5

Dialoge schreiben

Ich habe vor einigen Jahren die Weltbild-Reihe „Heute schon geschrieben?“ abonniert und sehr gerne mit den Büchern gearbeitet. Kann man auch in meinem Blog nachlesen. Leider war nach dem vierten Band Schluß mit der Printausgabe. Aktuell versuche ich wieder ins Schreiben hinein zu finden. (Neues Manuskript, get shorties Lesebühne) Corona hat mich, was das angeht völlig verstummen lassen. (Aus Gründen.) Solche Phasen habe ich hin und wieder mal. Wenn ein Buch fertig geschrieben und veröffentlicht ist, habe ich diese Schwierigkeiten schon mal, und dann nehme ich einen Schreibratgeber samt Übungen her und schreibe mich wieder frei. Mit neuen Aufgaben zu neuen Herausforderungen, das klappt (fast) jedes Mal. Hier liegen noch vier oder fünf Schreibratgeber herum, aber ich erinnerte mich plötzlich an die Reihe von damals. 10 Bände hat die. Und ich besitze nur vier. Richtige Buchliebhaber verstehen mich: Ich habe die Reihe noch nicht voll. Wie sieht das denn bitte aus, im Regal? 

Nun habe ich die anderen Bände als eBooks entdeckt und beschlossen: Ich mache damit weiter. 

Jedenfalls. Heute lautet die Antwort „Ja.“

Übersicht:

Moleskine Smart Writing Set

Ich arbeite kontinuierlich an der literarischen Weltherrschaft und dazu braucht man das nötige Handwerkszeug. Ich träume schon seit Jahren von einem Notizbuch, dass ich handschriftlich führen kann, und das trotzdem digital existiert. Mein Hirn, also die Krativfabrik, funktioniert besser mit der Hand am Arm, von meinem Gedächtnis kann ich das leider nicht sagen. Dauernd suche ich nach Entwürfen und Ideen. Jetzt habe ich das Moleskine Writing Set entdeckt und gekauft.


Die erste Seite in meinem neuen Notizbuch. Nachem ich den Abend damit verschwendet habe, den Stift zu registrieren, läuft es jetzt. Was ich schreibe landet in der App. Ohne Fehler oder Auslassungen. Und selbst das transkribieren funktioniert. Ein paar kleine Fehlerchen sind drin, das liegt wohl an meiner Handschrift. Nun kann ich das gute Stück füllen; Sätze & Schätze. Entwürfe, Ideen, Miniaturen. 

Mein Fazit 

Das ganze Ding ist nicht perfekt, aber es erfüllt zu 90% was ich wollte.
Nämlich; ein Notizbuch, dass ich Handschriftlich führen kann. Alles, was ich mit dem Pen ins Notizbuch schreibe ist sofort digital da. Selbst das Transkribieren klappt. Nicht fehlerfrei, aber das ist meiner Handschrift geschuldet. Das Ergebnis ist okay. Striche und Symbole erkennt die App nicht. Wer wie ich, die Bullet Journal Methode verwendet, muss hier also Abstriche machen. Zumindest beim Transkribieren von Listen. Normaler Text funktioniert gut.

Ich habe versucht, im Notizbuch mit einem Lineal zu zeichnen, auch das wird in der digitalen Notizbuch-Version ordentlich dargestellt. Der Sensor im Stift erkennt das. 

Der Akku vom Stift hält ca. 4 Stunden. Das ist jetzt nicht so wahnsinnig viel, für ne Konferenz reicht es, bei einem Tages-Seminar wird es schon schwierig und erfordert zwischendurch eine Möglichkeit den Stift aufzuladen. 

Was ich blöd finde; der Stift hat hinten nicht diese Gummi-Spitze eines Eingabestifts. Ich habe diverse Kugelschreiber, die hinten diesen Noppen haben, mit dem ich auf dem Smartphone herum tippen und malen kann. Die App ermöglicht es mir, Strichstärke und Farbe zu wechseln, daher hätte ich es sinnvoll gefunden, mit dem Pen+ Notizbuch und App zu nutzen. So muss ich noch einen Eingabestift dabeihaben, weil ich Wurstfinger habe, und mich das nervt. Wem der eigene Finger ausreicht, hat hier auch kein Problem. 

Es wäre hübsch gewesen, wenn irgendwo gestanden hätte, dass es verschiedene Apps für das Writing Set gibt. Die Moleskine-App habe ich nicht zum Laufen gebracht, die hat den Stift nicht erkannt und ohne App ist das ganze Set nur ein teures Notizbuch mit Kuli. Ich nutze jetzt Neo Notes. 

Innerhalb der App gibt es verschiedene Möglichkeiten zu speichern (Bsp. Evernote / OneNote / Google) – mit Evernote komme ich nicht zurecht, daher bin ich froh, Alternativen geboten zu bekommen. Ich kann meine Notizen in verschiedenen Formaten speichern, bearbeiten, teilen, transkribieren. 

