(W)Ortreich-Lesung

Wortreich-Lesung in Tübingen

Das war also unsere kleine Wortreich-Lesung im Tübinger Vorstadttheater. Wir vom Autorenstammtisch haben unsere Anthologie vorgestellt und das Publikum hat fleißig gespendet. Der Erlös der Veranstaltung geht an die Stuttgarter Tafeln. Unser Herausgeber Joachim Speidel hat den Abend toll moderiert und kriminell mitgelesen, vielen Dank dafür! Der Abend war echte Teamarbeit, dank Eleonore Wittke, Rudolf Georg, Elke Reinauer und Birgit Juresa. Ja, und meinereiner natürlich. Schee wars.

Im Linden-Museum, Stuttgart

Ich bin zurück von meinem kleinen Recherche-Ausflug. Das war ein voller, toller Tag. Anstrengend auch. 🙂

[Zur Erklärung: Für die Drachenfortsetzung brauchte ich ein bestimmtes Wort. Im Deutschen wurde ich nicht fündig. Im Japanischen gibt es dieses Wort, und wenn ich nach langer Suche so ein Schätzchen finde, macht mich das sehr glücklich. Und wie das so ist, man gelangt von einem Klick zum nächsten, irgendwann war ich dann bei der Bauweise von japanischen Bauernhäusern und auch davon wird etwas ins neue Buch einfließen. Die Museumsführerin erzählte viel über Essen & Trinken in Japan, über die Teezeremonie im Besonderen. Sie erzählte aber auch über Apnoe-Taucherinnnen, was ich extrem spannend fand. Ich werde mich in der Richtung noch weiter einlesen. Jedenfalls.]

Bahnhof Spaichingen

Ich war auf einer Japan-Exkursion, organisiert von der VHS. Wir haben uns eine typische japanische Straße in der Museums-Variante angeschaut. Dazu gab es eine kleine Führung und anschließend sogar eine Tee-Zeremonie. Wir haben von einer richtigen Teelehrerin alles erklärt bekommen und wurden dann sogar verköstigt. Ich habe noch nie Matcha-Tee getrunken, fand es sehr lecker. Das werde ich wiederholen. Ich finde ja, so eine Tee-Zeremonie wirkt wie eine Meditations-Übung. Ich war hinterher total entspannt und zufrieden. Dazu gab es noch ein Gebäck, ich glaube es war rote-Bohnen-Kuchen. Auch sehr fein. Das Küchlein half aber nur wenig über den Bärenhunger hinweg, denn wir hatten. So viel Input macht hunrig. Wir sind zum Koreaner marschiert und haben dort die Schalen leer gefuttert, als ob wir drei Tage nichts zu essen bekommen hätten. Am Schluß bin ich noch in einem Bastelladen gelandet und dort ein bisschen eskaliert. Neue Stifte, neue Zeichnen-lernen-Bücher, als hätte ich noch nicht genug. Also Schreibwaren kaufen und Schreibwaren benutzen, das sind zwei verschiedene Hobbys. Ich hoffe, da sind wir uns einig. 😉

Der Tag endete, mit einer zweistündigen Zugfahrt und einem schreienden, unzufriedenen Baby. Armes Ding.

Lesung in Göppingen

Göppingen; das war der Abend, als Dorothea den Kosmos gefragt hat, aber alles ein Missverständnis war. Volker guckte „Ein Kilt für alle Fälle“ bei Verflixtnet und spoilerte wild. William ist tot. Caro lag unter dem Dachfenster und ist alt genug für den Albverein. Rainer wollte zum Fußball nach Berlin, feierte dann aber keinen Geburtstag. Ingo erstellte eine Facebook-Veranstaltung. Gott gefällt das.

Unser Jörg Rock ‚n‘ Roll Diktator verlor seine Brille, machte aber trotzdem Musik.

Alles normal hier. Weiter geht es am 6. November im Blauen Haus, Böblingen.

Stadtbibliothek Göppingen

Kaffeebucht, Heilbronn

Schreibbude: Das war der wunderschöne Nachmittag in der Kaffeebucht, mit erfrischender Limetten-Limo, Zwetschgenkuchen, schönen Gesprächen und vielen Aufträgen. Ingo und ich haben in die Tasten gehauen, Nick lieferte per WhatsApp noch drei Limericks dazu. Alles normal hier. Morgen gehts weiter, mit der Schreibbude in Stuttgart.

