Lese-Monat Januar

Lese-Monat Januar
  • Mister Maikel – Sketchnotes ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich habe das Buch gelesen, aber noch nicht alle Übungen des Workshops gemacht. Wenn ich damit durch bin, schreibe ich auch einen Beitrag dazu und zeige ein paar meiner „grafischen Notizen“. 🙂

  • Bill Watterson – Calvin und Hobbes #1 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Eine Kollegin vom BvjA-Autorenstammtisch hat mir letztes Jahr „There´s Treasures everywhere“ ausgeliehenund es ist fast tragisch, dass ich es zurück geben musste. Weil Calvin und ich, das ist Liebe auf den ersten Blick. Ich habe meinen Weihnachts-Bücher-Gutschein in drei Bände „Calvin und Hobbes“ umgesetzt und ich kann nichts anderes, als völlig begeistert zu sein. Dieser 6-jährige ist liebenswert und verrückt, einfallsreich und ein kleiner Teufel. Genau die richtige Mischung.

  • Stephen King – Der dunkle Turm Band #15 (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Der dunkle Turm Band #16 (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich habe alle Graphic-Novel-Ausgaben gelesen und bin nach wie vor völlig hin und weg, von dem Medium Bild und Text. Was mich betrübt: Nach band 16 ist Schluß. Aber inhaltlich fängt es hier ja erst an, die ersten Bände widmeten sich der Vorgeschichte von Roland. Jetzt sind seine drei Gefährten da, aber es gibt keine weiteren GN-Ausgaben. Ich werde also noch Mal die Romane lesen bzw. hören. Ich werde mir die Hörbücher einverleiben. Auch hier betrübt mich eine Sache: Die Romane der Reihe „Der dunkle Turm“ werden nicht von David Nathan gelesen. Und das ist nicht richtig, ich prangere das an. Seufz.

  • Terry Pratchett – Die Farben der Magie (Hörbuch gelesen von Volker Niederfahrenhorst) ⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich starte ein neues Projekt: Wikipedia sagt, es gibt 41 Scheibenwelt-Romane. Und ich habe nicht mal ansatzweise alle gelesen. Daher wird daraus ein Projekt, genau wie mein #ProjektDarkTower. Ich mache eine Liste und dokumentiere die Sache. Später mehr. Volker Niederfahrenhorst macht seine Sache gut, das will ich gar nicht schmälern. Allerdings hat er ein paar Eigenheiten in seiner Sprechweise, die mich triggern. Uff.

  • Kris Brynn – Born ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Hier geht´s zur Rezension)
  • Elke Heidenreich – Der Welt den Rücken (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Andy Stanton – Mr. Gum und der sprechende Kirschbaum (Hörbuch gelesen von Harry Rowohlt) ⭐️⭐️⭐️
  • Andy Stanton – Mr. Gum und das geheime Geheimversteck (Hörbuch gelesen von Harry Rowohlt) ⭐️⭐️⭐️

Puh, ja. Großer Pluspunkt der Mr. Gum Reihe: Harry Rowohlt liest das. Und er macht das gut. Ich habe vor Jahren mit dem ersten Hörbuch der Reihe angefangen (Ich glaube es sind 8 Geschichten) und mit jeder Fortsetzung wurde die Sache absurder. Beim ersten Buch habe ich mich noch scheckig gelacht, jetzt zum Schluß reichte es kaum noch zu einem Schmunzeln. Schade. Es liegt vermutlich an mir. Absurde Geschichten bzw. Handlungsstänge holen mich einfach nicht ab.

Würdige-einen-Drachen-Tag

Zitat aus #Drachenbrüder

Heute ist Würdige-einen-Drachen-Tag. Ja, das ist kein Witz. Ich vermute jetzt mal, dass du kein Drachen-Kostüm besitzt und in deiner örtlichen Bücherei auch kein Aktionstag statt findet. (Aus Gründen.) Keine Sorge, ich weiß Abhilfe. Mein Lieblingsdrache ist Norwin, ich gebe aber zu, ich bin da nicht ganz objektiv. Jedenfalls, mein Verlag O’Connell Press hat sich entschlossen, Band 1 meiner Trilogie gratis anzubieten. Also eine keine Einladung nach Leotrim. Die Aktion dauert von heute bis Dienstag. Mit einem Klick bist du schon da. 

(Lass dich aber bitte nicht davon abhalten, in die Buchhandlung deines Vertrauens zu tappen und die dort Taschenbücher zu erwerben. Weil, Bücher aus Papier kann ich signieren. Und Bücher aus Papier sehen voll hübsch aus, wenn man sie gelesen ins Regal stellt. Ich schwöre, die strahlen dann so ein Glücksgefühl aus, wenn sie bei dir wohnen dürfen. Just sayin.)