Ich habe mehrere Rezensionen gelesen, in denen die Nutzer sich darüber beschwert haben, der Stift würde die Schrift nicht erkennen, man müsse fest drauf drücken und/oder Geschriebenes würde nicht in der App auftauchen bzw. nur unvollständig. Ich habe keines dieser Probleme.

Läuft alles.  4 von 5 ⭐⭐⭐⭐

PS: Angeblich kann man mit dem Stift bzw. der App Sprach-Aufnahmen machen. Da ich diese Funktion a) selten brauche und b) es nicht ausprobiert habe, weil ich das mit einer anderen App (Sprachmemos) mache, kann ich hierzu nichts sagen. Vielleicht probiere ich das bei Gelegenheit noch aus. 

Hier ist noch eine Beispiel-Seite aus meinem Notizbuch. So sieht das dann aus.

Wenn du Fragen zu dem Writing Set hast, und ich noch irgendwas testen soll, dann melde dich einfach. Ich kann das Writing Set jedenfalls gut weiter empfehlen. Ich will die Haptik eines Notizbuches, ohne dauernd alles händisch digitalisieren zu müssen. Und das ist mit diesem Set erfüllt. Ich werde aber auch noch ein Langzeit-Fazit schreiben, wenn ich mal eine Weile damit gearbeitet habe.

~Caro

Farbenspiel

© cmh – Farbenspiel

Ich stehe mit meinen Holzstiften auf Kriegsfuß und bin kurz davor den Marie-Kondo-Abgang damit zu zelebrieren. Es macht keine Freude und was keine Freude macht, kann weg. 

Seit dieser Woche habe ich ein neues Sketchbook mit vernünftigem Papier und den Willen; jetzt wird geübt. Üben bedeutet lernen und lernen bedeutet Fehler machen. Mein Sketchbook ist also mein sicherer Hafen, hier darf ich Fehler machen. 

Aber zurück zu den Holzstiften. Heute habe ich spontan eine neue Box gekauft, und da musste ich erst mal überprüfen, was eigentlich der Unterschied zwischen neu und alt ist. 

To make a long story short. Die alten Stifte bleiben. Ich mag meine umfangreiche Auswahl. 

Skizzenbuch von 1998

#ThrowbackThursday

Mir ist beim aufräumen mein altes Skizzenbuch in die Hände gefallen.  Alt bedeutet, mein allererstes, damals war ich in der 9ten Klasse. 1998! In Worten. Neuzehnhundertachtundneunzig. Hui. 

Damals war ich ein Fan von THE ROCK und habe Freitagabend RAW gesehen und eben Bildchen in mein Heft gemalt. Heute würde man Sketchbook sagen und ein fancy Notizbuch mit dickem Papier meinen. Ich hatte ein Schulheft, Din A4, blanko. 

Wir hatten ja nichts, damals. 🤪

Dienstags-Doodle: Kuh

Ich habe ein Zeichnen-lernen-Kinderbuch, das ist 30 Jahre alt. Mindestens. Ich habe da eigentlich nie rein geschaut, weil… wozu? Aber seit etwa einem Jahr treibt es mich um: Das Zeichnen lernen. Und deshalb habe ich das gute Stück, dessen Rücken schon ganz kaputt ist, aus dem Regal gezogen. (Wer hatte das Buch vor mir? Die Brüder? Irgendwelche Cousins, Cousinen? Der Umschlag sieht jedenfalls sehr mitgenommen aus und ich bin mir sicher: Ich war das nicht)

Jedenfalls. Es geht darum sehen zu lernen. Also die Grundformen und Proportionen zu erkennen (Kreis, Oval, Eckig, etc) und dann an die Details zu gehen. Ich übe also alle paar Tage… Elefanten, Schweine, Bären und eben auch Kühe. Und so sieht eine 3 Minuten Finger-Übung dann aus.

Muh.

Ryder Carroll – Bullet Journal Methode

Die Bullet Journal Methode

#Rapid logging:

  • Was mache ich wie? 
  • Nein, zuerst die Frage: Warum mache ich das, was ich tue?
  • Analyse des Ist-Zustandes #Reflektion
  • Analyse der Projektplanung. Was mache ich wann. Schritt für Schritt.
  • Hab den Mut, Dinge die dich nicht weiter bringen, durchzustreichen. Sortieren! 
  • Wieder zurück zu der Frage: Wie führe ich ein Bullet Journal?
  • Warum führe ich ein Bullet Journal?
  • Lösungen (Wiederfinden. Ordnung ins Chaos. Collections. Persönliche Anpassung)
  • Warum vorgefertigte Notizbücher (für mich) nicht funktionieren.
  • Ryder Carroll´s Methode ist praktisch. Fast radikal. Alles schmückende Beiwerk ist nutzlos. Spar dir die Zeit. Was hilft hat Recht.
  • Das Thema mit der Handschrift (sie muss nicht schön sein)
  • Ich mache viel intuitiv richtig. Er bestätigt mein Tun. 
  • Reflektieren. Immer wieder. Warum mache ich das? Wie komme ich ans Ziel? Was mache ich wann?

