Blöde Ratschläge?

Ich möchte einen neuen Get-Shorties-Text schreiben, die Vorgabe von Ingo lautet „Saublöde Ratschläge“.
Meine Ideensammlung schwankt zwischen „Was alles schief ging, als meine Mutter vergaß ‚Fahr vorsichtig‚ zum Abschied zu sagen“ und „Was? Du hast Depressionen? Dann iß eine Grapefruit. Sauer macht lustig.“
Oder so. Du hast doch bestimmt auch schon saublöde Ratschläge bekommen!? Von Mutti, der besten Freundin, ungefragt von der Kassiererin im Rewe.
(Ich bin grundsätzlich offen für Themenvorschläge. Neulich erst, da saß ich auf der Toilette im Merlin und diskutierte hitzig mit der Dame in der Kabine nebenan über einen neuen potenziellen Get-Shorties-Text. Keine Ahnung wer das war, aber das Gespräch war super. Hihi) Jedenfalls.

Was hat man dir schon alles geraten? Erzähl´s der Carolin.

Handlettering

Ich versuche mich an Handlettering.

Es sieht hübsch aus. (Meine Handschrift sieht nicht hübsch aus.) Es ist eine beruhigende Tätigkeit. Achtsamkeit und Ruhe und all das. (In meinem Seelenhaus finde ich nichts davon, deshalb brauche ich einen Lieferdienst dafür. 1x Lebensfreude Vier Jahreszeiten bitte, ja mit extra Käse. Den Gedankensalat schön scharf, zum Nachtisch eine Portion Tutmirgut. Ich wohne in der Writers Lane, ganz am Ende, kommen Sie zu mir in den Garten, ich spendiere ihnen eine kleine Limo. Danke.)

Ja, vielleicht besteht da ein Zusammenhang: Unordnung im Kopf und eine unordentliche Handschrift. Weiß einer, was Freud dazu sagt?

Ich versuche mich an Handlettering. Es erinnert mich an meine Lehrzeit, als ich mit Rothring-Tusche-Stiften in vier Stärken Normschrift übte. (Komisch, meine Pläne, die ich zeichne, sehen sehr ordentlich aus. Meine Berufswahl, mein Wunsch nach Ordnung passt wohl zu meinem Charakter.) Ich hatte damals dauernd schwarze Fingerkuppen, die Stifte waren mehrere Jahre alt und suppten viel und regelmäßig. Überall fand ich meine Fingerabdrücke. Auf der Tischplatte, auf jedem Zettel, den ich anfasste. Ich habe meine Tuschestifte gesucht, aber nicht gefunden. Vermutlich sind sie auf dieser Reise hier her erst ausgetrocknet und dann ganz über Bord gegangen. Mögen sie in Frieden ruhen.

Es fehlt mir von Hand zu zeichnen. Heute mache ich alles nur noch sauber digital. Ich finde meine Fingerabdrücke nirgends mehr. Ich vermisse das Geräusch einer Rasierklinge auf Transparentpapier. Damals als ein Fehler, ein falscher Strich noch leicht rückgängig zu machen war.

Ich versuche mich an Handlettering. Auch nur ein hübsches Wort für eine alte Erfindung. Schönschreiben.

 

 

Lebensmotto 🙂

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Haul im April

 

 

Eigentlich ist es nur ein halber Haul, weil ich „Backfisch Alarm“ gewonnen und nicht gekauft habe. Aber sei´s drum, ich habe zwei neue Bücher auf dem SUB und bin auf beide sehr gespannt. (Liebe Susanne, das Buch aus deiner Verlosung ist gut bei mir angekommen, vielen Dank! Link: Wortgestalten) Jedenfalls. Letzte Woche war Dmitrij Kapitelmann in der Buchhandlung Grimm´s lesen & genießen zu Gast (wie das war, kann man hier nachlesen) und so bin ich überhaupt auf den Autor aufmerksam geworden. Der hat uns Zuhörer den Abend über charmant und sympathisch durch sein Buch geführt. Ich habe das Buch gekauft, natürlich auch signieren lassen – ich finde es schön, nach einem gelungenen Abend ein neues Buch mein Eigen zu nennen, das mich mit Unterschrift, Datum und Ortsangabe immer daran erinnern wird: Ich war dabei. Wenn du jetzt denkst: „Pft, wie blöd ist das denn? Vergisst du das ohne ein Servus im Buch?“ Ja, stimmt. Ich vergesse viel, wenn der Tag lang ist. Daher schreibe ich in meine Bücher und Notizbücher wann und wo ich sie gekauft habe bzw. von wem ich sie geschenkt bekommen habe. In den Notizbüchern steht der Zeitraum drin, von wann bis wann ich es genutzt habe, in meiner Lektüre das Datum, wann ich sie gelesen habe. Überhaupt, ein Buch ist für mich ein Gebrauchsgegenstand. Ich schreibe da viel hinein. Wörter, die ich nicht kenne, streiche ich an, um sie später nachzuschlagen. An den Rand kritzel´ ich dann die Definition. Passagen, die mir gefallen, unterstreiche ich. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, markiere ich die Seite, auf der ich abgebrochen habe. Meist sogar mit einer Begründung, warum. Nur Eselsohren mache ich keine in meine Bücher. Ich bin ja mein Banause. 😉

