Die Wahrheit über Harry Quebert

Nachdem ich fest gestellt habe, dass es nur wieder eine neue Variation der Lolita-Geschichte ist, hab ich mir die Mühe gemacht, mal auf die Hörbuch-Hülle zu gucken. Der Unsinn geht 20 Stunden. Und 20 Stunden meiner Lebenszeit ist mir die Wahrheit über Harry nicht wert. Ich habe abgebrochen. 

Unser Start war schon schwierig, die Geschichte hat mehrere Anfänge, der Autor konnte sich wohl nicht entscheide in welchem Jahr und mit welcher Figur er anfängt, also hat er drei oder vier Anfänge wild durcheinander geworfen. Natürlich könnte ich zurück gehen, mir die ersten Kapitel noch mal anhören, aber ich will nicht. Die Dialoge vom Erzähler Marcus mit seiner Mutter oder auch die mit seinem Freund Harry sind so grauenvoll kitschig und konstruiert, teilweise bemüht aber unfreiwillig komisch, das will ich mir nicht noch mal antun.

Alles wiederholt sich – die Gespräche von Marcus und Harry drehen sich ewig darum wie man ein gutes Buch schreibt (ohne zu definieren, was ein gutes Buch ist) und nachdem ich diesen Blödsinn zum dritten Mal angehört gabe, wünschte ich mir sehr, ich hätte ein gutes Buch im CD-Spieler. Meine Güte. 

Die Wahrheit über Harry Quebert lautet; Ich bin nicht in der Zielgruppe. Wir werden keine Freunde. Nach zweieinhalb Stunden habe ich abgebrochen. 

5 Kommentare zu „Die Wahrheit über Harry Quebert

  1. Ich gebe zu, ich bin in der verlinkten Leseprobe irgendwann bei dem Anfang ausgestiegen, bei dem der Kerl über seine „Schriftstellerkrankheit“ mosert :’D.
    Da hast du es noch lange durchgehalten. Ironischerweise ist der Schreibstil vom ersten Anfang zumindest so weit reinziehend, dass ich überhaupt weitergelesen habe. Danach war ich weg. Mittlerweile frage ich mich, ob echte Autor*innen überhaupt Zielgruppe für Bücher über Autor*innen sein können. Ich fühlte mich in meiner Lebensrealität einfach nicht abgebildet ^^

    1. Also grundsätzlich mag ich Schriftsteller-Bücher & Filme. Da sehe ich mich schon in der Zielgruppe. Aber hier, in diesem Fall, ging mir das Gejammer wahnsinnig auf die Nerven. Und dann wiederholt sich das immer wieder. Also sehe ich es wie du: Meine Lebensrealität ist hier nicht dargestellt. Nicht, dass ich danach in Büchern suchen würde. Das ist wieder eine andere Geschichte. Mir kann man getrost „Weltflucht“ vorwerfen. 😉

      1. Ich glaube, die Mischung machts. Es gibt Bücher/Filme, bei denen ich mich ärgere, weil ich genau weiß, dass es bei nichtschreibenden Mitmenschen einfach gewisse Vorurteile zementiert (da gab es mal einen Film, Fokus lag eigentlich auf die Nachbarin, die ein Pärchen rausekegeln will, aber er ist Autor und ich war regelrecht sauer, wie das dargestellt wurde). Die richtige Mischung ist – zumindest für mich persönlich – ein bisschen Weltflucht (Traum vom Erfolg), aber ohne die Schwierigkeiten komplett zu ignorieren oder ein völlig weltfremdes Bild zu zeichnen.
        Quasi die richtige Mischung aus „I feel you“ und „Hach, das wäre schon schön so“ 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.