Ingo im Einsatz
Limerick von Nick

Abends fand dann noch das Screening für das Kurzfilm Festival 2021 auf der Inselspitze statt. Schlechte Filme bekommen die rote Karte. Damit entscheidet das Publikum, welche Kurzfilme es in das Programm des 18. internationalen Low & No-Budget-Kurzfilmfestivals im September übernommen werden.

Knotenpunkt Inselspitze

Heilbronn; das war der Abend, als Rainer sich ne gute Antwort auf die Frage „Was denkst du?“ überlegt hat. Aber er ist leider ein Spielverderber. Das war auch der Abend, als Ich mit einem jungen Hund versucht habe, den Guten vom schnarchen abzuhalten. Volker randalierte mit Roderich durch die Weststadt und ist leider keine 15 mehr. Das sieht man. Ingo ließ uns an den Weisheiten seines Vaters teilhaben, Erziehung ist voll sein Ding. Alles normal hier. Morgen gehts weiter mit der Schreibbude in der Kaffeebucht, Heilbronn.

Knotenpunkt Inselspitze, Heilbronn
Open Air Lesung der get shorties Lesebühne, Heilbronn 2021

Nach Heilbronn zu fahren ist immer eine wilde Fahrerei. Aber ich wurde mit einem schönen Sommerabend belohnt. Open Air Veranstaltungen sind immer etwas besonderes. Einfach einen Tick toller, so insgesamt. Auf der Inselspitze ist der Lärm von der Straße eine ziemliche Ablenkung, doch unser Publikum war ganz bei uns und hat sehr aufmerksam zugehört. Ich hätte da ja Schwierigkeiten. Als Lesende unterliege ich einem gewissen Tunnelblick 😉 Jedenfalls. Ich habe schöne Gespräche geführt, mehrfach Lob bekommen für unsere Darbietung und mich über bekannte Gesichter gefreut. Manche Zuschauer sind so treu, die kommen seit Jahren immer wieder, und fragen dann auch: „Wo ist denn der Nick heute?“ Wir waren in der Urlaubsbesetzung, also mit halber Mannschaft da.

Schee war´s.

Caro

Medea

Hello!

Euripides – Medea

Lass uns über Bücher reden. Ich habe mir das Theaterstück „Medea“ angeschaut und dazu das kleine Reclam-Heftle gelesen, ich habe mir den Stoff also vollumfänglich rein gezogen. Es ist nicht alles schlecht an dieser weltweiten Pandemie. Als nämlich das Theaterstück in London aufgeführt wurde, wollte ich zwar hin, konnte aber keine Karten ergattern, was soweit okay war, Urlaub hatte ich nämlich auch nicht. Jetzt, während alles, was irgendwie mit Kultur zu tun hat, zu ist und die ganze Branche nach Wegen sucht, um die ZuschauerInnen zu erreichen, wird wie wild gestreamt und das Netz glüht. So konnte ich mir das Stück nun für 10 Euronen ausleihen und daheim angucken. So günstig bin ich wohl noch nie an Theaterkarten gekommen. Und jetzt würde ich gern meine Gedanken mit dir teilen, dabei muss ich aber wild spoilern, ohne geht es nicht. Also falls du das Stück noch nicht kennst, aber vorhast, das Buch und/oder das Theaterstück zu gucken und jetzt auf keinen Fall das Ende wissen willst, dann klick jetzt bitte weg. Ich hab genug Beiträge hier, du findest sicher was anderes. 

Noch da? Okay. Also. Medea. Wir fallen als Zuschauer mitten hinein: Jason hat seine Frau Medea und die beiden gemeinsamen Kinder verlassen. Natürlich für eine Jüngere, eh klar. Das Froileinchen ist obendrein ein Königskind, das ist auch noch wichtig. Medea, die Gekränkte und Verlassene wütet. Wir erfahren die Umstände, wie sie ihr Vaterland verraten und den Bruder ermordet hat, der Liebe wegen, für Jason. Das nennt man foreshadowing – wenn einem klar wird, was sie alles für die Liebe getan hat, muss man sich nicht wundern, wozu sie aus Rache fähig ist. Allerdings richtet sich ihre Wut nicht in die Richtung, die man vielleicht erwarten würde.

