Stephen King – ES

Hello!

Lass uns über Bücher reden. Ich habe „ES“ von Stephen King gelesen und inzwischen auch die Verfilmung gesehen. Also die neue Version von 2017 und 2019. 

Aber zuerst das Buch: Achtung, ich muss spoilern. Falls du das Buch also noch nicht gelesen hast, das aber noch tun willst, dann lass dir das Ende von mir nicht verderben und klick woanders hin. Wenn du es schon kennst, dann diskutier´ mit mir. Sind wir uns einig? Das Buch ist großartig, aber das Ende ist Mist!? Aber der Reihe nach. 

Stephen King kann, meiner Meinung nach, großartige Anfänge schreiben. Wie die Geschichte beginnt, mit dem kleinen Papierboot, das Billy für seinen kleinen Bruder Georgie bastelt, damit der das draussen im Regen, im Rinnstein „in See stechen“ lassen kann. Ich habe das Buch als Hörbuch, gelesen von David Nathan, wochen- und monatelang gehört. Es ist episch. Wenn es die Kombination aus King und Nathan nicht gäbe, man müsste sie erfinden. Das Buch hat allein 7 Hauptfiguren, die Gruppe Kinder rund um Billy, die sich nach Georgies Tod dem ultimativen Bösen stellen (müssen). Aber es gibt auch noch unzählige Nebenfiguren und Schauplätze und Handlungsstränge in alle Richtungen. Wenn mir jemand sagt, dass er die Bücher von Stephen King nicht mag, dann weiß ich genau warum das so ist: Er folgt den einzelnen Geschichten immer bis tief ins Wurzelwerk, alles ist verwoben und gleich wichtig, es gibt viele Figuren und viele Details. Es ist überwältigend, manchmal. Wer solche Dinge, also diese Fülle, nicht zu schätzen weiß oder gar lästig findet, hat hier keine Freude. Während ich ganz gespannt den Brotkrumen folge und mich ins Hexenhaus locken lasse. Ich liebe diese Weite. Ich tauche ab, in diese Welt und meine mich in Derry zu befinden. Ich weiß wie die Straßen heißen, wie es riecht, wer wo wohnt und wenn eine Nebenfigur, in einem dramatischen Augenblick auftaucht, nur um dann im richtigen Moment zu sterben, weil das gerade zur düsteren Stimmung gehört, dann erkenne ich den Kniff den King anwendet, ich zwinkere ihm verschwörerisch zu: Ich hab´s kapiert, Buddy. 

Ich wüsste zu gern, wie er das macht, also ein solch monumentales Werk zu planen, alle Details im Blick zu haben und dann noch das schriftstellerische Können alles zu verbinden, zu entfalten und aufeinander aufbauen zu lassen. Wahnsinn. Da ist also Billy, dessen kleiner Bruder von ES getötet wird. In Derry verschwinden viele Kinder. Das Böse kehrt alle 27 Jahre zurück und mordet, bis es satt ist. Die Gruppe um Billy muss erst zueinander finden. Alle haben ihre eigenen Probleme. Beverly hat einen gewalttätigen Vater, Ben wird vom Schulhof-Tyrann Henry drangsaliert, Eddie wird von seiner Mutter überbehütet, sie alle sind auf ihre Art Verlierer. Am Schluß treffen, fast wie vorbestimmt sieben Kinder aufeinander, die der Welt nur zusammen etwas entgegensetzen können. Jede Figur wird von King eingeführt, mit Backstory und Konflikt und Mangel. Selbst der Ort ist wie ein Charakter. Und die Geschichte entwickelt sich, die Kinder stellen sich dem Bösen, müssen aber, als Erwachsene wieder zurück kehren. Sie haben ES verletzt, nicht getötet. Das Gedächtnis ist eine merkwürdige Sache. So wie die 7 zurück kehren, kommen auch ihre Erinnerungen zurück. 

ES muss sich an die Regeln des Körpers halten, den er bewohnt. Aber er kann das Böse steuern. Einen wie Henry, der schon durch und durch schlecht ist, lenkt ES wie eine Marionette um sein Werk zu tun: Töten. Die Kinder sind erwachsen geworden, die Schlechtigkeit der Welt auch. Beverlys Mann, der ihrem Vater so sehr ähnelt, dass es körperlich weh tut, macht sich auf den Weg nach Derry. Henry bricht aus der Anstalt aus, in die man ihn als Jugendlicher gesteckt hat. Alles Schlechte macht sich auf den Weg. Die Gefahr verdichtet sich, bündelt sich, die Spannung baut sich ja gerade durch die Ahnung auf: Was kommen könnte. 

