ENDE

ENDE.

Ja, ich habe es wieder getan und dieses kleine, unscheinbare Wörtchen unter ein Manuskript geschrieben. Ich kann es kaum glauben. Das letzte Jahr hat mir viel abverlangt, wie uns allen, in irgendeiner Form. Ich hatte Zweifel, ob ich es dieses Mal hinkriege, ich habe befürchtet meine Kreativität sei futsch. Schreiben (und auch Lesen) ist für mich Weltflucht, das habe ich mehr denn je gebraucht und Leotrim war schon früher ein guter Ort für mich, so auch jetzt. Am Schluß wird eben doch alles gut.

Das neue Drachen-Buch wird Ende September erscheinen, jetzt beginnt die Fleißarbeit. Lektorat und co. Die gute Susanne O’Connell wird wieder zaubern und aus meinem Geschreibsel ein schönes Buch machen.

Jetzt plane ich eine Email-Liste aufzubauen, für meine Drachenfreunde. Also ein kleiner (unregelmäßiger) Gruß vom Schreibtisch, mit internen Infos zum Entstehungsprozeß und die Zwischenschritte, die bis September statt finden. Hast du Interesse? Oder magst du das neue Werk sogar rezensieren?

Ich führe eine Liste (ich liebe Listen) und wenn du gerne dabei wärst auf dieser Reise, dann schreib mir eine Nachricht, den Rest klären wir dann privat.

Ende.

Und ein neuer Anfang. Das wird super.

Caro

Mein neuer Newsletter. Ein kleiner Gruß vom Schreibtisch. Hier kannst du dich anmelden;

Wird verarbeitet …
Erledigt! Du bist auf der Liste.

Unendlicher Spaß

Ich war in der Bücherei und habe ein Buch ausgeliehen. Da ich nicht fertig wurde, musste ich die Ausleihzeit um einen Monat verlängern. Ich schaffte es trotzdem nicht und gab es zurück. Monate später starte ich einen neuen Versuch. Ich nahm besagtes Buch aus dem Regal, trug es wieder vor an den Tresen, die Bücherei-Fee scante das gute Stück und rief aus: „Das haben Sie aber schon mal ausgeliehen. Das ist noch gar nicht lange her!“

Datenschutz ist ja so wichtig, ne? Jedenfalls. Diese Geschichte hat jetzt drei Seiten. Die Bücherei-Fee kann also nicht fassen, dass ich ein Buch zwei Mal ausleihe, angesichts der enormen Auswahl in der Bücherei von Hintertupfeldingen. Sie schaut mich an, nicht mal vorwurfsvoll, aber doch herausfordernd: „Wolle Sie nicht doch lieber ein anderes Buch?“

Auf der anderen Seite des Tresens stehe ich und hadere mit mir. Ich will nicht zugeben, dass dieses Buch eine Herausforderung ist. Nicht zeitlich, sondern inhaltlich. Dass ich es nur deshalb noch mal ausleihe, weil ich das blöde Ding schaffen will. Also lesen, insgesamt von vorne bis hinten. Kann ja nicht sein, dass ein Roman mich kleinkriegt. Ich bin doch… keine Ahnung, was ich bin. Leserin. Mehr Auszeichnungen habe ich nicht. 

Und du bist jetzt der/die Dritte im Bunde, du willst bestimmt wissen um welches Buch es geht, was uns hier zusammen führt: „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace. Es macht nicht so viel Spaß, wie der Titel vermuten lässt. Ich lüge, mehr schlecht als recht: „Das war so gut, das will ich nochmal lesen!“ Zwinki Zwonki. 

Die Bücherei-Fee händigt mir den Wälzer aus, traurig und wiederwillig. „Wir haben doch neue Sachen, gleich da drüben, schauen Sie doch, die die sind so neu, die waren noch nirgends zuhause!“, sagt ihr Blick. Das verstehe ich ja auch. Ich hänge der Vorstellung nach, dass Bücher in der Bücherei ganz dringend raus wollen, ausgeliehen werden, kurz mal irgendwo zuhause sein – wie auf Wohlfühl-Urlaub. Vermutlich war der „Unendliche Spaß“ auch noch nirgends, jedenfalls nicht bis zum Schluß. Meine Vermutung, keine Tatsache. Der Datenschutz gibt das nicht her, das brauche ich gar nicht zu fragen. Und vermutlich lügen die anderen genauso so wie ich. 