Jedenfalls. Ich ehre meinen Drachen, ich feiere wild, hier steppt der Bär. Cola und Gesang und ein bisschen Schokolade ist auch noch im Spiel. Happy Dragon Day! 

Und welches ist dein Lieblings-Drache? Fuchur oder Grisu? Ganz ein anderer? Erzähl´s der Caro.

Link-Liste:

ENDE

ENDE.

Ja, ich habe es wieder getan und dieses kleine, unscheinbare Wörtchen unter ein Manuskript geschrieben. Ich kann es kaum glauben. Das letzte Jahr hat mir viel abverlangt, wie uns allen, in irgendeiner Form. Ich hatte Zweifel, ob ich es dieses Mal hinkriege, ich habe befürchtet meine Kreativität sei futsch. Schreiben (und auch Lesen) ist für mich Weltflucht, das habe ich mehr denn je gebraucht und Leotrim war schon früher ein guter Ort für mich, so auch jetzt. Am Schluß wird eben doch alles gut.

Das neue Drachen-Buch wird Ende September erscheinen, jetzt beginnt die Fleißarbeit. Lektorat und co. Die gute Susanne O’Connell wird wieder zaubern und aus meinem Geschreibsel ein schönes Buch machen.

Jetzt plane ich eine Email-Liste aufzubauen, für meine Drachenfreunde. Also ein kleiner (unregelmäßiger) Gruß vom Schreibtisch, mit internen Infos zum Entstehungsprozeß und die Zwischenschritte, die bis September statt finden. Hast du Interesse? Oder magst du das neue Werk sogar rezensieren?

Ich führe eine Liste (ich liebe Listen) und wenn du gerne dabei wärst auf dieser Reise, dann schreib mir eine Nachricht, den Rest klären wir dann privat.

Ende.

Und ein neuer Anfang. Das wird super.

Caro

Mein neuer Newsletter. Ein kleiner Gruß vom Schreibtisch. Hier kannst du dich anmelden;

Wird verarbeitet …
Erledigt! Du bist auf der Liste.

Leseprobe aus Drachenbrüder #2

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • Band 1 – Drachenbrüder
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • #throwbackThursday
Autorenselfie

Aus dem Kapitel: Die Chronistin von Leotrim

Hangameh wies ihre Assistentin Dakota an, tief in die Höhlen, ins Archiv zu gehen und ein Notizbuch zu holen, ein altes, eines der ersten. Dakota brauchte für den Weg dorthin fast einen Tag und einen Schubkarren, um das Notizbuch zu transportieren.

Hangameh hatte ein eigenes Buch, ein inoffizielles Buch, für Silván angelegt. Bo und er standen nicht in der offiziellen Chronik, Hangameh war nicht bei ihrer Verbindungszeremonie dabei gewesen. Es waren andere Zeiten gewesen, ohne Ordnung, manch ein Name hatte es nie in ihre Chronik geschafft. Später schien es ihr unsinnig, einen Nachtrag einzufügen. Doch es ließ ihr keine Ruhe. Sie fragte sich immer wieder, wie viele Kinder von Leotrim, wie viele Bos ihr entgangen sein mochten. Nach Bos Tod hatte ihr die Mutter aller Wasser die Geschichte erzählt, wie Silván zu ihr gekommen war und sie um das Leben seines Halbbruders gebeten hatte. Sie konnte Leben geben, aber niemanden von den Toten zurückholen. Er hatte das nicht verstanden und geglaubt, ihre Macht sei unendlich. Er war mit seinem Bruder Bo in die Quelle gestiegen, doch der kleine Körper des Jungen war leblos geblieben. Das Wasser hatte sich blau gefärbt und Silván hatte mit einem Mal seine Farbe verloren – und Bo bei seiner Mutter zurückgelassen. Er wusste nicht einmal, wo der Junge beerdigt worden war. Bo war zu jung gewesen für die Grablege-Feier. Silván kehrte nie wieder in die Berge zurück.

Hangameh hatte diese Geschichte aufgeschrieben. Ohne Datum. Jedes Mal, wenn sie etwas über Silván hörte, fragte sie nicht, ob es wahr sei. Sie schrieb es in sein Buch. Es gab viele Geschichten über ihn. Er sei bei den Lichtern gewesen. Er sei unsterblich. Hangameh wusste es besser.

»Dakota. Ruf mir zwei Drachen. Bitte sie, mich und mein Notizbuch in die Himmelsberge zu tragen. Es eilt.«

Dakota schrieb eine kurze Nachricht, typisch für sie, in Großbuchstaben, und sandte einen zahmen Buntspecht, den sie selbst abgerichtet hatte, ins nahe Dorf Leed.