Ich staune also, wie sich die Geschichte ausbreitet, nach vorn und zurück. Mike, der in Derry geblieben ist und Nachforschungen angestellt hat, über die Zyklen von ES, findet heraus was ES ist und was ES alles angerichtet hat. Er ist das Gedächtnis der ganzen Gruppe und sich bewußt, dass ihre Geschichte praktisch mitten drin anfängt, weil ES schon sehr alt ist, weltfremd und über ein kurzes Menschenleben nur schäbig lacht. Mike forscht in der Vergangenheit. Die Kinder stellen sich ES 1958 und, kein Zufall, 1985 wieder. In einem Zyklus treffen wir den Koch aus „The Shining“ wieder und solche Cameos freuen mich immer ungemein. Jedenfalls. Irgendwo mitten in dem ganzen Schlamassel haben 7 minderjährige Kinder Sex miteinander. Ich verstehe, warum King das so geschrieben hat, und warum dieses „Zusammen“ seiner Meinung nach sein musste. Ich finde es aber unnötig und grenzwertig und ach. Einfach nein. Ihr junges Alter, die ganze Gruppe, ach. Ich verstehe nicht, wie das durch einen Verlag abgesegnet werden konnte. Das da niemand gesagt hat: „Schreib das um, das ist zu krass.“ Es ist also so veröffentlicht worden, und diese Szene ist mein einziges Manko in dieser großen und umfänglichen Lobeshymne. Ich finde den Roman trotzdem großartig und werde ihn nochmals lesen bzw. hören. David Nathan, als Pennywise… kein Film, keine Bilder können mich so gruseln. Der Film hatte Szenen zum fürchten, und ich bleibe trotzdem dabei: David Nathan ist der Mann mit den tausend Stimmen. Er hat mich noch mal ganz anders das Fürchten gelehrt. 

Inzwischen habe ich also auch die Verfilmung gesehen. Stephen King spielt im Film mit und nimmt sich selbst auf die Schippe, was ihn unheimlich sympathisch macht. Ich mag ihn eh, das lässt sich kaum steigern. Aber hier war es nochmal möglich. Der erwachsene Billy ist Schriftsteller geworden und trifft in einem Trödel-Laden auf einen Verkäufer, der ihn für seine Bücher kritisiert. Der Verkäufer (King) sagt also sinngemäß: „Das Buch war toll, nur das Ende ist Mist.“ Und das hört sich Stephen King vermutlich schon seit 30 oder 40 Jahren an. Offensichtlich kann er damit gut umgehen. Im Film wurde das Ende abgewandelt. So, dass es zur Geschichte passt, ohne ihren Sinn zu verhunzen und ohne, dass 7 Teenager Sex miteinander haben müssen. Ich kann mit der Film-Version gut leben. Ich finde sie gut gelungen. Es gibt am Schluß sogar eine Erklärung dafür, warum Stanley sich umgebracht hat. Hätte ich persönlich nicht gebraucht. Aber das war wohl auch ein Punkt, den LeserInnen nicht verstanden haben und worauf man nun, etwa 30 Jahre später reagieren kann. 

So, jetzt du. 


Gefällt es dir hier?

Ich veröffentliche hier Kurzgeschichten, Rezensionen, Miniaturen. Was mich eben umtreibt. Wenn du mich unterstützen möchtest, dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel; kauf (und bewerte) meine Bücher. Jeder Stern zählt. Komm zu den Lesungen der get shorties Lesebühne. Oder versorge mich mit Lese-Stoff, dann kann ich neue Rezensionen schreiben. Literatur leben, lieben, leisten. *it´s the Write thing to do.

Merci mit Knicks.

Nina in Love

Taschenbuch

11,99 €

Good Girls Revolt

Weiter geht es mit den Empfehlungen. Diese Woche habe ich mir „Autodale“ auf YouTube angeschaut. Die Empfehlung kam von Frederic Brake und um das gleich zu beantworten: Die Making-of-Episoden habe ich noch nicht gesehen, schaue ich aber noch. „Autodale“ ist eine Serie mit 7 kurzen Episoden, die aufeinander aufbauen. Eine dsytopische Welt, in der Roboter das Sagen haben und die Menschen in „ugly“ im Sinne von nutzlos und in „pretty“ einteilen. Nach und nach wird dann aufgedeckt, wofür die Maschinen die Menschen überhaupt brauchen. Sehr düster und spannend. Mir hat „Friendly Shadow“ am besten gefallen mit diesem Cowboy-Roboter-Verschnitt. Netter Nebeneffekt: YouTube empfiehlt mir jetzt ganz viele Kurzfilme und meine Später-ansehen-Liste ist nun proppenvoll.

„Love, Death + Robots“ habe ich fertig geschaut. Beste Folge: Die Nacht der Fische. Ich an der Serie ganz grundsätzlich den Ideenreichtum und Abwechslung. Und ich bin immer noch der Meinung, dass der Trailer eine Krankheit ist. ICH kann das nicht bis zum Ende anschauen. Das ist eine Minute Irrsinn.

Ben Schieler hat mir „Good Girls Revolt“ empfohlen, was ich gestern und heute ‚gebingt‘ habe. Eine Serie ganz nach meinem Geschmack. Bei „News of the week“ dürfen nur die Männer Artikel schreiben, die Frauen sollen hübsch aussehen, Kaffee bringen und die Recherche erledigen. Das lassen sich die Frauen nicht mehr gefallen. Es geht um den Vietnamkrieg, die Black Panther, Gleichstellung und natürlich, dass darf nicht fehlen: Sexuelle Befreiung. Ich glaub, alle Figuren der Serie kommen zu ihrem Höhepunkt.