Jedenfalls. Ostern steht vor der Tür, und ich habe schöne, neue Bücher im Haus. Das Wetter soll ja auch gut werden. Also liege ich auf den Balkon, mit Buch, Bleistift und einem Lächeln.

Ach, und das habe ich noch gekauft. Ein Spiel aus meiner Kindheit. Mit den Brüdern habe ich Stunden damit zugebracht, was sage ich: Wochen. Lange Mittage, die in den Abend übergingen und spät wurden. Mein Hotel ist total zerspielt, die Scheine abgegriffen, die Schachtel kaputt. Nun habe ich Shpock ausprobiert und prompt Erfolg gehabt. Ein gebrauchtes Spiel (quasi wie neu), dem man den Vorbesitzer nicht ansieht. Ich werde es zu Ostern verschenken und hoffentlich lange Mittage, die in den Abend übergehen, spielend verbringen.

Und wie gut die Bücher waren, erzähle ich dir dann nach Ostern.

~Caro

 

 

 

Caro beantwortet Suchanfragen #2

Es ist wieder ein Monat um (die verflixte Zeit rast nur so dahin) und ich beantworte wieder mal eure Suchanfragen.

  • Superbuch Seite 1: Ich liebe Notizbücher. In allen Farben, Größen und Variationen. Ich schaue regelmässig, nach Blogartikeln und Optimierungsmöglichkeiten. Mal gestalte ich die Seiten selber, manchmal mag ich es, wenn gewissen Dinge schon vorgegeben sind. Lesebändchen, Seitenzahlen, Inhaltsverzeichnis. In der Vergangenheit habe ich schon manches Mal davon berichtet. Zum Beispiel über das Superbuch und über das Ideenbuch. Zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Beide sehr schick.
  • Carolin Emcke: Ich habe vor einiger Zeit ihre Kolumnen in der Süddeutschen Zeitung entdeckt und dann ging mir auf, dass „Wie wir begehren“ auf meinem SUB liegt. Das habe ich prompt gelesen und für gut befunden. Danach habe ich mal eine Google-Suche gestartet und bin dabei auf Beiträge wie diesen [Link: Vimeo] gestoßen. Egal in welcher Form, Video, Kolumne, Buch, mich begeistert ihre kluge, unaufgeregte Art. „Gegen den Hass“ habe ich schon vorbestellt.
  • Thriller ohne Ermittler: Ich lese kaum Thriller. Ich mag das Genre einfach nicht. Der letzte Thriller, den ich gelesen habe, war tatsächlich einer ohne Ermittler. Blut an der Wand. Hervorragendes Psychogramm von Edith M. Senkel. Trotz meiner Abneigung gegen das Genre, hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Vielleicht deshalb, weil diese Geschichte nicht dem klassischen Mord bzw. dem Zweikampf ´Ermittler gegen Täter´ folgt.
  • Leotrim: Jab, immer noch ich. „Das Drachenvolk von Leotrim“ ist mein Werk. Ich stecke gedanklich gerade mitten in Band 3. Ich nehme die Verantwortung, die mit dem Abschluss der Reihe verbunden ist, sehr ernst. Ich hasse es, wenn ich ein Buch lese (das mir gefällt) und der Autor/die Autorin lässt Handlungsstränge ins Leere laufen oder beendet sie nur unzureichend. Da ist das nicht leiden kann, bemühe ich mich, das bei meiner Geschichte zu vermeiden. Das Ende für die Hauptfiguren habe ich schon fertig gestellt. Aber auch alle Nebenfiguren bekommen ihr Ende. Versprochen.
  • Richard David Precht neue Freundin: Ich habe keine Ahnung ob Richard David Precht eine neue Freundin hat. Ich bin kein Klatsch-Magazin. Sorry. Da es mich nicht die Bohne interessiert, ergoogle ich das auch nicht. Ich war mal bei einem Vortrag über Moral, das war sehr spannend. Hier nachzulesen. 