Hangameh zog sich an, Dakota half eifrig, aber nervös. „Was passiert jetzt?“, fragte sie immer wieder, die Wangen so rot wie ihr Haar. Zwei Drachen. Das bedeutete für Dakota, dass sie nicht mitdurfte.

Hangameh sagte nichts dazu. Sie wusste, wie enttäuscht das Mädchen war. Ihrem Bauchgefühl nach sollten aber so wenig Menschen wie möglich anwesend sein. Silván war scheu. Silván war stolz. Er würde nicht viele Augen bei seinem letzten Flug dulden.

Sie setzte eine Mütze auf, mit Ohrenklappen. Und eine Brille. Sie war kein Freund des Fliegens und fror immer entsetzlich. Sie trug Lederschuhe, mit Fell gefüttert, braune Wollhosen und eine schwere Fliegerjacke mit eingenähten Flügelknochen zur Stärkung des Rückenbereichs und vielen Schnallen, um die Jacke festzurren zu können wie eine zweite Haut.

Dakota hatte das Notizbuch in ein Leintuch geschlagen und schob es im Karren zum Eingang der Höhle. Zwei junge Flugdrachen, noch ganz dunkelblau, warteten dort, tappten nervös von einem Fuß auf den anderen und schaukelten ihren Kopf zur Beruhigung hin und her.

Dakota war noch nie geflogen und sah sie neugierig an.

Sie stellte den Karren ab und hastete zurück ins Archiv. Immer ein gutes Versteck. Die beiden Drachenjungen wechselten einen verwunderten Blick.

Hangameh atmete tief durch, sammelte sich und trat zu den beiden.

»Libor und Leotar«, sagte sie schlicht.

Die beiden hörten sofort mit dem Geschaukel auf, reckten den Kopf und drückten die Brust heraus, wie es junge Toddler tun, um sich größer zu machen. Die Drachenjungen hatten erst im Sommer ihren Federflaum verloren, da und dort schauten noch kleine, blaue Härchen zwischen den Schuppen hervor. Die Mauser war noch nicht abgeschlossen. Hangameh lächelte gequält. Fliegen mochte sie grundsätzlich nicht, und dann noch zwei Anfänger? Womöglich hatten sie noch nicht einmal die Schule abgeschlossen.

»Wie lange fliegt ihr schon?«

»Seit drei Monden, Chronistin«, sagte Libor mit Stolz.

»Wir sind gute Flieger, Chronistin«, fügte Leotar hinzu.

»Ich kenne eure Namen. Wenn wir zusammen fliegen, solltet ihr auch meinen kennen – Ich bin Hangameh«, sagte sie und verbeugte sich tief. »Ihr dürft Han zu mir sagen. Wollt ihr mich in die Himmelsberge bringen?«

»Ich will mit dir fliegen, Han«, sagten die Brüder gleichzeitig, noch etwas steif – Hangameh vermutete, dass die beiden dieses Ritual der Zustimmung bisher nur in der Schule geübt hatten – und verbeugten sich ihrerseits.

Hangameh ging zielstrebig auf Leotar zu, drehte sich um und drückte ihren Rücken an seinen Bauch. Vorsichtig, als wäre sie aus Glas, umfasste Leotar ihren schlanken Körper mit seinen Vorderbeinen.

»Nicht erschrecken«, sagte er und hob ab. Sie erschrak dennoch. Wie jedes Mal. Mit zwei Flügelschlägen schob er sich rückwärts aus der Höhle und schoss wie ein Pfeil gerade in die Luft hinauf, kaum einen Meter von den Granitfelsen entfernt. Sie erreichten den Rand, der aussah, als würde hier die Welt enden. Auf gewisse Weise endete sie hier auch.

Hangameh sortierte sich innerlich. Der Magen war noch da, wo er hingehörte, auch wenn er sich anfühlte, als wäre er, mit Steinen gefüllt, nach unten gerutscht und in ihrer Höhle geblieben. Der Ausblick war atemberaubend: Das grüne Meer unter ihnen, mit hohen Wellen, die wütend nach den Klippen griffen und die Wiesen von Leotrim, die genau hier begannen, als wollten sie dem giftigen Meerwasser trotzen. Hangameh hatte den Eindruck, sie bräuchte nur die Hand auszustrecken und könnte das Gras berühren.

Ein Schafhirte saß mit baumelnden Beinen am Rand der Klippe, kaute auf einem Grashalm und betrachtete sie neugierig. Er hob die Hand zum Gruß. Selbst die Schafherde hielt kurz im Grasen inne, um zu sehen, wer da über ihnen schwebte. Hangameh betrachtete Libor, wie er denselben Start hinlegte, ungestüm wie sein Bruder, nur trug er das Notizbuch an seine Brust gedrückt.