Beim Theater geht es darum mich als Zuschauerin zu überzeugen. Film und Fernsehen funktionieren anders. Wir sind uns hoffentlich einig, dass es unzählige Filme gibt, die man sich getrost hätte sparen können. Ich meine blödsinnige Handlungen, hölzerne Dialoge und DarstellerInnen, die nur hübsch aussehen. Wie oft müssen die Spezialeffekte solche Dinge ausgleichen? Im Theater ist eine Geschichte aufs wesentliche herunter gebrochen, fast nackt. Da wird nichts kaschiert und es hilft kein Requisit, wenn die DarstellerInnen nicht 100 % geben. Vor ein paar Jahren war ich in London und habe mir „The Goat“ angesehen. Ein Kerl verliebt sich in eine Ziege. Ja, richtig gelesen. Er spricht von einer Liebesbeziehung. Den Rest kannst du, wenn du willst, in diesem Blogbeitrag nachlesen. Worauf ich hinaus will: Entweder die DarstellerInnen oben auf der Bühne machen ihren Job jeden Abend absolut großartig und in dem Fall sitzen Leute wie ich auf der Stuhlkante und hibbeln vor Aufregung, oder es werden 1000 Leute unruhig und zücken ihr Handy um zu gucken wie lange dieser Unsinn hier noch dauert. Ich für meinen Teil saß da im Zuschauerraum und war überzeugt, völlig und gänzlich, dass Martin wirklich in Sylvia verliebt ist. Es ist absurd. Und trotzdem dachte ich keine Sekunde daran, ob und wie eklig das Szenario ist. Ich wollte wissen wie es weiter geht. Ich sehe und empfinde mit den Darstellern, und ich verstehe warum es so kommen muss. 

Zurück zu Medea. Sie hat also schon ein paar grausige Taten hinter sich. Nun läßt ihr Mann sie im Stich, wendet sich ab und bricht sein Versprechen. Einzig Kreon, der Vater der Braut schätzt die Lage richtig ein. Er fürchtet sich vor ihr, weil er weiß, wozu sie fähig ist. Also befielt er ihr, dass sie mit den Kindern das Land verlassen muss. Da sie nicht zurück kann, sie hat keine Familie mehr, keine Heimat, wächst ihre Verzweiflung ins Unermessliche. Wohin? Was tun? Allerdings wächst auch die Wut. Sie schmiedet einen Plan, den Ex-Mann und seine Braut zu ermorden. Doch dann fällt ihr etwas anderes ein. Sie bittet Kreon um einen Tag Schonfrist. Schließlich gilt es eine Flucht zu organisieren. Er sagt noch sinngemäß und lapidar: „Gut, was kannst schon Schlimmes an einem Tag anrichten?“

Eine Menge. Sie tränkt ein Kleid in Gift. Sie umschmeichelt ihren Ex und schickt die beiden Kinder mit Geschenken auf das Hochzeitsfest. Sie sollen dort um Gnade bitten, um bleiben zu dürfen. Die Braut begnadigt die Kinder, jeder fasst ihr Auftreten, ihre Geschenke als Versöhnungsgeste auf. Sie zieht das Kleid an, trägt den Schmuck und stirbt schnell und grauenvoll. Kreon, der seine Tochter in den Armen hält, stirbt ebenfalls. In der Zwischenzeit vollendet Medea ihren Racheplan, wahnsinnig geworden, irr vor Trauer und doch ganz klar: Was ist das schlimmste, was sie ihrem Ex-Jason antun kann, ohne ihn zu ermorden? Sie mordet seine Kinder. Es sind auch ihre, aber sie will ihm so sehr weh tun, dass sie sich das selbst antut. Und da schließt sich der Bogen. Im Theater geht es darum zu überzeugen. Das Reclam-Heftchen konnte das nicht. Die Theatervorstellung mit Helen McCroy in der Hauptrolle, konnte es. Es gab keine Möglichkeit und keine andere Chance für diese Frau, für diese Geschichte. Sie musste genau so ausgehen. Ich saß hier, zuhause, auf der Kante meines Sofas und murmelte „Sie wird doch nicht, nein, sie wird doch nicht…“ Und dann: tot. Beide Jungen. 

Medea ist keine Frau, die man mag. Das Stück ist keine leichte Kost, kein Vergnügen. Im Englischen gibt es das Wort „Fierce“. Heftig. Ich hab das Stück auf Englisch gesehen, daher fierce. Es war heftig. Intensiv. Helen McCrory zuzusehen, wie sie als Medea wütet und trauert und den Verstand verliert und mordet. Meine Güte, war das heftig. Und glaubwürdig. Ich fühlte mich… und das ist, warum ich so gern ins Theater gehe… ich fühlte mit. Ich verstand es. Das heißt nicht, dass ich ihre Tat gutheiße. In der Theorie, ganz sachlich und klar, würde ich sagen: Niemals, nie nie nie, ist Gewalt akzeptabel oder eine Lösung oder das Mittel zum Zweck. Aber da im Zuschauer(Wohnzimmer)raum, anderthalb Stunden lang, dachte ich, das geht nicht anders. Es musste so kommen. Ich bin überzeugt. 