Meine Meinung:

Ich führe seit Jahren ein Notizbuch. Nein, ich führe mehrere Notizbücher gleichzeitig und verbringe viel Zeit damit zu suchen. Wo ist was? Dauernd habe ich das gleiche Problem. Wo gehört welche Info hin, zu welchem Projekt, wann ist das fällig, wo sind die Notizen die ich neulich, unterwegs, gemacht habe? Deshalb habe ich das Buch von Ryder Carroll gekauft. Um darauf eine Antwort zu finden. 

Ich habe nicht damit gerechnet, dass er mich zuerst fragt: Was genau machst du eigentlich? Und warum?

Die Warum-Frage nimmt viel Platz im Buch ein. Ich glaube, dass ich mir zu selten Zeit für diese Frage nehme, schlicht und einfach weil mir die Antwort oft nicht gefällt. Es gibt Dinge, die muss man machen, und es gibt Dinge, die will man tun, aber. 

Aber, ich habe zu wenig Zeit dafür. Aber, die Umstände passen nicht. Ich fange nicht an, aus Angst, aus Faulheit, weil ich meine, später ist auch noch Zeit… all das und noch mehr. 

Ryder Carroll tritt einem erst Mal in den Arsch. Ich schreibe das so derb, weil ich das Buch als radikal empfinde. Ganz oder gar nicht. Keine halben Sachen. Und deshalb mag ich die Methode wohl auch. Ich habe bisher schon intuitiv viel richtig gemacht, meine #Collections personalisiert, herum probiert, das Ding auf meine Bedürfnisse abgestimmt. Vorgefertigte Kalender sind mir zu starr, sie bieten zu wenig Platz, ich fühle mich eingeengt. Mein Chaos im Kopf benötigt mehr Platz. Und da sind wir bei meinem Hauptproblem. Ich verzettele mich, suche dauernd Notizen und Entwürfe, weil ich immer an drei Projekten gleichzeitig arbeite, und Ideen und Einfälle nicht damit warten, dass ich mit Projekt X fertig bin. Sie überfallen mich Nachts, wenn ich nicht schlafen kann und dann müssen sie irgendwo hin. 

Ich habe mich also jetzt intensiv mit dem Warum beschäftigt, mich von ein paar Dingen verabschiedet, die mich nicht weiter bringen. Feierlich. Das muss ja Stilecht sein. Das ist das Schöne an einem Bullet Journal. Hier ist auch Platz für meinen #Ideenfriedhof. 

Und dann setzte ich mich an die Planung meines Jahres. 2019. Ich habe viel vor. Dank Ryder Carroll weiß ich jetzt, wie ich meine Sachen wieder finde. Ich bin schon früher auf die Idee gekommen, meine Notizbücher zu nummerieren. Aber ein Index zu führen war mir bisher zu doof. Ich dachte, das brauche ich nicht. Und in das aktuelle BuJo hinein zu schreiben, in welchem Notizbuch was drin ist – das ist nun keine bahnbrechende Idee, hat mir aber die Augen geöffnet. Ein bisschen Fleißarbeit und das Suchen hat ein Ende.

Nach dem Warum kümmerte ich mich also um das Wie. Ich finde meine Handschrift gräßlich. All meine Notizbücher sind hingeschludert. Ich will nicht sagen, dass ich ein Ärzte-Handschrift-Gekrackel praktiziere, aber es sieht ein bisschen so aus, als würde ich mit der linken Hand schreiben, obwohl ich Rechtshänderin bin. (Das bin ich nicht. Ich habe keine Präferenz, ich kann mit keiner Hand schön schreiben oder eine Schere benutzen.) Selbst dafür gibt es ein Kapitel. Er hat mir im Prinzip die Erlaubnis erteilt eine gräßliche Handschrift zu haben und trotzdem ein BuJo zu führen. Brauch ich eine Erlaubnis? Nein. Hatte ich sie nötig? Ja. 

Ich verziere mein Notizbuch nicht, male nicht stundenlang Deckblätter und Blümle an den Rand. Ich habe es gern schlicht, einfach, praktisch. Eine passende Handschrift dazu wäre hübsch, aber es geht auch ohne. 

Und jetzt? Ich reflektiere, ich bin dankbar, ich plane mein Tun. Das Buch hat mich bestätigt, ein paar Anregungen und Lösungen geliefert und mich dran erinnert, dass ich mir die Warum-Frage regelmässig stellen sollte. 

x – erledigt.  

Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (6. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349963340X
  • ISBN-13: 978-3499633409
  • Autor: Ryder Carroll
  • Übersetzerin: Viola Krauß