Ich mag diese Sorte Filme bzw. Serien sehr gerne. Ich möchte an der Stelle eigene Empfehlungen aussprechen: „The Newsroom“ ist eine der besten Serien, die ich je gesehen habe. Ich mochte auch „The Hour“, „Hidden figures“ und „We want Sex“.

Love, Death + Robots

Drüben bei Facebook habe ich letzte Woche nach Film- und Serienempfehlungen gefragt und da kam einiges zusammen. Vielen Dank. Nun dachte ich, es wäre ne hübsche Idee auch zurück zu melden, was ich mir angeguckt habe. „Disenchantment“ wurde, zum Beispiel, mehrfach genannt und nachdem ich die erste Folge gesehen habe, kann ich sagen: Nein. Einfach nein. Das macht die Serie nicht schlecht, es bedeutet einfach nur, dass ich nicht in der Zielgruppe bin. 🤷‍♀️

Auch „The lower decks“ wurde zwei oder drei Mal genannt, und als alter Treckie ist die Serie Pflichtprogramm. Ganz klar. Die erste Folge sieht gut aus, ich bin dabei. 🖖

Frederic Brake und Toby Jochheim gaben sich alle Mühe mich von „Love, Death + Robots“ zu überzeugen. Inzwischen habe ich 8 Folgen gesehen und bin überrascht. Jede Folge steht für sich und ist quasi eine zehnminütige Kurzgeschichte. Ich lese sehr gerne Kurzgeschichten, aber Kurzfilme sind tatsächlich neu für mich. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mich Ingo Klopfer schon vielfach zu seinem jährlich stattfindenden Kurzfilmfestival eingeladen hat, ich es aber bis jetzt noch nicht geschafft habe, mir das anzusehen. Ich gelobe Besserung!

Jedenfalls. Kurzfilme. Der Name ist Prpgramm, die Serie ist ab 18 Jahre. Zurecht, es ist ganz schön düster. Das ist okay, ich suchte ja auch jede neue Staffel von „The Walking Dead“ an einem Wochenende weg. „Love, Death + Robots“ eröffnet mir also noch mal was ganz Neues und um es mit den Worten von Barney Stinson zu sagen: „Neu ist immer besser.“

Vielen Dank für die Empfehlung. Ich habe mich zwar ein bisschen gesträubt, aber jetzt bin ich ganz begeistert. Roboter, die auf Katzen treffen, oder Joghurt, der die Weltherrschaft an sich reißt finde ich zu Schreien komisch. Demnächst mehr.

**** Ich teile den Trailer bewußt nicht, weil der aussieht, als hätten die Macher LSD-verseuchtes Abwasser aus China gesoffen. Der Trailer ist wirklich nicht Repräsentativ für die Serie. Ich habe nur wenige Sekunden davon gesehen, und das Ganze für mich verworfen. Erst nach der Überzeugungsarbeit von Frederic und Toby habe ich der Serie eine Chance gegeben.

Rebel in the Rye

Hello!

Lass uns über Schriftstellerfilme reden. Ich liebe sie, ich muss alle gucken. Und diesen hier kann ich herzlich empfehlen! 

Es geht um die Lebensgeschichte von J. D. Salinger, du weißt schon, der Autor von „Der Fänger im Roggen“. Die Geschichte wie das Buch entstanden ist, ist fast interessanter als das Buch selbst. Vor vielen, vielen Jahren habe ich „Der Fänger im Roggen“ gelesen und fand es so mittelmäßig. Ich fand Holden ist ein Klugscheißer und er war mir nicht sonderlich sympathisch. Vielleicht lag es aber auch an mir und meinen jugendlichen Jahren. Vielleicht hab ich die Story auch nicht ganz kapiert. Das räume ich jetzt ein, nachdem ich den Film gesehen habe.

Während der Film noch lief, bin ich ans Bücherregal marschiert, habe den Roman aus der Papier-Masse heraus gezogen und auf meinen lese-ich-gerade-Stapel gelegt. Ganz nach oben. Ich will aber kurz dazu sagen, dass ich auch „Franny und Zooey“ gelesen habe und von dem Buch hellauf begeistert war. (Das kannst du hier nachlesen, wenn du willst). Jedenfalls. Ich war im Internet, es gibt noch zwei Bücher von J. D. Salinger, mit Kurzgeschichten, und ich habe einen Gutschein zu Weihnachten bekommen und ich werde ihn benutzen. Aber zurück zum Film. 

J.D. heißt im Film Jerry, hat ein großes Ego, viele Ambitionen und Eltern, die viel für ihn wollen, aber doch bitte keine Ausbildung zum Schriftsteller. Wenn du das Buch gelesen hast, wirst du dich nicht darüber wundern, dass Jerry ein Früchtchen war, das von diversen Schulen geflogen ist. Überraschung, Überraschung. Er schafft es, seine Eltern zu überreden, er geht studieren und trifft dort seinen Lehrer und Mentor Whit Burnett, der ihn fördert und fordert. Das Leben passiert dann auch noch. Die Liebe, die Enttäuschung und der Krieg. J. D. Salinger kämpft im Zweiten Weltkrieg, in der Normandie mit sechs Kapitel seines Romans im Marschgepäck. Traumatisierte kehrt er zurück. Natürlich hat sich sein Schreiben durch all diese Erfahrungen verändert. Seine Geschichte um Holden Caufield nicht. Der Bursche ist noch da.

