Zeit des Mondes – David Almond

 „Was machst du?“

„Ich schau nur ob die Welt noch da ist“, sagte er.

Ich mag Kinder- und Jugendbücher. Und dieses Exemplar ist das Beste Beispiel dafür, warum das so ist! Michael ist 12 Jahre alt, und in ein renovierungsbedürftiges altes Haus gezogen, das nur langsam ein neues Zuhause wird. Seine Schwester kam zu früh zur Welt und ist krank. Sein bester Freund versteht absolut nicht, was in Michael vorgeht, wie viel Sorgen er sich um seine Schwester macht, wie hilflos er ist.

„Wir sind wie Jungvögel“, sagte sie. „Die halbe Zeit glücklich, die halbe Zeit zu Tode erschrocken.“

Trotz Verbot erkundet Michael die einsturzgefährdete Garage und findet dort ein seltsames Wesen, mehr tot als lebendig. Für seine Schwester kann Michael nichts tun, sie ist in den Händen der Ärzte, im Krankenhaus, doch er spürt, ihm, Skellig, kann er helfen.

Michael freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Mina an. (Sie fand ich zu Anfang etwas altklug und anstrengend, sie gewann ich erst im Laufe der Geschichte lieb.) Er nimmt Mina mit in die Garage, Mina ist klug, denkt er, sie weiß was zu tun ist. Mehr will ich zum Inhalt gar nicht sagen. Es ist eine wunderbare Geschichte, einfach und schlicht geschrieben, das ganze Buch lässt sich an einem Abend lesen. Ich weiß, die Geschichte wurde auch verfilmt, doch werde ich mir den Film nicht ansehen. Ich bin absolut sicher, kein Film der Welt kann diese besondere Stimmung, dieses Hoffnungsvolle, was Skellig Michael gibt, nicht rüber bringen. Denn ausnahmsweise geht es mal nicht um die Schlechtigkeit der Welt, um überforderte Eltern die ihre Kinder nicht mögen, und wie beschissen es doch ist, Kind zu sein. Es strahlt so viel Positives aus, so viel Hoffnung, dass man das Buch mit einem Lächeln zuschlägt und sich denkt: Ja, es ist gut!

Michaels Eltern lieben ihre Kinder, versuchen beiden gerecht zu werden, Michael bemüht sich nach Kräften dem Vater zu helfen das Haus schön zu machen, er liebt seine Schwester und hofft und betet, dass sie gesund wird und bald heim kommen kann… einzig Mina versteht seine Sorge, wie weit er gerade fern ist von Fußball und Schulaufgaben. Es ist eine Geschichte über das Erwachsen werden, gleichzeitig darüber wie wunderbar es ist, Kind sein zu können und die Welt zu entdecken. Denn Mina, so seltsam sie ist, zeigt ihm, dass er nur genauer hinsehen muss, um das Schöne zu erkennen.

„Versuch es noch einmal. Konzentriere dich. Es ist wie Berühren und Horchen und sich-vorstellen, alles zugleich. Es ist etwas weit Entferntes und Leises, wie das Piepsen von Amseljungen in einem Nest.“

2 Kommentare zu „Zeit des Mondes – David Almond

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