Leseprobe aus Drachenbrüder #2

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • Band 1 – Drachenbrüder
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • #throwbackThursday
Autorenselfie

Aus dem Kapitel: Die Chronistin von Leotrim

Hangameh wies ihre Assistentin Dakota an, tief in die Höhlen, ins Archiv zu gehen und ein Notizbuch zu holen, ein altes, eines der ersten. Dakota brauchte für den Weg dorthin fast einen Tag und einen Schubkarren, um das Notizbuch zu transportieren.

Hangameh hatte ein eigenes Buch, ein inoffizielles Buch, für Silván angelegt. Bo und er standen nicht in der offiziellen Chronik, Hangameh war nicht bei ihrer Verbindungszeremonie dabei gewesen. Es waren andere Zeiten gewesen, ohne Ordnung, manch ein Name hatte es nie in ihre Chronik geschafft. Später schien es ihr unsinnig, einen Nachtrag einzufügen. Doch es ließ ihr keine Ruhe. Sie fragte sich immer wieder, wie viele Kinder von Leotrim, wie viele Bos ihr entgangen sein mochten. Nach Bos Tod hatte ihr die Mutter aller Wasser die Geschichte erzählt, wie Silván zu ihr gekommen war und sie um das Leben seines Halbbruders gebeten hatte. Sie konnte Leben geben, aber niemanden von den Toten zurückholen. Er hatte das nicht verstanden und geglaubt, ihre Macht sei unendlich. Er war mit seinem Bruder Bo in die Quelle gestiegen, doch der kleine Körper des Jungen war leblos geblieben. Das Wasser hatte sich blau gefärbt und Silván hatte mit einem Mal seine Farbe verloren – und Bo bei seiner Mutter zurückgelassen. Er wusste nicht einmal, wo der Junge beerdigt worden war. Bo war zu jung gewesen für die Grablege-Feier. Silván kehrte nie wieder in die Berge zurück.

Hangameh hatte diese Geschichte aufgeschrieben. Ohne Datum. Jedes Mal, wenn sie etwas über Silván hörte, fragte sie nicht, ob es wahr sei. Sie schrieb es in sein Buch. Es gab viele Geschichten über ihn. Er sei bei den Lichtern gewesen. Er sei unsterblich. Hangameh wusste es besser.

»Dakota. Ruf mir zwei Drachen. Bitte sie, mich und mein Notizbuch in die Himmelsberge zu tragen. Es eilt.«

Dakota schrieb eine kurze Nachricht, typisch für sie, in Großbuchstaben, und sandte einen zahmen Buntspecht, den sie selbst abgerichtet hatte, ins nahe Dorf Leed.

Hangameh zog sich an, Dakota half eifrig, aber nervös. „Was passiert jetzt?“, fragte sie immer wieder, die Wangen so rot wie ihr Haar. Zwei Drachen. Das bedeutete für Dakota, dass sie nicht mitdurfte.

Hangameh sagte nichts dazu. Sie wusste, wie enttäuscht das Mädchen war. Ihrem Bauchgefühl nach sollten aber so wenig Menschen wie möglich anwesend sein. Silván war scheu. Silván war stolz. Er würde nicht viele Augen bei seinem letzten Flug dulden.

Sie setzte eine Mütze auf, mit Ohrenklappen. Und eine Brille. Sie war kein Freund des Fliegens und fror immer entsetzlich. Sie trug Lederschuhe, mit Fell gefüttert, braune Wollhosen und eine schwere Fliegerjacke mit eingenähten Flügelknochen zur Stärkung des Rückenbereichs und vielen Schnallen, um die Jacke festzurren zu können wie eine zweite Haut.

Dakota hatte das Notizbuch in ein Leintuch geschlagen und schob es im Karren zum Eingang der Höhle. Zwei junge Flugdrachen, noch ganz dunkelblau, warteten dort, tappten nervös von einem Fuß auf den anderen und schaukelten ihren Kopf zur Beruhigung hin und her.

Dakota war noch nie geflogen und sah sie neugierig an.

Sie stellte den Karren ab und hastete zurück ins Archiv. Immer ein gutes Versteck. Die beiden Drachenjungen wechselten einen verwunderten Blick.

Hangameh atmete tief durch, sammelte sich und trat zu den beiden.

»Libor und Leotar«, sagte sie schlicht.

Die beiden hörten sofort mit dem Geschaukel auf, reckten den Kopf und drückten die Brust heraus, wie es junge Toddler tun, um sich größer zu machen. Die Drachenjungen hatten erst im Sommer ihren Federflaum verloren, da und dort schauten noch kleine, blaue Härchen zwischen den Schuppen hervor. Die Mauser war noch nicht abgeschlossen. Hangameh lächelte gequält. Fliegen mochte sie grundsätzlich nicht, und dann noch zwei Anfänger? Womöglich hatten sie noch nicht einmal die Schule abgeschlossen.

»Wie lange fliegt ihr schon?«

»Seit drei Monden, Chronistin«, sagte Libor mit Stolz.

»Wir sind gute Flieger, Chronistin«, fügte Leotar hinzu.

»Ich kenne eure Namen. Wenn wir zusammen fliegen, solltet ihr auch meinen kennen – Ich bin Hangameh«, sagte sie und verbeugte sich tief. »Ihr dürft Han zu mir sagen. Wollt ihr mich in die Himmelsberge bringen?«

»Ich will mit dir fliegen, Han«, sagten die Brüder gleichzeitig, noch etwas steif – Hangameh vermutete, dass die beiden dieses Ritual der Zustimmung bisher nur in der Schule geübt hatten – und verbeugten sich ihrerseits.

Hangameh ging zielstrebig auf Leotar zu, drehte sich um und drückte ihren Rücken an seinen Bauch. Vorsichtig, als wäre sie aus Glas, umfasste Leotar ihren schlanken Körper mit seinen Vorderbeinen.

