Kinder, die in Pfützen springen

Bevor man Kinder hat, denkt man sich: Ich werde eine tolle Mutter sein. Wir werden gemeinsam Spaß haben und in Pfützen herum springen und die Wunder der Kindheit erleben. Meine Kinder  werden sie mir zeigen und ich werde Zeit dafür haben, und ich werde mich später daran erinnern, und gemeinsam schaffen wir neue Erinnerungen, für die Tage, wenn wir alt sind und nur noch die Erinnerung haben.

Und dann hat man Kinder, ist müde, so müde, und denkt nur an Schnupfen und wie man die Kinder endlich groß kriegt. Ohne Schaden, ohne Fehler. Man will plötzlich alles richtig machen.

Die Kinder springen in Pfützen herum, das ist ihr Job. Sie tun es alleine. Ich mache nicht mit. Die Füße müssen trocken bleiben, die Kinder gesund, die Kleidung sauber. Das ist so verdammt viel Arbeit. Ich schimpfe. Wie meine Mutter.

Vielleicht denkt meine Tochter nun: Wenn ich mal Kinder habe, werden wir gemeinsam in Pfützen herum springen.

Ich hoffe sie schafft es.

 

[Auszug aus der Wortwerkstatt]

Ein Kommentar zu „Kinder, die in Pfützen springen

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