Man, wie mir das Theater fehlt. 

Gefällt es dir hier?

Ich veröffentliche hier Kurzgeschichten, Rezensionen, Miniaturen. Was mich eben umtreibt. Wenn du mich unterstützen möchtest, dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel; kauf (und bewerte) meine Bücher. Jeder Stern zählt. Komm zu den Lesungen der get shorties Lesebühne. Oder versorge mich mit Lese-Stoff, dann kann ich neue Rezensionen schreiben. Literatur leben, lieben, leisten. *it´s the Write thing to do.

Merci mit Knicks.

Nina in Love

Taschenbuch

11,99 €

Termine im März

Gruppenbild get shorties Lesebühne 2019
Gruppenbild get shorties Lesebühne 2019

Ja, richtig gelesen. Termine. Und plural. Uijuijui.

Das Kulturzentrum Merlin in Stuttgart bietet die „get shorties Lesebühne 2.0“ an. Uns gibt es jetzt digital. Das bedeutet, wir zeichnen auf der Bühne des Merlin eine Lesung auf, und du kannst dir das Spektakel dann drüben auf dem YouTube-Kanal des Merlin anschauen. (liken und abonnieren nicht vergessen, gell!) Die erste Lesung, die wir im Februar schon gemacht haben, Take One, quasi, kannst du dir hier ansehen.

Es gibt ein Best-of an Texten, attraktiv sind wir immer noch, auch wenn die Haare inzwischen etwas wild sind, und du musst gar nicht viel tun. Nicht mal eine richtige Hose anziehen. Das Merlin stellt die Aufzeichnung kostenfrei zur Verfügung, das Ganze wird gefördert durch das Staatsministerium für Kultur und Medien. Du kannst, und es wäre hübsch wenn du es tätest, das Merlin aber mit einem Ticket bzw. Gutschein unterstützen.

Jedenfalls. Es geht weiter. Und zwar am:

05. März 2021 / 18 Uhr

19. März 2021 / 18 Uhr

Ich finde ja, jede Kultureinrichtung sollte seinen eigenen Blitzer haben. Dann wird das Bußgeld nicht an die Stadtkasse bezahlt, sondern ans Kulturamt oder eben Einrichtungen wie das Merlin. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung, was weiß ich schon. 

Und der Gäubote hat einen hübschen Bericht über unsere Zoom-Lesung, die wir letzte Woche veranstaltet haben, geschrieben. Die Stadtbibliothek zusammen mit der VHS Herrenberg haben das organisiert und ich war echt überrascht, wie gut das ging. Und das Leute kamen, sich das anschauten, und Spaß daran hatten. Als vor Monaten mein Autoren-Stammtisch meinte, wir machen unsere Treffen nun mit Zoom, habe ich mich zuerst gewehrt.

Muss man immer alles ins Netz zerren? Funktioniert das? Ist das dann noch so schön wie ein Präsenz-Treffen?

Diese ganze Chose hier dauert schon wesentlich länger als… auch, erwartet hab ich das ja nicht. Ich weiß gar nicht wie ich den Satz fortführen soll. Die Chose dauert lang. Zu lang. Ach. Jedenfalls. Ja, das Essen und reale Begegnungen fehlen mir, aber der Stammtisch funktioniert immer noch gut. Wir machen Themen ab, diskutieren, das ganze wird ein klein wenig moderiert, damit jeder seine Rede-Zeit bekommt und ich staune. Inhaltlich sind unsere Treffen so schön wie eh und je. Ich genieße unseren Austausch. Mit anderen AutorInnen nach Herzenslust über Schreibthemen quatschen… toll. Und jetzt eben auch eine Lesung. Der Applaus kommt im Chat mit Emojis. Aber es funktioniert. Nur das zählt. Nick hat Musik gemacht. Wir, also vier AutorInnen haben gelesen, das Publikum hat was geboten gekriegt. Und darauf kommt´s an. Und trotzdem hoffe und freue ich mich auf den Moment, wenn wir wieder auf eine Bühne dürfen, unter Leute, mit richtigen Begegnungen. Das wird super.