»Nicht erschrecken«, sagte er und hob ab. Sie erschrak dennoch. Wie jedes Mal. Mit zwei Flügelschlägen schob er sich rückwärts aus der Höhle und schoss wie ein Pfeil gerade in die Luft hinauf, kaum einen Meter von den Granitfelsen entfernt. Sie erreichten den Rand, der aussah, als würde hier die Welt enden. Auf gewisse Weise endete sie hier auch.

Hangameh sortierte sich innerlich. Der Magen war noch da, wo er hingehörte, auch wenn er sich anfühlte, als wäre er, mit Steinen gefüllt, nach unten gerutscht und in ihrer Höhle geblieben. Der Ausblick war atemberaubend: Das grüne Meer unter ihnen, mit hohen Wellen, die wütend nach den Klippen griffen und die Wiesen von Leotrim, die genau hier begannen, als wollten sie dem giftigen Meerwasser trotzen. Hangameh hatte den Eindruck, sie bräuchte nur die Hand auszustrecken und könnte das Gras berühren.

Ein Schafhirte saß mit baumelnden Beinen am Rand der Klippe, kaute auf einem Grashalm und betrachtete sie neugierig. Er hob die Hand zum Gruß. Selbst die Schafherde hielt kurz im Grasen inne, um zu sehen, wer da über ihnen schwebte. Hangameh betrachtete Libor, wie er denselben Start hinlegte, ungestüm wie sein Bruder, nur trug er das Notizbuch an seine Brust gedrückt.

Man musste den Drachen nicht sagen, wo die Himmelsberge waren. Sie wussten es. Sie waren dort geboren. Der Ruf der Berge zog jeden Drachen magisch an. Auch Hangameh spürte das, wie ein Sehnen im Herzen, das „Heim!“ schrie. Sie spürte, wie der Ruf die beiden jungen Drachen erfasste und drängte schneller zu fliegen.

Ende der Leseprobe 

© 2015 by C. M. Hafen und O’Connell Press 


Bände der Trilogie »Das Drachenvolk von Leotrim«:

Band 1: Drachenbrüder
Band 2: Drachensichel
Band 3: Drachenfrieden

eBook Gesamtausgabe

Taschenbuch – Band 1

Drachenbrüder – Taschenbuch auf Wunsch signiert

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

8,90 €

eBook Gesamtausgabe

Leseprobe aus Drachenbrüder #1

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • Band 1 – Drachenbrüder
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • #throwbackThursday
Autorenselfie

Aus dem Kapitel: Der Kindshüter von Leotrim

Der dunkle Drache erwachte. Plötzlich, wie man aus einem Albtraum hochschreckt. Er hatte nicht geträumt. Die Dunkelheit um ihn herum ängstigte ihn nicht. Seine gelben Augen blickten langsam umher. Seine Höhle war finster wie eine mondlose Nacht, sein Schlaflager nur harter Stein. Seine Gelenke taten weh, sein Körper war steif und kalt, er probte einen Gedanken. Rücken. Flügel. Füße. Alles reagierte, wenn auch träge. Seine Schwingen raschelten wie sehr, sehr dünnes Papier. Er erhob sich; es knackte, als würde er aus einem Ei schlüpfen. Doch keine Schalen gaben Nerina frei, sondern kleine Steine, als hätte es in seiner Höhle Kiesel geregnet, vor langer Zeit.
     Trockene Blätter, totes Getier und Staub fielen von ihm ab. Jemand musste ihn zugedeckt, versteckt haben. Er schüttelte Spinnweben von seiner rauen Haut wie eine Bettdecke aus Zeit. Er machte einen vorsichtigen Schritt, dann noch einen. Leise, als wollte er versuchen, kein Geräusch zu machen. Er wusste, wo der Ausgang seiner Höhle war, auch wenn er ihn nicht sehen konnte. Er roch das saure Meer. Er hatte Durst.
Lange geschlafen?, fragte er sich. Er schüttelte den Kopf. Eine unsinnige Frage, Zeit spielte keine Rolle.
     Als Nerina ans Ende seiner Höhle gelangte, tobte unter ihm das grüne Meer und über ihm schrie der schwarze Himmel »Tot«. Keines der Lichter summte, keines zeigte sich. Nerina wurde nie freundlich begrüßt. Er breitete seine Schwingen aus, erst die Deckflügel, um den letzten Staub abzuschütteln, und mit einem Schlag wie Donner die gesamte Spannweite. Der Wind huschte unter seine Flügel wie ein verschollen geglaubtes Kind, das endlich heimkehrt. Nerina genoss die Seeluft, die seine Schwingen streichelte, mit geschlossenen Augen und hieß die Bö willkommen. Dann erhob er sich lautlos.