Ich habe also gespannt verfolgt wie er mit dem Schreiben kämpft, dann um seine geistige Gesundheit nach dem Krieg, dann mit dem Erfolg. Und ich habe große Lust bekommen den Roman noch mal zu lesen, mit all dem Hintergrundwissen. Ich bin ja auch älter geworden. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich gucke manchmal nachsichtig, manchmal kopfschüttelnd auf mein zwanzigjähriges Ich zurück und frage ich: Was hast du dir dabei nur gedacht? 

Und ja, ich lese Bücher mehrfach. Ein Beispiel: Ich habe „Wer die Nachtigall stört“ mit 13 zum ersten Mal gelesen. Dann mit 23 und mit 33 noch Mal. Und ich werde den Roman mit 43 wieder lesen und so weiter. Die Zeit macht Sachen mit meinen Ansichten und Eindrücken. Und bei manchen Büchern lohnt sich einfach ein zweiter Blick, ein dritter. Ich glaube hier ist das auch so. Wenn ich den „Fänger“ gelesen habe, sag ich Bescheid. Dann können wir darüber reden. OK? OK!

Caro

Der wunderbare Mr. Rogers

Ein ganz wunderbarer Film.

Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Nr. 1: Meine Aussage reicht und du gehst los um dir den Film anzusehen. Nr. 2: Du liest erst meine Begründung und gehst dann los um dir den Film anzusehen.

Ah, Nr. 2 also. Hallo, du!

Vielleicht geht es dir wie mir: Die Gesamtsituation ist anstrengend und Abends, wenn der Tag hinter dir liegt, willst du noch was Nettes gucken. Weltflucht nennt man das und es klingt ein bisschen so, als wäre das was Schlechtes. Ich finde das nicht, aber das tut hier nichts zur Sache. Jedenfalls. Du willst kein Mord und Totschlag sehen, du willst dir nicht anschauen, wie Leute gemein zueinander sind, du brauchst nicht die Garstigkeit der Welt in Filmformat. Ich habe dieses Bedürfnis nach Weltflucht oft. Wenn mich etwas richtig runter ziehen soll, guck ich Nachrichten.

Vielleicht kennst du die Kindersendung „Mister Rogers Neighborhood“, vielleicht auch nicht. Das ist ziemlich egal. Du musst nur eins wissen. Das war eine Show, eigentlich für Kinder, aber genausogut geeignet für Erwachsene. (Ähnlich wie „Die Sendung mit der Maus“, wenn du einen Vergleich brauchst, um das einzuordnen) Fred Rogers sprach zum Beispiel viel über Gefühle. Man kann das kurz und knackig zusammen fassen: Wenn du in der Lage bist, über etwas zu reden, bist du auch in der Lage damit fertig zu werden. Nun gibt es also diesen Film, der so aussieht, als ginge es um Mr. Rogers. Ja und Nein. Er war ein sehr freundlicher Mann, der gut zuhören konnte und sich Zeit nahm, für seine Mitmenschen. Ich finde, man kann sich unheimlich viel von ihm abschauen. Im Film wird angedeutet, dass er ein klitzekleines Problem mit Wut hatte und jeden Tag daran arbeitete, das im Griff zu behalten. Aber wie gesagt, eigentlich geht es gar nicht um ihn.

Ein zynischer Reporter, Lloyd Vogel, soll einen Artikel über Fred Rogers schreiben und ganz schnell geht es eben nicht um den freundlichen Nachbarn von Nebenan, sondern um Lloyd, der hinter der Freundlichkeit etwas wittert. Etwas Schlechtes. Eine Maskerade, die er auseinander nehmen will. Letztlich bröckelt seine eigene Fassade, das kann ich spoilerfrei sagen. Er hat eine beschissene Beziehung zu seinem Vater, kann ihm nicht verzeihen, gleichzeitig ist er aber gerade selber Vater geworden und hadert mit sich und der Welt. Weil er selber eine Maske trägt und nebenbei seine Wut offen zur Schau stellt, meint er, alle anderen machen es genauso. Mr. Rogers tut, was er immer tut. Zuhören. Da und dort eine gute Frage stellen.

Das ist ein Wohlfühlfilm, der entschleunigt. Zwei Stunden Nettigkeit. Und ich meine das in der besten Form und nicht Nett als kleine Schwester von Scheiße. Manchmal braucht man genau das. Freundlichkeit, Zeit, ein offenes Ohr.

Meine herzliche Empfehlung. Los, guck dir das an.