Link-Liste

Lese-Monat Oktober 2020

Lese-Monat Oktober 2020
Mein Lese-Monat Oktober 2020

  • Diana Hillebrand – Heute schon geschrieben? Band 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Stephen King – Blutige Nachrichten (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Nina George – Die Schönheit der Nacht ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Konzepte -Zeitschrift für Literatur 39/2020 (Link: Konzepte)
  • Qwertz 3/2020 (Link: BvjA)
  • Die Feder Nr. 123 (Link: VS)
  • Bill Watterson – There´s Treasure Everywhere (Calvin and Hobbs #10) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Gerard Way & Gabriel Ba – The Umbrella Academy Band 2 / Dallas ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Steffen Gumpert – Der bleiche Hannes (Graphic Novel) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Neil Gaiman – Traumjäger ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (Link: Rezension)

Lese-Challenge 2020 / GoodReads / Lovelybooks

Fazit:

Nina George hat mich mal wieder am Schlafittchen gepackt. Zuerst kam ich nur mühevoll in die Geschichte rein, ich fand einige Beschreibungen zu blumig. Das liegt aber nicht an der Autorin, sondern an meiner Stimmung. Jeder Roman, vor allem Liebesromane brauchen ja ein gewisses Maß an Kitsch und Schmalz. Ich halte das aber nicht immer gleich gut aus. Als ich mich auf die Geschichte endlich einlassen konnte, also in Stimmung dafür war, habe ich wieder das halbe Buch mit Bleistift unterstrichen. Ja, ich mache solche Dinge: Anmerkungen, ins Buch, aber auch eigene Notizen, wenn mir Passagen gut gefallen, mit Unterstreichungen und allem drum und dran. Ich mag Claire und Julie, und ich mag was Nina George mit mir als Leserin macht. Ertappt, denke ich dann oft. Sie schaut mich an, findet Worte, wo ich keine habe, nur ein Gefühl. Und das ist toll. Das macht Lesen für mich aus. Sich selbst entdecken, ein bisschen besser verstehen, Sprache finden, wo vorher nur Unbestimmtheit war. Großartig.

Wenn ich „Calvin und Hobbes“ irgendwo sehe, dann denke ich an die Peanuts und frage mich jedes Mal, ob das vom Autor so gewollt ist. Nun bekam ich zum ersten Mal einen Band in die Hände. Meine Neugier war noch nie so groß, als das ich mir einen Comic selber gekauft hätte. Keine Ahnung woher diese Vorbehalte kommen, es ist auch egal. Jetzt brauche ich die Gesamtausgabe, ganz klar. Ich liebe Gesamtausgaben, ganz grundsätzlich. Mein innerer Monk feiert dann hart. 😉 Zurück zu Calvin und Hobbes. Ich bin vollumfänglich in der Zielgruppe und zähle mich ab jetzt zu den Fans. Ich liebe den Einfallsreichtum von Calvin (bzw. von Bill Watterson). Allein die Variationen der Schneemänner – ich habe herzlich gelacht. Wegen mir müsste es nicht so brutal zugehen, Calvin kriegt ja entweder von Mo auf die Mütze, Hobbs springt ihn an, oder Sofie (die mich an Lucy erinnert) watscht ihm einen Schneeball ins Gesicht. Er ist faul, aber klug, ängstlich und mutig, er hat einen tollen Sinn für Humor. Mehr davon, bitte.

„Blutige Nachrichten“ besteht aus vier Kurzgeschichten. Das habe ich aber erst beim Hören kapiert. Bei Stephen King, gelesen von David Nathan, mache ich mir nicht die Mühe, den Klappentext zu lesen. Das ist eine Kombi, die für mich immer funktioniert, da muss ich nicht erst nachschauen, ob mich das alles interessiert. Tragisch ist, dass es die Der-dunkle-Turm-Reihe NICHT von David Nathan gelesen gibt. Sonst hätte ich dieses Abenteuer schon LÄNGST erneut angetreten. Das wabert mir schon lange im Hinterkopf herum, diese großartige Reihe nochmal zu lesen oder zu hören. Ich werde mir das Hörbuch wohl zähneknirschend kaufen, auch ohne meinen Lieblingssprecher. Oder soll ich die Graphic Novel kaufen, hm??