Man musste den Drachen nicht sagen, wo die Himmelsberge waren. Sie wussten es. Sie waren dort geboren. Der Ruf der Berge zog jeden Drachen magisch an. Auch Hangameh spürte das, wie ein Sehnen im Herzen, das „Heim!“ schrie. Sie spürte, wie der Ruf die beiden jungen Drachen erfasste und drängte schneller zu fliegen.

Ende der Leseprobe 

© 2015 by C. M. Hafen und O’Connell Press 


Bände der Trilogie »Das Drachenvolk von Leotrim«:

Band 1: Drachenbrüder
Band 2: Drachensichel
Band 3: Drachenfrieden

eBook Gesamtausgabe

Taschenbuch – Band 1

Drachenbrüder – Taschenbuch auf Wunsch signiert

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

8,90 €

eBook Gesamtausgabe

Leseprobe aus Drachenbrüder #1

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • Band 1 – Drachenbrüder
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • #throwbackThursday
Autorenselfie

Aus dem Kapitel: Der Kindshüter von Leotrim

Der dunkle Drache erwachte. Plötzlich, wie man aus einem Albtraum hochschreckt. Er hatte nicht geträumt. Die Dunkelheit um ihn herum ängstigte ihn nicht. Seine gelben Augen blickten langsam umher. Seine Höhle war finster wie eine mondlose Nacht, sein Schlaflager nur harter Stein. Seine Gelenke taten weh, sein Körper war steif und kalt, er probte einen Gedanken. Rücken. Flügel. Füße. Alles reagierte, wenn auch träge. Seine Schwingen raschelten wie sehr, sehr dünnes Papier. Er erhob sich; es knackte, als würde er aus einem Ei schlüpfen. Doch keine Schalen gaben Nerina frei, sondern kleine Steine, als hätte es in seiner Höhle Kiesel geregnet, vor langer Zeit.
     Trockene Blätter, totes Getier und Staub fielen von ihm ab. Jemand musste ihn zugedeckt, versteckt haben. Er schüttelte Spinnweben von seiner rauen Haut wie eine Bettdecke aus Zeit. Er machte einen vorsichtigen Schritt, dann noch einen. Leise, als wollte er versuchen, kein Geräusch zu machen. Er wusste, wo der Ausgang seiner Höhle war, auch wenn er ihn nicht sehen konnte. Er roch das saure Meer. Er hatte Durst.
Lange geschlafen?, fragte er sich. Er schüttelte den Kopf. Eine unsinnige Frage, Zeit spielte keine Rolle.
     Als Nerina ans Ende seiner Höhle gelangte, tobte unter ihm das grüne Meer und über ihm schrie der schwarze Himmel »Tot«. Keines der Lichter summte, keines zeigte sich. Nerina wurde nie freundlich begrüßt. Er breitete seine Schwingen aus, erst die Deckflügel, um den letzten Staub abzuschütteln, und mit einem Schlag wie Donner die gesamte Spannweite. Der Wind huschte unter seine Flügel wie ein verschollen geglaubtes Kind, das endlich heimkehrt. Nerina genoss die Seeluft, die seine Schwingen streichelte, mit geschlossenen Augen und hieß die Bö willkommen. Dann erhob er sich lautlos.