⭐️

Doku-Liebe

Ich habe mir auf Netflix die Reihe „Wildes Skandinavien“ angeschaut. Aus Gründen. Die letzten Wochen waren anstrengend. Ich hatte mehr Zeit als sonst. Zeit um mir Sorgen zu machen. Zu viel Zeit zum Grübeln. Und dann betäube ich mit Netflix. Da ich aber keinen Mord & Totschlag ertrage, gucke ich mir Dokus an. Wildes Dies und gebautes Das. Kleine Häuser, Umgestaltung der Wohnung und/oder der Garderobe. Wie andere Leute unnützen Kram weg werfen. Tierbabys. Ja, das beruhigt mich und holt mich aus dem Gedankenkarussel. „Wildes Skandinavien“ war quasi Yoga fürs Gehirn. Es kamen Papageientaucher darin vor, was an sich schon großartig ist. Aber auch, unter anderem, Bären. Die Serie bietet wunderschöne Bilder von Flora und Fauna und und der Tierwelt, die da noch frei herum stapfen darf. Moschusochsen, Pferde, Wölfe. Kleines Getier und Großes. Ich habe ganz viel Liebe für die Szene, in der ein Braunbär in einem See taucht und eine rosafarbene Seerose pflückt. Er vespert das Ding, ich wusste nicht, dass Bären das machen. 

Und in einer anderen Szene, da begattet er sie. Bär und Bärin. Heißt das begatten? Bei Bären? Oder gibt es ein anderes Wort dafür? Jedenfalls. Dreihundert Kilogramm Reproduktionswille kommen da zutage. Es gilt Nachkommen zu zeugen und das ist anstrengend. Klar, dass da mitten drin dem Bär die Kraft ausgeht. Nein, Ähnlichkeiten zu anderen Spezies kommen mir da nicht in den Sinn. Dem Bär sacken die Knie weg, die Bärin macht sich davon, es gibt ja noch andere Dinge zu tun. Den Nachwuchs versorgen, den Haushalt schmeißen. So Zeug halt. 

Und der Bär? Dieses Krafttier? Er liegt auf der Seite, in dieser wunderschönen Natur. Keine Ahnung wie die Blümle, Sträucher und Moose um ihn herum alle heißen. Es ist mir egal. Alles ist grün und rot und braun, über der Erde liegt dieser feuchte Dunst, der alles in magisches Licht taucht. Der Bär pennt. Und schnarcht. Sein Atem ist als kleine, dumpfe Wolke zu sehen. Das ist #DokuLiebe 

Monatsrückblick Juni

Tops und Flops im Juni

Bücher:

  • Mängelexemplar ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Du einsamer, du schöner Wicht ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ulla Hahn – Liebesgedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Volker Demuth – Bits and Bones; abgebrochen
  • Kurzgeschichten schreiben ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Malen mit Wasserfarben ⭐️⭐️⭐️⭐️

Serien:

  • Big Bang Theory Staffel 11 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Good Omens Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️
  • Dead to me Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️
  • Nos4A2 Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • When they see us ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Bonding ⭐️⭐️⭐️
  • Stadtgeschichten ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Dark Staffel Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Absentia Staffel 1 – abgebrochen

Filme

  • The Book of Henry ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Valerian ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mary Poppins Returns ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Brené Brown ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Spiderman Homecoming ⭐️⭐️⭐️
  • The Osiris Child ⭐️⭐️

Getan

Internetkram

Monatsrückblick Mai

Gefühlt war dieser Monat sehr, sehr lang. Entsprechend sieht meine Liste aus.

Gedoodle nach der Methode von Melissa Dinwiddie

Tops und Flops im Mai

Bücher:

  • Mascha Kaléko – Das lyrische Stenogrammheft ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Eva Christina Zeller – Liebe und andere Reisen ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Matthew Johnstone – Der schwarze Hund  ⭐️⭐️⭐️⭐️

Filme:

  • Best Exotic Marigold Hotel 2 ⭐️⭐️⭐️
  • Wonderwoman ⭐️⭐️⭐️
  • Ich bin Maris ⭐️⭐️
  • Highwayman ⭐️⭐️ (langweilig)
  • Anne auf Green Gables Teil 1, 2 und 3 (2016/Prime) ⭐️⭐️ ⭐️⭐️

Serien:

  • The Five ⭐️⭐️⭐️
  • Bosch Staffel 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Game of Thrones Staffel 8 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ + Dokumentation

Uff. Ich habe mich irrsinnig, wie viele andere auch, auf die letzte Staffel gefreut und mich dann durch die sechs Folgen hetzen lassen. Zum einen, weil die Staffel so ein Tempo vorgelegt hat, aber auch wegen der Reaktionen im Netz. (Ja, alle Figuren, die ausgedient haben, wurden gekillt. Das ist ja kein neues GoT-Phänomen!) 

Ich wollte auf keinen Fall gespoilert werden. Doch wenn ich mich montags bei Facebook eingeloggt habe, hatten diverse Leute nichts besseres zu tun, als zu schreiben bzw. in ihren Stories zu erzählen, was genau passiert ist, und wie Scheiße sie es finden. Das hat mir viel von dem Vergnügen genommen. Ich kann jetzt natürlich auch darauf schimpfen, dass David Benioff und D. B. Weiss nicht so schreiben, wie es George R. R. Martin es tut. Wie auch? Ein Drehbuch ist keine Belletristik und umgekehrt. Aber darum geht es mir gar nicht. Die Serie und die Bücher weichen ja schon eine Weile voneinander ab. 