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It captures your voice

Meine Kollegin Lotte Römer hat mir die Woche den Link zu diesem Video geschickt, weil sie meine Liebe für Schreibmaschinen kennt und auch verfolgt hat, wie Erika bei mir eingezogen ist. Ich kann mich ja wie bescheuert freuen: Über den Klang beim Tippen, über das Schriftbild, über das Aussehen der runden Tasten. Wenn mich irgendwer darauf anspricht, sprudele ich los und erzähle, meine Begeisterung ist wie ein Geysir: heiß und plötzlich. Jedenfalls.

Heute hatte ich endlich Zeit das Video zu schauen. Van Neistadt erklärt hier, dass eine Schreibmaschine die eigene Stimme einfängt. Und ich dachte, wieder mal völlig begeistert JA. Man kann ja über das Intenet sagen was man will. Man kann Vor- und Nachteile aufzählen und darüber philosophieren, was die Anonymität und der Umstand alles ungefiltert raushauen zu können, mit uns allen macht. Ich finde im Internet viel Zugewinn. Ich kann mir auf Instagram Videos und Bilder und Reels zum Thema Adhs und Autimus und Depressionen anschauen und zum ersten Mal in meinem Erwachsenen-Leben erkennen: Woah, denen geht es ja wie mir. Wie krass! Ich bin ja doch kein Alien. Die Sachen haben alle einen Namen. Das sind Symtome. Ja, das tröstet mich.

Also, eine Sache, die ich schon lange mache, und just in diesem Moment erkenne: Ich erfasse meine Stimme. Ich halte sie fest. Und offensichtlich bin ich nicht die einzige, die das so macht. Ungewöhnlich ist das auch nicht. Ich bin Autorin. Das wusstest du vermutlich schon. 😉 Wenn ich ein neues Projekt starte, dann öffne ich in meinem Schreibrpogramm eine neue Datei und benenne diese: Arbeitstitel und Datum. Und wenn ich am nächsten Tag (Hahahaha, oder einen Monat später!) an der Datei bzw. dem Entwurf weiter arbeiten will, dann mache ich eine Kopie und benenne sie um. Arbeitstitel und Datum. Das bedeutet, alles was ich in der Sittzung vorher geschrieben habe, bleibt exakt so stehen. In der neuen Datei überarbeite ich das bisher geschriebene, ich erweitere den Text, schreibe weiter, notiere mir auch, was ich in der nächsten Sitzung alles tun will bzw. wie die Story weiter gehen soll. Tja, und wenn ich dann das nächste Mal wieder an die Arbeit gehe, kopiere ich die vorherige Datei und wiederhole den ganzen Prozess. Somit habe ich am Ende, wenn das Buch fertig geschrieben ist, unzählige Dateien, Titel und Datum, und kann jeden Arbeitsschritt nachvollziehen. Wenn ich was gelöscht habe, und der Meinung bin, dieser eine Absatz war doch gut, kann ich ihn einfach wieder herholen. Es geht nicht ein Wort verloren, mein ganzer Denk- und Arbeitsprozess ist bis ins letzte Komma dokumentiert. Wozu das Ganze, fragst du jetzt vielleicht. Du fragst zu Recht. Mit dieser Methode muss ich nicht ein Wort löschen. Es geht nichts verloren. Das ist einizig und allein für mich wichtig. Vor ein paar Jahren habe ich diese Methode entwickelt, weil ich Schwierigkeiten hatte mit einer wichtigen Sache im Überarbeitungs-Prozess: Kill your Darlings.

Überarbeiten ist wichtig. Lektorat, Korrektorat, Anmerkungen der Lektorin, der Testleser, eben allen die an der Entstehung eines Buches beteiligt sind, einschließlich meiner eigenen Zweifel. Die reden auch mit. Manchmal finde ich das, was ich fabriziert habe, sensationell. Und dann wieder, mitten in der Nacht, wache ich schweißgebadet auf, und Schwester Innerlich schreit mich an: DAS KANNST DU DOCH SO NICHT SCHREIBEN.

Also stehe ich auf, kopiere meine aktuelle Arbeits-Datei, versehe die Kopie mit dem heutigen Datum und handle: Lösche, ergänze, schreibe. Da nichts verloren geht, kann ich viel großzügiger, radikaler, angstfreier vorgehen um am Schluß zufreiden festzustellen: Mit dem Überarbeiten ist der Text besser geworden. Der Ausdruck ist genauer, unwichtiges ist gelöscht und diese eine wichtige Sache, die ist jetzt im Rampenlicht, so wie es sein soll.