***

Der alte Silván betrachtet still den Himmel, der so weiß ist wie er selbst. Es ist kein Unschuldsweiß, rein wie eine Kinderseele, sondern ein bauschiges Wolkenweiß. Ein bisschen schmutzig und verbraucht. Früher war er, wie alle Drachen der Luft, blau. Doch er hat seine Farbe verloren. Manchmal passiert das. Es existieren viele Geschichten um den Verlust seiner Farbe. Man sagt ihm nach, dass er die Lichter besucht hat und sie ihm das ewige Leben geschenkt haben. Er selbst bestreitet das. Silván rührt sich nicht. Er ist müde, die Knochen tun ihm weh. An kalten Tagen kann er seine Flügel nicht mehr ausbreiten. Die Haut raschelt dann wie steifes Zeitungspapier und die feinen Knochen knacken eine schmerzhafte Melodie. Immer öfter bleibt Silván am Boden und geht zu Fuß, sehr langsam. Oder er sitzt tagelang reglos auf den Felsen Zur Ankommenden Hoffnung und schaut in den weißen Himmel. Die Muskeln unter seiner Haut zucken nervös. Das ist kein gutes Zeichen. Er spürt, es ist etwas in der Luft.
     Silván breitet seine Schwingen aus, langsam und vorsichtig, einmal, zweimal probt er den Flügelschlag, bevor er wirklich abhebt, so leise wie immer. Das Meer unter ihm, hellgrün und ruhig, spiegelt ihn, im flachen Flug über das nasse Gift. Das saure Wasser ist für Menschen tödlich, sie können es weder trinken noch ihre Felder damit bewässern. Nur die Wasserdrachen fühlen sich darin wohl, und einige Meeresgeschöpfe.
     Silváns erster Bruder, sein Broder, zu dem er als kleiner Toddler kam, starb vor einer Ewigkeit. Bo. Kaum jemand erinnert sich an diesen Namen. Silván hat ihn nie in die Chronik von Leotrim eintragen lassen.
     Man muss sie aufsuchen, Hangameh, man zahlt ihr einen Obolus und diktiert ihr, was in die Chronik geschrieben werden soll. So hat man es ihm erzählt, daher ist er nie bei ihr gewesen in ihrer Höhle. Keines seiner Kinder steht in der Chronik. Niemand weiß, wie lange er schon der Kindshüter ist. Er hat diese Aufgabe nie gewollt.
     Silván fliegt so flach über das Wasser, dass seine Flügelspitzen die Oberfläche berühren. Drei Wasserdrachen bemerken ihn, grüßen auf Drachenart, ein kurzer, kehliger Laut. »Ich sehe dich.«
     Sie könnten schneller schwimmen als Silván fliegen kann, aber sie begleiten ihn – in seinem Tempo – auf seinem Weg zum Hafen.
     Sie können seine Gedanken hören. Die Wasserdrachen gehören zu den wenigen Lebewesen in Leotrim, die den Namen Bo noch kennen. Wasserdrachen sprechen nicht die Sprache der Menschen und selbst wenn sie es täten, würden sie nicht die geheimsten Gedanken anderer preisgeben.
     Wenn Silván auf den Felsen Zur Ankommenden Hoffnung sitzt, denkt er an Bo. Manchmal schafft er es, seinen Namen zu flüstern. Der Wind nimmt ihn dann mit. Heute ist der Himmel weiß und die Sehnsucht besonders groß. Silván ist auf dem Weg zum Launigen Vincent, dem Leuchtturm von Leotrim. Er ist der Einzige, der mit den Lichtern kommunizieren kann. Man kann ihm Fragen stellen. Manchmal antwortet er.

***

Der dunkle Drache flog zwei Tage, immer an der Küste entlang. Sein linkes Auge erblickte die steilen Klippen, das rechte das grüne Meer. Es leuchtete im Dunkeln. Nerina mochte das Meer. Mehrere Wasserdrachen begleiteten ihn, staunend. Manch einer der Alten erkannte und grüßte ihn.
     Die Sonne verabschiedete sich gerade vom Tag, als Nerina sein Tempo reduzierte, dann senkrecht in der Luft schwebte, wie ein Korken im Wasser auf- und abdümpelte und an der Küste den Eingang suchte, auf halber Höhe der Klippen, zwischen Geröllstrand und dem oberen Rand. Lautlos schwebte er auf die Öffnung zu, setzte behutsam die Füße auf den schwarzen Granit und zog die Flügel ein, hübsch an ihren Platz.

»Dieser hier. Da«, sagte er.

***

Hangameh lächelte. Die Chronistin von Leotrim amüsierte sich nicht zum ersten Mal darüber, dass Nerina sich selbst als »Dieser hier« bezeichnete. Er war als Weibchen geboren worden. Nerina war, wie alle Drachen, aus einem Ei geschlüpft, damals, als die Zeit ihren Namen erhielt. Doch hatte er schon nach wenigen Tagen gewusst, dass er eine andere Aufgabe haben würde als seine Schwestern und Brüder. Die Mutter hatte ihm einen Namen gegeben, wie es Brauch war, doch Nerina hatte getrauert – er durfte keine Halbschwester haben, es war kein Mädchen geboren worden, das für ihn vorgesehen war. Er würde nie selbst ein Ei ausbrüten. Er war dazu nicht in der Lage. Die Ammen in der großen Halle hatten ihn von den Eiern ferngehalten, sie hatten sich in Nerinas Gegenwart schwarz gefärbt.
     »Du bist ein Drache Leotrims«, hatte die Mutter gesagt, »ich verbiete dir, deinen Namen abzulegen.« Als hätte sie geahnt, was Nerina wollte. »Du bist Nerina aus den Himmelsbergen. Du gehörst zu mir.«
     Nerina hatte zur Mutter gesagt: »Dieser hier wird kein Leben brüten. Dieser hier wird allein bleiben.« Er hatte die Himmelsberge verlassen und außer Hangameh und der Mutter aller Wasser wusste bis heute niemand, dass Dieser hier ein Weibchen war.
     »Hast du Durst?«, fragte Hangameh, ohne von ihrem Notizbuch aufzusehen.
     »Ja. Durst. Groß«, sagte er.
     Nerina war kein Freund von ganzen Sätzen. Die Gedanken waren träge nach so langem Schlaf. Hangameh gegenüber waren keine guten Manieren vonnöten.

***

Dakota zitterte. Sie hatte Nerina noch nie gesehen. Solange sie lebte, hatte Nerina geschlafen. Jetzt war sie erschüttert vom Schwarz der Haut und der Größe des dunklen Drachen. Ihr war klar, dass die meisten Drachen nie aufhören zu wachsen. Ihr war klar, dass der Dunkle unendlich alt sein musste. Doch sie hatte keine Vorstellung davon gehabt, was das bedeutete. Der Eingang der Höhle war ausgefüllt, Nerina musste sich sogar leicht ducken, um mit den Flügeln durch die Öffnung zu passen.
     Es kam Dakota vor, als hätte sich ein Mond vor die Sonne geschoben, so plötzlich war es dunkel in Hangamehs Heimstatt geworden. Es schien, als würde Nerina Schwärze ausstrahlen. Er absorbierte das Licht um sich herum, sog es ein. Verschlang es. Tötete es.
     »Dakota, bring unserem Gast etwas zu trinken.«
     Dakota hickste vor Aufregung. »Ja … ja, natürlich«, presste sie hervor und verschwand.
     »Gehilfe?«, fragte Nerina.
     »Ja. Leotrim ist groß geworden. Ich schaffe die Arbeit nicht mehr allein.« Hangameh lächelte. Dakota war weit mehr als eine Gehilfin.
     »Meine Aufgabe?«
     »Du musst in die Himmelsberge«, sagte Hangameh.
Gut, dachte er. Zu Mutter. Lautlos flog er davon. Ohne zu trinken.

