Tribute to Helen McCrory

Helen McCrory ist mit 52 Jahren an Krebs gestorben. Ich habe sie die letzten Jahre verfolgt, das Internet macht das einfach. Ich sah alle ihre Fernsehserien und Filme, aber auch die Theaterstücke, soweit es mir möglich war, und fand sie in allem großartig. Sie spielte starke Frauen ohne Klischees. Sie hatte eine tolle Ausstrahlung, eine Mischung die selten ist: Sexy und cool. Die meisten Menschen können nur entweder oder. Sexy sein oder Coolness ausstrahlen. Helen McCrory hatte beides. Nein, mehr noch. Sie hatte Würde. Und ich meine das nicht nur im Hinblick auf ihre Rolle als Polly Gray. In ihren Interviews und Auftritten sprühte sie vor Witz und Schlagfertigkeit. Von hier aus gesehen, also von meinem Platz als Fan und Bewunderin, war sie die Sorte Frau mit der ich gern mal um die Häuser gezogen wäre, nur um mir einen Abend lang vor Lachen in die Hose zu machen.

Es ist leicht jemanden aus der Entfernung zu mögen und all seine Sehnsüchte hin zu projizieren. Das ist mir völlig klar, ich idealisiere da etwas, und das existiert nur in meinem Kopf. Allerdings ist mir auch klar, dass sie ein Mensch war mit Fehlern und Ecken und Kanten. (Die von hier aus auch sympathisch wirken, aber das nur am Rande.) Sie ist… ich will das immer noch in der Gegenwart schreiben… sie war verheiratet, Mutter zweier Kinder. Und dann ja auch Tochter und Freundin und vieles mehr. Mir gingen die letzten Tage zwei Dinge durch den Kopf:

  1. Krebs ist ein Arschloch
  2. Zu früh. 52 ist zu früh

Und das empfinde ich stellvertretend für alle Menschen, die mit dieser Krankheit zu kämpfen haben oder hatten. Vielleicht treibt mich das so sehr um: Helen McCroy gibt diesen beiden Empfindungen ein Gesicht. Das kann ich rational erfassen, und mein Herz tut trotzdem weh. Die Tage saß ich mit einer Freundin beisammen, sie trauerte um Prinz Philip und ich um Helen McCroy und so waren wir ein trauriger Haufen. Wir waren uns einig, es tut weh, wenn jemand geht. Ob mit 99 oder mit 52. Ob ein naher Verwandter oder ein entferntes Vorbild.

Mein tiefstes Mitgefühl und mein allerherzlichstes Beileid gelten der Familie und den Freunden. Die Welt ist um einen lieben Menschen ärmer geworden und keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen. Ich bin traurig, dass die Krankheit über ihren enormen Lebenswillen gesiegt hat. Ich werde sie sehr vermissen.

Carolin

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