Jedenfalls. Holly Gibney. Sie bekam in „Blutige Nachrichten“ eine eigene Kurzgeschichte. Stephen King hat in mehreren Interviews gesagt, dass sie sein Lieblingscharakter sei, und da bin ich ganz bei ihm. Die anderen drei Geschichten waren auch gut, aber eben nicht Holly-gut. Und bei der Gelegenheit habe ich bemerkt, dass ich ein Buch mit ihr verpasst/übersehen habe. „The Outsider“. Ich war in der Bücherei, gleich nachdem ich mit diesem Hörbuch durch war. Gab es – gelesen von David Nathan. 19 Stunden gruseln und mitfiebern. Ach, so ein neuer Lockdown, der kann mir gar nichts. Ich bin versorgt.

Ich hoffe, es geht dir gut.

~Caro

Lese-Monat August 2020

  • Kathryn Lasky – Clan der Wölfe Band 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Dale Carnegie – Sorge dich nicht, lebe! ⭐️⭐️⭐️
  • Rachel Joyce- Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Basiswissen Aquarellmalerei ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Paula Henderson, Adam Vornehmen – Die Welt der Baumhäuser ⭐️⭐️⭐️⭐️

Fazit:

Dale Carnegie und ich werden keine Freunde mehr. Leider. Im Prinzip ist das alles richtig, was er sagt/schreibt. Aber meiner Meinung nach ist es nicht mehr zeitgemäß. Die Bücher sind auch schon ein paar Tage alt, da darf das sein und ist nicht schlimm. Aber eine Anleitung, wie ich mich in einen Burnout hinein arbeite, brauche ich nicht wirklich. Zwischendurch, als es um das Thema Müdigkeit ging, habe ich kurz aufgehorcht. Da waren ein paar Tipps dabei, die ich hilfreich finde. Aber mehr habe ich dann nicht aus dem Buch heraus genommen und würde es nur bedingt weiter empfehlen.

Mit dem „Clan der Wölfe“ bin ich bei Band 4 angelangt. Das ist solide Arbeit, das kann man gut lesen. Ich bin jetzt nicht über die Maßen begeistert, in Band 4 störte mich die Selbstmord-Thematik, die ich für Kinder nicht so geeignet finde. Aber grundsätzlich mag ich die Charaktere, allen voran Faolan und seine Freunde. Sie sind Aussenseiter, eigentlich. Gleichzeitig nicht, weil sie ja die Fugen ihrer Welt zusammen halten. Er lebt in zwei Welten; die der Wölfe und der Bären und die Bereicherung, die sich für ihn daraus ergibt, schimmert durch alle Bücher bzw. seine Abenteuer. Wer also Kinder in dem Alter hat (Leseempfehlung ab 10 Jahre), kann ihnen gut diese Reihe ans Herz legen. Die ersten drei Bände haben mir sehr gut gefallen, das war spannend und schön zu lesen. Ich hab noch zwei Bücher vor mir und bin sehr auf das Ende gespannt. In allen Büchern baut die Autorin etwas Mystisches um Faolan auf – wer oder was ist Faolan in dieser und jener Welt!? Ich hab eine Theorie. Und ich will wissen ob ich Recht habe. Ich bleibe dran. 🙂

Wer mir bei Instagram folgt, weiß, dass ich mich mit verschiedenen Mal-Stilen beschäftige. Doodeln, im Sinne von kritzeln, täglich ein bisschen, aber auch richtig Zeichnen lernen und aquarellieren. Ich habe einen Stapel Bücher zu diesen Themen zuhause, lese hier hinein, probiere da eine Übung, versuche das umzusetzen, was mir angeraten wird. Das „Basiswissen Aquarellmalerei“ habe ich inzwischen ganz ausgelesen und finde es ist das beste Buch mit dem ich gerade arbeite. Wie gesagt, es sind aktuell vier oder fünf gleichzeitig, ich habe also Auswahl- und Vergleichsmöglichkeiten. Es werden verschiedene Techniken erklärt, die man immer wieder am gleichen Motiv ausprobieren kann. Ich finde es sehr hilfreich, dass hier Empfehlungen ausgesprochen werden, welches Papier zur Übung passt, welcher Bleistift und welche Farben verwendet werden sollen. Bis jetzt fehlt mir in all meinen Büchern eine Übersicht, welcher Bleistift für was geeignet ist. Ich mache, nur als Beispiel, die Übungen in meinem Naturbuch „Die Kunst des Zeichnens“ und nirgends gibt es eine Empfehlung oder Erklärung, welcher Bleistift (hart, weich, mittel) für welche Übung gedacht ist, obwohl es eine Bleistiftbox zu den Büchern dazu gibt. Mir würde das sehr helfen. Ich probiere also Sachen aus und stelle dann fest: Nee, so geht es nicht, damit erziehle ich nicht den Effekt wie in der Vorlage zu sehen ist. Vielleicht ist das aber auch zu viel verlangt von einem Buch und ich müsste mal einen Kurs machen. Allerdings richtet es sich ja an Anfänger wie mich. Zudem werden Übungen auf gegenüberliegenden Seiten gestellt. Sobald man das Buch zuklappt, verschmieren beide Bilder und hinterlassen Abdrücke auf der jeweils anderen Seite. Ich habe mir daraufhin ein Fixativ-Spray gekauft und das Problem damit gelöst. Diesen Tipp bekam ich im Bastelladen. Im Buch stand davon nichts. Dieser Tipp gehört, m. E. ins Buch und zwar ganz an den Anfang. Just my two cents.