***

Der alte Silván betrachtet still den Himmel, der so weiß ist wie er selbst. Es ist kein Unschuldsweiß, rein wie eine Kinderseele, sondern ein bauschiges Wolkenweiß. Ein bisschen schmutzig und verbraucht. Früher war er, wie alle Drachen der Luft, blau. Doch er hat seine Farbe verloren. Manchmal passiert das. Es existieren viele Geschichten um den Verlust seiner Farbe. Man sagt ihm nach, dass er die Lichter besucht hat und sie ihm das ewige Leben geschenkt haben. Er selbst bestreitet das. Silván rührt sich nicht. Er ist müde, die Knochen tun ihm weh. An kalten Tagen kann er seine Flügel nicht mehr ausbreiten. Die Haut raschelt dann wie steifes Zeitungspapier und die feinen Knochen knacken eine schmerzhafte Melodie. Immer öfter bleibt Silván am Boden und geht zu Fuß, sehr langsam. Oder er sitzt tagelang reglos auf den Felsen Zur Ankommenden Hoffnung und schaut in den weißen Himmel. Die Muskeln unter seiner Haut zucken nervös. Das ist kein gutes Zeichen. Er spürt, es ist etwas in der Luft.
     Silván breitet seine Schwingen aus, langsam und vorsichtig, einmal, zweimal probt er den Flügelschlag, bevor er wirklich abhebt, so leise wie immer. Das Meer unter ihm, hellgrün und ruhig, spiegelt ihn, im flachen Flug über das nasse Gift. Das saure Wasser ist für Menschen tödlich, sie können es weder trinken noch ihre Felder damit bewässern. Nur die Wasserdrachen fühlen sich darin wohl, und einige Meeresgeschöpfe.
     Silváns erster Bruder, sein Broder, zu dem er als kleiner Toddler kam, starb vor einer Ewigkeit. Bo. Kaum jemand erinnert sich an diesen Namen. Silván hat ihn nie in die Chronik von Leotrim eintragen lassen.
     Man muss sie aufsuchen, Hangameh, man zahlt ihr einen Obolus und diktiert ihr, was in die Chronik geschrieben werden soll. So hat man es ihm erzählt, daher ist er nie bei ihr gewesen in ihrer Höhle. Keines seiner Kinder steht in der Chronik. Niemand weiß, wie lange er schon der Kindshüter ist. Er hat diese Aufgabe nie gewollt.
     Silván fliegt so flach über das Wasser, dass seine Flügelspitzen die Oberfläche berühren. Drei Wasserdrachen bemerken ihn, grüßen auf Drachenart, ein kurzer, kehliger Laut. »Ich sehe dich.«
     Sie könnten schneller schwimmen als Silván fliegen kann, aber sie begleiten ihn – in seinem Tempo – auf seinem Weg zum Hafen.
     Sie können seine Gedanken hören. Die Wasserdrachen gehören zu den wenigen Lebewesen in Leotrim, die den Namen Bo noch kennen. Wasserdrachen sprechen nicht die Sprache der Menschen und selbst wenn sie es täten, würden sie nicht die geheimsten Gedanken anderer preisgeben.
     Wenn Silván auf den Felsen Zur Ankommenden Hoffnung sitzt, denkt er an Bo. Manchmal schafft er es, seinen Namen zu flüstern. Der Wind nimmt ihn dann mit. Heute ist der Himmel weiß und die Sehnsucht besonders groß. Silván ist auf dem Weg zum Launigen Vincent, dem Leuchtturm von Leotrim. Er ist der Einzige, der mit den Lichtern kommunizieren kann. Man kann ihm Fragen stellen. Manchmal antwortet er.

***

Der dunkle Drache flog zwei Tage, immer an der Küste entlang. Sein linkes Auge erblickte die steilen Klippen, das rechte das grüne Meer. Es leuchtete im Dunkeln. Nerina mochte das Meer. Mehrere Wasserdrachen begleiteten ihn, staunend. Manch einer der Alten erkannte und grüßte ihn.
     Die Sonne verabschiedete sich gerade vom Tag, als Nerina sein Tempo reduzierte, dann senkrecht in der Luft schwebte, wie ein Korken im Wasser auf- und abdümpelte und an der Küste den Eingang suchte, auf halber Höhe der Klippen, zwischen Geröllstrand und dem oberen Rand. Lautlos schwebte er auf die Öffnung zu, setzte behutsam die Füße auf den schwarzen Granit und zog die Flügel ein, hübsch an ihren Platz.

»Dieser hier. Da«, sagte er.

***

Hangameh lächelte. Die Chronistin von Leotrim amüsierte sich nicht zum ersten Mal darüber, dass Nerina sich selbst als »Dieser hier« bezeichnete. Er war als Weibchen geboren worden. Nerina war, wie alle Drachen, aus einem Ei geschlüpft, damals, als die Zeit ihren Namen erhielt. Doch hatte er schon nach wenigen Tagen gewusst, dass er eine andere Aufgabe haben würde als seine Schwestern und Brüder. Die Mutter hatte ihm einen Namen gegeben, wie es Brauch war, doch Nerina hatte getrauert – er durfte keine Halbschwester haben, es war kein Mädchen geboren worden, das für ihn vorgesehen war. Er würde nie selbst ein Ei ausbrüten. Er war dazu nicht in der Lage. Die Ammen in der großen Halle hatten ihn von den Eiern ferngehalten, sie hatten sich in Nerinas Gegenwart schwarz gefärbt.
     »Du bist ein Drache Leotrims«, hatte die Mutter gesagt, »ich verbiete dir, deinen Namen abzulegen.« Als hätte sie geahnt, was Nerina wollte. »Du bist Nerina aus den Himmelsbergen. Du gehörst zu mir.«
     Nerina hatte zur Mutter gesagt: »Dieser hier wird kein Leben brüten. Dieser hier wird allein bleiben.« Er hatte die Himmelsberge verlassen und außer Hangameh und der Mutter aller Wasser wusste bis heute niemand, dass Dieser hier ein Weibchen war.
     »Hast du Durst?«, fragte Hangameh, ohne von ihrem Notizbuch aufzusehen.
     »Ja. Durst. Groß«, sagte er.
     Nerina war kein Freund von ganzen Sätzen. Die Gedanken waren träge nach so langem Schlaf. Hangameh gegenüber waren keine guten Manieren vonnöten.