Und dann kann ich sehr gut schlafen. Endlich. Ob nun Schreibmaschine oder Computer, das ist ja keine Frage des entweder oder. Für mich hat sich mit dieser Erkenntnis einiges in meinem Arbeitsprozess geändert. Überarbeiten ist endlich nicht mehr so fürchterlich. Und mich nun, in diesem Video bestätigt und gesehen zu fühlen, ist das Kirschlein oben auf dem Sahne-Eisbecher. Kann ich nur empfehlen.

~Caro

Erika

Erika ist bei mir eingezogen. Die hat mir noch zu meinem Schreibmaschinen-Glück gefehlt. Ich glaube, meine Sammelwut ist damit abgeschlossen. Jedenfalls. Ich war noch mal in dem Second Hand Laden. Letzte Woche hatte ich dort nachgefragt, ob sie eine Schreibmaschine haben, so eine richtig alte, mit den runden Tasten. Die gute Frau meinte „Ja, vielleicht“, sie würde nachschauen. Und gestern fragte ich noch mal nach, mit Erfolg. Wir sind uns schnell einig geworden und diese Schönheit ist nun bei mir eingezogen. Yay. Sie ist inzwischen geputzt, das Farbband ist neu, es funktioniert alles. Einzig, der Koffer sieht ein bisschen abgeratzt aus. Ich bin am überlegen ob und wie ich das ändern könnte… Das Holz abschleifen und neu lackieren? Ich würde es gern selber machen. Ich werde das Internet zu Rate ziehen. Was meinst du? Muss so ein altes Ding auch alt und verlebt aussehen? Oder darf man/soll man einer solchen Schönheit ein neues Kleid basteln? Hm?

A Billions Guide

Appetite for Power

Neuzugang.
Appetite for Power
A Billions Guide
By Bahar Leventoglu

Das ist ein New York Eating & Drinking Guide zur Serie „Billions“. Das bedeutet, die Autorin stellt die Orte und Restaurants vor, die in der Serie vorkommen. Das Buch sieht sehr toll und hochwertig aus; Layout und Papier, ergänzt durch viele Fotos aus der Serie. Man kann also, praktisch an genau den Tisch sitzen, wo Axe und sein Gegenspieler Chuck sich an die Gurgel gegangen sind.

Die Autorin hält schon seit Jahren die Damian-Lewis-Fangemeinde zusammen. Hoch engagiert und sehr sympathisch. Vor ein paar Jahren trafen wir uns sogar mal persönlich. Die Welt ist klein. Sie kam aus New York und ich aus der schwäbischen Pampa nach London um dort das Theaterstück „The Goat“ anzusehen. Wir hatten einen tollen Abend.
Und nun freue ich mich auf die Lektüre und den Ausflug nach New York. Sollte ich es je schaffen, da endlich mal hinzukommen, weiß ich ja schon wo ich essen gehen kann. 😎

Gut vorbereitet

Nächsten Freitag findet unsere Wortreich-Lesung im Vorstadttheater in Tübingen statt. Mit 2G! 

Meine Stammtisch-KollegInnen meinten, es wäre eine gute Idee, wenn wir Namensschildchen hätten, damit das Publikum gleich weiß, wer wer ist. Ich hab mir also die Tage ein Schildchen gebastelt und dazu noch einige Autogrammkarten gedoodelt. Bei solchen Gelegenheiten gebe ich beim Kauf eines Buches gern so eine selbst gestaltete Karte mit. Die lässt sich vor Ort noch ganz g´schwind personalisieren. 

  • Für Wolfgang. 
  • Für Jamin. 
  • Für Ich-will-meinen-Namen-nicht-nennen. 🙂 

Alles klein Problem. Jetzt muss ich nur noch eine Stelle aus meiner Geschichte auswählen, die ich lesen will. Weil die ganze Kurzgeschichte ist für den Abend zu lang. Ich werde also an einem fiesen Cliffhänger aufhören. 😉

Wortreich-Anthologie

Im Linden-Museum, Stuttgart

Ich bin zurück von meinem kleinen Recherche-Ausflug. Das war ein voller, toller Tag. Anstrengend auch. 🙂

[Zur Erklärung: Für die Drachenfortsetzung brauchte ich ein bestimmtes Wort. Im Deutschen wurde ich nicht fündig. Im Japanischen gibt es dieses Wort, und wenn ich nach langer Suche so ein Schätzchen finde, macht mich das sehr glücklich. Und wie das so ist, man gelangt von einem Klick zum nächsten, irgendwann war ich dann bei der Bauweise von japanischen Bauernhäusern und auch davon wird etwas ins neue Buch einfließen. Die Museumsführerin erzählte viel über Essen & Trinken in Japan, über die Teezeremonie im Besonderen. Sie erzählte aber auch über Apnoe-Taucherinnnen, was ich extrem spannend fand. Ich werde mich in der Richtung noch weiter einlesen. Jedenfalls.]