***

Silván sitzt auf dem Holz eines umgestürzten Liambaumes und blickt zum Horizont. Die Sonne ist schon vor Stunden untergegangen, der Launige Vincent schweigt. Nur sein Licht tastet suchend die Umgebung ab. Er hat schon seit Jahren keinen der Hüter mehr aufs Meer hinausschicken müssen. Die Menschen sind vorsichtig geworden, nur wenige arbeiten noch als Fischer. Das Meer ist mit den Jahren immer unwirtlicher geworden. Manche haben ihre Wasserdrachen abgerichtet, die wenigen Fischsorten, die man noch genießen kann, nach Hause zu bringen. Diejenigen, die es getan haben, sind stolz darauf, ihre Familien auf diese Weise ernähren zu können.
     Die Hüter am Eingang des Hafens sitzen stumm auf ihren Sockeln. Mit ausgebreiteten Flügeln; sie nehmen ihre Aufgabe so ernst wie der Launige Vincent. Die Zeit hat aus dem Angriff des irren Drachen eine Legende gemacht. Eine Geschichte, die man glauben kann oder nicht. Die Hüter aber erinnern sich. Der Launige Vincent erinnert sich: Silván war dabei gewesen. Er hatte erlebt, was aus einem Drachen wird, dem man Leid zugefügt hat.
     Ein Summen erfüllt die Weite um ihn herum wie ein Schwarm Fliegen. Ein Stern summt mit seinem Licht zum nächsten und wieder zum nächsten und so ist das ganze Universum umspannt von einer summenden Lichterkette, die alles sieht – was war und ist und wird. Sie rufen seinen Namen. Silván.

Ende der Leseprobe 

© 2015 by C. M. Hafen und O’Connell Press 


Bände der Trilogie »Das Drachenvolk von Leotrim«:

Band 1: Drachenbrüder
Band 2: Drachensichel
Band 3: Drachenfrieden

eBook Gesamtausgabe

Taschenbuch – Band 1

Drachenbrüder – Taschenbuch auf Wunsch signiert

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

8,90 €

eBook Gesamtausgabe

Drachenvolk Preisaktion

Das Drachenvolk von Leotrim
C. M. Hafen – Das Drachenvolk von Leotrim

Mein Fantasy-Roman „Das Drachenvolk von Leotrim: Die komplette Trilogie“ ist Kindle Deal des Monats und das heißt, der Sammelband ist hier um 50% günstiger zu haben. Und Nutzer von Prime Reading haben jetzt sogar die Möglichkeit, es gratis zu lesen. Na, ist das was für dich?

Worum geht´s?

Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband!

Diese E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.

Leserstimmen:
»Ich habe gelitten, gelacht, mitgefiebert und wurde verzaubert von dem tollen Buch.«
»Flüssig zu lesen, spannend. Für alle Altersgruppen geeignet.«
»Toll geschriebene Fantasy, die mich auf den ersten Seiten schon nicht mehr losgelassen hat.«
»Die Drachen sind hier nicht furchterregend, sondern die Freunde der Menschen, diese Vorstellung gefällt mir sehr.«


Die Einzelbände der Reihe sind auch als Taschenbuch erhältlich.

Band 1: Drachenbrüder

Unter den Millionen Augen der Lichter lebt das Drachenvolk von Leotrim. 
Der Drache Norwin hat einen schwierigen Start ins Leben. Eine Amme lässt sein Ei fallen, die Schale ist beschädigt, ein Flügel verletzt. Es wird schnell klar, er wird nie fliegen können. Als er alt genug ist, kommt sein menschlicher Vater, um ihn bei den Menschen leben zu lassen. Die Drachenmutter muss darauf hoffen, dass die jahrhundertealte Verbindung zwischen den Völkern ausreicht, um Norwin einen Platz in ihrer Mitte finden zu lassen. 
Anfänglich hat sein halbgebürtiger Bruder Ambro Schwierigkeiten, etwas mit seinem Drachenbruder anzufangen. Die beiden passen nirgends hin. Jeder in Leotrim hat seinen Platz, seine Aufgabe. 
Diese beiden müssen nun selbst herausfinden, wofür sie gut sind.

Band 2: Drachensichel

»Alles Leben beginnt im Wasser…«, flüsterte Dakota. 
Der Drache ergänzte: »…und endet im Feuer.«
Dakota lebt wohlbehütet bei der Chronistin als ihr Mündel. Dies ändert sich an dem Tag ihres sechzehnten Geburtstags. Sie muss losziehen, um endlich hinter die Geheimnisse ihrer eigenen Herkunft zu kommen und spielt dabei manches Mal mit dem Feuer. 
Gleichzeitig finden auch Ambro und sein Drache Norwin immer mehr Antworten auf die Fragen ihres Lebens – nicht alle davon sind leicht zu ertragen. Und doch ergeben sie – einem Puzzle gleich – nach und nach einen tieferen Sinn. 
Im zweiten Band der Trilogie laufen bereits mehrere Fäden der aus »Drachenbrüder« bekannten Geschehnisse zusammen, die Protagonisten befinden sich weiter auf dem Weg, sich selbst und Leotrim mit all seinen Bewohnern besser kennenzulernen. Manch eine überraschende Wendung lässt den Leser klopfenden Herzens weiterblättern.