***

Dakota zitterte. Sie hatte Nerina noch nie gesehen. Solange sie lebte, hatte Nerina geschlafen. Jetzt war sie erschüttert vom Schwarz der Haut und der Größe des dunklen Drachen. Ihr war klar, dass die meisten Drachen nie aufhören zu wachsen. Ihr war klar, dass der Dunkle unendlich alt sein musste. Doch sie hatte keine Vorstellung davon gehabt, was das bedeutete. Der Eingang der Höhle war ausgefüllt, Nerina musste sich sogar leicht ducken, um mit den Flügeln durch die Öffnung zu passen.
     Es kam Dakota vor, als hätte sich ein Mond vor die Sonne geschoben, so plötzlich war es dunkel in Hangamehs Heimstatt geworden. Es schien, als würde Nerina Schwärze ausstrahlen. Er absorbierte das Licht um sich herum, sog es ein. Verschlang es. Tötete es.
     »Dakota, bring unserem Gast etwas zu trinken.«
     Dakota hickste vor Aufregung. »Ja … ja, natürlich«, presste sie hervor und verschwand.
     »Gehilfe?«, fragte Nerina.
     »Ja. Leotrim ist groß geworden. Ich schaffe die Arbeit nicht mehr allein.« Hangameh lächelte. Dakota war weit mehr als eine Gehilfin.
     »Meine Aufgabe?«
     »Du musst in die Himmelsberge«, sagte Hangameh.
Gut, dachte er. Zu Mutter. Lautlos flog er davon. Ohne zu trinken.

***

Silván sitzt auf dem Holz eines umgestürzten Liambaumes und blickt zum Horizont. Die Sonne ist schon vor Stunden untergegangen, der Launige Vincent schweigt. Nur sein Licht tastet suchend die Umgebung ab. Er hat schon seit Jahren keinen der Hüter mehr aufs Meer hinausschicken müssen. Die Menschen sind vorsichtig geworden, nur wenige arbeiten noch als Fischer. Das Meer ist mit den Jahren immer unwirtlicher geworden. Manche haben ihre Wasserdrachen abgerichtet, die wenigen Fischsorten, die man noch genießen kann, nach Hause zu bringen. Diejenigen, die es getan haben, sind stolz darauf, ihre Familien auf diese Weise ernähren zu können.
     Die Hüter am Eingang des Hafens sitzen stumm auf ihren Sockeln. Mit ausgebreiteten Flügeln; sie nehmen ihre Aufgabe so ernst wie der Launige Vincent. Die Zeit hat aus dem Angriff des irren Drachen eine Legende gemacht. Eine Geschichte, die man glauben kann oder nicht. Die Hüter aber erinnern sich. Der Launige Vincent erinnert sich: Silván war dabei gewesen. Er hatte erlebt, was aus einem Drachen wird, dem man Leid zugefügt hat.
     Ein Summen erfüllt die Weite um ihn herum wie ein Schwarm Fliegen. Ein Stern summt mit seinem Licht zum nächsten und wieder zum nächsten und so ist das ganze Universum umspannt von einer summenden Lichterkette, die alles sieht – was war und ist und wird. Sie rufen seinen Namen. Silván.

Ende der Leseprobe 

© 2015 by C. M. Hafen und O’Connell Press 


Bände der Trilogie »Das Drachenvolk von Leotrim«:

Band 1: Drachenbrüder
Band 2: Drachensichel
Band 3: Drachenfrieden

eBook Gesamtausgabe

Taschenbuch – Band 1

Drachenbrüder – Taschenbuch auf Wunsch signiert

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

8,90 €

eBook Gesamtausgabe

Lese-Monat Oktober

Lese-Monat Oktober 2021

Mein Lese-Monat Oktober

  • Rob Biddulph – Peanut Jones and the illustrated City ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Steven Pressfield – The War of Art ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Der dunkle Turm Band 14 / Graphic Novel ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Elke Heidenreich – Sonst noch was ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Elke Heidenreich – Nurejews Hund ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Elke Heidenreich – Am Südpol, denkt man, es ist heiß ⭐️⭐️⭐️⭐️

Die Heidenreich-Bücher habe ich schon ewig, und ich hatte Lust die mal wieder zu lesen. Ich bin viel mit dem neuen Manuskript beschäftigt, habe wenig Zeit und Lust zu lesen, und dann ist so was kurzes, das man mal g‘schwind lesen kann, ideal. 

Was hast du gelesen?