Die Erfahrung, so getrieben zu werden, war mir neu. Üblicherweise schaue ich meine Filme und Serien allein – in meinem Umfeld ist niemand, der Filme, Bücher oder Serien so konsumiert wie ich es tue. Die wenigsten haben Netflix, noch weniger teilen meine Interessen und Genre-Vorlieben. Beispielsweise Stranger Things. Die zweite Staffel habe ich an einem Abend geschaut. (Das ist, als Beispiel, ein arger Kritikpunkt: Es war nicht möglich, #GoT so zu konsumieren. Ich musste zwischen den Episoden eine Woche warten. Man kommt sich ja vor wie im Mittelalter.)

Jedenfalls. Da war dieses Gefühl von Ende, und das Gefühl von Hetze. Sich abschotten zu müssen, bei Facebook und Twitter, schneller zu sein und kollektiv mitmaulen zu müssen. Das will ich aber gar nicht. Meine Lieblingsfiguren sind und waren immer John Snow, Arya und Bran. Von Anfang an. Und ich habe dauernd darauf gewartet, das Bran mal was nützliches macht. Daher kann ich mit dem Ende gut leben. Es ist nicht mein Wunsch- Ende. Aber es hat auch keiner gesagt, dass das Leben ein Wunschkonzert ist, und mir irgendwas zusteht. Mit etwas Abstand kann ich nun sagen, dass diese Serie, ganz grundsätzlich sehr viele Emotionen ausgelöst hat. (Stichwort: Die rote Hochzeit. Ramsay Bolten, Arya in Königsmund, meine Fresse.) Ich habe mitgefiebert und mitgelitten, es war ein Erlebnis! Und im Besonderen waren da ein paar Szenen und Dialoge drin, die viel Schönes hatten. Ich werde mir also, die ganze Serie noch mal anschauen. So, wie ich eben Serien konsumiere. Ich werde die gewaltigen Bilder und die Musik schätzen, und vielleicht ein paar Dinge entdecken, die mir in der Eile entgangen sind. Ich werde mich nicht mehr hetzen lassen. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ende. Uff.

  • Lucifer Staffel 4 ⭐️⭐️

Mir ging diese Identitätskrise wahnsinnig auf die Nerven. 10 Folgen um zu klären wer bei wem er selbst sein darf/kann/soll und die Frage, ob man  sich für den Partner verbiegt oder besser nicht. Wär ich dem Alkoholkonsum zugeneigt, ich hätte jedes Mal einen Schnaps gekippt, wenn jemand sagte „Ich weiß nicht wer ich bin.“ Das war alles sehr seicht und platt und kaum zum aushalten. Ich habe die Serie nur noch aus Gewohnheit geguckt. 

  • Conan without Borders ⭐️

Ach herrje. Grenzwertiger Klamauk am Rande des Fremdschämens. Ich musste zwar lachen, aber herzlich war das nicht. Der Irrsinn ist zudem unnötig laut. 

Conan fragt die Leute irgendwas, fällt den Leuten dann ins Wort und hört nicht zu. Dann macht er dümmliche Witze und die Leute, die ihre Sache ernst und gut machen wollen, werden vorgeführt – beim Versuch ihre Würde zu behalten. Sie scheitern alle. Ich habe mich am Schluß sogar geärgert, weil es irgendwann nicht mehr witzig war. Beispielsweise ist er in einer Schulklasse und hat nichts blöderes zu tun, als die Kinder völlig aufzuwiegeln. Fast hysterisch. An einer anderen Stelle sind sie bei einer Weinprobe. Da ist eine Frau, die ganz ernsthaft ihren Job machen will, im Sinne von professionell. Und dann keifen sich zwei Erwachsene an, die Spaß-Ebene haben sie schon lange verlassen, und ziehen sie da in eine Scheiße rein, die sie nicht handhaben kann. Es hat ihr im Vorfeld sicher auch keiner gesagt, was auf sie zukommt. Dann hätte sie ja die Möglichkeit gehabt, die ganze Sache abzulehnen. Schade. Ich bin nicht in der Zielgruppe.

  • Turn up Charlie ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Sarah Wiener ⭐️⭐️⭐️⭐️

Krasser Gegensatz zu „Conan“. Ja, es ist mir klar, dass eine ist ein amerikanischer Comedian, das andere eine österreichische Köchin. Der Unterschied ist Menschlichkeit. Die Sendung von Sarah Wiener fällt für mich in die Kategorie „Sachen machen“. Sie geht los, und verlässt ihre Komfortzone. Sie macht ihre Gegenüber nicht lächerlich, sondern versucht mit ihrer Art in die fremde Welt einzutauchen. Einmal auf einem Fischer-Boot. Sie kocht, sie nimmt Fische aus, wird Teil der Crew, hält den Seegang aus, fragt die Leute, warum sie tun, was sie tun, und läßt Raum für die Antwort. So auch im Olympia-Vorbereitungs-Trainingskurs oder im Kloster. Das habe ich mir sehr gerne angesehen. Das war ein schöner Sonntag-Nachmittag. 