Bahnhof Spaichingen

Ich war auf einer Japan-Exkursion, organisiert von der VHS. Wir haben uns eine typische japanische Straße in der Museums-Variante angeschaut. Dazu gab es eine kleine Führung und anschließend sogar eine Tee-Zeremonie. Wir haben von einer richtigen Teelehrerin alles erklärt bekommen und wurden dann sogar verköstigt. Ich habe noch nie Matcha-Tee getrunken, fand es sehr lecker. Das werde ich wiederholen. Ich finde ja, so eine Tee-Zeremonie wirkt wie eine Meditations-Übung. Ich war hinterher total entspannt und zufrieden. Dazu gab es noch ein Gebäck, ich glaube es war rote-Bohnen-Kuchen. Auch sehr fein. Das Küchlein half aber nur wenig über den Bärenhunger hinweg, denn wir hatten. So viel Input macht hunrig. Wir sind zum Koreaner marschiert und haben dort die Schalen leer gefuttert, als ob wir drei Tage nichts zu essen bekommen hätten. Am Schluß bin ich noch in einem Bastelladen gelandet und dort ein bisschen eskaliert. Neue Stifte, neue Zeichnen-lernen-Bücher, als hätte ich noch nicht genug. Also Schreibwaren kaufen und Schreibwaren benutzen, das sind zwei verschiedene Hobbys. Ich hoffe, da sind wir uns einig. 😉

Der Tag endete, mit einer zweistündigen Zugfahrt und einem schreienden, unzufriedenen Baby. Armes Ding.

Buch-Handtasche

Hier ist also, wie angekündigt, ein Bild meiner John-Irving-Handtasche. Die ist gestern, bei meiner Aufräum-Aktion auch aufgetaucht. Das Ding habe ich schon ewig. Eine Bekannte hatte damals einen Dawanda-Shop, ich glaube Etsy gab es da noch gar nicht, und dort habe ich die Tasche in Auftrag gegeben.

Bevor du dich jetzt empörst, was ich mit einem Buch so anstelle: Upcycling war damals schon Thema, und ich rede hier von 2007 oder so. Ich habe also ein gebrauchtes, kaputtes Exemplar von meinem Lieblingsbuch gekauft, für 1 Euro auf´m Flohmarkt, und das Ding meiner Bekannten geschickt. Sie hat den Buchblock dann raus getrennt und die Tasche gedingst. Wie auch immer man so eine Handtasche herstellt. Den Buchblock habe ich auch noch, theoretisch könnte ich auch den verwenden und noch irgendwas falten oder ausschneiden oder sonstwas damit anstellen. Jedenfalls. Es ist fast tragisch, dass ich kein Handtaschen-Mädchen bin, und nur selten mit einer rumlaufe. Gerade jetzt habe ich aber große Lust dazu, das gute Stück auszuführen. 🙂

Jetzt mal unter uns, das Teil ist doch super!? 

Lucy Schröders gesammelte Wahrheiten

Die Bücher von Susann Rehlein lesen sich, als wären sie extra für mich geschrieben worden. Da ist ein blinkender, roter Pfeil, der auf mich zeigt und laut „Zielgruppe“ verkündet. 😉
 
Ich mag den lakonischen Erzählstil der Autorin, ich mag den Humor, den die Geschichte transportiert und ich mag die schnoddrige Lucy Schröder. Die hat ziemlich einen an der Waffel, aber das ist auch kein Wunder, bei der Nicht-Erziehung, die ihr widerfahren ist. (Ich stelle noch die steile These auf, dass Lucy sich im Spektrum bewegt, aber das nur am Rande.) Jedenfalls. Lucy kann hellsehen, allerdings hat sie keinen Funken Sozialkompetenz im Leib, dafür ein großes Herz. Eigentlich. Sie weiß nur nicht, wie man das benutzt. Aber der Reihe nach. 
Ihre Mutter starb sehr früh und der Vater verschwand völlig in seiner Trauer. Erziehung is nich. Lucy wächst also auf, wie ein wildes Tier, sich selbst überlassen. Es gibt ein paar Menschen um sie herum, aber keiner ist nah genug an dem Kind dran, um einen Unterschied zu machen. Lucy kriegt also die ganze weltliche Weisheit ihres Vaters ab: Liebe is nich. 