Jedenfalls.

Mir ist noch etwas anders aufgefallen, was nichts mit den Büchern zu tun hat, was mich aber dennoch beschäftigt. Seit ich meine Übungsbilder herzeige (#ausmeinemNotizbuch) werde ich regelmäßig gefragt, ob ich dann irgendwann meine eigenen Bücher illustriere. Ob ich meine Bilder verkaufe. Ich wurde sogar gefragt, ob ich einen anderen Job anstrebe. Ich staune über diese Fragen und bin ein paar Mal sprachlos dagestanden. Ich kritzele Blümchen und putzige Tierchen in ein Notizbuch. Das ist alles.

Ich weiß gar nicht, warum alles, was man im Leben tut diesen Leistungsanspruch haben muss. Also im Sinne von nützlich und profitabel. Ich mache das um abzuschalten. Es macht mir Spaß, ich kriege den Kopf frei, der Hashtag dazu lautet wohl #Resilienz. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe regelmäßig Tage, da möchte ich laut „Scheiße“ brüllen und mich wie ein Kleinkind auf den Boden schmeißen vor Wut und Frust und Streß. Ich bin aber kein Kind mehr und ich darf niemandem eine Kaffee-Tasse an den Kopf werfen, also patsche ich Farben auf Papier, schaue zu wie sie trockenen und freue mich, wenn ich anschließend wieder ruhiger bin, weniger gestresst. Also kein Leistungsanspruch, kein Profit. Ich weiß was mir hilft, und das mache ich dann. Klingt komisch, ist aber so. Die kurze Antwort auf diese Fragen lautet also Nein, nein und nein. Die lange Antwort würde ein paar Fragen beinhalten. Und den erstaunten Ausruf: Chill mal. 😉

Off Topic

Im August, im Urlaub habe ich noch eine kleine Beobachtung gemacht, von der ich dir erzählen will. Ich saß in einem Restaurant, es war Abend, die Sonne war schon untergegangen und meine Begleitung und ich wollten noch einen Absacker trinken. Am Nebentisch saß ein Ehepaar, dass mir allein deshalb auffiel, weil sie sich so angeregt unterhielten. Das Gegensatz-Programm, dass ich deutlich öfter sehe, sind Menschen, die sich gegenübersitzen, schweigend und an ihrem Glas herum drillen oder sich suchend im Raum umsehen, ob den irgendwo anders etwas passiert. Mir ist das auch schon so ergangen. Da ist man tagelang im Urlaub miteinander und irgendwann weiß man einfach nichts mehr zu erzählen. Diese beiden, je ein Glas Wein in der Hand, saßen nebeneinander, sich zugewandt und hatten sich viel zu sagen. Ihnen gegenüber saßen zwei Buben, vielleicht zehn und zwölf Jahre alt. Lesende Jungs sehe ich nun wirklich selten. Die Beiden hatte je einen dicken Wälzer in der Hand, soweit ich das sehen konnte ein Fantasy-Werk. Zumindest wirkte das Cover auf mich – auf die Entferndung – sehr nach Drachen und Abenteuer. Ich hab mich nicht getraut zu fragen, was sie denn lesen. Aber ich habe mich an dem Bild erfreut, dass sie zusammen abgaben. Das es sowas gibt. Toll.