Peanut Jones an the illustrated City

Peanut Jones / Rob Biddulph

Ich hab die Sache nun mit Schwester Innerlich ausdiskutiert. Ich male mit Rob Biddulph, seit Beginn der Pandemie, wöchentlich ein niedliches Bildchen. Ja, da brauche ich auch seinen Debüt-Roman. Selbst wenn das gute Stück noch nicht auf Deutsch erhältlich ist. Nun ist das Buch angekommen, großes Format, gebunden, wundertoll illustriert, auch das Layout ist eine herzliche Einladung. Ich freu mich. Mein SUB wächst, statt das er kleiner wird, aber das Problem besteht seit Jahren, da kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an. 😄

  • Peanut Jones an the illustrated City
  • Rob Biddulph
  • Macmillan Children´s Books
  • Englische Ausgabe
  • ISBN-13 : ‎ 978-1529040524
  • Lesealter ‏: ‎ 9 – 11 Jahre

Superstar, author and illustrator Rob Biddulph dazzles in Peanut Jones and the Illustrated City, the first title in an adventure series for boys and girls of 8+. Fizzing with magic, danger, friendship and art, this exciting, funny, middle-grade debut is from the bestselling creative genius behind #DrawWithRob.

Some legends are born, some are drawn . . .

Drawing feels like magic to Peanut Jones. But art can’t fix her problems. Her dad has gone missing, and she’s stuck in a boring new school. Until the day she finds a unique pencil turbo-charged with special powers. Suddenly she’s pulled into a world packed with more colour, creativity, excitement and danger than she could ever have imagined. And maybe, just maybe, she might find out what happened to her dad.

Herr Fritz

Peter Engel / Herr Fritz

Post bekommen fühlt sich ja immer ein bisschen nach Weihnachten an. Dieses Mal besonders. HERZ-ALLER-LIEBST. Ein Buch, das fast ohne Text auskommt, dessen Titel die Handlung wiedergibt und und mit feinem Humor glänzt. Nein, einen Klappentext gibt es nicht. Der ist unnötig. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️


Herr Fritz ist mit seinem Wolkenmobil unterwegs und auf der ersten Seite im Buch ist das Armaturenbrett dargestellt. Ich finde, jedes Gerät braucht einen Schalter für nichts. Und einen Apfel als Wegzehrung mitzunehmen, ist nie verkehrt. Ich würde ja gerne mal bei Herr Fritz mitfahren. Oder heißt es mitfliegen? 🤔 Darüber muss ich noch nachdenken. Derweil suche ich nach einem guten Platz für Herr Fritz in meinem Bücherregal. Das ist so ein seltener Fall, da brauche ich einen Aufsteller, damit Herr Fritz gut in mein Wohnzimmer gucken kann. Sonst wird dem ja fad.

  • Herzliche Empfehlung, Bilderbuch ab 4 Jahre.
    Der Tag, an dem Herr Fritz auf Seite 23 sehr nahe zum Mond flog, dort eine bemerkenswerte Entdeckung machte und erst spät abends nach Hause kam
    Peter Engel / edition buntehunde

Drachenvolk Preisaktion

Das Drachenvolk von Leotrim
C. M. Hafen – Das Drachenvolk von Leotrim

Mein Fantasy-Roman „Das Drachenvolk von Leotrim: Die komplette Trilogie“ ist Kindle Deal des Monats und das heißt, der Sammelband ist hier um 50% günstiger zu haben. Und Nutzer von Prime Reading haben jetzt sogar die Möglichkeit, es gratis zu lesen. Na, ist das was für dich?

Worum geht´s?

Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband!

Diese E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.

Leserstimmen:
»Ich habe gelitten, gelacht, mitgefiebert und wurde verzaubert von dem tollen Buch.«
»Flüssig zu lesen, spannend. Für alle Altersgruppen geeignet.«
»Toll geschriebene Fantasy, die mich auf den ersten Seiten schon nicht mehr losgelassen hat.«
»Die Drachen sind hier nicht furchterregend, sondern die Freunde der Menschen, diese Vorstellung gefällt mir sehr.«


Die Einzelbände der Reihe sind auch als Taschenbuch erhältlich.

Band 1: Drachenbrüder

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. 
Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. 
Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. 
Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

Band 2: Drachensichel

»Alles Leben beginnt im Wasser…«, flüsterte Dakota. 
Der Drache ergänzte: »…und endet im Feuer.«
Dakota lebt wohlbehütet bei der Chronistin als ihr Mündel. Dies ändert sich an dem Tag ihres sechzehnten Geburtstags. Sie muss losziehen, um endlich hinter die Geheimnisse ihrer eigenen Herkunft zu kommen und spielt dabei manches Mal mit dem Feuer. 
Gleichzeitig finden auch Ambro und sein Drache Norwin immer mehr Antworten auf die Fragen ihres Lebens – nicht alle davon sind leicht zu ertragen. Und doch ergeben sie – einem Puzzle gleich – nach und nach einen tieferen Sinn. 
Im zweiten Band der Trilogie laufen bereits mehrere Fäden der aus »Drachenbrüder« bekannten Geschehnisse zusammen, die Protagonisten befinden sich weiter auf dem Weg, sich selbst und Leotrim mit all seinen Bewohnern besser kennenzulernen. Manch eine überraschende Wendung lässt den Leser klopfenden Herzens weiterblättern.

