#tbt – Wo kaufen Freude macht

Ohne Kompass und Walking-Stöcke traue ich mich nicht mehr ins Kaufland. Im Kaufland shoppen gehen ähnelt Harry Potters Trimagischen Turnier. Die Mission lautet: Rein ins Labyrinth, mit der Einkaufsliste bewaffnet holen was man braucht und lebend wieder raus finden. Alles leichter gesagt, als getan. Die freundlichen Mitarbeiter stellen ihre Regale samt Inhalt alle zwei Tage um. Wenn man dann nach einer Woche kommt, ist man froh, wenn der Eingang noch an derselben Stelle ist. Während des Einkaufens mache ich dann auch Abstriche. Irgendwo zwischen dem Regal für Dosenbirnen und Küchentücher frage ich mich: „Wie dringend brauche ich heute Erbsen?“

Während ich durch solche Fragen abgelenkt bin, passiert es dann! Ich verlaufe mich hoffnungslos und wünsche mir sehnlichst Harrys Zauberstab herbei mit dem ich rote Funken in den Himmel schießen kann.

“Ich bin ein Kunde, holt mich hier raus!“

Natürlich habe ich keinen Zauberstab und deshalb bin ich in den heiligen Katakomben der Mitarbeiter gelandet. Früher war hier mal der Getränkemarkt und just in dem Moment als das Tor runter rasselt, weiß ich, dass der Getränkemarkt nicht mehr hier ist.

Plötzlich frage ich mich: „Wie lange dauert es, bis mich hier jemand findet?“ Erbsen sind plötzlich essentiell wichtig! Sie können einem das Leben retten. Gerettet hat mich dann ein netter Mitarbeiter. Na ja, erst hätte er mich fast mit seinem Gabelstapler über den Haufen gefahren und dann schnauzte er mich auch noch an, was ich hier zu suchen hätte. Erbsen ließ er nicht gelten. Dann klärte er mich herablassend darüber auf, dass dieser Bereich nur für Mitarbeiter sei. Ich zeigte dem guten Mann meinen Kompass, auch die Walking-Stöcke und in dem Gespräch muss meine Verzweiflung nicht deutlich genug geworden sein, denn der nette Mitarbeiter fing an zu lachen. Er ließ das Tor wieder hoch rasseln, geleitete mich am Dosengemüse vorbei, grabschte extra für mich ganz oben nach den Erbsen und lachte mich zur Kasse. Meine Verzweiflung wurde auch hier nicht so deutlich, wie ich das gerne gehabt hätte, denn auch die Kassiererin lachte, dann die Bäckerin und zum Schluss die Frau vom Zeitungskiosk.

Wo in dem Laden was ist, weiß ich immer noch nicht, dafür werde ich nun immer sehr herzlich begrüßt.

Inzwischen kann man ja bequem mit dem Handy navigieren. Mit GPS und allem drum und dran. Wird Zeit, dass mal jemand Kartenmaterial fürs Kaufland erfindet. Fänd ich gut.

 

 

4 Kommentare zu „#tbt – Wo kaufen Freude macht

  1. So geht’s mir hier im Elsass im Leclerc 🙂 Hab mich schon oft gefragt, warum man die Waren immer wieder an einem anderen Ort suchen muss. Ist es, damit man beim Suchen doch das eine oder andere -eigentlich nicht gewollte – in den Einkaufswagen legt oder einfach Arbeitsbeschaffung für die Angestellten ? 🙂

    1. Ich glaube, es ist die Kaufanregung. 🙂
      Dieses Phänomen erlebe ich immer ganz krass im IKEA. Ich geh hin wegen hübscher Servietten und komme mit einer Wagenladung ALLES nach Hause.

  2. Ja das mit dem Umstellen ist feinste Wirtschaftspsychologie! Fast schon diabolisch in den ganz großen Märkten…

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