Er stirbt und Lucy versteckt sich in ihrer Wohnung. Monatelang geht sie nicht raus, lässt sich Essen liefern und terrorisiert ihre Mitbewohner, bis ihr Therapeut sagt: „So geht das nicht weiter. Du kannst nicht nur drinnen hocken und Schneekugeln basteln!“ 


Lucy muss also raus etwas ändern, Leute kennen lernen, leben. All das. Aber Lucy hat ziemlich einen an der Waffel. Deshalb rennt sie in zerrissenen Jeans, einem Tutu und einer grünen Fell-Tasche ins Kaufhaus Schönstedt. Sie macht es sich zur Aufgabe jemanden zum Kennenlernen zu finden, eine Jeans zu kaufen und dem Therapeuten zu beweisen, dass sie doch noch nicht ganz reif ist für die Klapse. Es passiert, was auch mir passiert ist: Sie versucht alle um sich rum mit ihrer Ruppigkeit auf Abstand zu halten, aber das funktioniert nicht so gut, weil das leicht zu durchschauen ist. Lucy ist zwar groß geworden, aber nicht erwachsen. Und mit ihrer kindlichen Art rennt sie Wände ein, innere und äussere. Im Kaufhaus ändert sie einige Leben, auch ihr eigenes, ganz langsam. 


Da ist dann Platz für Ruhe, und für Freundschaften und auch für die Liebe. Natürlich ist die Liebe in Lucys Leben pragmatisch, zart und besonders, was soll sie sonst sein? Ich will gar nicht zu viel verraten. Nur soviel: Ich mag Lucy. Ich mag den Piepel und Tom, ich mag die lilafarbene Lea Hellmich, ich mag Frau Fiebig und ihre Stöcker, ich werde nie wieder vernünftig Chameleonen sagen können, ich mag den Enno und ich mag Lucys wilde, ungestüme Art und wie sie Nähe lernt. Das kann man nämlich nicht einfach so, nur weil man da ist. Lucy kann hellsehen und Flammen säufzen. Sie kann hellrosa Puder in den Hausflur zaubern, das Leben ist voller Wunder. 


Ich habe an einigen Stellen laut gelacht, an anderen die Tiefgründigkeit gespürt. Lotte Römer hat mir die Bücher empfohlen, und ich bin sehr froh, dass diese Perlen jetzt bei mir wohnen. Ich freu mich auf ein Wiederlesen. Das mache ich mit Perlen nämlich so. 

☆☆☆☆☆

  • Susann Rehlein
  • Lucy Schröders gesamelte Wahrheiten
  • Roman
  • Dumont

Linkshänder

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Ich habe mich die Tage mit einer Freundin über Linkshänder unterhalten bzw. über die Maßnahmen der Umerziehung. Heute dürfen Kinder mit links schreiben, es gibt Blöcke und Scheren und entsprechende Füller. Das war nicht immer so. Ich habe schon grausige Sachen gehört… während dem Unterricht den Arm auf den Rücken binden, um das Kind zu zwingen die „richtige“ Hand zu benutzen. Wir als Gesellschaft scheinen unfassbar doof zu sein, wenn es darum geht ein Anders (egal in welcher Form) anzunehmen. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls. Ich frage mich nun, wie das in anderen Kulturen ist. Wenn ca. 10% der Weltbevölkerung Linkshänder sind, dann betrifft das ja auch Leute, die von oben nach unten schreiben bzw. von rechts nach links. Ich würde das gerne recherchieren, weiß aber gar nicht wie ich das anfangen soll. Eine Stippvisite bei Wikipedia ergab, dass in Japan Kinder nicht gezwungen werden die rechte Hand zu benutzen. Aber ob das schon immer so war, weil es beim Schreiben keine Rolle spielt, das habe ich noch nicht herausgefunden. In welchen Ländern hat diese Umerziehung stattgefunden und wie lange? Und ist es beim von oben nach unten schreiben tatsächlich egal, welche Hand man benutzt? Weißt du das? Oder wo ich das nachlesen kann?