Caro beantwortet Suchanfragen #1

2016-01-22 15.44.33

  • Zaubeter: Du meintest wohl Zauberer. Oder Zauderer? Ich zaudere selten, daher gibt es bei mir keinen Beitrag zu dem Thema. Über Zauberer habe ich aber geschrieben. Zuletzt hier: Emanuel Bergmann – Der Trick. Da kommt ein Zauberer drin vor.
  • C. M. Hafen Drachenvolk Trilogie: Ja, das bin ich. Also die Autorin von „Das Drachenvolk von Leotrim“. Band 1 heißt „Drachenbrüder“, Band 2 heißt „Drachensichel“ und Band 3 erscheint im April 2017. Wenn du auf dem Laufenden bleiben willst, dann empfehle ich dir die Kategorie „Neues aus Leotrim“.
  • Yachthafen Madrid: Madrid liegt nicht am Meer und hat folglich auch keinen Yachthafen. Ich war bisher einmal im Urlaub in Madrid, einige meiner Urlaubsbilder findest du bei den Freitagsfotos.
  • get shorties schwäbisch gmünd: Wir waren im November 2015 in Schwäbisch Gmünd zu Gast. Bis jetzt sind aber keine neuen Lesungen in Schwäbisch Gmünd geplant. Die aktuellen Lese-Termine findest du auf der Webseite der get shorties Lesebühne.
  • Schlechtestes Buch aller Zeiten: Ich habe eine Liste erstellt, mit Büchern, die ich mies fand oder sogar abgebrochen habe. Die zehn schlechtesten Bücher. Das ist aber eine sehr subjektive Einschätzung und spiegelt nur MEINEN Lesegeschmack, der ist nicht allgemein gültig 🙂

~Caro

Freitagsfoto: Knigge ist In

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Knigge ist In

Halbjährlich liegt das Kurs-Heft der Volkshochschule in meinem Briefkasten und ich habe eine Freundin, die wie ich Spaß dran hat, Kurse und Vorträge zu besuchen. Neulich waren wir bei einem Vortrag einer Ernährungsberaterin zum Thema „Grüne Smoothies“ und im April schauen wir uns einen Vortrag zum Thema Moral von Richard David Precht an, worauf ich sehr gespannt bin.

Letzte Woche haben wir aus Spaß an der Freude einen Knigge-Kurs besucht. Im VHS-Heft war der Kurs mit einem Vier-Gänge-Menü und Aperitif ausgeschrieben und das Restaurant, in dem die Veranstaltung statt fand, habe ich ewig nicht besucht. Und weil Manieren zu haben nie schadet, waren das für mich alles gute Gründe mich dort anzumelden.

Unsere Knigge-Trainerin war Marion Eckert-Merkle, die ist Vorstandsmitglied der deutschen Knigge Gesellschaft. Mir war bis dahin nicht mal klar, dass es eine Knigge Gesellschaft gibt bzw. dass man sich zur Knigge-Trainerin ausbilden lassen kann. So ganz offiziell. Aber ich hatte an dem Abend noch so manches Aha-Erlebnis. Mir war gar nicht klar, was ich so alles falsch mache bei Tisch.

Im Vorfeld habe ich mir den Abend bieder, ernst und unlustig vorgestellt, weil ich dachte, wir werden jetzt drei Stunden gemaßregelt wie früher bei Mutti.

„Zappel nicht, sitz´ aufrecht, bohr nicht in der Nase!“

Das mit dem Aufrecht sitzen kam dann tatsächlich, ich war aber sehr erleichtert, als ich hörte es gehöre auch zum guten Ton eben niemanden schulmeisterlich zurechtzuweisen. Mir passiert es regelmäßig, dass ich von anderen Leuten darauf hingewiesen werde, dass ich Messer und Gabel falsch halte. Richtig ist: Gabel links, Messer rechts. Ich kann das aber nicht, und mache es deshalb anders herum. Sollte ich je bei der Queen zum essen eingeladen werden, muss ich mich wohl anständig vorbereiten und es mühevoll richtig lernen. Bis dahin belasse ich alles wie gehabt. Ich habe an dem Abend im Kurs gezeigt bekommen wie man es richtig macht und noch vieles andere. Angefangen damit wie man ein Restaurant betritt, wer wann voraus läuft und wen wo hin begleitet.