Band 3: Drachenfrieden

›Nicht alle Leben sind gleich viel wert.‹
Kann der Drachenfrieden trotzdem gewahrt werden?
Um das herauszufinden, folgt der junge Ambro dem Ruf der Mutter aller Wasser. Zusammen mit seinem Drachenbruder macht er sich auf den Weg zu ihr und wird in den Himmelsbergen mit der folgenschwersten Überraschung seines Lebens konfrontiert.
Ambro wird klar, wie blind er bislang war. Nun muss er stark sein. Ist er all dem gewachsen?
Im dritten Band der Trilogie kommt auch Dakota hinter so manches Geheimnis ihrer Andersartigkeit und erkennt letztlich, wer sie wirklich ist. Und selbst die Chronistin erfährt die größte Kehrtwende ihres Lebens. 
Vieles verbindet sich, anderes trennt sich, einiges wird heil – das Leben in Leotrim gerät zwischen die Fugen des Schicksals.

In Love Preisaktion

Mein In-Love-Sammelband ist „Kindle Deal der Woche“, das heißt um 50% günstiger als sonst. Falls du das eBook noch nicht hast, ist das doch die Gelegenheit, zuzugreifen!

Aktionszeitraum: 21. Mai bis 28. Mai.

Und worum geht’s?

Um tiefgründige Liebe statt flacher Dialoge, um Anziehung, Freundschaft und Familie. Und letztlich darum, sich selbst zu finden – vor den grandiosen Kulissen von London und Stuttgart. 

Bände der In-Love-Reihe:

Band 1: From Spring to Winter – London in Love
Band 2: Kein Navi für die Liebe – Nina in Love
(beide Bände sind in sich abgeschlossen)

Leserstimmen zu den Einzelbänden:
»Toller Roman, keine Schnulze, aus dem wahren Leben mit Witz und Humor geschrieben.«
»London, die Glücksorte der Stadt, […] das Durchatmen an Orten, die man selbst möglichst schnell kennenlernen möchte.«
»Es ist kein oberflächlicher, pinkfarbener Zuckerwattenroman.«

Band 1: From Spring to Winter – London in Love

Ein emotionaler Roman über die Liebe auf den zweiten Blick. Vor der grandiosen Kulisse Londons.

Betrogen. Gelangweilt. Endstation?
Das will London erst einmal sehen und ergreift die Flucht nach vorn. Sie geht für ein Jahr in die Stadt, der sie ihren Vornamen verdankt. Damit kehrt sie sowohl ihrem treulosen Freund als auch der Enge ihrer schwäbischen Heimat den Rücken.
Neue Stadt, neue berufliche Herausforderung – aber doch bitte keinen neuen Mann! Das hat London jedenfalls nicht auf dem Plan. Die Wunden ihrer letzten Beziehung sind noch zu frisch, sie will nicht wieder verletzt werden. Doch als sie nach einem One-Night-Stand gefragt wird, sieht sie darin die Chance, es ihrem Exfreund heimzuzahlen. Wird die Rechnung aufgehen oder zahlt sie am Ende selbst einen zu hohen Preis? 

Band 2: Kein Navi für die Liebe – Nina in Love

Ein Roman über die Qual der Liebe.

Rastlos. Kompliziert. Ewig single?
Nina hört ständig: »Du bist unmöglich, zu laut. Du weißt nicht, was wahre Liebe ist.« Zu allem Überfluss ist ihre beste Freundin nach London gezogen – natürlich frisch verliebt! Nina wird mit einem Mal alles zu eng. Da sind jede Menge Zwänge und Erwartungen, die es ihr verwehren, einfach auszubrechen aus dem tristen Stuttgarter Alltag. Aber damit nicht genug, trägt sie schon lange eine Last mit sich herum, die ihr ganzes Leben bestimmt. Auch die flüchtigen Bekanntschaften über Tinder und Co können sie nicht von diesem Schmerz befreien. Schließlich kassiert sie eine üble Abfuhr und fragt sich: Gibt es für mich noch einen Weg zur Liebe? 

Die Einzelbände der Reihe sind auch als Taschenbuch erhältlich.

Carmens Bücherfreunde

Carmen von Carmens Bücherfreunde hat ein Interview mit mir geführt, im Zuge ihrer Blog-Themenwoche „Starke Frauen“. Und das möchte ich auch hier teilen, für diejenigen, die sich nicht bei FB herum treiben. Soll es ja noch geben. 😉

Carmen: Heute ist mein Gast Carolin M. Hafen. Hallo Carolin. Schön das du Zeit für mich hast. Da du ja zum ersten Mal mein Gast bist möchte ich dich bitten dich erst einmal vorzustellen

Carolin: Hallöli, mein Name ist Carolin M. Hafen, ich bin unter anderem Autorin und schreibe All-Age Fantasy, Liebesgeschichten und Kabarett.

Carmen: Das ist ja eine interessante Mischung, in unserem Themenbuch geht es ja um gleich 2 Liebesgeschichten. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Carolin: Grundsätzlich halte ich mich an den Ratschlag: Schreib das, was du selber gerne lesen möchtest. Nehmen wir Nina, eine meiner Hauptfiguren als Beispiel. Sie ist extrovertiert, laut und quirlig. Im Roman nimmt die Romanze nicht so viel Raum ein, wie man bei einem Liebesroman vermuten würde. Ich wollte eine Geschichte erzählen, in der die Figur erst mal alle „Baustellen“ bearbeiten muss um überhaupt für die Liebe bereit zu sein. In den Romanen, die ich bisher gelesen habe, wird das gern dargestellt, als wäre es selbstverständlich überhaupt lieben zu können. Die Hindernisse sind oft andere. Ich habe vermisst, dass auch mal jemand hingeht und sagt: Wie geht das überhaupt? Die eigentliche Liebesgeschichte fängt erst an, als Nina sich selber „aufgeräumt“ hat. Ich hätte sowas gerne als junge Erwachsene gelesen.

Carmen: Ja die beiden Geschichten sind Klasse und sowohl Nina als auch London sind interessante Persönlichkeiten die ich auf jeden Fall unter der Kategorie starke Frauen führen würde. Welche Eigenschaften verbindest du mit starken Frauen und würdest du dich selbst als eine bezeichnen?