  • Real Detectives Staffel 1 und 2 (Keine Ahnung, warum ich mir sowas ansehe.)
  • Fleabag Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Klare Empfehlung. Ich mochte die erste Staffel schon sehr gern, und auch die Zweite hat mich nicht enttäuscht. Ich hatte kurz Sorge, wie es mit Fleabag weiter gehen soll, ob die neue Staffel nur ein Abklatsch ist… aber nein. Sie ist immer noch wütend, rennt durch London und versucht ihren Scheiß geregelt zu kriegen; chaotisch, exzentrisch, liebenswert – trotz allem. Ich mag diese schnodderige Erzählform, dieses shakespeareske. Fleabag schaut in die Kamera und kommentiert immer das Geschehen. Mich spricht sie sehr an. Mehr davon, bitte. Ich hab noch nicht genug. 

  • Dead to me – abgebrochen

Das fing eigentlich nett an. Doch das Ende der ersten Folge war so ätzend; das habe ich schon tausend mal gesehen. Ich ahne, was passiert. Und finde es blöd. Ich dachte trotzig „Och nö!“ und werde es dabei belassen. 

Getan 

Musik

Internetkram

Und, was hast du so geguckt/gelesen? Erzähl´s der Carolin.

Monatsrückblick Februar 2019

Tops und Flops im Februar

Filme:

  • Handsome Devil ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Bridge Teil 2 ⭐️⭐️⭐️
  • Kong: Skull Island ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Bob, der Streuner ⭐️⭐️⭐️⭐️

Serien:

  • Black Earth Rising Staffel 1 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Titans Staffel 1 – abgebrochen
  • The Conners ⭐️⭐️⭐️
  • The Expanse Staffel 3 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Umbrella Academy ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Shameless Staffel 8 ⭐️⭐️⭐️

Bücher:

  • Mascha Kaléko – Mein Lied geht weiter ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Joseph Conrad – Herz der Finsternis ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ian McEwan – Nussschale (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️
  • Schwarz Weiß Gedichte ⭐️⭐️
  • Die schönsten Gedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Konzepte Nr 37 / 2018 ⭐️⭐️⭐️⭐️

Musik: in der Dauerschleife

Getan:

  • Solo-Lesung: London in Love (Nachlese)
  • Jumping Kurs. Der Turnverein hat einen Schnupperkurs angeboten und da ich neugierig war, bin ich da hin gegangen. Und was soll ich sagen: Es war sehr toll.
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  • Kleidertauschparty
  • Kinder – und Jugendwochen in Stuttgart


Wir waren neulich im Schreibbuden-Einsatz bei den Kinder- und Jugendbuchwochen in Stuttgart. Ingo hat eine Schreibmaschine mitgebracht, für die Kinder, damit sie das Ding ausprobieren können. Seine „Monika“ ist robust, die hält auch mal aus, wenn man alle Tasten gleichzeitig drückt. Ich wiederum fand es faszinierend, dass sich ein paar der Kinder über eine Stunde mit der Schreibmaschine auseinander gesetzt haben, und viele gute Fragen hatten. 

Warum ist die Tatstatur so angeordnet? 
Wie schnell kann man damit schreiben?
Wo sind die Zahen? 
Was passiert, wenn ich DA drücke? 🙂

Leute, wenn ihr noch so ein altes Ding auf dem Dachboden habt, dann stellt das gute Stück doch ins Kinderzimmer. Erst ist die Mechanik faszinierend, dann die Welt der Buchstaben. Und es ergeben sich tolle Gespräche. Ich habe das gestern sehr genoßen.

Monatsrückblick Januar 2019

Ich bin ein bisschen spät dran, aber hier sind meine „Tops und Flops im Januar“ und da ich jede Menge Namen nenne, fällt das wohl unter [Werbung]. Na ja.

Filme:

  • Six days ⭐️⭐️⭐️
  • Bone Tomahawk ⭐️
  • El Autor ⭐️
  • I am Michael (OmU) ⭐️
  • Eine dumme und nutzlose Geste ⭐️⭐️⭐️
  • The Drop – Bargeld ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ein Kind zur Zeit ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Ballad of Buster Shruggs ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Hidden Figures ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Das Haus der geheimnisvollen Uhren ⭐️⭐️⭐️
    • Ich habe diese Sorte Film satt. Vermutlich bin ich, ohne es zu merken, aus der Zielgruppe raus gefallen, aber ich habe den Eindruck diese Story so oder so ähnlich schon hundert Mal gesehen zu haben. Zudem ärgert mich die Einfallslosigkeit. Warum muss man bei einem Kinderfilm, auf Biegen und Brechen noch jemanden in eine Nazi-Uniform stecken? Und warum ist das Böse dann immer so etwas übertrieben Häßlich und Totes? Ich will diesen Gedankengang kurz erklären und muss einen Bogen zu Harry Potter schlagen. Voldemort ist für mich abstrakt, das hat nichts mit mir zu tun, oder mit meiner Realität, die ich als Kind wahrgenommen habe. (Kaum zu glauben, aber als Harry Potter erschienen ist, war ich noch Schülerin. Jaja, lang lang ist´s her.) Professor Umbridge dagegen, die verkörpert für mich das Böse. Die ist gemein, die behandelt Harry ungerecht. Sie kann man nach Herzenslust hassen und beschimpfen während man liest oder den Film schaut. Kinder kennen diese Sorte Erwachsenen, damit können sie sich identifizieren. Und wenn dann die Weasley-Zwillinge ihr Feuerwerk im Schloß zünden, und die blöde Umbridge endlich ihren wohlverdienten Arschtritt kriegt, das weckt bei mir Emotion, da lebe ich mit.
    • Ein komischer Typ, wie hier in dem Uhren-Film, der die Welt vernichten will, bleibt konturlos, langweilig, nichtssagend. Das macht nichts mit mir. Ich denke nur, ach schau an, wieder einer, der ohne das ich die Gründe dafür verstehe, die Welt in seiner Gesamtheit zerstören will. (Was macht so ein Bösewicht eigentlich, wenn er es schafft? Hockt der dann ganz allein in seinem Haus und guckt sich alte Filme an, bis er dann einsam stirbt?) Ich verstehe es also nicht. Das seltsame Kind, das eigentlich auch nichts mit der Sache zu tun hat, erkennt dass es seltsam ist, feiert das dann und irgendwie löst sich dann alles in Wohlgefallen auf. Langweilig. Danke auch.