Ich tat mich wirklich schwer mit dem „platziert werden“. Wenn also der Mann mir den Stuhl heranrückt und ich selber nicht wirklich Hand anlegen und korrigieren darf. Das kam mir sehr albern und unemanzipiert vor – wenn ich meinen Stuhl nicht selber hin rücken kann/darf wo ich ihn haben will. Für den Abend war es sehr lustig von meinem Tischnachbarn Volker platziert zu werden, der arme Mann war für meine Freundin und mich zuständig, weil wir ohne Männer da waren. Ich glaube, Mann sein, mit allen Knigge-Regeln und Verpflichtungen, ist echt mühselig. Frau Eckert-Merkle nahm der ganzen Veranstaltung aber viel Schwere, durch ihre sympathische Art. Wir haben wirklich viel gelacht, jeder konnte wild Fragen stellen, selber ausprobieren und zuschauen, wie die anderen sich anstellen beim Ei aufschlagen oder Suppe löffeln.

Wir waren ca. 25 Leute, darunter drei oder vier Veganer. Da die Veganer angekündigt waren, konnte das Hotel bzw. die Küche für diese vier ein entsprechendes Menü zusammen stellen und ich habe ganz neugierig geschaut, was die anderen zu essen bekommen. Wenn das vegan ist, Leute, dann ess ich das auch! Und nein, ich fotografiere mein Essen aus Prinzip nicht. Da gibt es bestimmt auch eine Knigge-Regel dafür oder dagegen. Ich habe vergessen zu fragen.

Das Essen war sehr lecker und die drei Stunden im Flug vergangen. Ich bin erstaunt wie viele Dinge ich mit in den Alltag nehmen kann – gut, dass platziert werden wohl nicht, aber da halte ich mich an das Szenario mit der Queen. So lange ich im Gasthaus „Lamm“ gut bürgerlich mit Freunden esse – geschäftliche Termine passieren mir selten – so lange setze ich mich hin wie ich will. 🙂

Alles in allem war das ein schöner, unterhaltsamer und interessanter Abend. Ich kann nur jedem empfehlen, das mal auszuprobieren. Knigge ist nicht streng und bieder. Es geht viel mehr um Herzlichkeit, Empathie und stilvollen Umgang miteinander.

cmh.

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Webseite von Marion Eckert-Merkle

 

 

Meine erste Handtasche

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Ich habe vor ca. drei Jahren das Nähen für mich entdeckt. Eine Freundin meinte zu mir:

„Hast du Lust vorbei zu kommen, dann machen wir ein T-Shirt für dich.“ Und so kam das. Inzwischen habe ich diverse T-Shirts im Schrank, war ein paar mal Stoffe einkaufen und habe gestaunt, was es so alles gibt. Ich habe zwei Kleider genäht und sogar eine Halskette ge-dingst.*

*Ich habe keine Ahnung, ob man eine Kette bastelt, näht, stickt oder fädelt. Am Schluss hatte ich einen hübschen Anhänger aus Swarovski-Steinen und kann jetzt behaupten:

Habe ich selber gemacht! 

Jedenfalls. Die Freundin meinte letztens zu mir: „Hättest du gerne eine Handtasche?“

Jetzt muss ich dazu sagen, ich bin keine von diesen Frauen, die mit Täschchen herumlaufen. Es gibt zwei Sorten Frauen: Die mit Handtasche und die anderen.

Ich habe für gewöhnlich einen Rucksack dabei. Weil, ich schleppe für gewöhnlich mehrere Bücher mit, und das iPad, ein Mäppchen, ein Notizbuch, was zu trinken, Schokolade, ein Abschleppseil für Notfälle, ein Regencape, einen Regenschirm, einen Duden und mein aktuelles Schreibprojekt natürlich, mit mir herum. Das alles passt nicht in eine Handtasche. Zudem will ich das Gewicht nicht an meinem Arm hängen haben. Das ist unbequem und unschön.

Daher antwortete ich: „Das muss aber eine große Handtasche sein und praktisch und hübsch und robust.“

Und bevor ich noch ein UND dran hängen konnte, drückte sie mir diesen Stoff in die Hand und eine Nähanleitung dazu. Und ich sagte: „Oh, okay.“

Ich bin immer noch ein Beuteltier mit Rucksack, muss aber gestehen, so eine hübsche Handtasche hat schon was. Vor allem, weil ich sie selber gemacht habe. Meine Näh-Fähigkeiten sind noch nicht so fortgeschritten, dass die Arbeit leicht, mühelos und ohne Unfälle vonstatten gegangen wäre. Manche Naht musste ich wieder auftrennen, manch eine Falte, die ich mit der Nähmaschine nicht sauer erwischt habe, musste ich von Hand nachbessern. Aber all das macht mir die Tasche noch besonderer, weil ich sie nicht einfach gekauft und in Besitz genommen, sondern tagelang dafür geschufftet habe. Sie ist nicht perfekt. Das bin ich auch nicht. Deshalb passen wir so gut zusammen. Ich bezweifle, dass Handtaschen-Mädchen sich so fühlen.

 

cmh