Carolin: Puh, das ist eine sehr komplexe Frage. Sie impliziert, dass es schwache Frauen gibt. Und das Schwäche etwas schlechtes ist. Meine Oma war schwer kriegstraumatisiert. Sie hat viele, schreckliche Dinge überlebt. Das machte aus ihr eine sehr harte Frau, im Sinne von „Ich muss aus dir alles Weiche heraus prügeln, damit du nie so leiden musst wie ich und mit allen Widrigkeiten des Lebens zurecht kommst.“ Stark bedeutete hart, und Härte bedeutete bloß keine Gefühlsduselei.

In meinen Romanen wünscht sich London einen Schutzumhang, was verständlich ist, wenn man die Geschichte liest. Und Nina imaginiert einen Helden, mit Umhang und Herz auf der Brust, dessen Superkraft „Verzeihen“ ist. Und ich bin überzeugt, dass das eine Superkraft ist, wenn man das kann. Auf jemanden zugehen, verzeihen, die Hand reichen… all diese Dinge. Ich glaube, dass jeder Mensch auf seine Weise stark ist und das Schwäche zulassen, nichts Schlechtes ist.

Momentan gestaltet sich die Welt ja oft so: Frauen sollen in der Männerwelt bestehen, ohne ihre Weiblichkeit zu verlieren. Also stark und taff und unerschütterlich. Während Männer bittedanke ja schon stark sein sollen, dabei verständnisvoll, nicht weibisch. Das ist jetzt sehr kurz und überspitzt formuliert. Ich wünsche mir eine Welt in der Frauen Schweißerinnen werden können, wenn sie mögen. Von mir aus mit pinkfarben Visier. Und Männer können Kindergärtner werden ohne blöde Kommentare und schiefe Blicke. Das eine ist wichtig so wie das andere. Und wenn wir einander einfach so sein lassen in unseren Eigenarten, also im Charakter und in unserer Vielfältigkeit, dann müssen wir wohl irgendwann keine Gespräche mehr über starke Frauen führen. Wir wären Menschen. Mit Stärken, Schwächen, in all unserer Ambivalenz. Und es wäre ok.

Aber ich habe deine Frage nicht wirklich beantwortet. Ja, ich sehe mich als starke Frau. Ich verbinde mit Stärke ein Umgehen können mit schwierigen Situationen. Aufstehen, wenn nötig, neue Pläne machen, umdenken, neu anfangen, Humor hilft meistens. Und: Dinge in Einklang bringen. Im Job, daheim, dazu gehört Stärke, und an manchen Stellen Weichheit.

Carmen: Eine tolle Beschreibung und du hast mehr als recht. Dann kommen wir doch zurück zu den Büchern. Wie steht es mit den Handlungsorten. Warst du dort oder alles Recherche?

Carolin: Ich war in Stuttgart und in London. Mit der get shorties Lesebühne mache ich seit über zehn Jahren im Großraum Stuttgart Lesungen und bin da viel Unterwegs, das ist schon fast meine zweite Heimat. London ist mein „Happy Place“. Gelebt habe ich dort noch nie, aber vielleicht klappt das ja noch. Mein Traum ist, dort ein Jahr zu verbringen und zu schreiben. Ich kenne also beide Orte gut, aber ich musste doch einiges recherchieren, damit es für den Roman dann passt.

Frag mich was über London, und ich halte dir aus dem Stegreif einen Vortrag und überhäufe dich mit Empfehlungen.

Carmen: Das klingt klasse. Ja ich hatte beim Lesen wirklich den Eindruck vor Ort zu sein. Allerdings war ich noch nie dort. Beim 2. Buch hat ja Nina interessante Mitbewohner. Wie sind die denn entstanden?

Carolin: Ich weiß nicht, ob man AutorIn sein muss um das „Was wäre wen?“ – Spiel zu spielen. Ich mache das sehr gerne. In einer Schreibwerkstatt fragte ein Seminarleiter mal: Was wäre wenn du einen Drachen als Haustier hättest? Aus dieser Schreibaufgabe wurde dann meine Trilogie „Das Drachenvolk von Leotrim„. Die Frage „Was wäre wenn deine Katze sprechen könnte?“ erübrigt sich, weil fast alle Katzenbesitzer überzeugt sind, dass ihre Haustiere sprechen können. In meinem Freundeskreis wird das mit Inbrunst gelebt. Und der Springer? Ich kam über die Formulierung „miteinander Pferde stehen“ drauf. Ich habe als Kind oft mit meinem Vater Schach gespielt. Da ist es für mich nur logisch, dass Nina und London als beste Freundinnen ein Schachfiguren-Pferd stehlen. Tja, und der Hausgeist… keine Ahnung, wo der her kam. Den hat London erfunden. 🙂

Carmen: Ich habe diese Details wirklich am Buch geliebt. Und klar meine Katze spricht auch. Werfen wir einen Blick auf das Cover. Kommt das vom Verlag oder eher von dir?

Carolin: Das hat der Verlag in Auftrag gegeben. Wenn man nicht gerade Selfpublisher ist, hat man als AutorIn kein Mitspracherecht am Cover. Ich habe das Glück, dass der O’Connell Press Verlag mir immer vorab den Entwurf schickt und mein OK einholt. Das ist nicht selbstverständlich.

Carmen: Ja das habe ich öfters gehört, dass viele Verlage dies alleine entscheiden. Dabei ist es, finde ich, sehr wichtig dass es dem Autor auch gefällt. Ich persönlich kann O‘ Connell Press übrigens nur empfehlen, ich habe ja als Blogger schon mit ihnen zusammen gearbeitet. Was können wir denn als nächstes von dir erwarten?

Carolin: Ja, das sehe ich auch so. Wenn da mein Name drauf steht, sollte das Cover mir auch gefallen. Ich arbeite an einer Fortsetzung zu „Das Drachenvolk von Leotrim“. Vermutlich wird der Roman im Frühjahr 2022 erscheinen. Wenn alles so klappt, wie ich möchte.

Und vielleicht darf ich auch irgendwann mal wieder auf Lesungstour mit der get shorties Lesebühne gehen. Dann wären wieder neue Kurzgeschichten fällig. Also gleich nach der Pandemie.