Band 3: Drachenfrieden

›Nicht alle Leben sind gleich viel wert.‹
Kann der Drachenfrieden trotzdem gewahrt werden?
Um das herauszufinden, folgt der junge Ambro dem Ruf der Mutter aller Wasser. Zusammen mit seinem Drachenbruder macht er sich auf den Weg zu ihr und wird in den Himmelsbergen mit der folgenschwersten Überraschung seines Lebens konfrontiert.
Ambro wird klar, wie blind er bislang war. Nun muss er stark sein. Ist er all dem gewachsen?
Im dritten Band der Trilogie kommt auch Dakota hinter so manches Geheimnis ihrer Andersartigkeit und erkennt letztlich, wer sie wirklich ist. Und selbst die Chronistin erfährt die größte Kehrtwende ihres Lebens. 
Vieles verbindet sich, anderes trennt sich, einiges wird heil – das Leben in Leotrim gerät zwischen die Fugen des Schicksals.

Lese-Monat November 2020

Lese-Monat November 2020

  • Stephen King – The Outsider (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich bin aktuell wieder im Stephen King Fieber und verschlinge einen Roman nach dem anderen. Für „The Outsider“ habe ich mich entschieden, weil da noch Mal Holly Gibney auftaucht. Die hat es mir einfach angetan. Seit ich die Bill-Hodges-Trilogie gehört habe, bin ich ein großer Fan von ihr. 

  • Cat Rose – Creative Introvert (eBook) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Das Buch ist leider nicht auf Deutsch erhältlich, daher habe ich es auf Englisch auf dem Kindle gelesen. Es liest sich leicht und verständlich und ich möchte es jedem introvertiert-kreativ-Schaffende*m empfehlen. Ich fühlte mich gesehen, verstanden und ermutigt. Cat Rose bietet zusammen mit dem Buch jede Menge Zusatzmaterial, dass man sich auf ihrer Webseite herunter laden kann. Ich bin noch nicht mit allen Aufgaben durch – jedes Kapitel hat einen To-Do-Teil, in dem man für sich gleich die angeregten Impulse umsetzen kann. Es ist also fast ein Activity-Book. Ich habe beim Lesen drei Phasen durchgemacht:

1. Oh, ich mache schon sehr viel richtig. Kreativ, aber dennoch in meinem Wohlfühlbereich.

2. Oh, die Frau hat tolle Ideen, das könnte ich ausprobieren.

3. Oh, das ich sehr weit ausserhalb meiner Komfortzone. Himmel, das schaffe ich nicht. 

Und ich finde, das ist eine gute Mischung. Zu wissen, dass man mit der eigenen kreativen Arbeit schon auf einem guten Weg ist, es aber noch ein paar Herausforderungen gibt. 

Meine herzliche Empfehlung. 

  • Andrzej Sapkowski – Der Hexer Band 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ich bin sehr begeistert von der Reihe, und wundere mich nur ganz wenig, dass der Hexer eigentlich gar nicht die Hauptfigur ist. Da ich mit Freude all den starken Frauen folge, die viel Platz kriegen um ihre Geschichte auszubreiten, allen voran Ciri, stört mich das kein bisschen. Nun habe ich noch einen Band vor mir und bin sehr gespannt. 

  • Max von der Grün – Vorstadtkrokodile ⭐️

Ich kann kaum fassen, dass dieser Unsinn mal Schullektüre war. Sprachlich kann das Buch gar nichts und inhaltlich ist die Geschichte so konstruiert-unsinnig, dass ich mir die Haare raufen möchte. Die Grundidee, dass ein Junge im Rollstuhl Anschluß findet in einer wilden Jungen-Bande ist ja hübsch. Die Idee, dass diese Bande dann ein Verbrechen aufklärt, ist nicht neu und auch nicht clever umgesetzt. Die Eltern im Buch sind völlig nutzlos und alles andere als Erwachsen. Die Kinder stolpern planlos durch die Geschichte und am Schluß ist alles Wohlgefallen. Ich will jetzt gar nicht mit „pädagogisch wertvoll“ anfangen. Natürlich sind Kinder wild und sollen gar nicht vernünftig und moralisch richtig handeln. Aber die Geschichte wäre auf Seite 3 beendet, wenn Kurt sagen würde, was er beobachtet hat. Den Rest könnte man sich getrost sparen. 

  • Elizabeth Strout – Die langen Abende – abgebrochen. Nicht mein Fall.