 Serien:

  • Luther Staffel 3 & 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Der Gefangene ⭐️⭐️⭐️
  • Salvation – abgebrochen
  • Aufräumen mit Marie Kondo ⭐️⭐️⭐️
  • Sex Education ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Ich mag Asa Butterfield sehr, und ich muss alles gucken, was der Bub so macht. Die Serie hier hat viel Spaß gemacht, auch wenn ich es total abgedreht und übertrieben fand. Also wäre ich 16 Jahre alt und hätte nach dieser Serie den Eindruck alle meine Altersgenossen haben schon derartig abgeklärte Sex-Probleme, ich wäre ja sehr verstört. 😉
  • Maniac – abgebrochen
  • The Crown Staffel 1 & 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Boah, Philip, dieses nörgelnde Kleinkind und die Männer, mit ihren fragilen Egos, die gehätschelt werden müssen. Meine Güte. Das ist ein Leben, unterworfen von vielen Regeln. Starren, alten Regeln. Ich bin selbst überrascht wie sehr mich die Serie gefesselt hat. Als Königin hat die Frau ja ständig Angst, dass die Monarchie zusammen brechen könnte. Es ist ein unfreies Leben, von anderen angezogen werden, nichts sagen oder meinen dürfen, nichts zu tun, nur Termine und Pflichten. Krass. Ich warte sehnsüchtig auf die nächste Staffel.
  • Star Trek Discovery Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Für mich ist die Serie Pflichtprogramm, als alter Treckie. Live long and prosper. 🖖

Gelesen

  • Die Geschichte der Bienen (Hörbuch gelesen von Bibiana Beglau, Markus Fennert und Thomas M. Meinhardt) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Emily Dickinson – Gedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mittagsstunde (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Eine Geschichte über das Vergehen von Zeit. Nicht die Figuren sind die Hauptprotagonisten dieser Geschichte, sondern das Dorf selbst: Brinkebüll. Ich mag die Art, wie Dorte Hansen erzählt. Und ich mag die Art wie Hannelore Hoger liest. Sie klingt dabei wie ein betrunkener Matrose, der mir in einer verratzten Dorfkneipe eine Geschichte erzählt. Sie brummelt und nuschelt, sie schnackt, es ist ein Fest. Ich habe mich auf dem Sofa in eine Decke gewickelt, das Licht ausgemacht und bin eingetaucht in diese Stimme, in dieses Dorf. Verschwunden, quasi in der Mittagsstunde. Seit vielen Jahren schon mag ich Geschichten wie diese: Ein ganzes Leben. Im Dorfgeschehen ist es nur ein kleiner Ausschnitt. Aber für mich als Zuhörerin, meine ich Großvater Sönke wirklich zu kennen, von der Wiege bis zu seinem Tod. Dorte Hansen legt die Geschichte zusammen, wie ein Puzzle, vom Rand nach innen. Ich verstehe irgendwann die Zusammenhänge, erkenne die Lebenslügen. Da sie aber alle Figuren gleichwertig beschreibt, mit Kanten, Ecken und schwarzen Flecken, ganz ohne zu urteilen und mir aufzudrängen „Dieser ist ein Guter, jene eine böse Frau“, kann ich alle gleich mögen. Jedem auf Socken nachschleichen. Hier steckt so viel Charakter drin, so viel Menschlichkeit, man wird ja fast zum Philanthrop. 😉

Getan

Ich war im Kino (Der Junge muss an die frische Luft – ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️) und ich war in einem neuen Sportkurs, weil es mir zum Joggen aktuell zu kalt ist: Jumping.

Auf dem Trampolin hüpfen ist anstrengend, macht aber irre viel Spaß. Ich mag es, wenn die Musik in der Magengegend wummert. Unsere Kurs-Leiterin hat einen Musikgeschmack, den ich teile. Ich fühle mich augenblicklich wieder wie ein Teenager. Und dann stampfen wir den Frust einer ganzen Woche in das Trampolin hinein, es ist großartig. Kann ich jedem empfehlen, der Spaß daran hat sich so zu verausgaben.

Gehört, in der Dauerschleife

Gespielt

  • Rayman Adventures. Immer noch und mit Begeisterung.

#BulletJournalMonthlyLog