Carmen: Oh das Drachenvolk. Die Reihe hab ich verschlungen. Wie toll da freu ich mich schon sehr darauf. Ja Lesungen und andere öffentliche Veranstaltungen vermissen wir wahrscheinlich alle sehr. Gerade das persönlich Treffen zwischen Autoren und Lesern ist etwas was mir viel bedeutet. Aber irgendwann wird auch das wieder möglich sein. Bevor ich mich jetzt von dir verabschiede habe ich noch eine Schlussaufgabe für dich. Das ist in meinen Interviews schon Tradition und in den Themenwochen bekommt jeder teilnehmende Autor die gleiche passend zur Woche. Nenne mir bitte drei Frauen die dir einfallen wenn du an starke Frauen denkst. Egal ob aus Gegenwart oder Geschichte aus der Literatur oder Film und natürlich möchte ich wissen warum du sie gewählt hast:

Carolin: Oh, was für eine spannende Frage. Da fällt mir als allererstes Hannah Gadsby ein, die ich sehr bewundere. . Ich wollte nicht Comedian werden. Ich wusste nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Im Fernsehen sah ich Frauen wie Gaby Köster. Die war aber so laut und so überdreht, dass ich sie zwar gut und lustig fand, aber nicht als Vorbild ansah, dem ich nacheifern könnte. Also damals waren weibliche Comedians noch eine Seltenheit. Als ich dann Hannah Gadsby entdeckte, (introvertiert, autistisch, leise mit klugem Humor) war es für mich eine riesengroße Sache, endlich mal eine Frau wie sie zu sehen. Vielleicht kennst du den Satz: Man kann nur werden, was man sieht. Wäre eine Frau wie Hannah Gadsby im Fernsehen aufgetreten, als ich 15 war – zumindest glaube ich das – dann hätte das für mich und meinen Werdegang einen großen Unterschied gemacht.

Noch eine Hannah. Hannah Arendt. Ich bemühe mich aktuell alle ihre Bücher zu lesen und ihre Gedanken nachzuvollziehen. Auf YouTube kann man sich alte Interviews mit ihr ansehen. Eine Wohltat: Menschen, die sich unterhalten, sich ausreden lassen, sich nicht ins Wort fallen, reflektieren, was der andere gesagt hat um nachzufragen, ob auch alles verstanden wurde. Ruhig und ohne Geschrei wird da über Wichtiges diskutiert. Auch etwas, dass man heutzutage nirgends mehr im Fernsehen sieht. Ich bewundere ihre klare, analytische Denkweise und und bin sehr froh, dass auf meinem Stapel noch viele Bücher zum entdecken liegen.

Oh, und Frau Nr. 3: Helen McCrory. Großartige Schauspielerin. Mit der würde ich gerne mal einen Kaffee trinken. Ich habe alle ihre Filme und Serien gesehen, aber ich feiere sie am meisten in „Peaky Blinders.“

Carmen: Wundervolle und interessante Antworten. Dann bedanke ich mich für dieses Interview, deine Zeit und die tollen Antworten. Es hat mir sehr viel Freude gemacht

Carolin: Ich danke dir. Mir hat es auch Spaß gemacht!

Liebes-Erklärungen

Zoom Lesung @Herrenberg

Wir, also die get shorties Lesebühne zusammen mit der Stadtbibliothek Herrenberg, veranstalten eine interaktive Zoom-Lesung. Über diesen Link kannst du dich anmelden, hier erhältst du deine Zugangsdaten, der „Eintritt“ kostet 5 Euro und dafür bekommst du dann Dorothea Böhme, Carolin Hafen, Rainer Bauck und Ingo Klopfer mit wilden Corona-Haaren direkt in dein Wohnzimmer gestreamt. Nicolai Köppel liest und macht Musik.

Gruppenbild get shorties Lesebühne 2019
Gruppenbild get shorties Lesebühne

Das heißt, alle AutorInnen der Lesebühne sitzen dann bei sich zuhause und lesen dort live ihre Texte … Im Anschluss kannst du Fragen stellen und mit den AutorInnen chatten.

Das Ganze findet dann hier statt.

Wir lesen uns!

~Caro

Autorenselfie 2021

Autorenselfie 2021

Das neue Jahr fängt schon gut an. Ich habe endlich ein T-Shirt, das meine ambivalente Seele vollkommen zum Ausdruck bringt und mein Sammelband macht sich gut da draussen. Nun bin ich gefragt worden: „Caro, was kann ich für dich tun?“

Ich kann keine Lesungen veranstalten, kann nicht raus um von meinem Roman zu erzählen, und so bleibt mir – wie allen Kreativ-Schaffenden nur eins: Mir ein riesiges Ausrufezeichen über den Kopf zu halten und online zu verkünden: „Du weißt es noch nicht, aber mein Roman ist genau das Richtige für dich! Wirklich.“ 

Also, falls du auch wissen willst, wie du mich oder deine LieblingsautoInnen generell, unterstützen kannst, so ist das relativ einfach:

  1. Kauf und lies die Bücher.
  2. Erzähl anderen davon.
  3. Verteile im Netz ein paar Sterne, egal wo. Und wenn du ganz fleißig sein willst:
  4. Schreib eine Rezension. Wenn´s dir gefallen hat, erzähl´s weiter. Wenn es dir nicht gefallen hat, sag es der AutorIn. Nach dem Buch ist vor dem Buch und wir lernen stetig dazu. Das funktioniert besser mit Austausch und Feedback. 

Und allen, die das schon gemacht haben sage ich: Herzlichen Dank. Ich weiß das sehr zu schätzen!

Caro 

Liebes-Erklärungen: Jetzt erhältlich!

Lust auf Liebe in allen Facetten – Partnerschaft, Familie, beste Freundinnen …? Dann heißt es zugreifen, denn genau darum geht es hier, auf insgesamt 712 Seiten (beide Taschenbücher gesamt)!

Diese E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›From Spring to Winter – London in Love‹ und ›Kein Navi für die Liebe – Nina in Love‹ aus der populären Liebesroman-Dilogie ›In Love‹. (Bislang 61 Mal 5 Sterne für die Einzelbände!)

