Jack, der Bär – Dan McCall

Herzugehen und zu behaupten, in diesem Buch ginge es um die Entführung von… wäre irgendwie falsch. Es geht nicht nur um die Entführung, das ist nicht die eigentliche Handlung, auch wenn es so im Klappentext steht.

Ich empfinde dieses Buch als echte Perle, trotz und wegen des rotzigen Tons von Jack, der einen kleinen Ausschnitt seines Lebens erzählt. Dass er von der ersten Seite an wie ein großkotziger, arroganter Erwachsener klingt und lauter kleine Alltags-Nichtigkeiten erzählt, machte mich stutzig. Als nach und nach raus kommt, was ihm in seinem jungen Leben schon alles widerfahren ist, wird klar, er IST der einzige Erwachsene in der Geschichte, trotz der 13 Jahre, die er zählt, er MUSS so reden.

Jack´s Mutter starb im Jahr zuvor, er zog mit dem Vater und dem 3-jährigen Bruder weg, fort von den Erinnerungen und Plätzen, die sie gemeinsam kannten. Der Vater, selber ein großes Kind, ist unfähig sich in der Trauer um seine Jungs zu kümmern. Man gewinnt aber schnell den Eindruck, auch vor dem Tod seiner Frau war er nicht gerade ein Held als Vater. Jack stört das nicht. Er kümmert sich um den Vater, und den Bruder und irgendwie, zwischenrein noch um seine eigene Pubertät. So Beschissen auch das Leben für die drei ist, sie klammern sich mit aller Kraft aneinander. Es geht also nicht um die Entführung von Dylan, noch um bekloppte Nachbarn, um die Gewalt im Allgemeinen.

Jäck der Bär, tritt auf der Stelle, egal wie sehr er sich bemüht. Die Stimmung der Geschichte, der rotzige Ton zwangen mich, das Buch in einem Rutsch zu lesen, nur um an Jack dran zu bleiben, zu sehen wie alle mit offenen Augen gegen eine Wand rennen. Und dann wieder aufstehen.

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