~Caro

Essay

Der bzw. das Essay, auch Essai genannt, ist eine geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht die persönliche Auseinandersetzung des Autors mit seinem jeweiligen Thema. Wikipedia

RANDNOTIZEN

Gestern Abend war ich beim BvjA-Stammtisch in Tübingen und davon will ich dir erzählen. Wir haben uns dieses Mal in kleiner Runde getroffen, aus Gründen. Das Thema lautete ganz grundsätzlich „Essays“, im besonderen lasen wir gemeinsam einen Text von Susan Sontag, in der Diskussion landetet wir aber schnell bei anderen Essayisten, unter anderem bei Michel De Montainge. Letzteren kenne ich nicht, ich habe noch nie was von ihm gelesen. L. meinte, das müsse ich nachholen. Diese beiden Bücher sind nun auf meine Want-to-Read-Liste gehüpft.

Inhaltlich fingen wir bei dem Thema „Fotografieren“ an, das wurde aber bald allgemeiner. L. las uns noch aus einem Buch vor (ich habe den Autor nicht aufgeschrieben, ich muss sie nochmals danach fragen), der mehrere Familienfotografien miteinander verglich und nach Ähnlichkeiten suchte. Das sich Familienmitglieder ähnlich sehen, ist ja jetzt keine bahnbrechende neue Erkenntnis. Allerdings, wenn man Fotografien von mehreren Generationen besitzt und dann ganz genau nachvollziehen kann, wessen Nase im Stammbaum (Tante Irmis Kartoffel-Zinken!) immer wieder zu finden ist, oder ein Zug um die Lippen, schräg liegende Augen, oder der Umstand, dass alle Männer der Familie bleistiftdünn sind… dann wird die Sache plötzlich sehr interessant. Wir sprachen also über den Wahrheitsgehalt von Bildern (vor Photoshop, Instagram und Co.), über den Informationsgehalt, und über den materiellen Reichtum, den es bedeutet hat, überhaupt Fotos anfertigen zu können. Also damals anno irgendwas. L. erzählte von einer Schreibwerkstatt, alle Beteiligten sollten zur ersten Stunde ein Kinderfoto mitbringen um damit theamtisch in die eigene Autobiografie einzusteigen. Diese Vorgabe führte bei einer Teilnehmerin zu bitteren Tränen. Sie besaß keine Kinderfotos von sich. Es lässt sich nun spekulieren, ob sie bzw. ihre Eltern Flüchtlinge waren und keine Fotos retten konnten. Oder ob die Eltern einfach keinen Wert auf Fotos legten bzw. es sich nicht leisten konnten. Heute besitzen sehr viele Leute ein Handy oder eine kleine Knippsi, es wird wild alles dokumentiert. Seit man nicht mehr auf 36 Bilder pro Film begrenzt ist, gibt es keine Unterschiede mehr – alles ist wertvoll, alles ist interessant, ein Daumenkino. Hundert Bilder Wegesrand.

Jedenfalls. Bald entstand die Idee, wir könnten ja auch einen Essay schreiben. Wir sind zwar keine Schreibgruppe, mit Textarbeit und co. Allerdings war die Idee eine von den Guten, die Lust dazu groß, einzig die Entscheidung zu welchem Thema wir einen Versuch starten könnten, machte uns ratlos. Ich habe vor einigen Jahren mal ein Reclam-Heftchen aus der blauen Reihe zum Thema „Essays schreiben“ gekauft. Damit bin ich aber grandios gescheitert. Nur weil mir ein Beispieltext gelungen erscheint, bin ich noch nicht in der Lage, selbst einen Essay zu schreiben.

Hast du dich schon mal an der Form ausprobiert?

Grundsätzlich gilt (für mich), wenn mich etwas interessiert, dann muss ich viel dazu lesen. Lesen, ausprobieren, try and error. Ich nehme also herzlich gerne Empfehlungen guter Essayisten an. 🙂

Das nächste Treffen ist Ende September. J. und E. fehlten gestern Abend, also werden wir wohl auch beim nächsten Stammtisch noch mal über Essays sprechen. Ich bin sehr gespannt, ob mir was dazu einfällt, und was die anderen machen. B. entschied sich einen Essay über das Thema/Wort „anwanzen“ zu schreiben. Das fiel gestern, L. und ich hatten das noch nie gehört. Eine kurze Recherche ergab: umgangssprachlich. Meine Lektorin würde mir das, in einem Manuskript nicht durchgehen lassen. Schade eigentlich, es hat Sound.

Wir sprachen auch noch über den Duden, über die 300 Wörter, die raus gefallen sind. Meine Frage lautet: Gibt es eine Liste im Netz oder in Buchform mit veraltetetn Wörtern, die keiner mehr verwendet? Hm?

~ Caro