Leserstimmen zu den Einzelbänden:
»Toller Roman, keine Schnulze, aus dem wahren Leben mit Witz und Humor geschrieben.«
»London, die Glücksorte der Stadt, […] das Durchatmen an Orten, die man selbst möglichst schnell kennenlernen möchte.«
»Es ist kein oberflächlicher, pinkfarbener Zuckerwattenroman.«

Band 1: From Spring to Winter – London in Love

Ein emotionaler Roman über die Liebe auf den zweiten Blick. Vor der grandiosen Kulisse Londons.

Betrogen. Gelangweilt. Endstation?
Das will London erst einmal sehen und ergreift die Flucht nach vorn. Sie geht für ein Jahr in die Stadt, der sie ihren Vornamen verdankt. Damit kehrt sie sowohl ihrem treulosen Freund als auch der Enge ihrer schwäbischen Heimat den Rücken.
Neue Stadt, neue berufliche Herausforderung – aber doch bitte keinen neuen Mann! Das hat London jedenfalls nicht auf dem Plan. Die Wunden ihrer letzten Beziehung sind noch zu frisch, sie will nicht wieder verletzt werden. Doch als sie nach einem One-Night-Stand gefragt wird, sieht sie darin die Chance, es ihrem Exfreund heimzuzahlen. Wird die Rechnung aufgehen oder zahlt sie am Ende selbst einen zu hohen Preis?

Band 2: Kein Navi für die Liebe – Nina in Love

Ein Roman über die Qual der Liebe.

Rastlos. Kompliziert. Ewig single?
Nina hört ständig: »Du bist unmöglich, zu laut. Du weißt nicht, was wahre Liebe ist.« Zu allem Überfluss ist ihre beste Freundin nach London gezogen – natürlich frisch verliebt! Nina wird mit einem Mal alles zu eng. Da sind jede Menge Zwänge und Erwartungen, die es ihr verwehren, einfach auszubrechen aus dem tristen Stuttgarter Alltag. Aber damit nicht genug, trägt sie schon lange eine Last mit sich herum, die ihr ganzes Leben bestimmt. Auch die flüchtigen Bekanntschaften über Tinder und Co können sie nicht von diesem Schmerz befreien. Schließlich kassiert sie eine üble Abfuhr und fragt sich: Gibt es für mich noch einen Weg zur Liebe?

Die Einzelbände der Reihe sind auch als Taschenbuch erhältlich.

Textschnipsel #1

Ich arbeite aktuell an der Fortsetzung zu „Leotrim“ und das bedeutet, ich lese meine eigenen Bücher immer mal wieder, zumindest Abschnittsweise. Um die Stimmung einzufangen oder um bestimmte Details aufzugreifen bzw. sie fortzuführen. Und dann stoße ich auf Passagen, die ich einfach lieber mag als andere. Und deshalb teile ich heute einer meiner Lieblingsstellen aus dem ersten Band mit dir.

#throwbackthursday

Textschnipsel #1 aus Drachenbrüder

Band 1 – Drachenbrüder

Ambro hüllte sich in seinen Mantel, bettete den Kopf auf seinen Beutel und starrte zurück; die Lichter sahen ihn neugierig an.

Norwin legte sich zu ihm, sehr nah, und wärmte seinen Broder mehr als es das Feuer tat. Der Wind zerrte an ihnen beiden, Norwin breitete zum Schutz seinen guten Flügel aus, legte ihn über Ambro wie eine Decke. Da hörte der Junge zu frieren auf und schlief endlich ein. 

Norwin schlief nicht. Er vermisste Soems und dachte an die erste Nacht zurück, nachdem er gefallen war. Norwin hatte in seinem Nest gelegen, die Nacht war schon alt gewesen, Ambro hatte in seinem Bett geschlafen, selbst die Lichter schienen sich bald zurückziehen zu wollen. Auch Aidar hatte sich entfernt. 

Soems war gekommen, um nach ihm, Norwin, zu sehen. Er traute sich nicht in die Kammer hinein und saß auf einem Ast im Baumwipfel und spähte durch die offene Dachluke herein. Norwin, der nicht schlafen konnte, spürte den anderen mehr, als dass er ihn sah. Und trotz des Schmerzes jeder Bewegung kletterte er leise aus dem Nest und durch die Luke. Er vergewisserte sich noch, ob Ambro nichts bemerkt hatte und weiterhin fest schlief. 

So setzte er sich neben Soems, zwischen die Blätter, die im Wind raschelten, eingelullt in die Geräusche der Nacht. Sie beide hörten Olafur schnarchen und doch waren sie weit weg von der Welt unter sich. 

Der eine fragte den anderen, wie es ihm ginge und der andere sagte, es ginge schon und der eine drückte seinen Kopf an die Brust des anderen, wie um zu horchen, ob darin alles schlug wie es sollte. Und einer roch am anderen und erinnerte sich an zu Hause und den Geruch der Mutter und die Geräusche der Nestlinge und das Wuseln der Ammen und zusammen waren sie einen Augenblick nicht allein, weil sie dasselbe dachten und sich erinnerten und die Lichter hörten nur ein tiefes Brummeln, das aus Drachenkehlen drang, doch sie kannten die Worte nicht, die leise gesprochen wurden und nicht für fremde Ohren bestimmt waren. Der eine schlief ein bisschen und der andere auch und bevor die Sonne aufging, trennten sie sich. 

Inmitten einer taunassen Wiese im Nirgendwo von Leotrim, nicht hier und nicht dort, vermisste der eine den anderen und den Trost, der nicht mit Worten beigebracht werden kann. 

  • Das Drachenvolk von Leotrim
  • C. M. Hafen
  • O’Connell Press
  • Eine wunderbare, bewegende All-Age-Fantasygeschichte – die komplette Drachen-Trilogie im Sammelband! Die E-Book-Sonderausgabe enthält die Romane ›Drachenbrüder‹, ›Drachensichel‹ und ›Drachenfrieden‹ aus der beliebten All-Age-Fantasy-Reihe ›Das Drachenvolk von Leotrim‹.